Agentur pitcht sich selbst über YouTube

Subway – die Sandwich-Kette – hat im Rahmen einer Agentur-Ausschreibung u.a. verlangt, ein fünf Minuten kurzes Video über das eigene Agenturteam zusammenzustellen. Soweit alles normal. Eine der Agenturen in diesem Pitch ist Agency.com. Die kamen auf die Idee, ein Video zu drehen und das dann auf YouTube einzustellen. Warum? Damit die Leute den Pitch draussen sehen können (im Video spricht man von “wir hoffen, dass sich das Video viral ausbreitet”). Weils hipp ist. Weil sie zeigen wollen, dass sie mit neuen Medien umgehen können. Die Tatsache alleine, dass eine Agentur ein Pitchvideo online stellt, scheint neu in der Branche zu sein.

Und tatsächlich, aufgrund seiner Machart – es ist so ganz unauffällig auffällig schlecht – beschäftigen sich mittlerweile nicht nur die Konkurrenten damit (also die Branche selbst, was aber zu erwarten war). Nein, die Konkurrenten haben aufgrund eines Arschgeigen-ähnlichen Konzerts (meckern und kritisieren was das Zeug hält, nette Branche, aber egal, man braucht die Dons dieser Welt, um zu polarisieren: This is a shitty video that makes agency folk look like dumbasses=agency.com looks like a bunch of dumbasses. In our current world of the ADD consumer.. why the hell did they think someone would watch a 3 minute video.. let alone their 9 minute video?!?! On a final note: to put yourself out there(esp. on youtube) is an open invitation for criticism.. and the fact that they”€™re faking youtube comments and now arguing on blogs to “€œdefend”€? their work is pathetic”€¦. they(being an interactive agency) should have known better”€¦ or at least expected this.) dazu beigetragen, dass sich immer mehr Unbeteiligte das Video reinziehen. Das Video steht seit dem 31.08. auf YouTube und so wie sich die Views von Tag zu Tag entwickelen, geht das Teil langsam ab. Auch dank Bloggrößen wie Steve Rubel, die genau das richtige getan haben, um noch mehr Leute neugierig zu machen: Agency.com didn’t just hurt their reputation with Subway (at least that’s my bet). They set their entire credibility in the social media space back eons and maybe did the same for other interactive agencies. Was it really worth it?.. ja, genial, mehr davon!

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Egal, was die Experten und Praktiker sagen, Hauptsache es polarisiert. Und genau da habe ich den leisen Verdacht, dass Agency wohl sehr bewusst einen polarisierenden Ansatz gewählt hat. Denn wer schaut sich sonst freiwillig ein doofes Pitchvideo an? Niemand. Eben! Zumal so wenig Fingerspitzengefühl, wie das Video einem vorgaukelt, kann man einfach nicht haben :-) Und der Mist funktioniert sogar so gut, dass ein weiterer Konkurrent gar ein Fake-Video gedreht hat. Ja, sakra, auch noch nachgeahmt zu werden ist die Krönung! Muss man noch erwähnen, dass es auch erste T-Shirts gibt? Da läuft ja ne richtige, dezentrale Kampagne mittlerweile summa summarum.

Ageny.com, ihr seid saugeil!!! Der Schachzug war brilliant. Ob ihr den Pitch gewinnt oder verliert, es spielt keine Rolle, ihr geht in die Ewigkeit ein damit :-) Alle labern über Youtube etcpp und ihr machts einfach… ich schmeiss mich wech. 1a.

siehe auch:
Agenturblog, Technorati (weit über 100 Postings mittlerweile, alle diskutieren fleissig miteinander und gegeneinander, exzellent) und wer weiss, wo die Links via Mails shon überall herumschwirren… yeah :-)

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3 Kommentare

  1. Thilo

    Mir gefällt das Video auch. Auf den Inhalt kommt es eigentlich gar nicht an. Die Macher verkaufen sich als selbstironische Typen, die sich nicht zu schade sind, für einen anständigen Job zu exponieren. Sie wollen unterhalten und keine Message vermitteln. Ich kenne Ahnliches von einer Agentur aus Frankfurt, die vor Jahren einen größeren Pitch gewonnen hat, weil/obwohl sie Flyer(?) in Herzform an das Auditorium verteilt hat. Die anwesenden Mitbewerber haben natürlich geschäumt. Aber auch das ist eine Form der Anerkennung. :-)

    Und was die virale Verbreitung angeht: Sie machen sich unterschwellig darüber lustig und deshlab funktioniert es tatsächlich in Windeseile. Sehr schön!

  2. Dorin Popa

    Das Video ist nicht einfach nur “unauffällig auffällig schlecht”, sondern kopiert Donald Trumps “The apprentice”, wo Markenartikler und Agenturen sich liebend gern ebenso zum Horst machen.

  3. Torsten Herrmann

    Verdammt, ist das eine gute Idee. Wie kann eine Web-Agentur besser zeigen, dass sie es drauf haben? Alles klappt wie am Schnürchen und wenn Subway sie nicht nimmt, werden es dutzende andere tun.