Sonstiges

I say goodbye

Ihr werdet es mitbekommen haben: Bei BASIC thinking ist derzeit viel im Umbruch. Vor wenigen Wochen zogen wir in die Kölner Innenstadt, was eine ganz neue Dynamik mit sich brachte. Wenig später ließen wir den herbeigesehnten Relaunch folgen, an dem wir intensiv gearbeitet hatten. Mit dieser optischen Frischzellenkur und unserem Vermarkter businessAD geht es nun daran, BASIC thinking noch erfolgreicher zu machen. Und noch etwas bewegt sich: Wir haben neue Blogger gesucht (und mittlerweile auch gefunden), die BASIC thinking in die Zukunft führen.

Und jetzt? Jetzt ist es für mich an der Zeit Lebewohl zu sagen. Nach zwei Jahren als Redakteur bei BASIC thinking gehe ich von Bord. Warum gehe ich und warum gerade jetzt?

Weil ich persönlich erreicht habe, was ich erreichen wollte und weil ein wenig frischer Wind einem Projekt gut tun kann. Geschäftsführung und Redaktionsleitung haben nun den erfreulichen Entschluss gefällt, dass sich künftig mehrere Autoren unter Hayos Leitung um BASIC thinking kümmern werden. Es geht weg vom „Einzelkämpfertum“, hin zum Mehrautorenportal.

Bis hierhin und noch viel weiter

Für mich persönlich gibt es noch viele weitere Gründe: Ich möchte langfristig raus aus diesem „Hamsterrad“, wie es Feodo-Gründer Thomas Reintjes kürzlich in einem Interview bei uns sehr schön erklärt hatte. Man wird getrieben vom täglichen Nachrichtenstrom und hat als Einzelkämpfer nur selten die Möglichkeit, etwas mehr in die Tiefe zu recherchieren. Gerade das möchte ich künftig intensivieren. Ich werde mich wieder selbständig machen, wie ich es vor meiner Festanstellung bei BASIC thinking mehrere Jahre lang war. Nach einem dringend notwendigen Kurzurlaub werde ich ab November eine halbe Stelle bei einer befreundeten Redaktion antreten. Dort habe ich die Chance, mit Redakteuren zusammen zu arbeiten, deren Arbeit ich seit Jahren verfolge und die ich dafür sehr schätze. Den Rest der Zeit möchte ich mich Projekten widmen, die ich seit Jahren vor mir herschiebe und für die ich nun endlich ein wenig Zeit habe. Ich freue mich auf die neue Herausforderung!

Und BASIC thinking?

Klarer Fall: Der Konkurrenzkampf der Nachrichtenportale ist härter, die finanzielle Situation für viele Blogs nicht einfacher geworden. BASIC thinking aber steht gut da. Unsere Beiträge werden nach wie vor von Tausenden gelesen, wir sind wichtiger Multiplikator für Netz-Themen und werden häufig verlinkt. Wir bleiben eine kleine Bastion in der Medienlandschaft.

Und inhaltlich? Ich habe BASIC thinking immer als mahnende Stimme inmitten dieses „Hurra“-Journalismus‘ gesehen. Immer mit dem Anspruch, kurz durchzuatmen, eine Ecke weiter zu denken, interessante Dinge zu beleuchten, die in der Nachrichtenflut ansonsten untergehen würden, und auch einmal eine unbequeme Position einzunehmen. Ich bin mir sicher, dass meine Nachfolger diesen Anspruch weiterverfolgen.

Las Vegas, Paris, StudiVZ

Habe ich alles immer richtig gemacht, hatte ich jeden Tag bei allen meinen Postings hochgeistige Einfälle, die Geschichte geschrieben haben? Nein, ganz sicher nicht. Trotzdem schaue ich zufrieden auf die vergangenen zwei Jahre zurück. Von den rund 1.600 Beiträgen, die ich in dieser Zeit verfasst habe, gibt es vielleicht 15, die ich im Nachhinein für ziemlichen Mist halte, und nur einen, der mir heute noch hochpeinlich ist. (Welchen, verrate ich nicht.)

Gleich an meinem zweiten Arbeitstag bei Basic Thinking hat mich die Redaktionsleitung zur CES nach Las Vegas geschickt. Ich war bei zahlreichen Produktstarts mit dabei, habe mich in Paris verlaufen, bin in einer bizarren Aktion ins Hauptquartier von StudiVZ eingeladen worden. Ich habe CEOs interviewt, einigen auch persönlich geraten, die eigene Strategie zu überdenken, ich habe viele Produkte eher testen dürfen als alle anderen. Ich habe schlaflose Nächte damit verbracht, in denen ich mich über engstirnige Fanboys geärgert habe, und dann wieder Momente erlebt, an denen ich den ganzen Zirkus am liebsten umarmt hätte. Ich habe viel über Menschen gelernt in dieser Zeit. Und nicht zuletzt hatte ich eine verdammt gute Zeit hier im Büro mit Hayo, Jörg und Christian. Ich möchte die Zeit nicht missen!

Um es mit den Worten von Nokia-Manager Kevin Shields zu sagen, dem wohl coolsten Typen, den ich in meiner Zeit hier interviewt habe und der mich geschätzte 30 Prozent meines Hörvermögens gekostet hat: IT. WAS. AWESOME!

Was ich künftig so treibe, werdet ihr unter anderem auf meiner Website JuergenVielmeier.de verfolgen können. Bleibt aber auch BASIC thinking treu oder – meinetwegen – lest die Seite jetzt erst Recht. Es wird hier auch weiterhin rund gehen, da bin ich mir sicher. Ich wünsche meinen Nachfolgern und dem Projekt viel Erfolg!


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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