Technologie Wirtschaft

Tesla-Files: Probleme mit dem Autopiloten schlimmer als befürchtet?

Autopilot, Tesla Files, Tesla, Datenleak, Autopilot
Unsplash.com / David von Diemar
geschrieben von Maria Gramsch

Das Handelsblatt hat für die sogenannten Tesla-Files 100 Gigabyte Daten ausgewertet, die aus dem IT-System des E-Autobauers stammen sollen. Dabei wird deutlich: Das Unternehmen von Elon Musk hat mehr Probleme mit dem Autopiloten als bisher bekannt war.

Der Autopilot des E-Autobauers Tesla steht schon seit geraumer Zeit immer wieder in der Kritik. Eine Recherche des Handelsblatts zeigt nun, dass der Zustand noch bedeutend verheerender sein könnte als bisher angenommen wurde.

Tesla-Files: 100 Gigabyte Daten

Für die Recherche hat das Handelsblatt 100 Gigabyte Daten ausgewertet. Die rund 23.000 Dateien hat die Zeitung von Insidern übermittelt bekommen. Die Daten sollen aus Teslas IT-System stammen und offenlegen, wie schlecht es wirklich um den Autopiloten von Elon Musks Unternehmen steht.


Neue Stellenangebote

Growth Marketing Manager:in – Social Media
GOhiring GmbH in Home Office
Junior Communications Manager (m/w/d) / PR, Social Media & Copy
Wentronic GmbH in Braunschweig
Referent*in Social Media (w/m/d) für das Presse- und Social-Media-Team
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Bonn, Frankfurt am Main

Alle Stellenanzeigen


Die Authentizität der Daten hat sich das Handelsblatt vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie überprüfen lassen. Die Expert:innen kamen zu dem Schluss, es gebe keine Hinweise, dass „der Datensatz nicht aus IT-Systemen von oder dem Umfeld von Tesla stammt“.

Neben Excel-Dateien mit Privatanschriften und Gehältern von mehr als 100.000 aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter:innen beinhalten die Daten auch diverse als „als vertraulich gekennzeichnete Dokumente“.

Darunter seien ein mutmaßlicher Geheimbericht über Probleme beim Cybertrucks sowie „viele“ Dokumente mit Vermerken über Autopilot-Unfälle.

So reagiert Tesla auf das Datenleck

Tesla unterdessen bezeichnet die geleakten Daten als „Diebstahls vertraulicher Informationen und personenbezogener Daten“. Das Unternehmen wolle rechtliche Schritte einleiten.

Das teilte Teslas Hausjuristen Joseph Alm dem Handelsblatt mit. Außerdem habe er in einem Brief gefordert, „dem Unternehmen eine Kopie der Daten zu übersenden und danach alle anderen Kopien unverzüglich zu löschen“.

Tesla habe Grund zu der Annahme, dass ein ‚verärgerter ehemaliger Mitarbeiter‘ vor seinem Ausscheiden ’seinen Zugang als Servicetechniker missbraucht hat‘, um Informationen aus dem Unternehmen zu schleusen.

Die 65 Fragen des Handelsblatts, unter anderem zu den Sicherheitsbedenken im Hinblick auf den Autopiloten, hat das Unternehmen jedoch unbeantwortet gelassen.

Wie schlecht steht es um den Autopiloten?

Das Handelsblatt habe in den Tesla-Files „Tausende Beschwerden über Fahrassistenzsysteme“ gefunden

Kunden schildern, wie ihre Autos plötzlich bremsen oder abrupt beschleunigen. Manche kamen mit dem Schrecken davon, andere landeten laut ihren Aussagen im Graben, fuhren gegen Wände oder prallten auf entgegenkommende Fahrzeuge.

Die geleakten Dokumente erhalten laut dem Handelsblatt mehr als 2.400 Beschwerden über Selbstbeschleunigungen. Mehr als 1.500 beziehen ich auf Probleme mit der Bremsfunktion wie ungewollte Notbremsungen oder Phantombremsungen infolge falscher Kollisionswarnungen. Und auch die Anzahl der durch den Autopiloten verursachten Unfälle übersteigt die Marke von 1.000.

Dabei liegen die ältesten Beschwerden viele Jahre zurück. Diese stammen aus dem Jahr 2015. Die jüngsten seien von März 2022. Die meisten Probleme habe es in den USA gegeben, jedoch finden sich auch Beschwerden aus Europa und Asien.

Auch interessant:

Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.