Wie im Horrorfilm: Nokia eiskalt erwischt

Jürgen Vielmeier

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Lassen wir heute mal den Dom in Kölle, wie man in diesen Breiten so schön sagt. Denn Nokia hatte den Horrortrip von heute Vormittag ja vergangene Woche schon prominent angeteasert. Verlust würde es geben, weniger Umsatz und weniger verkaufte Smartphones auch. Also darf sich jetzt eigentlich kein Zuschauer beschweren, dass ihm der Film zu blutig ist.

Aber doch: Nokias jetzt offiziell verkündetes Finanzergebnis vom 1. Quartal ist mit das gruseligste, das man seit langem gesehen hat: 7,4 Milliarden Euro Umsatz und damit fast ein Drittel (29 Prozent) weniger als im Vorjahresquartal (10,4 Milliarden). Operativer Verlust: 1,3 Milliarden Euro, nach 430 Millionen Euro Gewinn ein Jahr zuvor. Statt 108,5 Millionen verkaufter Mobilfunkgeräte nur noch 82,7 Millionen (-24 Prozent). Statt 24,2 Millionen verkaufter Smartphones nur noch 11,9 Millionen. Das ist weniger als die Hälfte. Nein, es war keine gute Woche für Nokia und sein System Windows Phone.

Damit hat man nicht gerechnet

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Obwohl man seit einer Woche wusste, was kommt, hat das schlechte Ergebnis natürlich Konsequenzen: Die Verkaufssparte wird neu formiert und ihr bisheriger Chef Colin Giles verlässt das Unternehmen im Juni. Angeblich, um künftig mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Nokia-Chef Stephen Elop macht hohe Kosten aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen (Entlassungen) zum Teil für den Verlust verantwortlich, beschönigt aber nichts: Der Wettbewerb sei härter gewesen als erwartet. Der Verkauf der Lumia-Geräte verlaufe durchwachsen. In den USA erfülle man die Erwartungen, in U.K. eher weniger. Ziel sei jetzt, die Lumia-Linie auf Kurs zu bringen, noch mehr in Werbung zu investieren, mehr auf Kundenwünsche zu hören. Kurzfristig werde man die Trendwende schaffen und langfristig die Wünsche der Anleger zufriedenstellen.

Nokia ist seit längerer Zeit auf einem Abwärtstrend, aber dieses Mal ist etwas anders: Bislang waren die Verluste geplant gewesen. Man wechselte das System, wollte sich mit Windows Phone völlig neu erfinden und gab sich ein knappes Jahr Zeit dafür. Diesmal, scheint es für mich so durch, wurden die Finnen eiskalt erwischt. Mit einem derart schlechten Ergebnis hatte man nicht gerechnet. Nicht nach der aggressiven Werbekampagne für die Lumia-Reihe. Nicht nach dem pompösen Marktstart in den USA. Nicht, seitdem die neue Lumia-Linie langsam steht und die neuesten Phones in Tests nicht schlecht wegkamen.

Man hatte den Mörder im Keller vermutet, aber er wartete doch in der Dachkammer. Jetzt geht der Horrorfilm weiter. Wer noch helfen kann? Kurzfristig nur noch das Lumia 900, das in den USA ein Erfolg werden muss. Dann kommt Nokia da vielleicht noch irgendwie heile raus…

(Jürgen Vielmeier, Bild: Nokia)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.