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Hosen runter: 15 Tage Flattr auf Basic Thinking

Gestern war der 1. Juli und da haben wir uns gedacht, dass das doch ein geeigneter Zeitpunkt wäre, um ein erstes Flattr-Resümee zu ziehen. Am 11. Juni hatten wir angekündigt, den Button des “Social Micropayment”-Dienstes auf Basic Thinking einzuführen. Drei Tage später haben wir den Startschuss gegeben. Und was hat es gebracht?

Nun, Millionäre sind wir keine geworden und wir können uns mit den durch euch generierten Einnahmen auch keinen Porsche vor das Fenster unserer Redaktion stellen. Aber es sind in einem halben Monat immerhin 43,23 Euro zusammengekommen und auch über diesen Betrag freuen wir uns sehr. Auch möchten wir die Gelegenheit nutzen, Danke zu sagen. Und klar, wir hoffen natürlich auch für die kommenden Wochen und Monate auf Eure Unterstützung. Achso, ihr wollt weitere Details? Kein Problem, sollt ihr bekommen.

In insgesamt 48 Artikeln wurde der Flattr-Button durch unsere Leser 240 Mal geklickt. Wie eingangs geschrieben, kamem so rund 43 Euro zusammen. Im Durchschnitt macht das 18 Cent pro Klick. Der von euch am höchsten geschätzte Artikel war übrigens Jürgens Flashback „Es waren einmal die 2000er Jahre„. Er wurde 30 Mal geflattert und bescherte uns 7,79 Euro. Glückwunsch, Jürgen! Nachfolgend eine Top-5-Liste mit den erfolgreichsten Artikeln:

  Titel Klicks Ertrag Ertrag/Klick
1. Es waren einmal die
2000er Jahre
30 7,79 0,26
2. Jetzt oder gar nicht
mehr: Das Netz versucht es noch einmal mit dem Geldverdienen
20 3,72 0,19
3. Das Jahrzehnt der
Entwickler bricht an
14 1,68 0,12
4. Facebook-Attacke gegen
spanischen Referee Alberto Undiano
13 2,58 0,20
5. Das iPhone 4 im
Schnell-Test: Schönes Gerät mit Makeln
12 2,42 0,20

Wie ihr der Tabelle entnehmen könnt, sind die am häufigsten geflatterten Artikel auch meist die ertragreichsten. Dass dem aber nicht immer so ist, zeigen die Beispiele drei und vier, wo mehr Klicks in einem deutlich geringeren Gesamtertrag  resultieren.

Noch extremer fällt dieses Phänomen bei den nur ein Mal geflatterten Artikeln auf. Hayos Post „Für Büro-Hengste: die Fußball Weltmeisterschaft im Internet“ beispielsweise erhielt ebenso wie Saskias Apple Mac Mini jetzt flacher und mit HDMI nur einen Klick. Dennoch weist der Betrag pro Klick zwischen den beiden eine Differenz von 1,78 Euro auf.

Woran liegt das? Nun, hier greift das flexible Prinzip von Flattr. Ihr selbst entscheidet, wie viel Geld ihr monatlich auf Euer Flattr-Konto einzahlt. Die Folge: je mehr Artikel im Netz euer Gefallen finden, desto stärker reduziert sich natürlich unterm Strich die Summe, die auf jeden einzelnen angeklickten Artikel entfällt. All unsere 15 One-Click-Artikel zusammen ergaben immerhin eine Summe von 3,24 Euro.

