Technologie

Google will mit Schatten die Angst vor Benachrichtigungen lösen

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unsplash.com/Sascha Bosshard
geschrieben von Beatrice Bode

Google hat ein neues Benachrichtigungssystem mit dem Namen „Little Signals“ präsentiert. Der US-Konzern verzichtet dabei auf klassische Benachrichtigungstöne. Stattdessen setzt Google auf Schatten und Luftstößen, um auf eingehende Nachrichten hinzuweisen und will damit Angst und Stress lösen. 

Die Zeiten von schrillen Klingeltönen wie dem „Crazy Frog“ sind längst vorbei. Für viele Menschen lösen Benachrichtigungstöne auf dem Smartphone trotzdem Stress und unangenehme Gefühl aus. Google möchte das ändern. Dafür hat der US-Konzern ein neues Benachrichtigungssystem mit dem Namen Little Signals entwickelt.

Little Signals basiert auf „Calm Technology“

Der Begriff „Calm technology“ beschreibt eine Art der Informationstechnologie, bei der es hauptsächlich darum geht, dass technische Geräte nicht konstant im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Stattdessen sollen sie eher unterschwellig auf sich aufmerksam machen.

Diese Art der Technologie steht in engem Zusammenhang mit dem sogenannten „Ambient Computing„. Der Begriff umfasst Technologien, die der Mensch nutzen kann, ohne sie direkt zu bedienen. Dabei geht es vor allem darum, dass technische Geräte still und leise im Hintergrund arbeiten.

Genau darauf basiert auch Googles neues Benachrichtigungssystem Little Signals. „Durch die Linse des Ambient Computing können wir uns neue Wege der Interaktion mit der Technologie vorstellen, die weniger Aufmerksamkeit erfordern und uns Momente der Ruhe ermöglichen.“ So beschreibt Google den Inhalt der Design-Studie in einem kurzen Video.

Die Objekte sollen einen Denkanstoß dafür geben, wie wir neue Verhaltensweisen und Beziehungen zu unserer Technologie fördern können, indem wir mit den Objekten zusammenarbeiten.

Little Signals: So machen die Objekte auf sich aufmerksam

Bei Little Signals erzeugen sechs verschiedene Objekte unterschwellige Hinweise darauf, dass etwas auf dem Smartphone oder Tablet passiert. Das können eingegangene Nachrichten von Messenger-Diensten oder auch Erinnerungsnotizen sein. Jedes Objekt hat dabei seine eigene Methode zu kommunizieren – beispielsweise durch Luftstöße oder Umgebungsgeräusche.

Luft

Eines der Geräte nimmt sich das Element Luft als Vorbild für die Kommunikation. Dabei stößt es kleine Luftströme aus, um beispielsweise Blätter von Zimmerpflanzen in Bewegung zu bringen und somit eine Information anzuzeigen.

Knopf

Ein anderes Objekt der Reihe ähnelt einem großen Knopf. Dabei ist dieser zunächst abgesenkt. „Füllt“ sich das Gerät mit Informationen, bewegt sich der Knopf nach oben und „wächst“. Ist das Gerät auf seine volle Größe angewachsen, gibt es einen Ton von sich.

Bewegung

Ein drittes Objekt macht mit Bewegungen auf sich aufmerksam. Sieben Stifte geben durch ihre jeweilige Höhe und Bewegung Informationen grafisch weiter. Sie können sich entweder einzeln oder auch als Gruppe bewegen.

Rhythmus

Durch Rhythmus erzeugt ein anderes Objekt Umgebungsgeräusche. Durch die jeweilige Melodie macht das Gerät auf eingehende Informationen aufmerksam. Dabei verändert sich der Rhythmus je nach Dringlichkeit der Information. Nutzer:innen können das Gerät einfach stumm schalten, indem sie es umdrehen.

Schatten

Ein anderes Objekt kommuniziert, indem es Schatten wirft. Je nachdem, wie weit sich der Schatten ausbreitet, zeigt er die Dringlichkeit einer Information an.

Antippen

Das letzte Gerät der Reihe hat einen kleinen Arm, mit dem es Dinge sacht antippen kann, was wiederum einen zarten Ton erzeugt. Je stärker der Ton, desto wichtiger die übermittelte Information.

Little Signals nur eines von vielen Experimenten

Little Signals ist nur eine von vielen Design- und Technologiestudien aus dem Hause Google. Unter dem Namen „Experimente mit Google“ arbeitet der US-Konzern gemeinsam mit externen Partner:innen an neuen, innovativen Projekten. Dazu gehört beispielsweise ein MRT der Erde, das die Schäden an unserem Planeten aufgrund des Klimawandels auf künstlerische Weise darstellt.

Little Signals bleibt allerdings erst einmal nur eins: eine Studie. Auf seiner Website gibt Google vorerst keinen Hinweis darauf, ob und wann die Objekt-Reihe in dieser oder ähnlicher Form auf den Markt kommen wird.

In Freizeit-Momenten können die Objekte durchaus eine Erleichterung bringen, wenn nicht andauernd das Smartphone piept und uns in einen Dauerzustand von Alarmbereitschaft versetzt. Für den Arbeitsalltag sind die subtilen Hinweise von Little Signals dann allerdings eventuell ein wenig zu unauffällig. Es sei denn der Chef lässt es als Ausrede gelten, dass man den Schatten nicht gesehen hat.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.