Sonstiges

Universal-Übersetzer für Android-Phones: 'Sollte schon in ein paar Jahren möglich sein'

Obwohl es sich hier noch um kaum hörbare Töne einer Zukunftsmusik handelt, ist das, womit Google nun schon wieder von sich reden macht, bereits jetzt in aller Munde (beziehungsweise Ohren, um im Bild zu bleiben). Der kalifornische Konzern arbeitet nämlich an einer Software für Mobiltelefone, mit deren Hilfe eine Sprache fast simultan in eine andere übersetzt werden kann. Der Fluch von Babel mit den mittlerweile über 6.000 menschlichen Sprachen hätte damit ein Ende – zumindest für Telefonierer.

Unter Verwendung bereits existierender eigener und – wenn benötigt – vermutlich auch zusätzlich akquirierbarer, fremder Technologien im Bereich Spracherkennung (erinnert sei an die Software auf dem Nexus One oder „Dragon Dictation“ der Firma Nuance) und Übersetzung (etwa Rosy, der Real-Time-Übersetzungs-Roboter aus Google Wave oder die Übersetzungs-App Jibbigo) möchte Google in gar nicht so ferner Zukunft einen ersten funktionsfähigen Universal-Übersetzer präsentieren, wie man ihn sonst nur von Captain Kirk und seinen Star Trek-Mannen kennt.

„Wir denken, Sprache-in-Sprache-Übersetzungen sollten schon in ein paar Jahren möglich sein und dann auch zufriedenstellend funktionieren“, so Franz Och, Leiter des bei Google mit der Übersetzungstechnik betrauten Teams. Die Software solle dann dazu imstande sein, in einem ersten Schritt die Stimme des Sprechers zu erkennen, seine Äußerungen nach bestimmten Vorgaben in Daten-Pakete zu stückeln und die darin enthaltenen Informationshäppchen so lange zu analysieren, bis ihr Sinn decodiert sei. Erst hiernach erfolge in einem zweiten Schritt die Übersetzung. „Voraussetzung für ein einwandfreies Funktionieren ist natürlich ein Kombination aus sehr genauen, maschinenerstellten Übersetzungen und einer sehr zuverlässigen Spracherkennung“, so Och weiter. Die Verbesserung der Letztgenannten solle besonders im Einsatz auf Handys gut möglich sein, da diese oft nur von einer Person genutzt werden und „das Telefon ein Gefühl für die Sprache“ des Besitzers entwickeln sollte, heißt es weiter.

Mit einer solchen Software würde sich Google vermutlich für immer unsterblich machen. Die Zahl der Einsatzmöglichkeiten und potenziellen Interessentengruppen kann sich ja jeder selbst ausmalen (habe gerade das lustige Bild vor mir, wie die sprachunkundigen Touristen im Ausland nur noch per Handy mit den Einheimischen kommunizieren…). Aber auch wenn es sich um einen Konzern wie Google handelt, dem Unmengen an Geld, die modernste Technik und ein Haufen schlauer Köpfe zur Verfügung stehen, stellt sich die Frage, ob es eine solche Übersetzungssoftware wirklich jemals geben wird. Sprache ist solch ein komplexes und sich stetig veränderndes System, dass ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, dass eine Software es eines Tages erschöpfend „begreifen“ könnte. Aber cool wäre es schon…

(Marek Hoffmann / Foto: Pixelio – Fotograf: Konstantin Gastmann)

facebook-fan


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

30 Kommentare

  • Wenn das so gut funktioniert wie der Textübersetzer von Google, werden es lustige Gespräche…

  • Ein Universal-Übersetzer fürs Handy würde sicherlich die Kommunikation wie wir sie heute kennen grundlegend revolutionieren und dem Anbieter riesige Milliarden-Gewinne bescheren. Doch ebenso wie ein Heilmittel für Aids oder Krebs, klingt diese Idee meiner Ansicht nach einfach zu gut und zu futuristisch, als dass sie schon in wenigen Jahren realisierbar wäre.

  • […] Die Software solle dann dazu imstande sein, in einem ersten Schritt die Stimme des Sprechers zu erkennen, seine Äußerungen nach bestimmten Vorgaben in Daten-Pakete zu stückeln und die darin enthaltenen Informationshäppchen so lange zu analysieren, bis ihr Sinn decodiert sei […]

    Also mir persönlich wäre nicht wohl dabei wenn Google (oder sonst wer) meine Telefonate analysiert und decodiert. Für Google wäre das natürlich ideal, hätten sie noch mehr persönliche Informationen über einen.

