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So will Google die Einhaltung der Ads-Richtlinien garantieren

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geschrieben von Maria Gramsch

Google will die Einhaltung seiner Werbe-Richtlinien besser überwachen und Verstöße stärker ahnden. Dafür startet im September 2021 das Pilotprojekt zur Three Strikes Policy, bei der am Ende die Sperrung des Werbe-Accounts steht.

Ein Leben ohne Anzeigen bei Google können sich wohl die meisten Marketer nicht mehr vorstellen. Und auch beim Suchmaschinengiganten dürfte das kaum anders aussehen.

Lagen die Werbeumsätze des Konzerns 2010 noch bei 28 Milliarden US-Doller, sind diese in nur zehn Jahren auf satte 147 Milliarden US-Dollar geklettert. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz im Jahr 2020 lag bei rund 183 Milliarden US-Dollar.

Doch Google macht nicht nur ordentlich Umsatz mit Werbung. Der Konzern bietet auch Reichweite. Es wäre also ein herber Schlag, aus diesem Werbe-Kosmos ausgeschlossen zu werden.

Google will härter durchgreifen

Doch das könnte ab September 2021 den Werbungtreibenden drohen, die sich nicht an die Spielregeln halten. In einem Pilotprojekt für Google Ads will der Konzern die sogenannte Three Strikes Policy testen.

Verstößt ein Marketer gegen die Richtlinien des Konzerns, wird er mit einem Strike verwarnt. Wer alle verfügbaren Strikes gesammelt hat – und das sind nur drei –, wird von Google gesperrt und kann nicht mehr auf seinen Google-Ads-Account zugreifen.

Google ist bestrebt, ein vertrauenswürdiges Anzeigenerlebnis für Nutzer, Werbetreibende und Publisher zu schaffen. Unsere Google-Ads-Richtlinien dienen dazu, die Schaltung unsicherer oder schädlicher Anzeigen auf unseren Plattformen zu verhindern.

Die Stufen der Three Strikes Policy von Google

Google kündigt an, alle Konten zu verwarnen, die gegen die Richtlinien zu unlauterem Verhalten, Gesundheit und Medizin sowie gefährliche Produkte oder Dienstleistungen verstoßen.

Dazu zählen unter anderem Anzeigen zu Tabak, Drogen und Waffen, aber auch zu betrügerischem Verhalten oder Hackerdiensten.

Diese Arten von Anzeigen sind seit langem verboten, aber jetzt führen wir mit jeder Verwarnung höhere Strafen ein.

Im ersten Schritt der Three Strikes Policy spricht Google lediglich eine Warnung aus, sollte ein Verstoß gegen die oben genannten Richtlinien auftauchen. Hierfür gibt es keine Strafen, Google löscht lediglich die Anzeige.

Die erste Verwarnung, also den ersten Strike, erhält, wer innerhalb von 90 Tagen nach Erhalt der Warnung noch einmal gegen dieselbe Richtlinie verstößt. Google sperrt das entsprechende Werbekonto dann für drei Tage, in denen keine Anzeigen geschaltet werden können.

Im gleichen 90-Tage-Rhythmus geht es dann weiter. Jedoch werden die Strafen härter. Nach dem zweiten Strike sperrt Google den entsprechenden Account für sieben Tage. Der dritte Strike hat dann die „Kontosperrung wegen wiederholter Verletzung unserer Richtlinien“ zur Folge.

Three Strikes Policy könnte vermehrt Anwendung finden

Google will die Three Strike Policy in Zukunft weiter ausweiten. Phasenweise sollen so mehr Richtlinien mit in das Programm einfließen. Mit dem Start des Pilotprojekts im September 2021 will Google „frühes Feedback“ einsammeln, um „sicherzustellen, dass wir den Prozess verbessern.“

Fest steht jedoch, dass Google mit seiner neuen Strategie zumindest langfristig, einige gefährliche Werbekonten eliminieren wird. Allerdings ist die 90-Tages-Frist sehr lange und ein neues Google-Konto schnell angelegt.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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