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Internes Memo: Instagram Reels haben „großen Nachholbedarf“

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Unsplash.com / Kate Torline
geschrieben von Maria Gramsch

Instagram Reels sind die große Hoffnung der Meta-Tochter. Doch wie aus internen Dokumenten hervorgeht, hinkt Instagram mit seinem Kurzvideoformat Konkurrent TikTok mächtig hinterher.

Instagram hat mit dem Erfolg der Konkurrenz-Plattform TikTok ziemlich zu kämpfen. Immer wieder schraubt die Meta-Tochter deshalb an Feed oder Algorithmus herum, um mit der beliebten Kurzvideo-App mithalten zu können.

Doch das gelingt der einstigen Foto-Plattform offenbar nicht sehr gut, wie das Wall Street Journal berichtet. Die Zeitung hat interne Dokumente eingesehen und sieht bei Meta einen „großen Nachholbedarf“.


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Wie steht es um Instagram Reels?

Im August 2020 hat Instagram die ersten Tests für sein Kurzvideoformat Reels gestartet. Das Format sollte Nutzer:innen weg von TikTok und hin zur eigenen Plattform locken. Doch laut dem WSJ-Bericht klappt das noch nicht besonders zuverlässig.

Das geht aus dem Meta-Memo „Creators x Reels State of the Union 2022“ hervor, das der Konzern im August intern veröffentlicht wurde.

Es zeigt die Diskrepanz zwischen Instagram und TikTok. Denn mit Instagram Reels verbringen die Nutzer:innen täglich 17,6 Millionen Stunden. Bei TikTok hingegen verbringen die Nutzer:innen 197,8 Millionen Stunden pro Tag.

Im Dokument heißt es außerdem, das Reels-Engagement sei in den vergangenen vier Wochen um 13,6 % gesunken. Das Problem: Die meisten Nutzer:innen hätten kein Reels-Engagement. Denn in den USA poste nur rund ein Fünftel der elf Millionen Creators.

Laut der Meta-Sprecherin Devi Narasimhan seien diese Daten veraltet und nicht global. Das Engagement von Reels steige derzeit von Monat zu Monat. Aktuellere Zahlen habe sie laut dem WSJ jedoch nicht liefern wollen.

Kreative und Unternehmen sehen vielversprechende Ergebnisse, und unser Monetarisierungswachstum ist schneller als wir erwartet haben, da mehr Menschen als je zuvor Reels ansehen, erstellen und sich mit anderen verbinden.

Das Problem mit Content von anderen Plattformen

Erst im April kündigte Instagram an, Originalinhalte stärker bevorzugen zu wollen. Inhalte, die Nutzer:innen beispielsweise bei TikTok erstellt haben, werden seither schlechter gerankt.

Damit wolle die Plattform einen Anreiz schaffen, dass Inhalte direkt für Instagram erstellt werden. Doch aus dem internen Memo geht nun hervor, dass fast ein Drittel aller Instagram Reels zuvor auf einer anderen Plattform erstellt wird. Diese sind meist an einem Wasserzeichen erkennbar.

Instagram macht die Konkurrenz durch TikTok zu schaffen

Es ist noch nicht einmal zwei Monate her, da sah Instagram sich mit harscher Kritik von seinen Nutzer:innen konfrontiert. Das Problem war eine Änderung im Instagram Feed, bei der sich die Community zu sehr an TikTok erinnert fühlte.

Dabei hatte besonders der Aufruf der Fotografin @illuminati hohe Wellen geschlagen. Sie forderte in einem Post, Instagram solle aufhören, wie TikTok sein zu wollen. Auch Promis wie Kylie Jenner und Kim Kardashian haben diesen Aufruf geteilt.

Nach dieser Welle des Unmuts musste Instagram-Chef Adam Mosseri zurückrudern. In einem Interview mit The Verge kündigte er schließlich an, die Feed-Änderungen rückgängig machen zu wollen.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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