  • Das ergäbe natürlich Sinn.
    Dann könnte man gleich alle 10 Minuten personalisierte Werbung in das Telefonat einspielen. 😀

  • Hallo? Natürlich macht das Sinn und in einigen Jahren wird es dies auch geben aber bis heute finde ich die Sprachsoftware sehr unausgereift ich arbeitet schon länger durch das Studium bedingt mit Dragon Natural Speak und leider habe ich oft Fehler, die Aussprache muss sehr genau erfolgen. Übertrage ich meine Erfahrungswerte jetzt auf das Handy wo oft Verbindungen abbrechen ein mancher sich anhört als wäre er auf dem Klo und der andere extremst rauscht dann vermute ich ganz stark, dass es noch satte 50 Jahre dauert bis diese Innovation im Alltag genutzt werden kann.

    LG

  • Naja so direkt in quasi Echtzeit kann das Übersetzen ja eigentlich nicht funktionieren. Wort für Wort ergibt ja keinen Sinn, schließlich ist der Satzbau in den Sprachen nicht immer gleich. Das Problem hat man ja auch schon bei Textübersetzungen mit Google Translate.

  • Wow, ich sag es mal so. Wenn es den irgendwann so ausgereift ist, daß man damit vernünftige Gespräche führen kann, ist das sicher eine gute Geldquelle.

    Aber wie Markus schon schrieb. Fehlerquellen die das verhindern gibt es in Massen.

    Wer weiss..vielleicht gibt es dann ja erst einmal bestimmte Voraussetzungen (sowas in der Art wie wie eine Telefonzelle für Übersetzungen) die erfüllt sein müssen um diesen Dienst dann zu nutzen. Das würde zumindest die Fehlerrate stark eingrenzen.

  • Wenn die das in Echtzeit übersetzen, dann wird man wohl auch mit der Verschlagwortung der Gespräche rechnen müssen, und dann eben auch mit Werbepausen im Gespräch.

    Ausserdem wer überprüft, ob die dann nicht auch alle Gespräche mitschreiben ?

    hmmmmmm. ……

  • […] Universal-Übersetzer für Android-Phones: ?Sollte schon in ein paar Jahren möglich sei… Obwohl es sich hier noch um kaum hörbare Töne einer Zukunftsmusik handelt, ist das, womit Google nun schon wieder von sich reden macht, bere… […]

  • Wenn das wirklich so möglich ist, wie sie es versprechen, kann das ganz toll werden. Sollte das dann aber für Werbezwecke eingesetzt werden (mit Werbepausen und so) dann wird man nicht viele Freunde finden, denke ich. Aber es steckt ja erst in den Kinderschuhen. Vieles in verbesserter Form wird es in Zukunft bestimmt schon geben.

  • Das wird schon und ein wenig Werbung würde auch nicht weiter stören denke ich.

  • Naja, aber zu viel Werbung wäre auch nicht gut! Das wäre fürs Geschäft sicher nicht gut, aber gegen ein wenig wäre sicher nichts einzuwenden!!

  • […] unbekannt schrieb heute einen interessanten Artikel auf Hier ein kurzer Auszug:#2 Tweets die Universal-Übersetzer für Android-Phones: ‘Sollte schon in ein paar Jahren möglich sein’ | Basic Thinking Blog erwähnt — Topsy.com [www] schrieb am 08.02.2010, 15:37: […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Basic … […]

  • Wenn das wirklich so möglich ist, wie sie es versprechen, kann das ganz toll werden. Sollte das dann aber für Werbezwecke eingesetzt werden (mit Werbepausen und so) dann wird man nicht viele Freunde finden, denke ich. Aber es steckt ja erst in den Kinderschuhen. Vieles in verbesserter Form wird es in Zukunft bestimmt schon geben.

  • Wenn die das in Echtzeit übersetzen, dann wird man wohl auch mit der Verschlagwortung der Gespräche rechnen müssen, und dann eben auch mit Werbepausen im Gespräch.

  • Wow, ich sag es mal so. Wenn es den irgendwann so ausgereift ist, daß man damit vernünftige Gespräche führen kann, ist das sicher eine gute Geldquelle.

  • Naja, aber zu viel Werbung wäre auch nicht gut! Das wäre fürs Geschäft sicher nicht gut, aber gegen ein wenig wäre sicher nichts einzuwenden!!

  • Wow, ich sag es mal so. Wenn es den irgendwann so ausgereift ist, daß man damit vernünftige Gespräche führen kann, ist das sicher eine gute Geldquelle.

  • Wenn die das in Echtzeit übersetzen, dann wird man wohl auch mit der Verschlagwortung der Gespräche rechnen müssen, und dann eben auch mit Werbepausen im Gespräch.

  • . Sollte das dann aber für Werbezwecke eingesetzt werden (mit Werbepausen und so) dann wird man nicht viele Freunde finden, denke ich. Aber es steckt ja erst in den Kinderschuhen. Vieles in verbesserter Form wird es in Zukunft bestimmt schon geben.