Grün Wirtschaft

Warum ist Tesla als Arbeitgeber in Deutschland so unbeliebt?

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Tesla findet in Deutschland keine Mitarbeiter. (Foto: Pixabay.com / ElasticComputeFarm)
geschrieben von Christian Erxleben

Tesla wird an den Börsen und in der Mobilitätsbranche für seine Innovationen gefeiert. Nur in Deutschland kommt keine Begeisterung auf. Die Stellenanzeigen für die Gigafactory in Grünheide finden keine Abnehmer. Doch warum ist Tesla als Arbeitgeber so unbeliebt?

Hunderte Stellen für Teslas Gigafactory unbesetzt

Eigentlich will Elon Musk ab dem Sommer 2021 im brandenburgischen Grünheide im Südosten Berlins jedes Jahr bis zu eine halbe Million Modelle der Reihen „Model 3“ und „Model Y“ fertig lassen.

Das Problem daran: Für die sich im Aufbau befindende Gigafactory Berlin-Brandenburg finden sich offenbar keine (geeigneten) Mitarbeiter. Aktuell schreibt Tesla auf dem Karriere-Portal mehrere Hundert Stellen in Deutschland aus. Ein nicht zu unterschätzender Anteil stammt aus dem Jahr 2020.


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Fehlendes Know How in Deutschland

Das wirft unweigerlich die Frage auf: Warum ist Tesla als Arbeitgeber in Deutschland so unattraktiv oder unbeliebt? Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig.

Auf der einen Seite zeigt ein Blick auf die ausgeschriebenen Stellenanzeigen, dass Tesla-Chef Elon Musk auf der Suche nach Spezialisten ist. Das beginnt bei klassischen Ingenieursaufgaben und reicht gleichzeitig schnell und tief in die Software- und Batterie-Technologie.

Vor allem wenn es um die Technologie- und Antriebstechnik geht, sind die Spezialisten in Deutschland offenbar rar gesät. Selbst die oftmals begehrten Management-Positionen sind in vielen Fällen noch unbesetzt.

Trotzdem äußert sich ein Tesla-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt verhalten optimistisch. Zugleich stellte er klar: Zur Besetzung von Führungspositionen für die Gigafactory Berlin-Brandenburg gebe es keine offiziellen Aussagen.

Lex Tesla? Wie VW und Co. ihre Manager im Wechsel hindern

Dass sich nach Monaten trotzdem kaum Managerinnen und Manager für Tesla in Brandenburg finden, liegt auch an den deutschen Autobauern.

Zwar spüren VW, BMW und Co. einerseits die Krise und andererseits die Herausforderungen der Mobilität der Zukunft. Zugleich verdienen die deutschen Konzerne noch so viel Geld, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgesprochen gut zu entlohnen.

Wer beispielsweise seit mehreren Jahren bei VW in Wolfsburg tätig ist, verdient laut Handelsblatt durch optionale Gehaltsergänzungen so viel Geld, dass ein Wechsel unattraktiv ist.

Außerdem gibt es offenbar seit einiger Zeit eine unausgesprochene „Lex Tesla“ in Wolfsburg. Was bedeutet das? Wer während einer Freistellung von VW zu Tesla wechselt, hat offensichtlich sehr schlechte Chancen auf eine Rückkehr, wenn es bei Elon Musk doch nicht so gut läuft.

Kündigungsschutz sticht Aufstiegschancen aus

Und auch für die Ingenieure und Fachkräfte in mittleren Ebenen und Positionen bietet Volkswagen einen Vorteil, mit dem Tesla nicht mithalten kann: Bis 2029 – also noch fast ein Jahrzehnt – sind bei VW betriebsbedingte Kündigungen durch eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften verboten.

Die besseren Aufstiegschancen, höhere Eigenverantwortlichkeit und schnellere Entscheidungen reichen für Tesla als Arbeitgeber offenbar nicht, um die Sicherheit des Kündigungsschutzes auszustechen.

Zumal Elon Musk als Unternehmer nicht gerade dafür bekannt ist, bei Führungskräften, die hinter seinen Erwartungen zurückbleiben, viel Geduld aufzubringen. Das hat die Geschichte von Tesla schon mehrfach unter Beweis gestellt.

Was Tesla als Arbeitgeber in Brandenburg und Deutschland braucht

Selbstverständlich ist Tesla in Brandenburg bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kein unattraktives Pflaster. Damit sich das Unternehmen jedoch auch in Deutschland zum Magneten für Jobsuchende entwickelt, muss Elon Musk noch auf die Eigenheiten des deutschen Arbeitsmarktes eingehen.

Ein erster Schritt in diese Richtung könnte beispielsweise ein Tarifvertrag mit der IG Metall für das Werk in Grünheide sein – wenn es denn einmal fertig ist.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

1 Kommentar

  • This is a ridiculous article for few reasons.
    I worked at VW and I am now working for Tesla .

    1.Working at VW is just like any other job 9-5 and you are done and nobody really expect you to give your 100% even in those 8 hours day .

    2. At VW the main thing is how much you make than what you actually do .

    3. Tesla definitely don’t want anyone who is interested in job just because of the economic benefits .Tesla is high demanding . You need to outperform every day .

    4. An engineer is at Tesla because they want to be there not because he/she need a job so they work at Tesla.

    5. At VW, no one is excited to start a day and do something extraordinary , You just try to stay there as long as you can and make as much as you can.

    Freedom for engineering creativity at Tesla is incomparable to any other automakers.

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