Technologie

Ende des Monopols: Darum lässt Apple in der EU nun alternative App Stores zu

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Apple
geschrieben von Maria Gramsch

Das Monopol von Apple muss in der Europäischen Union einen harten Rückschlag verkraften. Denn wenn im März der Digital Markets Act in Kraft tritt, muss auch der iPhone-Konzern reagieren. Deshalb wird Apple künftig alternative App Stores, Browser und Bezahlmethoden zulassen.

Lange Jahre wäre diese Nachricht undenkbar gewesen. Doch der Digital Markets Act (DMA) macht es in der Europäischen Union möglich. Denn wenn die EU-Verordnung im März in Kraft tritt, wird es auch bei Apple Neuerungen geben.

In dieser Woche hatte bereits Meta angekündigt, auf die anstehende Neuregelung reagieren zu wollen und die Konten bei Facebook und Instagram künftig trennen zu wollen. Nun zieht auch Apple nach und kündigt „Änderungen bei iOS, Safari und dem App Store in der Europäischen Union“ an.


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Apple muss alternative App Stores zulassen

Mit dem Digital Markets Act hat sich die Europäische Union zum Ziel gesetzt, die Marktmacht der großen Tech-Konzerne einzuschränken. Das bringt nun auch bei Apple Änderungen, die viele vermutlich nie für möglich gehalten hätten.

Denn ab März können Nutzer:innen in der EU auf ihren Geräten von Apple auch alternative App Stores herunterladen. In Apples eigenem App Store werden außerdem Alternativen für Bezahlsysteme zugelassen.

Die Neuerungen sollen – wie auch der DMA – im März in Kraft treten. Dann will Apple iOS 17.4 herausbringen, mit dem die Updates dann auf europäische iPhones gelangen werden.

Geht Apple eine lukrative Einnahmequelle verloren?

Für Apple könnte durch die Neuerungen eine lukrative Einnahmequelle verloren gehen. Denn bisher mussten Entwickler:innen für ihre Apps Provision an Apple zahlen. Doch das könnte künftig komplett wegfallen, je nachdem wie sie ihre Apps künftig vertreiben wollen.

Außerdem hat der iPhone-Konzern seine Gebührenstruktur im App Store und für externe Apps angepasst. Apps, die im App Store angeboten werden, aber ein alternatives Zahlungssystem anbieten, müssen künftig nur noch 17 statt 30 Prozent Provision zahlen.

Apple warnt vor den alternativen App Stores

Apple ist über die anstehenden Änderungen natürlich nicht sonderlich erfreut. Der Konzern betont in seiner Meldung zu den Neuerungen, dass der DMA Nutzer:innen in der EU „neuen Risiken“ aussetzt. Apple führe zwar für jede Änderung „neue Schutzmaßnahmen ein“. Diese könnten die bevorstehenden Risiken jedoch nur „verringern, aber nicht beseitigen“.

Die neuen Optionen für die Abwicklung von Zahlungen und das Herunterladen von Apps auf iOS eröffnen neue Wege für Malware, Betrug und Betrugsversuche, illegale und schädliche Inhalte und andere Bedrohungen für Privatsphäre und Sicherheit.

Apple will daher Schutzmaßnahmen einführen, „um die Risiken zu verringern“. Alternative Apps beispielsweise müssen einen neuen Prüfprozess bei Apple durchlaufen. Dem Konzern zufolge blieben aber dennoch viele Risiken weiterhin bestehen.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.

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