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Basic Sunday: Was deutsche Politik und Medienindustrie gemeinsam haben

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Die deutsche Politik hat sich festgefahren. Und dieser Eindruck festigt sich nicht nur durch die nur noch relativ knappe Zeit bis zu den Bundestagswahlen 2009, sondern ist ein Trend, der sich bereits seit mehreren Jahren nachverfolgen lässt. In der Politik ist es nämlich gar nicht so unähnlich wie in der Wirtschaft: Gibt es einen oder mehrere Monopolisten, so lassen bestimmte Innovationen auf sich warten und die Arroganz des Unternehmens steigt. In jedem von uns bilden sich bei diesen Worten bestimmte Bilder die sich in das ein oder andere Unternehmen manifestieren. In der Politik ist es nicht anders: Gerade die etablierten Parteien vollziehen schon seit Jahrzehnten immer das gleiche Programm mit den gleichen Inhalten und den gleichen Zielgruppen. Ist man in der Regierung, wird jedes Gesetz für positiv befunden. Ist man in der Opposition, findet man jedes dieser Gesetze natürlich schlecht. So ist der Lauf der Dinge. Für den Nutzer von Produkten bzw. für den Wähler kann dies nachhaltige Konsequenzen haben. Nämlich dann, wenn keine Weiterentwicklung zu sehen ist und eigene Wünsche und Sorgen keine Beachtung mehr finden. In der Wirtschaft sorgt dies in einem offenen Markt für Vertrauensverlust und eine geringere Käuferschicht. In der Politik sorgt dies naturgemäß hauptsächlich für eines: Wahlabstinenz.

Die Wahlbeteiligung sinkt

Seit den 80er Jahren lässt sich ein stetiger, enormer Wahlverlust feststellen, der sich insbesondere in den jüngeren Zielgruppen manifestiert hat. Bei den Bundestagswahlen 2005 hat die Altersgruppe bis 30 lediglich zu rund 70% ihr Wahlrecht in Anspruch genommen. Dies ist zwar immer noch höher als im Jahr 1990, wo die Wahlbeteiligung lediglich bei 65% lag, ist jedoch noch weit unter der Wahlbeteiligung älterer Zielgruppen. Prinzipiell lässt sich sagen, dass die Wahlbeteiligung umso höher ausfällt, je älter die Altersgruppe ist. Die Gruppe 60-70jährigen kam im Jahr 2005 auf eine Wahlbeteiligung von rund 85%. Kein Wunder, dass die Politik keine großen Experimente wagt und sich auf althergebrachte, traditionelle Inhalte bezieht. Da haben junge Themen nicht mehr so viel Bedeutung. Insbesondere deswegen, weil junge Menschen eher eine Politikverdrossenheit mit sich bringen als die älteren Jahrgänge. Wundert sich da tatsächlich noch jemand, warum sich in der Politik kaum etwas bewegt bzw. eher die junge Generation mit Regelungen, Einschränkungen und Drohungen eingeschüchtert wird? Eigentlich sollte die Antwort klar sein.

Junge Menschen sind nicht im Fokus

Die großen Parteien kümmern sich nicht oder kaum um die Zielgruppe, die heute noch zu den eher jüngeren Altersgruppen zählt. Die Wahlkampfthemen, die aus dem Hut gezaubert werden, gehen eher gegen die Zielgruppe. Da wird die Internetzensur beschlossen oder der Kunstbegriff Killerspiel geformt und medienwirksam ausgeschlachtet. Würde man den Parteien all das glauben, was sie uns weis zu machen versuchen, so wäre die heutige Generation bis 40 eine Gruppe gemeingefährlicher Attentäter, die mit Mord und Totschlag aufgewachsen sind und die kontrolliert werden muss. Kontrolle ist übrigens ein weiteres Stichwort, womit man die ältere Zielgruppe gut auf seine Seite ziehen kann. Die versteht nämlich bis heute nicht die Gewohnheiten und die Wünsche der jungen Generation und sieht ihr mangels Wissen bis heute zu großen Teilen skeptisch gegenüber. Wenn die Politik dieser Skepsis Taten folgen lässt, so ist dies natürlich ein weiterer Grund, gerade diese Parteien zu wählen. Ein Teufelskreis: Die jungen Menschen gehen kaum wählen und werden dementsprechend zu einer Randgruppe innerhalb der Politik, während die älteren Menschen ihr Wahlrecht weiterhin ausüben und sich eher auf traditionelle denn auf moderne Politik konzentrieren.

