Technologie

Digitaler Führerschein ist nach einer Woche nicht mehr verfügbar

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Bundesregierung
geschrieben von Maria Gramsch

Erst in der letzten September-Woche 2021 hat Verkehrsminister Andreas Scheuer ihn vorgestellt: Ein digitaler Führerschein sollte Carsharing und Mietwagen-Anmietungen erleichtern. Nun steht die dazugehörige Smartphone-App „ID Wallet“ nicht mehr zum Download bereit – was dahinter steckt.

In den meisten Wahlprogrammen zur diesjährigen Bundestagswahl hat die Digitalisierung einen prominenten Platz eingenommen. Nur wenige Tage vor der Wahl hat Verkehrsminister Andreas Scheuer den digitalen Führerschein vorgestellt.

Dieser war für iPhone- und Android-Nutzer:innen allerdings nur kurze Zeit verfügbar. Denn die Entwickler-Firma Digital Enabling hat die Smartphone-App „ID Wallet“ vorerst wieder aus dem Apple App Store und dem Google Play Store entfernt.


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Digitaler Führerschein per ID Wallet

Das Bundesverkehrsministerium hat den digitalen Führerschein in der vergangenen Woche vorgestellt. Dieser sei zusammen mit dem Kraftfahrtbundesamt und der Bundesdruckerei als eine „erste Stufe“ einer digitalen Version der Fahrerlaubnis entwickelt worden.

Denn der digitale Führerschein soll zunächst nicht als Ersatz für die physische Fahrerlaubnis dienen. Bei einer Kontrolle muss der normale Führerschein noch vorgezeigt werden.

Die digitale Variante soll aber beispielsweise bei Mietwagen- oder Carsharing-Angeboten zum Einsatz kommen und die Anmietung erleichtern. „Der digitale Führerschein hat das Potenzial, den Alltag von Autofahrern deutlich zu erleichtern“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer zur Vorstellung.

Angedacht war die Nutzung des digitalen Führerscheins über die App ID Wallet. Diese wurde sowohl für iPhones als auch für Android-Smartphones entwickelt. Über die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises soll die digitale Fahrerlaubnis zur „ID Wallet“ hinzugefügt werden.

ID Wallet steht nicht mehr zum Download bereit

Doch die App ID Wallet ist nun schon nicht mehr verfügbar. Grund dafür sind unter anderem Sicherheitsprobleme. Aber auch die verfügbare Kapazität der App hat zu Problemen geführt. Direkt nach der Vorstellung des digitalen Führerscheins waren die Server überlastet. Diese Probleme will die Digital Enabling GmbH nun angehen.

Um das System auf höhere Nutzlasten auszulegen und den Sicherheitshinweisen nachzugehen, werden wir in den nächsten Wochen umfangreiche weitere Tests durchführen. In dieser Zeit werden wir die App aus den Stores nehmen.

Auf der Website der Entwickler-Firma ist zu lesen, dass der Relaunch in „einigen Wochen“ erfolgen soll. Bis dahin wolle die Firma „umfangreiche Verbesserungen“ in Sachen Nutzerführung und Design vornehmen.

Kritik an Sicherheitslücken beim digitalen Führerschein

Direkt nach der Vorstellung haben Sicherheitsexpert:innen die App für den digitalen Führerschein kritisiert. Kritik kam unter anderem von Lilith Wittmann, die zuvor bereits Sicherheitslücken in der Wahlkampf-App der CDU gefunden hatte.

Auch aus dem Umfeld des Chaos Computer Clubs kam Kritik, dass Infrastruktur und Blockchain-Technik angreifbar sein könnten.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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