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Google wird Samsungs Übermacht ungeheuer – doch was machen?

samsung_galaxy_s_III_presse06Google und Samsung sind Partner im gemeinsamen Kampf gegen Apple. Doch in Mountain View fürchtet man, dass den Koreanern ihr Erfolg zu Kopf steigen könnte und Samsung bessere Konditionen verhandeln will. Für den Suchmaschinenkonzern wird die strategische Ausrichtung im Markt für mobile Betriebssysteme zum schwierigen Balance-Akt.

Samsung verkauft 40 Prozent aller Android-Geräte

Wie das „Wall Street Journal“ (Paywall) berichtet, wird intern bei Google offen darüber diskutiert, wie man die Abhängigkeit von Samsung reduzieren kann. Die Koreaner verkaufen etwa 40 Prozent aller Android-Geräte und könnten dafür in mehreren Bereichen ein Entgegenkommen verlangen.

So fürchten hochrangige Google-Manager, dass Samsung eine größere Beteiligung an Androids Werbeumsätzen verlangen könnte oder sich mehr Freiheit bei der Gestaltung der Software-Oberfläche erkämpfen möchte. Bereits jetzt schon bekommt Samsung angeblich mehr als 10 Prozent der Werbeumsätze, die durch die mobile Google-Suche, YouTube und Google Maps erwirtschaftet werden.

Samsung möchte eine größere Umsatzbeteiligung

Doch Samsung hat anscheinend schon signalisiert, dass man da eigentlich noch mehr von abhaben möchte. Auch besteht natürlich die Gefahr, dass Samsung in Richtung von Amazon driftet, deren Kindle zwar auf Android basiert, aber derart modifiziert wurde, dass von Googles Betriebssystem nicht mehr wirklich viel übrig ist. Zwar ist auch Samsung von Android abhängig. Doch da die gleiche Software auch auf anderen Geräten zu finden ist, liegt der Gedanke nahe, dass die Kunden das Galaxy überwiegend wegen der Hardware kaufen – sprich Googles Abhängigkeit von Samsung ist größer.

Die Befürchtungen waren Google-Quellen zufolge jedenfalls auch ein Grund, warum man sich Motorola einverleibt hat. Und auch beim derzeitigen Mobile World Congress in Barcelona versucht man gemeinsam mit anderen Herstellern zu diskutieren, wie wettbewerbsfähige Geräte auf den Markt gebracht werden können, um Samsungs Dominanz ein wenig zu reduzieren.

Doch Samsung bekommt die Gedankenspiele von Google natürlich mit, was wiederum die Frage aufwirft, wieso der Suchmaschinenkonzern die Bedenken überhaupt an die Presse lanciert. Will man halb-öffentlich und vorsorglich Samsung in seine Schranken weisen, damit der Hersteller bei etwaigen Verhandlungen nicht zu forsch auftritt? Denn trotz allem: Eine Drohung der Südkoreaner im Fall der Fälle komplett auf ein anderes Betriebssystem umzusteigen, wäre wenig glaubhaft. Android ist Samsungs Geldmaschine Nummer 1 und hat entscheidend zum Aufstieg des Unternehmens im Smartphone- und Tablet-Sektor beigetragen. „Never change a running system“ gilt daher auch hier.

Samsung hat keine ernsthaften Alternativen

Ernsthafte Alternativen sind ohnehin rar und müssten zumindest teilweise erst mühevoll aufgebaut werden. Dazu zählen neben dem aus MeeGo und Samsungs Eigenkreation Bada gebackene Tizen noch Microsofts Windows Phone 8-Betriebssystem sowie Firefox OS, wobei die Südkoreaner zumindest an Letzterem derzeit noch nicht interessiert sind. Im Gegensatz übrigens zu Sony, deren Xperia-Linie bislang auf Android basiert und die sich für Mozillas Betriebssystem offen zeigen.

Doch die Sonys, HTCs und Huaweis braucht Google, um Samsung wieder zurück auf den Boden der Tatsachen zu holen. Immerhin kommt mit HP ein etablierter Hersteller in die Tablet-Welt zurück und setzt dabei auf Android.

Google Phone X als Galaxy-Konkurrent?

Doch wie schafft man es die Partner aus der zweiten Reihe zu stärken, ohne den wichtigsten Verbündeten zu verärgern? Leicht wird das nicht. Da könnte es sinnvoller sein, auf das Google X Phone von Motorola zu setzen, das angeblich im Mai vorgestellt werden soll.