Die gleichen Fehler wie in der Medienindustrie

Interessant ist, dass sich bislang kaum eine Partei an diese junge Zielgruppe herangetraut hat. Die Politik begeht hier den gleichen Fehler, die die Musik- und Filmindustrie in den vergangenen Jahrzehnten begangen hat: Sie ignoriert beständig und ohne Ausnahme eine Gruppierung, die früher oder später zu einer wichtigen Zielgruppe werden wird. In der Medienindustrie ist diese Problematik bereits Realität geworden. Eine ganze Generation ist heute mit der Gewissheit aufgewachsen, dass sie nur durch (illegale) Downloads die Möglichkeit haben, ihre Musik und ihre Filme ohne Probleme abspielen können. Dass sie ihre Musik nur durch diese freien Downloads mit Freunden tauschen und überall hören können. Und dass sie mangels Alternativen nur in Tauschbörsen die Musik finden, die sie gerade hören möchten. Diese Menschen haben sich daran gewöhnt und sich gegenseitig die Tricks und Kniffe beigebracht. Die Arroganz und Überheblichkeit der Medienindustrie rächt sich heute: Die Umsätze gehen zurück und Milliarden werden investiert um den Menschen zu erläutern, dass sie etwas illegales tun. Etwas illegales, wozu sie quasi gezwungen waren, weil die Produkte, die teuer und unhandlich waren, keinerlei Vorteile vor den kostenlosen Alternativen boten. Diese Gruppierung heute wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, ist ein teures und schwieriges Unterfangen. Und die Unternehmen, welche die richtige Strategie wählen, können auch als Neuling in der Branche die Marktführerschaft übernehmen. In der Musikindustrie ist hier natürlich Apple zu nennen, welches bis vor einigen Jahren nichts mit Musik zu tun hatte und heute Weltmarktführer im Vertrieb derselben ist.

Stillstand bedeutet Rückschritt

In der Politik gilt genau die gleiche Regel: Wer nur auf eine Zielgruppe setzt (in diesem Fall die älteren, konservativen Stammwähler), wird früher oder später einem Problem gegenüberstehen. Nämlich dann, wenn die junge Zielgruppe älter wird und irgendwann zu denen gehören wird, welche die Politik in Deutschland maßgeblich mitbestimmen. Zu den bis dato althergebrachten Parteien werden sie keine große Bindung haben und entweder der Wahl fernbleiben oder aber eine Alternative gefunden haben, zu der sie Vertrauen haben. Und sollte diese Alternative nicht existieren, werden sie sich eine gründen. Und genau das ist vor einigen Jahrzehnten mit einer Partei passiert: Den Grünen. Anfangs noch belächelt spielt sie heute in der politischen Landschaft eine entscheidende Rolle. Mit einem Anfangs recht begrenzten Parteiprogramm ist es ihnen gelungen, eine feste Wählerschaft auf ihre Seite zu ziehen und bis heute zu halten. Genau diese Wähler sind es, die eine besonders feste und enge Bindung zu einer Partei aufbauen und dann auch treu an ihrer Seite stehen. Gerade weil sie in der Anfangsphase noch große Möglichkeiten haben, Einfluss auszuüben und die Partei nach ihren Wünschen zu formen. Bei traditionellen, älteren Parteien ist dies schwierig wenn nicht gar unmöglich.

Ein Umbruch steht uns bevor

Die diesjährige Bundestagswahl wird in vielerlei Hinsicht einen Umbruch in der politischen Landschaft bedeuten. Nicht nur, weil bis zuletzt nicht klar sein wird, welche Partei mit welcher Koalition regieren wird sondern weil sich die eher junge Zielgruppe nicht mehr als reine Zuschauer begreifen will sondern sich endlich aktiv um ihre Rechte bemühen möchte. Dieses Phänomen ist nicht nur in Deutschland sondern auf der ganzen Welt zu beobachten. Überall schließen sich Menschen zusammen, um eine Änderung hervorzurufen. Man geht auf die Straße, diskutiert persönlich oder im Internet und äußert seine Meinung. Allen gemeinsam: Eine Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Politik, in der sie bislang kaum eine Rolle spielen. Und wenn diese Menschen es schaffen sollten, sich die bisherigen Wahlabstinenzler zunutze zu machen und genau die Themen ansprechen, die sie interessieren, kann eine große Wählerschaft entstehen. Eine Wählerschaft, die den großen Parteien Angst machen wird. Die sie dazu zwingen wird, sich zu bewegen und sich zu ändern. Eine Bewegung, die schon heute spürbar ist, weil die Medien über Alternativen berichten und das nicht nur im Internet sondern auch im Fernsehen und im Radio.

