Burger King, Weltfrauentag, Frauen gehören in die Küche

Burger King am Weltfrauentag: „Frauen gehören in die Küche“

Christian Erxleben
Burger King löst am Weltfrauentag einen Shitstorm aus. (Foto: Unsplash.com / Julian Steenbergen)

„Frauen gehören in die Küche.“ Mit diesem Spruch wollte Burger King am Weltfrauentag auf Twitter für die Förderung von Stipendien für Köchinnen aufmerksam machen. Doch der Tweet ging nach hinten los. Ein (berechtigter) Shitstorm war die Folge.

Burger-King-Kampagne am Weltfrauentag: „Women belong in the kitchen.“

Seit 1921 findet am 8. März der internationale Frauentag statt. Er geht zurück auf die „Zweite Internationale Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau“ und ist ein wichtiger Eckpfeiler für mehr Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft.

Auch Burger King wollte von der gesteigerten Aufmerksamkeit rund um den Weltfrauentag profitieren und hat um 10.01 Uhr einen Tweet mit einem Satz abgesetzt. „Women belong in the kitchen.“ Zu Deutsch: „Frauen gehören in die Küche.“

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Welches Ziel verfolgt(e) Burger King?

Im ersten Reply stellte Burger King klar, dass das Unternehmen keinesfalls alle Frauen in die Küche verbannen möchte. Vielmehr verfolgt der Konzern am Weltfrauentag 2021 das Ziel, dass mehr Frauen rund um den Globus eine „kulinarische Karriere“ einschlagen.

Zum Hintergrund liefert Burger King einige Zahlen. Demnach sind nur 20 Prozent aller Köche und Chefköche Frauen. Die US-amerikanische Burger-Kette hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, „die Geschlechterverteilung in der Restaurant-Industrie zu verändern.“

Dafür hat Burger King zum internationalen Frauentag eine Reihe an Stipendien gestartet, die „weibliche Angestellte bei Burger King unterstützen, ihre kulinarischen Träume zu erfüllen.“

Burger King löscht Tweet und entschuldigt sich

Da die meisten Twitter-Nutzer jedoch nur den ursprünglichen Tweet und nicht die Replys von Burger King gesehen haben – was Burger King natürlich auch schon in der Planung wusste – dauerte es nicht lange bis ein weltweiter Shitstorm entstand.

Aus diesem Grund hat sich Burger King nur zehn Stunden nach dem ersten Post dazu entschieden, den ursprünglichen Tweet zu löschen. Stattdessen gibt es jetzt eine Entschuldigung.

Doch natürlich finden sich überall auf Twitter noch Screenshots des ursprünglichen Posts.

Burger King überschreitet Grenzen des Anstands

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Kampagne von Burger King für Aufmerksamkeit sorgt. Im Gegenteil: In vielen Fällen setzt die Kette bewusst auf eine provokative Form der Kommunikation. Manchmal gelingt das, andere Male nicht.

Am Weltfrauentag ist jedoch die Grenze deutlich überschritten worden. Der erste Tweet ist nicht mehr als eine abfällige Äußerung, die in unserer heutigen Gesellschaft nichts zu suchen hat. Wer auf diese Art und Weise provoziert, versteht nicht, worum es eigentlich geht.

Trotzdem dürften sich die Marketing-Verantwortlichen von Burger King in ihrer Wahl bestätigt sehen.

Das Branchenmagazin Adage rechnet vor, dass die Marke durch diesen Tweet in den ersten Stunden schon mehr als 251.000 Erwähnungen bekommen hat. Zum Vergleich: In den gesamten zwei Wochen vorher gab es nur 323.000 Erwähnungen.

Ob jedoch die Reichweite und die Aufmerksamkeit in diesem Fall mehr bringen als der dadurch entstandene Image-Schaden darf zumindest stark angezweifelt werden.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.