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Außerirdisch: Niederländisches Start-up will Geburten im Weltall ermöglichen

Fabian Peters
Space Born United

Das niederländische Start-up Space Born United will 2024 ein Minilabor ins Weltall schicken. Das Ziel: die Erforschung von künstlicher Befruchtung und Schwangerschaft im Weltraum. Dem Unternehmen zufolge sei sogar die Geburt des ersten außerirdischen Menschen denkbar. 

Ein mögliches Leben im Weltraum fasziniert die Menschheit bereits seit Jahrzehnten. Vor dem Hintergrund des aufkommenden Weltraumtourismus gibt es mittlerweile sogar konkrete Pläne für Kolonien auf dem Mond und Mars. Doch auch ein weiteres Thema rückt zunehmend in den Fokus: Schwangerschaften und Geburten im Weltall.

Space Born United plant Geburten von außerirdischen Menschen im Weltall

Das niederländische Start-up Space Born United will 2024 deshalb ein Minilabor in die Erdumlaufbahn schicken. Ziel von Unternehmenschef Egbert Edelbroek ist es dort zunächst künstliche Befruchtungen im Reagenzglas zu untersuchen.

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Laut Technology Review, einem Magazin des Massachusetts Institute of Technology (MIT), wolle Edelbroek so den Weg für künftige Weltraumsiedlungen ebnen. Fernab davon bestehe laut dem Unternehmen ein Bedarf, die Auswirkungen des Weltraums auf das menschliche Fortpflanzungssystem zu verstehen.

Der Space Born United-Chef denkt jedoch bereits weiter. Denn er ist zuversichtlich, dass er die Geburt des ersten außerirdischen Menschen miterleben wird. Laut Bild-Zeitung sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP:

Es ist wichtig, dass die Erde und die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies werden können. Wenn Sie unabhängige menschliche Siedlungen jenseits der Erde haben wollen und wenn Sie wirklich wollen, dass sie unabhängig sind, müssen Sie sich auch der reproduktiven Herausforderung stellen.

Komplikationen bei Tierversuchen

Im September 2023 haben die US National Academies of Science, Engineering, and Medicine einen Bericht veröffentlicht, der darauf hinweist, dass die menschliche Fortpflanzung im Weltall bislang kaum erforscht wurde. Entsprechende Erkenntnisse seien für die Wissenschaft langfristig jedoch von großer Bedeutung.

Laut Studien über Tierversuche im Weltall gab es aber bereits Komplikationen. Demnach traten bei trächtigen Ratten auf einem sowjetischen Satelliten im Jahr 1983 Probleme bei der Geburt auf. Ähnlich wie Astronauten waren sie nach ihrer Rückkehr auf die Erde erschöpft. Außerdem hätten die Geburten länger gedauert als üblich.

Der Studien zufolge sei das auf eine verkümmerte Gebärmuttermuskulatur zurückzuführen. In einem Fall starben sogar alle Jungtiere während der Geburt. Space Born United will deshalb die einzelnen Schritte des Fortpflanzungsprozesses untersuchen. Sowohl die geringere Schwerkraft als auch höhere Strahlenbelastungen müssten dabei untersucht werden.

Geburten im Weltall: Sind die Forschungen ethisch vertretbar?

In seinem Minilabor will das Unternehmen menschlichen Spermien mit einer Eizelle verbinden. Der Satellit soll dabei in der Lage sein, sich zu drehen, um die Schwerkraft des Mondes, der Erde und des Mars zu simulieren. Fünf bis sechs Tage nach der Befruchtung sollen die Embryonen wiederum eingefroren und zur Erde zurückgeschickt werden.

Ob und inwiefern das rechtlich und ethisch legitim ist, ist aber fraglich. Denn weder Raumfahrtbehörden noch die Politik mussten sich bislang mit dem Thema auseinandersetzen, da es solche Fälle bislang noch nicht gab. Vor dem Hintergrund der Forschung und geplanten Weltraumkolonien dürfte sich das jedoch bald ändern.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).