Die Auswirkungen werden wir alle spüren

Dieses Jahr hat ein Umbruch in der politischen Landschaft Deutschland stattgefunden. Die Auswirkungen werden vielleicht nicht zur kommenden Bundestagswahl in der Stärke und Kraft hervortreten. Doch ich bin mir sicher, dass wir zu den nächsten Wahlen in spätestens vier Jahren eine vollkommen andere Situation vorfinden werden als heute. Und gerade die jungen Menschen werden zu den Wahlurnen gehen und eine Wahlbeteiligung in der Zielgruppe hervorbringen, die es lange nicht mehr gegeben hat. Profitieren werden davon jedoch nicht die althergebrachten, traditionellen Parteien. Sie haben diese Gruppierung bereits verloren. Gewinnen werden neue, junge und selbstbewusste Menschen, die keine Lust mehr haben zuzusehen, wie ihre Ideale verraten und verkauft werden. Ich persönlich bin meinen eigenen, ganz persönlichen Schritt hierzu gegangen und bin vor zwei Tagen in eine dieser neuen Parteien eingetreten. Ihr werdet sie vielleicht kennen. Sie nennt sich: Piratenpartei.

(Alper Iseri / meetinx.de)


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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

25 Kommentare

  • Ein Grundproblem: Bis man sich in der derzeitigen Parteiendemokratie so weit nach oben gebuckelt hat, dass man Verantwortung übernehmen kann, ist man weit jenseits der 55. Tatsache ist jedoch, dass junge Menschen ein Interesse an der Zukunft haben, ältere hingegen nicht. Ältere sind darauf bedacht, den Status quo zu erhalten, für den sie schließlich ein Leben lang gebuckelt haben …
    Deshalb wird auch nur am Bestehenden herumgefrickelt, wirklich Neues ist nicht in Sicht. Umbau der Sozialsysteme, Föderalismusreform, Abbau der Subventionen (sozialromatische Klientelpolitik für alte Industriezweige), massive Förderung von Bildung und Ausbildung, vernünftige Medienpolitik – die Liste ist lang. Was wäre ich froh, wenn endlich die Generation der 30- bis 45jährigen diese Probleme anpacken könnte und würde, also diejenigen, die den derzeitigen Politikmurks ausbaden und finanzieren werden.
    Dieses Land wäre ein anderes.

  • Hallo zusammen! Ich hätte nicht gedacht, dass die jungen Wähler (21-30) die Altersgruppe mit der geringsten Wahlbeteiligung sind. Aber das stimmt leider. Wenn ich mir so die Zahlen des statistischen Bundesamtes zur Wahlbeteiligung seit 1993 (http://tinyurl.com/mlqvh8) anschaue, lässt sich aber Besserung erwarten.

    Die hohe Wahlbeteiligung zu Beginn des letzten Jahrzehts lässt sich — denke ich — tatsächlich auf die Grünen zurückführen und diese Partei lässt sich wiederum ganz gut mit den Piraten vergleichen; auch wenn ich meine, dass der Parteiname schlechter gewählt ist als der bei den Grünen 😉

  • Du triffst da ziemlich den Nagel auf den Kopf. Mir dreht sich da alles um, wenn ich sehe was meine Partei da verzapft. Da kann ich auch jeden Frust verstehen. Da bringen die Piraten frischen Wind in die Politik, eigentlich kann die Demokratie davon nur profitieren.

  • Guter Artikel, aber man kann nicht davon ausgehen das alle jungen Wähler den älteren Parteien den Rücken zu kehren. In meinem Bekanntenkreis ist es eher so das die Jungen, die wählen ,ebenfalls die etabilierten Parteien wählen.