Da im März aber auch Samsung mit dem Galaxy S IV nachzieht, muss das neue Google-Phone eine überzeugende Kombination aus Preis und Funktionalität sein, wenn man damit Absatzrekorde einfahren möchte. Vielleicht fährt man aber auch die Amazon-Strategie, verkauft das Gerät zum Selbstkostenpreis und verzichtet auf eine hübsche Marge, um nicht bei Verhandlungen mit Samsung Federn lassen zu müssen.


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

10 Kommentare

  • Tja, das liegt wohl in der Natur der Koreaner bzw. Samsung, sich schamlos(???) an den Entwicklungen anderer zu bedienen – egal ob Apple-Patente oder halt dem Android OS, wo Google schlichtweg vergessen hat sich entsprechend abzusichern. Das Google ein Problem mit der Kontrolle seiner (wie nennt man die eigentlich) „Integratoren“ hat zeigt sich ja auch an den teils seltsamen Oberflächen für Android (HTC) oder mangelnder Bereitschaft aktuelle Systemversionen zu unterstützen; erst gestern hat Asus mit dem Padphone wieder ein Alt-OS (4.1 statt 4.2) angekündigt…
    Am besten Google kauft nun BlackBerry und forked Android in eine professionelle Variante (inkl. BB Messenger) und lässt die offene/unkontrollierte Version unsupported in Händen der asiatischen Kopisten.

  • Geht es nicht Microsoft mit Nokia genauso?
    Ich sehe da eigentlich kaum ein Problem , es könnte sich auch schnell wieder Ändern und eine ganz andere Marke atraktiver werden.
    Zum Beispiel sind Huawei and ZET längst auf den Sprung Samsung das Leben schwer zu machen. Nur Europa hat diese Firmen noch nicht auf dem Radar, da sie hier in der Billiganbieter Schublade stehen, nur waren in dieser nich vor ca. 10 Jahren auch Samsung hierzulande Eingestuft?
    Was heute Huawei kann morgen Samsung sein und oder Umgekehert siehe Sony oder Nokia.

  • Mit einem Satz kann ich mich so nicht ganz anfreunden.
    „Doch da die gleiche Software auch auf anderen Geräten zu finden ist, liegt der Gedanke nahe, dass die Kunden das Galaxy überwiegend wegen der Hardware kaufen – sprich Googles Abhängigkeit von Samsung ist größer.“

    Es ist nicht abzustreiten, dass sich die Galaxy Reihe wegen seinen Hardwarspecs so gut verkauft. Solang aber es aber nur die Hardware ist und nicht die Marke Samsung wird Google keine größere Abhängigkeit haben, weil dann springt einfach jemand anderes mit guten Specs (Huwei) für Samsung ein.
    Wenn aber der Satz so gemeint war das ein Galaxy nicht wegen Specs gekauft wird sondern wegen der Marke Samsung sollte man es auch so fomulieren. Dann besteht wirlich eine größere Abhängigkeit, weil Samsung so einfach das OS austauschen kann weil die Leute ein Samusng Handy kaufen und nicht das „beste“ Android Smartphone 😉

  • Ich persönlich bevorzuge Samsung Produkte, für mich sind diese Smartphones besser als z.B. das iPhone. Klar hat der Benutzer mit dem iPhone sehr viele Möglichkeiten, aber nach dem neuen iPhone 5 Generation musste ich mir eingestehen, dass dies nur Geldmacherei war. Der Undertschied von Generation 4 zu 5 ist wirklich nicht makant und ich mag es bezweifeln, ob es wirklich besser ist. Klar es ist schmaler und leichter, aber sonst ? Habe nichts bemerkt und viele Kollegen berichten auch nicht gutes darüber. Daher ist es mir recht, wenn die Koreaner Marktanteile gewinnen und Google und Konsorten hinter sich lassen. Weiter so 😉

  • Hat Google mit dem Nexus 4 nicht schon gut gegengesteuert?
    Mein Galaxy S1 habe ich vor 2 Wochen weiter „vererbt“, aber ein neues Galaxy (S3) war für mich uninteressant, da das Nexus 4 ein deutlich besseres Preis/Leistungsverhältnis bietet. Leider legt sich Goolge (LG) selbst unnötige Steine in den Weg (fehlender SD-Slot), sonst wären die Verkaufszahlen wohl noch höher.