Für die Cracks unter euch noch etwas zum Median: der Median lag bei den Klicks pro Artikel bei drei, beim Ertrag pro Artikel bei 29 Cent und beim Durchschnittsertrag pro Artikel und Klick bei 12 Cent. Wenn ich zudem die Zahlen richtig deute, dann klettern die Flattr-Artikelzahlen langsam aber stetig nach oben. Unser Artikel Bloxia: Suchmaschine und Aggregator für deutsche Blogs [Interview] vom 11. Juni hat mit der Kennziffer 21.963 die kleinste Flattr-ID. Die höchste hat der letzte in unserer Statistik berücksichtigte Artikel SmartPad von 1und1: Markteinführung könnte schon am 1.Juli sein [2. Update] mit der Kennzahl 29.356. Der „most recent“-Artikel bei Flattr weist aktuell die Zahl 30.344 auf (linke untere Ecke).

Seit wir also auf Basic Thinking den Flattr-Button eingeführt haben, sind über 8.400 neue Flattr-Artikel erschienen. Dies sagt zwar noch nichts über die tatsächliche Anzahl der Flattr-Konten aus oder darüber, wie viele Artikel auch wirklich geflattert wurden. Betrachtet wir aber die Anzahl der Artikel pro Woche, lässt sich Folgendes erkennen. In der ersten Woche stieg die ID-Kennzahl von Basic Thinking-Artikeln von besagten 21.963 auf 24.326 (+2.363), in der zweiten auf 27.851 (+3.525). Der letzte im Juni gepostete Artikel fünf Tage später hatte die ID 29.545 (+1.694). Der Zeitraum ist für eine eindeutige Aussage noch etwas zu kurz, daher habe ich mir bei den Kollegen von YuccaTree – Jürgens altem Blog – mal Referenzwerte abgeguckt. Die IDs ihrer Artikel stieg im Juni über vier Wochen betrachtet zunächst um 8.731,dann um 1.850, 4.077 und zuletzt um 2.252 Punkte. Die hohen Schwankungen lassen ebenfalls kein eindeutige Aussage zu, zeigen aber eines deutlich auf: Da ist noch Luft nach oben, was die Zahl der Flattr-Artikel anbelangt. Und um die zu erhöhen, sollten sich alle jene von euch, die noch keinen Flattr-Account haben, einen zulegen. Wir helfen euch gerne mit einer Einladung zur Eröffnung eines Kontos weiter. Einfach kurz bei uns melden, für den Rest sorgen wir.

Euch allen, die ihr auf Basic Thinking schon während unmittelbar nach den ersten Tagen der Einführung so fleißig geflattert habt, nochmals ein herzlichstes Dankeschön!

(Marek Hoffmann / Hayo Lücke)

Update: Freitag, 02. Juli, 11.11 Uhr:
Für einen Einladung zu Flattr bitte eine Email an Christoph Berger unter Angabe eurer Homepage schicken. Da wir leider auch nur über eine begrenzte Anzahl an Codes verfügen, losen wir unter allen Einsendungen bis Montag 12 Uhr die Gewinner aus. Verschickt wird dann am Montag im Laufes des Nachmittages.


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

35 Kommentare

  • Ich schließe mich Fiacybrez an.
    Sobald mehr meiner gelesenen Blogs Flattr einsetzen werd ich mir sofort ein Konto anlegen – Ich will ja gerne was für die Arbeit zahlen 🙂

    Also macht nochn bissel Werbung für den Dienst und violla – ihr habt einen zahlwilligen Leser mehr 🙂

    Wobei ihr mir auch gerne eine Einladung auch jetzt schon zukommen lasst könnt! Freu mich – danke 🙂

  • Das Flattr-System erinnert mich ein wenig an das Punkteabrechnungssystem für die Ärzte – die wussten auch nie, wie viel sie pro Punkt am Schluss bekommen… Also ich hoffe, dass den kritischen Geistern hier mal die Augen geöffnet wurden, dass man nur mit Unterstützung der Leser keinen professionellen Blog betreiben kann, und Werbeeinnahmen hier unabdingbar sind. Diese Einnahmen über Flattr sind absolut lachhaft und ich denke, die mittlerweile üblichen Spendenbuttons von Paypal würden wesentlich mehr bringen. Die Masse der Nutzer wird niemals einen Flattr-Account beantragen, nur um Blogbetreibern im „Abo“ ein paar Almosen zukommen zu lassen. Noch so ein Dienst, den die Welt nicht braucht…

  • Vorallem Paypal scheint daran gut zu verdienen. Finde die 43,- € ehrlich gesagt ziemlich mager, da hatte ich mir von den BT-Lesern wesentlich mehr erwartet, wenn man von den Charts und der Lesekraft von BT ausgeht. Aber ich glaube, dass daran ein Sommerloch auch einen erheblich Anteil hat.

