Mindset, Unternehmen, Corona

Zwei Jahre Corona: Wie Unternehmer trotzdem das richtige Mindset behalten

Gerold Wolfarth
unsplash.com/ Skye Studios

In wenigen Tagen ist es soweit: Die tiefgreifendsten Corona-Regeln fallen. Endlich! Die Last, die gefühlt einem ganzen Land von den Schultern fällt, ist förmlich zu spüren. Doch das Thema Pandemie ist trotzdem nicht von heute auf morgen durch – auch wenn die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine in den Medien aktuell alles überschatten.


Zu tiefgreifend und zu langwierig waren die Einschränkungen, zu stark die öffentlich dargebotenen Meinungsunterschiede zwischen den Menschen und zu tief die Verletzungen, die viele Beziehungen belastet haben. Jetzt einfach weiterzumachen wie Anfang 2020 scheint unmöglich. Dazu brauchen wir alle das richtige Mindset. Gerade auch im unternehmerischen Bereich.

Mindset: Der Umgang mit Kunden

Während der stärksten Einschränkungen waren die meisten Unternehmen wirtschaftlich von der Pandemie betroffen. Nicht nur wir selbst, auch viele Kunden befanden sich in einer Ausnahmesituation, zum Beispiel durch ausbleibende Umsätze und Kurzarbeit.

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In unserem Kerngeschäft – mein Unternehmen ist sehr stark im Retail-Bereich tätig – haben wir die Auswirkungen von Schließungen und Zutrittsbeschränkungen unmittelbar und überdeutlich zu spüren bekommen. Doch wir haben in dieser Zeit auch viel Solidarität erlebt.

So sind sicherlich nicht nur wir in der Bk Group AG unseren Kunden stark entgegengekommen und haben Zugeständnisse gemacht. Wir haben Rabatte erteilt und individuelle Lösungen gesucht und gefunden, damit alle Beteiligten gut durch die angespannte Zeit kommen konnten. Es gab Unsicherheiten auf beiden Seiten und möglicherweise sogar das ein oder andere unschöne Gespräch.

Und das soll jetzt alles vergessen sein? Wir müssen zurück zum Ausgangspunkt. Die Zeit der Zugeständnisse ist vorbei. Wir werden nicht mehr von der Regierung in Bahnen gelenkt, sondern dürfen wieder agieren statt nur zu reagieren. Und darauf sollten wir uns freuen. So können wir aktiv auf die Kunden zugehen und ehrlich und offen über die Entwicklungen sowie die nächsten Schritte sprechen. Nur so können wir weiter fair bleiben, auch wenn Kosten zum Beispiel wieder steigen.

Umgang mit Mitarbeitenden

Vermutlich waren auch bei euch die Mitarbeiter:innen teilweise oder sogar dauerhaft im Home Office tätig. Nun stellt sich die Frage: Macht es Sinn, dies weiterzuführen? Einfach weil es so gut vor sich hinläuft? Oder nicht? Eine pauschalte Antwort kann es hier nicht geben.

Vielmehr kann die Zeit der Heimarbeit als großer Probelauf gesehen werden und die Erkenntnisse daraus müssen nun zur Überprüfung des weiteren Vorgehens genutzt werden. Klar ist, nur „weil es jetzt eben so läuft“ sollten Sie nicht spontan alles anders machen als vor der Pandemie. Wir müssen uns wieder daran gewöhnen, dass die Politik keine Leitplanken mehr bietet.

Also nimm bewusst die Zügel wieder in die Hand und triff überlegte Entscheidungen. Rechne einmal durch, ob Home Office für dein Unternehmen funktioniert. Frage die Führungskräfte, wie in den unterschiedlichen Teams mit der Arbeit von zuhause aus umgegangen wurde.

Die Anforderungen sind überall unterschiedlich, die Menschen sind überall unterschiedlich. Hier gibt es viel zu berücksichtigen bevor eine klare Entscheidung getroffen werden kann.

Mindset: Motivation finden

Auch an uns selbst sind die vergangenen zwei Jahre nicht spurlos vorübergegangen. Doch nun sollten wir eine positive, optimistische und motivierte Herangehensweise vorleben. Nicht nur Unternehmer:innen oder Führungskräfte können dabei als Vorbild für andere dienen.

Um wieder in das Mindset der Prä-Pandemie-Zeit zu kommen, können wir uns in die Zeit Anfang 2020 zurückzuversetzen. Was waren zu diesem Zeitpunkt meine Pläne? Welche Ziele hatte ich? Und wie wollte ich diese Ziele erreichen, bevor ich eingebremst wurde?

Hier kann es helfen einmal den E-Mailverkehr aus dieser Zeit nachzulesen oder Unterlagen als Hilfestellung heranzuziehen.
Ich bin zuversichtlich, dass die Relevanz von Corona in den kommenden Monaten weiter deutlich sinken wird. Lassen wir nicht zu, dass die negativen Erfahrungen der letzten zwei Jahre unser Leben nachhaltig beeinflussen.

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Gerold Wolfarth ist Gründer und CEO der bk Group AG, dem Marktführer im Bereich Ladenbau und technisches Facility Management. Als Gründer und CEO der bk World Holding GmbH revolutioniert er das Langstreckenreisen mit dem Elektroauto. Seine Themen sind Innovationen, Nachhaltigkeit und Visionen. Zudem ist er Autor des Buches „Gewinn ist nur ein Nebenprodukt“.