  • Ich denke die Piraten sind ein erster und sehr wichtiger Schritt auf die jüngere Generation zu und weg von den etablierten Parteien. Klar ist zwar, dass der Erfolg vorerst eher bescheiden ausfallen wird. Aber ich denke auch, dass das Ergebnis der Europawahl in Schweden zeigt, dass die Anliegen der Piraten auch die Anliegen vieler anderer Menschen sind und diese vertreten werden können. Wenn sich die jüngere Generation motivieren lässt und die Piraten erst einmal in der Öffentlichkeit ernst genommen werden, wird der Erfolg kommen. Nicht zuletzt durch die Jugendlichen, die in den nächsten Jahren 18 werden und sozusagen „Internet natives“ sind.
    Diesen Fakt, dass in den nächsten 5-10 Jahren sehr viele junge Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, wahlberechtigt werden, vergessen die großen Parteien leider. Oder zum Glück. Denn darin liegt das große Potenzial der Piraten. Sofern sie es schaffen, mit guten Aktionen und ersten Erfolgen diese Generation zum Urnengang zu motivieren. Ein sehr wichtiger Punkt wird dabei die Entwicklung eines Parteiprogramms, dass auch zu anderen Punkten, außerhalb der digitalen Welt, Stellung bezieht und Lösungen bietet. Sofern die Piraten also die nächsten Jahre überleben, wachsen und sich nicht wegen Fragen zur sonstigen politischen Ausrichtung selbst behindern, sind 2013 oder spätestens 2017 sicher einige Prozente möglich.

  • Einerseits kann man natürlich verstehen, dass die Wahlbeteilung bei den aktuellen Schlagzeilen und Versprechen die nicht gehalten werden drastisch sinkt. Dennoch ist es gerade dann wichtig wählen zu gehen um nicht solchen Partein die Ihre Versprechen nicht halten an die Macht zu lassen. Im Grunde genommen ist die Witschaftskrise immer noch ein relaventes Thema wo viele Bürger denken, dass diese schon längst überwunden sei. Naja ich bin mal gespannt wie die kommende Wahl aussgeht.

  • Eine der besten Artikel bei Basicthinking. Kompliment an den Redakteur. Bin der gleichen Meinung, und gehöre auch zu der jüngeren Generation.

  • Wow, ich habe den Artikel genossen, von vorne bis hinten!
    Genau was ich über die etablierten Parteien denke 😀

  • ich bin zwar ansich weitgehend neutral was Politik angeht aber der Artikel hier ist schon recht interessant.

    Short Overview:

    Die SPD will in Kürze 4 Millionen Arbeitsplätze schaffen & verspricht dies als „Wahlversprechen“, quasi Vollbeschäftigung für alle wie in der früheren DDR … // halte ich für absolute Illusion und nicht annähernd realisierbar!

    Die CDU verspricht massive Steuersenkungen obwohl jedem klar sein dürfte, dass die Kosten der Finanzkrise ja ansich nur durch Steuererhöhungen gedeckelt werden können …// unglaubwürdig und realitätsfremd

    Die Grünen wollen „mitschwimmen“ und die Welt retten ….// EU und Umwelt sind wichtig, aber was bitte bringt es den Menschen in Deutschland aktuell lediglich auf Phrasen oder Fiktionen einer „momentan nicht bezahlbaren“ Ökologie einzugehen wo hier offensichtlich das Finanz- und Rentensystem als auch das Gesundheitssystem nachhaltig zusammenbrechen?

    FDP: Leider nur in Koalition denkbar aber aus meiner Sicht deutlich realitätsnaher als die „großen Parteien“.

    Linke: Gysi ist ein sehr charismatischer Mensch aber leider fehlt es der Partei an dem nötigen Zusammenhalt und die vielen extrem linken bzw. kommunistischen Strömungen machen das Bild nicht besser. Teils gute Argumenten fehlt auch hier die grundlegende Anschauung der langfristigen Finanzierung.

    Was nun wählen?

