Universal-Übersetzer für Android-Phones: 'Sollte schon in ein paar Jahren möglich sein'

Marek Hoffmann

Obwohl es sich hier noch um kaum hörbare Töne einer Zukunftsmusik handelt, ist das, womit Google nun schon wieder von sich reden macht, bereits jetzt in aller Munde (beziehungsweise Ohren, um im Bild zu bleiben). Der kalifornische Konzern arbeitet nämlich an einer Software für Mobiltelefone, mit deren Hilfe eine Sprache fast simultan in eine andere übersetzt werden kann. Der Fluch von Babel mit den mittlerweile über 6.000 menschlichen Sprachen hätte damit ein Ende – zumindest für Telefonierer.

Unter Verwendung bereits existierender eigener und – wenn benötigt – vermutlich auch zusätzlich akquirierbarer, fremder Technologien im Bereich Spracherkennung (erinnert sei an die Software auf dem Nexus One oder „Dragon Dictation“ der Firma Nuance) und Übersetzung (etwa Rosy, der Real-Time-Übersetzungs-Roboter aus Google Wave oder die Übersetzungs-App Jibbigo) möchte Google in gar nicht so ferner Zukunft einen ersten funktionsfähigen Universal-Übersetzer präsentieren, wie man ihn sonst nur von Captain Kirk und seinen Star Trek-Mannen kennt.

„Wir denken, Sprache-in-Sprache-Übersetzungen sollten schon in ein paar Jahren möglich sein und dann auch zufriedenstellend funktionieren“, so Franz Och, Leiter des bei Google mit der Übersetzungstechnik betrauten Teams. Die Software solle dann dazu imstande sein, in einem ersten Schritt die Stimme des Sprechers zu erkennen, seine Äußerungen nach bestimmten Vorgaben in Daten-Pakete zu stückeln und die darin enthaltenen Informationshäppchen so lange zu analysieren, bis ihr Sinn decodiert sei. Erst hiernach erfolge in einem zweiten Schritt die Übersetzung. „Voraussetzung für ein einwandfreies Funktionieren ist natürlich ein Kombination aus sehr genauen, maschinenerstellten Übersetzungen und einer sehr zuverlässigen Spracherkennung“, so Och weiter. Die Verbesserung der Letztgenannten solle besonders im Einsatz auf Handys gut möglich sein, da diese oft nur von einer Person genutzt werden und „das Telefon ein Gefühl für die Sprache“ des Besitzers entwickeln sollte, heißt es weiter.

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Mit einer solchen Software würde sich Google vermutlich für immer unsterblich machen. Die Zahl der Einsatzmöglichkeiten und potenziellen Interessentengruppen kann sich ja jeder selbst ausmalen (habe gerade das lustige Bild vor mir, wie die sprachunkundigen Touristen im Ausland nur noch per Handy mit den Einheimischen kommunizieren…). Aber auch wenn es sich um einen Konzern wie Google handelt, dem Unmengen an Geld, die modernste Technik und ein Haufen schlauer Köpfe zur Verfügung stehen, stellt sich die Frage, ob es eine solche Übersetzungssoftware wirklich jemals geben wird. Sprache ist solch ein komplexes und sich stetig veränderndes System, dass ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, dass eine Software es eines Tages erschöpfend „begreifen“ könnte. Aber cool wäre es schon…

(Marek Hoffmann / Foto: Pixelio – Fotograf: Konstantin Gastmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.