  • „Achso, ihr wollt weitere Details? Kein Problem, sollt ihr bekommen.“

    Danke für den sehr informativen Artikel. Darf man als Datennerd ganz frech sein, und die flattr-revenues.csv Datei komplett als Download fordern? Ich habe nämlich angefangen, diese zu sammeln.

  • Was ich an flattr vor allem schätze ist die Bekanntmachung anderer Blogs und Artikel über die Most-flattred-Listen. Das ist zwar eine reine montäre Wertschätzung, aber ich hab noch keinen BLog mit vielen Flattr-Hits gesehen, das es nicht wegen seiner Aktualität oder tiefergehenden Recherche verdient hätte.
    Deswegen wünsch ich euch auch jede Menge flattr Streicheleinheiten

  • Und auch von mir gibt es wieder ein flattr 🙂 Dieser Dienst wird sich herumsprechen und verbreiten – gut, dass Du darüber berichtet hast.

  • Nach 15 Tagen ein Resumé zu ziehen finde ich etwas lächerlich. Meldet euch in einem Jahr nochmal…! Danke!

  • Ich glaube nicht daren. Wenn bei einem Blog wie BT nicht mal 100 Euro im Monat rumkommen, was mag dann bei einem Blog mit 5.000 Besuchern im Monat zusammen kommen – 50 Cent? Wieder ein Weg zum Millionär? ja schon – für den Betreiber halt. Die Idee an sich ist ja nett. Dass die Politiker noch nicht drauf gekommen sind ne Internet-Gema zu installieren – wär doch mal ne Idee für nen Hinterbänkler zur Sommerpause.

  • Man muss ja schon sehen das Flattr noch am Anfang steht, mehr Masse bedeutet auch mehr Einnahmen, was sich bestimmt in Zukunft noch einstellen wird.

    Finde es sehr cool das ihr eure Einnahmen hier Veröffentlicht und ein neues Modell zum Bezahlen der Arbeit der Schreiber ausprobiert.

    Habe leider noch kein Flattr, ansonsten würd ich jetzt „flattrn“ 😉

    weiter so!

  • Kann ich nicht rechnen oder sind manche hier nicht fähig dazu???
    2*15 Tage = 30 Tage = 1Monat, 47*2 = 94€ in 30 Tagen klingt doch gar nicht mal so schlecht. Und Flattr befindet sich für ja noch in der Betaphase. Wenn die vorbei ist, und das Flattr-Symbol immer öfter auftaucht, dann kommen auch mehr Umsätze, weil mehr Nutzer einen Account haben.

  • Hallo,

    bin wirklich gespannt, ob sich die Idee durchsetzt. Nachträglicher Paid Content ist in jedem Fall besser als Content nur gegen vorherige Bezahlung.

    Je mehr Leute mitmachen, desto weiter wird die Vergütung pro Klick zurückgehen. Ich befürchte, irgendwann muss dann in Cent gerechnet werden…

    Grüße

    Gretus

  • Ich bin ja immer noch skeptisch bzgl. des Flattr-Konzepts, wie auch in einem kurzen Artikel auf meinem Blog zu lesen war. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass in erster Linie der Anbieter verdient.

    Auch wenn der Start scheinbar nicht schlecht ist. Für einen Blog wie Basic Thinking würde man wahrscheinlich noch ein wenig mehr erwarten. Was sollte da wohl bei meinem kleinen Blog raus kommen.

