Wirtschaft

Unternehmenskultur: Fünf Tipps, wie Fehler zu Innovationen werden

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geschrieben von Carsten Lexa

Fehler passieren immer wieder. Leider konzentrieren wir uns jedoch zu schnell und zu lange auf die negativen Folgen. Besser ist es meiner Ansicht nach, wenn ein Fehler zum Anlass genommen wird, um zu Innovationen zu gelangen. Wie das gelingen kann, erkläre ich in den folgenden fünf Tipps.

Wenn ein Fehler passiert, dann hat das in der Regel Konsequenzen. Diese sind meistens negativer Natur: Man ärgert sich und verschlechtert so die allgemeine Stimmung. Außerdem sucht man nach einem Schuldigen oder stellt den Verursacher bloß.

Das ist in meinen Augen jedoch nicht sinnvoll. Denn dadurch wird insbesondere in Unternehmen eine Kultur von Kreativität, Risikofreudigkeit und letztendlich Innovationskraft behindert oder sogar zerstört.


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Auf dem Weg zu Innovationen: Anders mit Fehlern umgehen

Natürlich hat ein Fehler oftmals negative Konsequenzen und sei es nur, dass man Ressourcen sinnlos verschwendet hat, weil ein gewünschtes Ergebnis nicht erreicht wurde. Auf der anderen Seite ist ein Fehler allerdings auch eine großartige Möglichkeit, Innovationen zu ermöglichen.

Es kommt letztendlich darauf an, wie man mit Fehlern und ihren Ursachen sowie mit den tatsächlichen Folgen umgeht.

Fünf Tipps, wie Fehler zu Innovationen werden

1. Trennung der Sache von der Person

Oftmals ist der Umgang mit Fehlern geprägt von einem Umgang mit der Person, die den Fehler begangen hat. Ein Fehler entwickelt sich dann schnell zur persönlichen Anschuldigungen gegenüber der betreffenden Person.

Viel sinnvoller ist es stattdessen, sich auf die „Sachebene des Fehlers“ zu konzentrieren. Dadurch bleibt der Umgang mit dem Fehler abstrakt und gleitet nicht ins Persönliche ab. Zudem wird die Objektivität beim Umgang mit dem Fehler möglichst wenig beeinträchtigt.

2. Analyse der Ursachen

Ist die Objektivität gewährleistet, kann die Ursachenforschung beginnen. Warum entstand der Fehler? War der Prozess zu kompliziert, haben Kontrollen versagt oder waren nicht alle Parameter, die eine Rolle spielen, bekannt?

Zu den Parametern gehören natürlich auch die mit einem Vorgang befassten Mitarbeiter:innen und deren Kenntnisse und Fähigkeiten. Waren diese ausreichend geeignet? Je mehr Fehler passieren – auch wenn das jetzt etwas seltsam klingt – umso mehr Ursachen kann man erfassen und diesen begegnen.

3. Konzentration auf Lösungen

Sind die Ursachen für einen Fehler bekannt, sollte jetzt nicht das „blame game“ beginnen. Vielmehr sollte der Fehler behoben werden. Außerdem sollte durch das Verständnis der Ursache ein besserer Umgang mit der Gesamtsituation entstehen.

Letztendlich geht es darum, dass der Fehler nicht wieder passiert. Nach dem Schuldigen zu suchen führt im schlimmsten Fall nur zu sehr lang andauernden Diskussionen. Die Konzentration auf eine Lösung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen führt zu einem Lerneffekt im Unternehmen. Und nur das bringt den Betrieb weiter.

4. Fehler ansprechen

Der Umgang mit Fehlern, insbesondere die Konzentration auf die „positiven Aspekte“ von Fehlern sollte nun aber nicht dafür sorgen, dass sich im Unternehmen eine „laissez-faire“-Einstellung gegenüber Fehlern etabliert.

Im besten Fall passieren Fehler erst gar nicht, weil sie sogar aktiv verhindert werden. Dazu müssen allerdings die Zustände im Unternehmen klar sein und die Handlungsgrenzen müssen allen bekannt sein. Alle Beteiligten auf einen einheitlichen Kenntnisstand zu bringen, ist eine wichtige Aufgabe. Vor allem die Unternehmungsführung muss als Aushängeschild und Vorbild vorangehen muss.

5. Räume für Versuche eröffnen

Fehler passieren, wenn Menschen Dinge ausprobieren. Innovationen passieren ebenso, wenn Menschen etwas ausprobieren. Wenn Menschen nichts mehr ausprobieren können, dann werden sie immer weniger Fehler machen. Auf der anderen Seite werden aber auch die Innovationen immer mehr zurückgehen.

Unternehmen brauchen deshalb „geschützte Räume“, die mögliche Fehler von Anfang an einkalkulieren und somit eine Plattform bieten, um Dinge auszuprobieren. Organisationen sowie Unternehmen müssen also Formate, Prozesse oder Aktivitäten finden, die zum Ausprobieren einladen. Gleichzeitig sie ebenso motivieren, etwas noch nie Dagewesenes auszuprobieren, auch wenn nicht klar ist, ob es klappt.

Oder anders ausgedrückt: Es muss möglich sein, sich zu irren, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.

Aus einem Fehler entstehen Innovationen

Innovationen sind oftmals das Ergebnis von Versuch und Irrtum. Wenn es also gelingt, Versuche zu ermöglichen und so Irrtümer zuzulassen, dann wird dies eine Kultur schaffen, in der Betriebe Neues ausprobieren, auch wenn nicht klar ist, ob der Versuch gelingt.

Doch gerade diese Kultur ermöglicht überhaupt erst neue Erkenntnisse. Je weniger Raum für Versuche besteht, desto weniger Innovationen entwickeln sich.

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Über den Autor

Carsten Lexa

RA Carsten Lexa berät seit über 10 Jahren deutsche und internationale Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschaftsrechtlicher Art, z.B. bei Gründungen, Strukturierungen oder Vertragsgestaltungen aber auch zu rechtlich-strategischen Fragen. Darüber hinaus war er Weltpräsident der G20 Young Entrepreneurs´ Alliance (G20 YEA), Mitglied der B20 Taskforces und Rechtsbeistand der Wirtschaftsjunioren Deutschland. Er ist Mitinitiator der Gründerinitiative Gründen@Würzburg und Botschafter der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Auszeichnung „Großer Preis des Mittelstands“. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und unternehmensrechtlichen Fragen.

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