Sil-Bot: Wer würde seine Oma schon mit diesem Roboter alleine lassen?

André Vatter

Silbot

Die Zeiten sind hart, den Krankenkassen fehlt Geld, die Renten sind am Boden, die Altersarmut steigt – da ist es mehr als logisch, dass der aufwändige Beruf des Altenpflegers früher oder später robotisierten Alternativen weichen muss. Das koreanische Institute for Science and Technology hat schon mehrere Gedankenspiele in diese Richtung gewagt und will erstmals auch eine marktfähige Lösung auf die ältere Generation loslassen. Der Name des Roboters lautet Sil-Bot und er ist eine Mischung aus Pinguin, Mahjong-Sklave und Pillendose.

Der wendige Helfer ist etwa 80 Zentimeter groß und wiegt satte 90 Kilo. Sein Inneres ist mit Elektronik vollgestopft, er verfügt über Stereovision mit Gesichtserkennung und kann sich mit Menschen mit einigen Einschränkungen unterhalten – die Stimme seines Besitzers identifiziert Sil-Bot aus bis zu drei Metern. Gemeinsam mit dem National University Medical Center in Seoul wurde dem Roboter zudem ein Fitness-Programm für Ältere verpasst, er versteht sich auf interaktive Gehirnjogging-Spiele, die Demenz oder gar Alzheimer aufhalten sollen. Daneben ist es seine Aufgabe, den Pflegebedürftigen an die Einnahme ihrer Tabletten zu erinnern und hilft dabei, den Tagesablauf zu organisieren.

Wenn der Akku leer ist, kehrt der Sil-Bot (wie wir es von den Staubsaugern kennen) eigenständig zur Ladestation zurück und holt sich dort neue Energie ab. Plasticpals, wo ich eben auf den Roboter gestoßen bin, beziffert den aktuellen Verkaufspreis auf rund 34.800 Dollar (etwa 25.000 Euro). Sein Erbauer, Professor Kim, geht aber davon aus, dass der Preis sinken wird, sobald die Massenproduktion angelaufen ist.

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.