    Hinzu kommt, dass ich die schlechte Meinung über Samsungs Support mittlerweile teilen kann. Wenn eine TV-Baureihe (stolze 2800€ teuer) reihenweise nach 2,5 Jahren wegen geplatzter Netzteilkondensatoren den Geist aufgibt und Samsung jegliche Kulanz verweigert, stärkt das nicht gerade die Kundenbindung.
    Auch der Update-Support ist bei Google besser. Was war es ein Krampf, auf das S1 2.3 zu bekommen, während am Samstag ganz einfach das Update 4.2.2 per Fingertipp aufs N4 installiert werden konnte.

    Außerdem springe ich gerne von Marken ab, die einen enormen Höhenflug erreicht haben. Unternehmen die aufholen wollen, sind erfahrungsgemäß kundenfreundlicher, und Firmen die solch eine enorme Marktmacht erreicht haben, unterstütze ich sowieso nur ungern.

  • Die Konkurrenz vor allen aus China wird dafür sorgen das Samsungs Anteil an Andriod in Zukunft zurück gehen wird.

    Zwar sind die Marken wie ZTE in Europa kaum bekannt,aber deren Hardware ist gut und wer weiß das selbst Samsung (auch Apple) beinahe alles in China produzieren lässt,der wird nach diese Alternativen greifen.

    Vor allen weil hier ein weitere Aspekt zum tragen kommt der Preis.

    Andriod Käufer sind nicht bereit nur für ein Marken Namen deutlich mehr zu zahlen.Wer für ein Samsung Modell um die 400 Euro zahlen sollte, während ein Marke aus China mit gleichwertige Hard und Software für unter 300 Euro erhältlich ist, wird meist zu preiswerten Modell zurückgreifen.

    Samsung hat kein Kult Status wie Apple.Bei denen sind die Kunden bereit alleine 200 Euro extra zu Zahlen nur damit ein angebissene Apfel als Marken Logo drauf steht!

    Wenn Google Samsungs Macht einbremsen will, dann sollten die sich mit Marken aus China verbünden.

    Was aber insgesamt als Problem bei Andriod angesehen werden kann, ist die Update Politik.

    Vor allen weil Samsung aber auch HTC hier die Oberfläche verändert, dauert es oft viel zu lange bis die Kunden ein Updater erhalten.

    Hier müssen die Hersteller darauf achten, das ein moderne Smartphone nicht schon nach 6 Monate kein Update erhält.

    Derzeit scheint alleine Sony die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Die bieten unter Andriod die beste Lösung in Bezug auf Updates an!

  • Ich stimme Peter zu. Huawei und ZTE werden in absehbarer Zeit zu ernsthaften Konkurrenten für Samsung – wenn sie es nicht schon längst sind.

    Das die Hersteller im Bezug auf ihre Update-Politik allerdings viel ändern werden, kann ich mir nicht vorstellen. Warum sollten sie auch?! 😉

  • Ich bevorzuge eindeutig Smartphones von Samsung.Mir gefallen sie einfach besser als das iPhone,und preiswerter sind sie auch.
    Natürlich ist da viel Ähnlichkeit zwischen iPhone und Galaxy vorhanden.
    Da bin ich mal gespannt,wenn Google ein eigenes Smartphone herausbringt und dann auch noch,wie man hier lesen kann, zum Selbstkostenpreis.

  • Ich bin mit Samsung Galaxy und Tablett sehr zufrieden. Ich schätze die Freiheit mit diesen Produkten verschiedenste Anpassungen vornehmen zu können, was bei Apple Produkten nicht möglich ist. In Zusammenarbeit mit den Produkten von Google macht die Sache doppelt Spaß. Ich denke, Samsung hat die Technik der Zukunft bereits im Sack. Alle, welche noch nicht so weit denken, kann ich nur empfehlen, ausprobieren geht über studieren.

  • Mir persönlich sind Samsung Produkte sowieso viel lieber. Ich kenne sehr viele iPhone Liebhaber, aber die müssen sich ja jedes Jahr ein neues iPhone kaufen… Das ist alles nur Geldmacherei von Apple, auch mit dem iPhone 5 Zubehör, man musste ja beim neuen iPhone 5 extra ein Gerät kaufen, damit man Daten vom alten iPhone übertragen konnte… So macht Apple auch Geld…

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