    Mal sehen, ob es tatsächlich einen Flattr-Boom geben wird oder ob sich nur die Blogbetreiber alle gegenseitig bezahlen.

  • „Gestern war der 1. Juli und da haben wir uns gedacht, dass das doch ein geeigneter Zeitpunkt wäre, um ein erstes Flattr-Resümee zu ziehen.“

    Oder ihr habts bei netzpolitik gesehn und das dort sogar dieser Beitrag geflattert wird und zieht nun nach… Aber halt, das wäre ja ehrlich… 😀

  • http://flattr.com/register/beta

    ist doch garnicht so schwer 😉

    Mein 1. flattr ging an Euch 😉

    Schade dass die Mittelmänner wieder so viel daran verdienen (Wegelagerer wohin man schaut) … aber Flattr wird wohl nicht der einzige Micropayment Dienst bleiben – und Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

    Ich finde es gut, dass es zumindest Einige gibt, die nicht nur alles umsonst haben wollen, sondern für die Gebotenen Inhalte auch in harter Währung bezahlen.

  • Kein Mensch zahlt für Content, den ihr vom Englischen ins Deutsche übersetzt oder von heise geklaut habt!
    Deshalb weitere Artikel ala „Es waren einmal die
    2000er Jahre“.

    BasicThinking ist ein Blog und kein Nachrichten Portal.

  • @20: hast du das jetzt bestimmt, oder was? oder gibt es bei Wikipedia einen Eintrag über Basicthinking, als was es bezeichnet wird?

    ich habe auch flattr drin und bei mir hat noch nichts bei raus geschaut. ich sehe das aber nicht als „Wertschätzung“ meines Blogs, sondern nur deswegen, weil meine Zielgruppe zu wenig mit diesen Sachen in Kontakt ist.

    Ich glaube aber, das flattr als zusätzliche Einnahmequelle, die hoffentlich mal mehr an Wichtigkeit gewinnt, eine gute Rolle spielt. Schade ist nur, dass so große Blogs wie dieser, nur 40 Euro damit verdienen, das ist ja erbärmlich, mit google-Adsense wären da wohl ein paar Hundert Euro drin gewesen.

  • Würden die flattr Einnahmen größer sein, würde ich sogar auf Adsense Werbung verzichten, aber dazu braucht man erstmal 1. gute Beiträge und 2. viele Besucher.

    Dann lieber Adsense Werbung, wo nicht der Besucher sondern der Werbetreibende zahlt. 😀

    Aber ne option wäre es, wenn jeder flattr hätte, bisang sind es ja meistens nur twitter und blog Nutzer.

  • 43 EUR für zwei Wochen auf einem der erfolgreichsten Blogs im deutschsprachigen Internet? … das ist doch ein Witz, oder?
    Es ist echt traurig aber unter wirtschaftlichen Aspekten sollte man wirklich NIEMANDEM empfehlen, ein Blog zu betreiben. Als Hobby / Freizeitaktivität mag es ja ganz nett sein…

  • Nach 15 Tagen finde ich persönlich auch etwas zu früh..der Betrag ist etwas mickrig..aber wird schon noch werden.
    Wirtschaftlich gesehen ist das zwar besser als nix aber dennoch muss hier noch kräftiges Wachstum her!!

  • Wir vom Mittagtisch-ka.de – der geplegten Mittagspause in Karlsruhe – haben auch den kleinen, grünen flattr-Button eingebaut und schauen auch, wieviel Flattr-Spenden zusammenkommen. Dabei machen wir alle nur kostenlose bzw. bezahlte Werbung für einen anderen Dienst im Web, welcher pro flattr-Aktion 10% einstreicht. Bei Euch hat flattr also €4.30 erhalten + Zinsen für einen Monat von €43 (ist ja Pre-Paid).

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