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Kleine Überraschung: Euer bevorzugter Nachrichtenkanal ist RSS

Wie war das noch mit den Totgesagten? Denn das überrascht mich jetzt schon ein bisschen: Selbst unter den innovativsten Menschen dieses Landes – zu denen ich euch jetzt einfach mal zähle – ist RSS weiterhin der bevorzugte Nachrichtenkanal. Die Technik schlägt damit Twitter, Facebook und Google Plus. Gestern hatte ich zur Abstimmung aufgerufen und über 850 von euch haben daran teilgenommen.

Ich will die Ergebnisse nicht überbewerten, zum Teil muss man sie gar relativieren. Zum einen gab es in unserer Umfrage nur die Möglichkeit, einen Kanal zu wählen. Einige von euch schrieben mir, das eine Medium gäbe es für sie nicht. Wieder andere kritisierten die Umfrage an sich und dass man erst abstimmen müsse, um die Ergebnisse zu erhalten. Wieder andere wiesen zu Recht darauf hin, dass der Abstimmungspunkt „RSS“ zu schwammig definiert sei. Und repräsentativ ist an der Umfrage sowieso nichts – klar. Aber wir wollten es einfach mal wissen und zwar genau: Wenn ihr nur einen Kanal zur Auswahl hättet, welchen würdet ihr nehmen? Welcher ist euch am wichtigsten? Und hier zeigt sich im Ergebnis sehr deutlich: Rund die Hälfte (49 Prozent) informiert sich in erster Linie über das gute alte RSS, also mit RSS-Readern wie Feedly oder den Google Reader.

„Twitter rauscht nur so vorbei“

Und das hätte ich nicht unbedingt erwartet, auch wenn ich selbst Verfechter der Technik bin. Am Google Reader etwa ist nicht viel mit Echtzeit. Ich muss immer erst einmal klicken, damit neue Meldungen kommen. Passend zur Umfrage schien ausgerechnet unser Feedburner-Feed gestern ausgefallen zu sein und heute sehr spät zu reagieren. Einige von euch kommentierten unter unserem Beitrag, was sie an RSS so mögen. Till Schramm etwa schreibt:

Ein gut gepflegter Google Reader ist Gold wert. Alles schön thematisch sortiert – je nach Nutzungsszenario, Sofa oder Arbeit, kann ich in Ruhe die relevanten Seiten abarbeiten.

Hendrik kommentiert ähnlich:

Absurderweise hab ich hierbei auf den Twitter-Link reagiert, aber RSS angeklickt – nicht zuletzt, weil ich bei RSS alles gemütlich lesen kann, während bei Twitter eben doch (spätestens ab 3stelligen Verfolgten) viel einfach vorbeizieht.

RSS wurde oft tot gesagt. Facebook und Twitter haben ihre Unterstützung dafür vor Zeiten eingestellt. Mozilla hat den prominenten Abonnierbutton in der Adress-Leiste des Firefox seit der Version 4.0 wieder versteckt. Es gab erste Abgesänge auf die Technik – allerdings auch zeitgleich viel versprechende neue Ansätze wie Flipboard, Feedly und Reeder.

Klare Nummer 2 in der Umfrage ist Twitter mit 30 Prozent. Paula beschreibt die Vor- und Nachteile des Mediums in ihrem Kommentar:

Bei Twitter finde ich immer mal wieder tolle Dinge (manchmal auch sehr tolle, wonach dann oft der RSS-Feed erweitert wird), mag es aber nicht, dass ich die Links meist erst öffnen muss, um zu wissen, was sich dahinter verbirgt.

Twitter verweist die in etwa gleichauf liegenden Google Plus (10 Prozent) und Facebook (7 Prozent) klar auf die Plätze. Die Umfrage ist nicht ganz gerecht, dafür dass es Google Plus erst seit kurzem überhaupt gibt. Dass zehn Prozent der Teilnehmer unserer Umfrage schon jetzt darauf als ihren wichtigsten Informationskanal setzen, ist beachtlich. Facebook kommt dagegen mit 7 Prozent eher schlecht weg. Daniel bringt es in einem Kommentar wohl auf den Punkt:

Für Webnews ist es RSS und für Private-News Facebook – ganz einfach.

Als weitere Optionen nannten die Umfrageteilnehmer Google News, Rivva, Five Twenty, Google Alerts, direkte Website-Besuche und „deine Mutter“. Wir sollten die Umfrage bei Zeiten einmal wiederholen, dann mit Mehrfachnennungen als Möglichkeit. Feststehen dürfte aber eins: RSS ist noch lange nicht tot. Die Technik mag in die Jahre gekommen sein und ist doch beliebter als so mancher Nachfolger. Und für Google Plus – auch wenn die Besucherzahlen dort schon wieder nach unten zeigen – hat der Spaß gerade erst begonnen.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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