  • […] Was deutsche Politik und Medienindustrie gemeinsam haben (BasickThinking) Alper Iseri beleuchtet ein wenig das Wahl- und Politik-Verhalten heute und in der Vergangenheit und sieht zwischen Parteien und Konzernen eine gewisse Ähnlichkeit: Monopolismus macht träge. Weiter sieht er Gründe für die verfahrene Politik-Situation in Deutschland in der Aufteilung der Ziel- und Altersgruppen. Ich sehe das so: Solange Deutschlands Bürger immer mehr überaltern, solange wird sich die Politik natürlich auch hauptsächlich um diese Bevölkerungsgruppen zuwenden. Wir Jungen sind für die Politik uninteressant, weil wir zu wenig wählen und weil wir in der Minderheit sind. […]

  • @holger71 klar ist das alles gelogen von der spd aber vollbeschäftigung wäre ein einfaches in deutschland z.b. so:

    man braucht nur Halbtagesarbeit mit einem Drittel der Sozialversichungsbeiträge belegen und schon hätte man diese somit subventioniert und alle Betriebe würden versuchen aus einer Arbeitsstelle zwei zu machen

    der Schlüssel sind die Kosten von Arbeit, so einfach wäre das

    KLARMACHEN!

  • Klar haben alle Parteien den Draht zu die jüngere Gruppe verloren. Egal welche Colour sie sind. Nur müsste die jüngeren ihren Schicksal auch mal selber in der Hand nehmen und sich an die Basis der großen Parteien mitarbeiten. Sicherlich erreichen einzelne nicht viel, aber wenn mehrere tausende da aktiv mitmachen würden dann könnte sich was bewegen. Also geht raus von euren PC un bewegt mal was.

    Das ist auch ein Problem bei die Piraten.

    Ersten sind in die Internet Gemeinde viele Anhänger von diese zu finden. Fragt man aber auf die Strasse bei die große Mehrheit der Bürger auch bei jüngeren dann wissen die nicht über ein Splittergruppe wie die Piraten oder setzen diese Begriffe mit Ostafrika und Schiffe gleich.

    Daher müssen beide Seite mal sich bewegen. Wenn Internet Affine sich nur beschweren innerhalb des Internets dann bewegen diese auch nichts. Internet ist sicherlich eine gute Ergänzung als Meinungsplattform aber keine sollte allein darauf setzen.

    Wer in die Politik was bewegen will der hat ein Bringschuld. Das hießt auch ihr müsst bereit sein was von euch einzubringen und nicht nur am PC oder Stammtisch hocken und jammern.

  • Mir gefällt der Artikel zwar, die Meinung teile ich aber nicht. Mir stecken da schlicht zu viele Verallgemeinerungen drin. So wie es nicht die „junge Generation“ und nicht „die Alten“ gibt, sind etablierte Parteien natürlich nicht so statisch, wie hier beschrien und auch nicht gänzlich innovationsfern.

    Mein Grundkritik zielt aber eher auf die These, es gebe im (etablierten) politischen System keine Konkurrenzsituation, sondern (mit meinen Worten) eher ein Oligopoli, was Stillstand und reine Selbstverwaltung nach sich ziehe. Ich halte politische und Marksysteme ohnehin nur sehr begrenzt für vergleichbar, da Politk Allgemeinverbindlichkeit nach sich zieht, man sich dem „Markt“ nicht entziehen kann, Produkte nicht Preisen belegt sind und die Rollen von Wählern und zu Wählenden andere als die von Marktteilnehmern sind.

    Aber selbst wenn man das mal ausblendet herrscht doch im politischen System eine erhebliche Konkurrenzsituation, die selbst in einer großen Koalition (genauso wie auch in kleinen Koalitionen) nicht aufgelöst werden. Politische Parteien stehen in der parlamentarischen Mediendemokratie in Dauerkonkurrenz zueinanander und sind damit auch dauerhaft innovationsverpflichtet. Der politische Wettbewerb ist aufgrund der Mehrebenenverpflechtung die Regel, nicht die Ausnahme.

    Ich will schließlich noch kurz auf die These eingehen, die geringe Wahlbeteiligung der jüngeren Generation führe zu einer Fokussierung auf die Alten. Auf den ersten Blick erscheint das sogar logisch und wäre ein rationales Verhalten. In der Wirklichkeit bemühen sich die politischen Parteien auf allen Ebenen aber ganz besonders um die Jung- und Erstwähler (sicherlich nicht immer mit klugen Entscheidungen), eben weil sie dort frühe Bindungen aufbauen und sich modern positionieren wollen.

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