HTC Velocity 4G: Das erste LTE-Smartphone in Deutschland wird ein teurer Spaß

Hayo Lücke

Es ist manchmal echt spannend, mit welch hübschen Endgeräten uns die international tätigen Smartphone-Hersteller so überraschen. Neuestes Beispiel: das HTC Velocity 4G. Es ist das erste LTE-Handy, das wir hier in Deutschland werden kaufen können – wenn auch ab dem 1. März zunächst exklusiv für einen Monat nur in Düsseldorf. Wir haben uns das schneeweiße Gerät in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt aus nächster Nähe angesehen.

Rein äußerlich unterscheidet sich das neue HTC-Flaggschiff nur geringfügig von anderen Smartphones des taiwanesischen Unternehmens: 129 Millimeter lang, 67 Millimeter breit und rund 11 Millimeter flach – mit den für HTC typischen abgerundeten Kanten. Diese Abmessungen lassen schon darauf schließen, dass ein recht üppiges Display verbaut sein muss und genau das ist auch der Fall. Satte 4,5 Zoll Display-Diagonale bringt das Velocity 4G mit.

Großes Display mit nur 262.000 darstellbaren Farben

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Und das ist längst nicht alles. Angetrieben von einem Qualcomm-Dualcore Prozessor mit einer Taktrate von 1,5 Gigahertz, flankiert durch 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Speicherplatz, macht das HTC Velocity 4G deitlich, dass es nicht in der Mittelklasse mitschwimmen will. Und doch ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn die Display-Auflösung bringt es auf nur 960 x 540 Pixel und maximal 262.000 darstellbare Farben.

Etwas überrascht hat mich auch die Tatsache, dass zum Auslieferungsstart nur Android in Version 2.3.7 vorinstalliert sein wird. Android 4.0 Ice Cream Sandwich wird zwar im Laufe der nächsten Wochen per Software-Update nachgeliefert, aber eigentlich wäre es doch viel ansprechender, so ein flottes Gerät gleich vom Start weg mit Googles neuestem Smartphone-Betriebssystem auszustatten.

Entscheidend ist bei diesem Device aber letztlich eh etwas ganz anderes: es funkt halt nicht nur in GSM- und UMTS-Netzen, sondern auch überall dort, wo LTE zur Verfügung steht. Vodafone kann aktuell 9,2 Millionen deutsche Haushalte mit LTE versorgen – das entspricht 30 Prozent der Fläche Deutschlands – und will diesen Wert bis zum Jahresende auf 16 Millionen steigern. Und das nicht nur auf dem Land, sondern auch in immer mehr deutschen Großstädten.

LTE-Nutzung ist bei Vodafone kein Schnäppchen

Preise? Auch die wurden in Düsseldorf verraten. Und um es vorweg zu nehmen: LTE im Vodafone-Netz mit dem Smartphone zu nutzen, ist kein Schnäppchen. Ihr müsst nicht nur damit rechnen, knapp 200 Euro für das Gerät in Verbindung mit einem Vodafone-Tarif zu zahlen, sondern es kommt auch noch ein ziemlich teurer Mobilfunk-Tarif für knapp 60 bzw. 100 Euro monatlich hinzu. Und dann stehen auch nur 1 bzw. 3 Gigabyte LTE-Datenvolumen mit bis zu 50 Mbit/s zur Verfügung. Bei Mehrverbrauch wird man für den Rest des Monats in der Download-Geschwindigkeit ausgebremst.

Meine Meinung: Für die Nutzung auf dem Smartphone ist das zwar mehr als genug, wenn man aber regelmäßig die Tethering-Funktion für die Kopplung mit einem Notebook oder PC nutzen will, doch eher mau. Vodafones Technik-Chef Hartmut Kremmling gab offen zu, Poweruser nicht sonderlich gerne im eigenen Netz zu sehen. Man wolle eine möglichst hohe Anzahl an Nutzern mit der bestmöglichen Qualität versorgen und genau das sei mit Powerusern im Netz nicht möglich. Ich kann das verstehen, aber LTE-Technik mit derart geringem Datenvolumen… irgendwie enttäuschend.

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(Hayo Lücke)

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Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.