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Elon Musk vs. Twitter: 8 mögliche Szenarien für das Ende einer Saga

Fabian Peters
pixabay.com/ ElisaRiva, Montag: BASIC thinking

Elon Musk hat den Kaufvertrag mit Twitter platzen lassen. Der Tesla-CEO will die vereinbarten 44 Milliarden US-Dollar nicht zahlen, da der Kurznachrichtendienst gegen Vereinbarungen verstoßen habe. Twitter kündigt derweil rechtliche Schritte an. Möglichkeiten, wie der Konflikt enden könnte, gibt es viele. 

Tesla-CEO Elon Musk drohte bereits mehrfach damit, seine geplante Twitter-Übernahme platzen zu lassen. Als Grund nannte er immer wieder die unklare Anzahl an Fake-Accounts auf der Plattform. Nun machte Musk seine Drohungen wahr und trat vom Kaufvertrag zurück.

Der Twitter-Vorstandsvorsitzende Bret Taylor kündigte daraufhin prompt rechtliche Schritte an, um den Deal notfalls vor Gericht durchzusetzen. Auch wenn Expert:innen Twitter gute Chancen ausrechnen, erscheint eine eindeutige Prognose kompliziert, denn: Möglichkeiten gibt es viele.

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Elon Musk vs. Twitter: 8 mögliche Szenarien für das Ende einer Saga

1. Kein Deal: Elon Musk zahlt Break-up Fee

Der Kaufvertrag zwischen Elon Musk und Twitter beinhaltet eine sogenannten „Break-up Fee“. Damit haben sich beide Vertragsparteien zu einer Strafzahlung von einer Milliarde US-Dollar verpflichtet, falls der Deal platzen sollte.

Die Klausel gilt jedoch primär für den Fall, dass eine Finanzierung scheitert oder die Aufsichtsbehörden dem Deal einen Riegel vorschieben. Twitter könnte die Break-up Fee theoretisch dennoch akzeptieren. Allerdings hat das Unternehmen auch eine treuhänderische Pflicht gegenüber seinen Aktionären.

Sollte der Kurznachrichtendienst der Gebühr zustimmen, würden die eigenen Aktien vermutlich weiter fallen. Dieses Szenario erscheint deshalb eher unwahrscheinlich, zumal Vorstandsvorsitzender Bret Taylor mit der angekündigten Klage in ein anderes Horn bläst.

2. Twitter gewinnt vor Gericht, Musk zahlt Schadenersatz

Morgan Ricks, Juraprofessor an der Vanderbilt Universität in Nashville, hält es für möglich, dass ein Gericht Musk eher zur Zahlung von Schadenersatz verdonnern könnte, als dass es den Kaufvertrag durchsetzt.

Ricks schrieb in einem Tweet, dass Musk den Prozess derart kompliziert gestalten könnte, dass der Kollateralschaden für Twitter und seine Aktionäre enorm wäre. Statt den Kaufvertrag zu erzwingen, könnte ein Gericht deshalb einen Schadenersatz in Milliardenhöhe fordern.

Scott Galloway, Marketing-Professor an der Universität New York, erklärte in einem Podcast derweil, dass diese Summe bei der Differenz zwischen Musks Angebot und dem aktuellen Wert von Twitter liegen könne. Galloway sagte dazu:

Er schuldet den Aktionären 17 Milliarden Dollar (…). Und die Aktie von Twitter wird wahrscheinlich abstürzen. Dieser Kerl könnte mit einem Urteil in Höhe von 20 Milliarden Dollar konfrontiert werden.

3. Twitter setzt Kaufvertrag vor Gericht durch

Auch wenn einige Experten es für unwahrscheinlich halten, könnte Twitter den vereinbarten Kaufvertrag auch vor Gericht durchsetzen. Zwar gibt es keinen Präzedenzfall für ein Geschäft mit einem solchen Volumen, allerdings haben US-Gerichte in ähnlichen Fällen bereits Geschäftsabschlüsse erzwungen.

Für die Aktionäre dürfte dieses Szenario am lukrativsten sein. Allerdings stünde der Kurznachrichtendienst damit vermutlich vor einer ungewissen Zukunft, da es zu einem weiteren Verkauf kommen könnte. Neben einem langen Prozess gingen damit weitere Führungswechsel einher.

4. Elon Musk stimmt einem Vergleich zu

Ein weiteres Szenario ist, dass Elon Musk einem Vergleich zustimmt. Neben der Break-up Fee müsste der Tesla-CEO dabei vermutlich weitere Milliarden zahlen. Ein solcher Vergleich müsste in Summe jedoch so hoch ausfallen, dass Twitter seiner treuhänderischen Pflicht gerecht wird.

5. Musk drückt den Kaufpreis

Einige Analysten vermuten, dass Musks Rücktritt vom Kaufvertrag Taktik sein könnte, um den Kaufpreis zu drücken. Die Vermögenswerte des reichsten Mannes der Welt schrumpften nämlich zuletzt, da die Tesla-Aktie rund 40 Prozent an Wert verlor.

Auch die Twitter-Aktie und einige weitere Wertpapiere aus der Tech-Branche mussten seither mitunter erhebliche Kursverluste hinnehmen.

Es wäre deshalb möglich, dass sich Musk und Twitter auf einen niedrigeren Kaufpreis einigen, um die Marktkorrektur gewissermaßen auszugleichen. Twitter müsste dabei wohl eheliche Einbußen hinnehmen, damit Musk nicht noch einmal nachverhandelt.

6. Elon Musk ändert seine Meinung

Elon Musk ist mittlerweile fast schon bekannt dafür, dass er regelmäßig seine Meinung ändert. Nachdem im April bekannt wurde, dass er 9,2 Prozent der Twitter-Aktien erwarb, wollte Musk eigentlich dem Vorstand des Unternehmens beitreten. Nur kurze Zeit später änderte er seine Meinung und entschloss sich, den Kurznachrichtendienst komplett zu übernehmen.

Anschließend legte er den Deal auf Eis und sagte nun, dass er das Unternehmen nicht mehr kaufen wolle. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass der Tesla-CEO seine Meinung erneut ändert. Twitter könnte ihm beispielsweise weitere Informationen bereitstellen, sodass er einem Kauf letztlich doch zustimmt.

7. Musk gewinnt möglichen Gerichtsprozess

Auch wenn zahlreiche Experten den Kurznachrichtendienst bei einem möglichen Gerichtsprozess im Vorteil sehen, könnte auch Musk gewinnen. Seine Anwälte erklärten in einem Schreiben, dass Twitter es versäumt oder sich geweigert habe, auf Anfragen zu Fake- oder Spam-Accounts zu reagieren. Diese Informationen seien für eine Geschäftsabwicklung jedoch essenziell.

Sollte der Tesla-CEO seine Vorwürfe beweisen können, könnte er ohne Strafzahlung aus dem Kaufvertrag kommen.
Seine Anwälte erklärten außerdem, dass das Unternehmen für die Entlassung mehrerer Angestellter nicht die Zustimmung des Unternehmers eingeholt habe. Dieses Argument dürfte jedoch eher eine untergeordnete Rolle spielen.

8. Twitter findet einen anderen Käufer

Rein theoretisch könnte auch ein anderer Unternehmer den Kurznachrichtendienst zu einem Preis unter den von Musk angebotenen 54,20 US-Dollar pro Aktie kaufen.

Ein solcher Deal könnte dem Unternehmen mehr Sicherheit liefern als ein Gerichtsprozess. Dieses Szenario erscheint jedoch am unwahrscheinlichsten, da momentan kein möglicher Käufer in Sicht ist.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).