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Sperrt Instagram meinen Account, wenn ich Onlyfans nutze?

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Unsplash.com / Charles Deluvio
geschrieben von Christian Erxleben

Werden Accounts auf Instagram wegen Onlyfans gesperrt? Diese Vermutung teilen viele (leichtbekleidete) Influencer. Doch der Onlyfans-Account an sich ist nicht das Problem. Zur Instagram-Account-Sperrung kommt es aus einem anderen Grund. Das ist er.

Instagram wegen Onlyfans gesperrt? Zahlreiche Influencer beklagen sich

Es gibt auf Instagram die unterschiedlichsten Formen von Influencern. Ein Teil der Community setzt jedoch noch immer auf körperliche Reize und intime Einblicke. So gibt es Millionen von Accounts mit und von leichtbekleideten Frauen, die schnell einige Tausend Follower beisammen haben.

Da Instagram jedoch mit Blick auf die Darstellung von Nippeln bei Frauen und sexuell motivierten Inhalten relativ strikt vorgeht, verschwinden oftmals (gemeldete) Bilder und Videos sehr schnell.


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Aus diesem Grund bauen sich zahlreiche Account-Betreiber:innen auf dem Paid-Portal Onlyfans einen Kanal auf. Dort sind sexuelle Inhalte und Handlungen explizit erlaubt. Indem die Account-Betreiber:innen das Onlyfans-Profil dann auf Instagram teilen, umgehen die Influencer die Richtlinien von Instagram.

Obwohl die Content Creator auf Instagram also in der Regel die Vorgaben einhalten, kommt es trotzdem regelmäßig zu Account-Sperrungen. Die Betroffenen verstehen nicht, warum es zu einer Sperrung kommt. Im Grunde gibt es zwei Antworten.

Werden Accounts auf Instagram wegen Onlyfans gesperrt?

Nein. So einfach lässt sich diese häufig gestellte Frage kurz beantworten. Es ist grundsätzlich so, dass Instagram keine Nutzer:innen und Accounts sperrt, weil sie ebenfalls ein Konto auf Onlyfans haben oder sogar aktiv betreiben.

Ein derartiger Eingriff widerspricht auch sämtlichen Regeln zur freien Nutzung des Internets. Wenn Accounts auf Instagram wegen Onlyfans gesperrt werden würden, wäre das in etwa so wie wenn Google alle Facebook-User von der eigenen Suche aussperrt.

Warum sperrt Instagram viele Accounts, die Onlyfans nutzen?

Trotz dieser simplen Antwort ist es zugleich richtig, dass Instagram tatsächlich viele Accounts sperrt, die Onlyfans als Vertriebskanal nutzen. Es geht also nicht um die Nutzung von Onlyfans per se, sondern um die Verwendung von Onlyfans-Links auf Instagram.

So haben Facebook und Instagram erst im Dezember 2020 ihre Nutzungsrichtlinien und Transparenz-Vereinbarungen aktualisiert. Verboten ist demnach beispielsweise die:

Explizite sexuell motivierte Kontaktaufnahme durch das Anbieten oder Nachfragen von beispielsweise Folgendem: Sex oder Sexualpartner, Sexchats oder -unterhaltungen, Nacktfotos, Nacktvideos oder Nacktbilder.

Das alleine erklärt jedoch noch nicht, warum Accounts auf Instagram wegen Onlyfans gesperrt werden. Die Antwort gibt es im entsprechenden Dokument einige Zeilen weiter unten.

Instagram verbietet das Teilen von Links zu externen pornografischen Websites

Dort steht, dass „das Anbieten oder Nachfragen von pornografischem Material (wie unter anderem das Teilen von Links zu externen pornografischen Websites)“ explizit verboten ist. Verstöße gegen diese Richtlinie können folglich zu einer Account-Sperrung auf Instagram folgen.

Wer in seinem Instagram-Bio oder in den Instagram Storys mehrfach oder dauerhaft explizit zu Onlyfans verlinkt, geht das Risiko ein, dass Instagram den entsprechenden Account dauerhaft verbannt.

Dazu sagt ein Facebook-Sprecher gegenüber Refinery29: „Obwohl Onlyfans keine Porno-Seite ist, wissen wir, dass das Portal auf diese Art und Weise genutzt werden kann. Deshalb gehen wir gegen Accounts vor, die Links zu Onlyfans teilen und gleichzeitig sexuell anzügliche Inhalte verbreiten.“

Übrigens kann auch die Nutzung von üblicherweise im sexuellen Kontext eingesetzten Emojis wie der Aubergine, dem Pfirsich oder den drei Wassertropfen in Kombination mit sexuellen Inhalten zur Sperrung führen.

Warum ist Onlyfans bei (Erotik-)Models so beliebt?

Onlyfans ist eine der wenigen Plattformen, die die Verbreitung von sexuellen Darstellungen in Form von Nacktfotos oder Handlungen in Form von Stripshows explizit erlaubt.

Dabei setzt die Plattform auf ein Paid-Modell. Das heißt: Um die Inhalte von Darsteller:innen zu sehen, müssen die User kostenpflichtige Abonnements abschließen. Von diesen Einnahmen erhalten die Creator 80 Prozent, was deutlich über dem Anteil auf anderen Plattformen liegt.

Eigenen Angaben zu Folge hat Onlyfans weltweit mehr als 130 Millionen registrierte User. Immerhin zwei Millionen User stellen dabei Inhalte zur Verfügung. Im Herbst 2021 sah es kurzzeitig so aus, als ob Onlyfans pornografische Inhalte von der Plattform verbannt.

Doch schon wenige Tage später gab das Netzwerk nach heftigen Diskussionen via Twitter bekannt, dass die geplanten Regeländerungen nicht zum 1. Oktober 2021 in Kraft treten. Damit können Models, Influencer und Co. ihre sexuellen Inhalte weiterhin verbreiten.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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