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LinkedIn, E-Mail und jetzt Slack: Warum wird die digitale Kaltakquise gefördert?

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Auch Slack ist jetzt unbrauchbar. (Foto: Unsplash.com / Stephen Phillips - Hostreviews.co.uk)
geschrieben von Christian Erxleben

Soziale Netzwerke wurden und werden durch den Gedanken der Vernetzung und Kontaktaufnahme getrieben. Doch warum muss jeder Messenger und jede Software sofort zum nervigen Kaltakquise-Tool werden? Ich wünsche mir: Stoppt diesen Trend! Ein Kommentar.

Slack ersetzt 70 Prozent der internen E-Mails

Messenger wie WhatsApp und Telegram bestimmen nicht nur unsere private Kommunikation. Auch im beruflichen Kontext sind Messaging-Dienste gekommen, um zu bleiben. Das hat spätestens die Corona-Pandemie gezeigt, die Slack und Co. auch in die letzten Unternehmen gebracht hat.

Dabei bringt Slack tatsächlich deutlich mehr Effizienz in die Unternehmen dieser Welt. Schätzungen zu Folge hat der Messenger schon heute 70 Prozent der internen E-Mails ersetzt.


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Um sich zum gemeinsamen Mittagessen zu verabreden oder die Bar für das Feierabendbier auszuwählen, sind keine ewigen E-Mail-Dialoge mehr notwendig. Ein paar Slack-Nachrichten genügen und schon ist eine Lösung gefunden.

Ersetzt Slack jetzt auch externe E-Mails?

Ende März 2021 hat Slack den konsequenten nächsten Schritt angekündigt. Mit der Funktion „Slack Connect“ wird die Workplace-Anwendung endgültig zum vollwertigen Messenger und Herausforderer von Facebooks Messenger und LinkedIn.

Denn Connect ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, fremden Personen außerhalb des eigenen Unternehmens Nachrichten zu schicken und somit einen privaten Chat zu starten. Wird die Anfrage angenommen, kann es mit der Kommunikation losgehen.

Damit greift Slack nun auch aktiv in die externe Kommunikation ein, die bislang noch von E-Mails und Telefonaten bestimmt wird. Anstelle die Kaltakquise via E-Mail durchzuführen, können Vertriebler jetzt Slack nutzen, um ihre Produkte zu verkaufen.

Mehr als eine E-Mail-Adresse braucht es dafür nicht. Und die ist ja ohnehin schon vorhanden.

Ein Paradies für Spammer

Es ist durchaus möglich, dass die Anzahl der externen E-Mails durch das Feature abnimmt. Allerdings ist dieser Gedankengang zu kurz.

Schließlich bedeutet Connect letztendlich auch, dass gewiefte Spammer über programmierte Slack-Bots und Programme ihre (gefährlichen) oder zumindest nervigen Inhalte nicht nur per E-Mail, sondern direkt per Messenger verschicken können.

Im Gegensatz zum E-Mail-Postfach verfügt Slack über keinen Spamfilter, der dich vor betrügerischen Nachrichten schützt. Dieser Spamfilter bist bei Slack du selbst. Du musst alle eingehenden Anfragen individuell überprüfen. Das kostet Zeit und Nerven.

Slack wird für professionelle Arbeit unbrauchbar

Wenn wir jedoch während der Arbeit ständig nur noch eingehende Slack-Nachrichten überprüfen müssen, sinkt die zu Beginn angesprochene Effizienz deutlich.

Ein Ignorieren der Nachrichten ist auch keine Option, da es sich einerseits auch um die Nachricht eines Kollegen handeln kann. Du siehst zunächst in deinem Browser nur den Hinweis, dass es eine neue Benachrichtigung gibt. Andererseits ist eines von zehn oder 100 Angeboten womöglich tatsächlich interessant.

Fest steht jedoch schon jetzt, dass das Feature gierige und gerissene Vertriebler anziehen wird, wie ein Misthaufen die Fliegen. Slack Connect hebt die digitale Kaltakquise auf ein neues Niveau und entwertet Slack selbst damit mittelfristig.

Bitte nicht noch mehr Kaltakquise!

Dass Vertriebler in Zukunft auch Slack für ihre Kaltakquise verwenden werden, ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar und legitim. Allerdings stellt sich die Frage, warum alle sozialen Netzwerke und Kommunikationsplattformen die Verbreitung von Spam freiwillig unterstützen.

Natürlich lassen sich durch die Möglichkeit, Fremden eine Nachricht zu schicken, auf LinkedIn, Facebook, E-Mail und nun auch Slack, neue Verbindungen erschaffen. In den meisten Fällen entsteht jedoch kein Mehrwert. Lediglich die Anzahl unbrauchbarer und zeitfressender Nachrichten steigt.

Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit bis die Porno-Bots von Instagram nun auch die Arbeitswelt via Slack erobern. Na dann, gute Nacht!

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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