Wer den Stromanbieter wechselt, entscheidet sich heute fast automatisch für Ökostrom. Das ist nicht nur gut fürs Klima, sondern inzwischen durchaus auch fürs Konto. Bis zu 400 Euro im Jahr können Kunden mit den Tarifen sparen.
Grüner Strom galt lange als Luxusprodukt. Eine teure Variante für umweltbewusste Verbraucher und Gutverdiener. Das ist aber schon lange nicht mehr aktuell, und der Wandel ist längst bei Otto-Normal-Kunden angekommen. Beim Wechsel des Stromanbieters sind Tarife mit 100 Prozent erneuerbaren Energien inzwischen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Häufig sind sie im Vergleich zu „normalem“ Strom sogar günstiger.
Ökostrom ist inzwischen Standard
Die Daten, die das belegen, stammen aus einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Demnach sind im laufenden Jahr 81 Prozent aller über die Plattform abgeschlossenen Stromverträge reine Ökostromtarife. So hoch war die Ziffer noch nie zuvor.
Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag der Anteil noch bei rund 68 Prozent, und 2016 entschied sich gerade einmal die Hälfte aller wechselwilligen Kunden für grünen Strom. Seitdem geht der Trend, von kleineren Schwankungen einmal abgesehen, stetig nach oben.
Das Umweltbewusstsein der Kunden ist aber nur ein Grund für den Boom. Ökostrom ist für viele Haushalte schlicht zur preiswertesten Option geworden. „In vielen Fällen sind Angebote, bei denen der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt, inzwischen auch am günstigsten“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Wer auf grünen Strom setzt, muss heutzutage also kaum noch draufzahlen oder kommt sogar günstiger weg.
Kunden können bis zu 400 Euro sparen
Wie groß der Unterschied ausfällt, machen die Preise deutlich. Die durchschnittlichen Kosten für Haushaltsstrom liegen laut Verivox derzeit bei 31,2 Cent pro Kilowattstunde. Die günstigsten Ökostromtarife kosten im Schnitt dagegen nur 21,9 Cent. Für einen Haushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden summiert sich diese Differenz auf rund 400 Euro pro Jahr.
Alles, was es dafür benötigt, ist ein Wechsel zu einem Ökostromangebot. Das macht den Schritt zu einem der einfachsten Hebel, um die laufenden Kosten zu senken. An anderen Stellen, wie der Heizung oder dem Auto, braucht es oft teure Neuanschaffungen, um dauerhaft sparen zu können. Beim Strom genügt hingegen häufig der Anbieterwechsel, der in wenigen Minuten durchgeführt werden kann.
Nicht jeder Ökostrom ist gleich grün
Wem es vor allem um den Umweltschutz geht, sollte darauf achten, wie „grün“ ein Tarif tatsächlich ist. Ökostrom bedeutet nämlich nicht zwangsläufig, dass aus der Steckdose ausschließlich Strom aus Wind- oder Solaranlagen fließt. Viele Anbieter kaufen lediglich sogenannte Herkunftsnachweise für Ökostrom, der irgendwo in Deutschland oder Europa erzeugt wurde, und dürfen ihren Tarif dadurch als grün ausweisen. Rund 67 Prozent der diesjährigen Wechseltarife fallen in diese Kategorie.
Einen Schritt weiter gehen Tarife, die zusätzlich den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Diese erkennt man an Gütesiegeln wie „Grüner Strom Label“ oder „OK Power“. Ihr Anteil ist zuletzt spürbar gewachsen und liegt 2026 bei rund 14 Prozent. Wer zugreift, zahlt im Schnitt 22,7 Cent pro Kilowattstunde und damit immer noch deutlich weniger als beim Durchschnittstarif. Die jährliche Ersparnis liegt hier bei rund 340 Euro. Der Aufpreis ist also überschaubar, und das Geld fließt nachweislich in neue Wind- und Solarprojekte.
Die Entscheidung für einen grünen Tarif ist also längst keine idealistische Frage mehr, sondern in den meisten Fällen ganz einfach die wirtschaftlich klügste Entscheidung. Eine weitere Alternative ist es natürlich, Strom selbst zu erzeugen. Inzwischen gibt es auf dem Markt extrem effiziente Solarmodule, die es Nutzern einfach machen, die Sonnenstunden auszunutzen.
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