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Google Store in Chicago? Warum Tech-Konzerne in die Innenstädte wollen

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Der Google Campus in Mountain View.
geschrieben von Stephanie Kowalski

Ein Google Store in Chicago? Das klingt erstmal ungewöhnlich, denn es gibt nicht viele Tech-Konzerne, die den Schritt in den stationären Handel wagen. Doch es kann viele Vorteile haben, als Online-Unternehmen auch offline vertreten zu sein. Eine Analyse.

Wenn man Berichten des Chicago Tribune oder des Wall Street Journals Glauben schenken will, plant Google eine Filiale in Chicago zu eröffnen. Im ersten Google Store könnte das Unternehmen aus Mountain View seine Pixel-Smartphones, seine smarten Lautsprecher und seine Chromebooks verkaufen.

Obwohl es sinnvoll erscheint, einen Google Store zu eröffnen, kommt die Meldung doch überraschend. Schließlich wagte sich Google bislang ausschließlich mit Pop-up-Läden in den stationären Handel. Ansonsten sind die Produkte über Dritthändler und Online-Shops erhältlich.

Laut den aktuellen Plänen soll der Google Store im Fulton Market entstehen und dort zwei Etagen einnehmen. Unweit des möglichen Standorts befindet sich bereits eine größere Niederlassung von Google, wie das US-amerikanische Branchenmagazin The Verge einordnet.

Noch gibt es zu den Gerüchten keine Stellungnahme seitens Google. Der Schritt wäre aber durchaus lukrativ. So hätten potenzielle Kunden beispielsweise die Möglichkeit, sich die Geräte anzuschauen und diese auszuprobieren.

Doch welche Gründe gibt es generell – und jenseits der Haptik – für Tech-Konzerne, den ersten Schritt in den stationären Handel zu wagen? 

Warum ein Google Store sinnvoll sein könnte

Mit einem eigenen Geschäft lassen sich nicht nur neue Kunden anlocken. Auch der Werbewert, der in einem eigenen Geschäft steckt, sollte nicht unterschätzt werden. Doch das sind natürlich nicht die einzigen Gründe, die für einen potenziellen Google Store sprechen.

1. Die Nähe zum Kunden

Was der Online-Handel schlecht imitieren kann, ist die Nähe zum Kunden. Wenn Tech-Konzerne ihre Produkte online verkaufen, sind sie und ihre Kunden an den Bildschirm und dessen Funktionen gebunden.

Marken können ihre Kunden nicht direkt erreichen oder mit ihnen sprechen. Ihnen ist es nicht möglich, Fragen zu stellen oder eine (emotionale) Beziehung zur Kundschaft aufzubauen.

Offline sieht das ganz anders aus. Hier können Menschen die Produkte berühren und bauen eine Bindung zur Marke wesentlich schneller auf.

2. Die Möglichkeit, Neues zu entdecken

Im Einzelhandel werden die Kunden mit mehreren Lösungen konfrontiert – anders als im digitalen Handel, bei dem sie selbst eine Lösung recherchiert haben. Offline gibt es keine Suchfilter, sondern nur die Möglichkeit, das passende Produkt zu entdecken.

Hier eröffnet sich Tech-Konzernen ein völlig anderes Kundenerlebnis, das es zu gestalten gilt. Menschen suchen in Läden nicht unbedingt nach einer speziellen Lösung oder einem bestimmten Produkt.

Und doch entdecken sie – je nachdem wie geschickt die Location ausgewählt wurde – das passende Produkt im Vorbeigehen oder durch Empfehlung anderer Einkäufer.

3. Die stärkere Kundenbindung

Das Feedback von Kunden ist sehr wichtig. Im digitalen Bereich sammelt man Unmengen an Daten und versucht so, die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden zu antizipieren.

Im stationären Handel holt man sich das Feedback direkt von seinen Ladenbesuchern. Denn Gespräche können dazu beitragen, Geschäftsentscheidungen zu treffen, neue Produkte zu entwickeln und viele weitere Zielgruppen zu entdecken.

Wenn Kunden mit dem Produkt interagieren und es selbst testen können, erhält man ein anderes viel wertvolleres Feedback als man es online derzeit erhalten kann.

4. Das individuelle Kundenerlebnis

Unterhaltung, Atmosphäre und Erfahrung: All das sind Eindrücke, die sich online nur schwer vermitteln lassen. Doch genau diese Aspekte erwartet der Käufer im digitalen und im realen Geschäft.

In einem Offline-Geschäft kann man mit Hilfe eines guten Services, guter Beratungen und durch auf die Zielgruppe angepasste Veranstaltungen genau diese Eindrücke vermitteln und dem Kunden ein positives Kundenerlebnis bescheren.

So kommen die Kunden nicht nur in persönlichen Kontakt mit dem jeweiligen Produkt, sondern auch mit der Marke und ihrer Philosophie.

Tech-Konzerne mit Offline-Stores

Ob Google tatsächlich seinen ersten Store bald in Chicago eröffnen wird, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit kann das Unternehmen noch Inspirationen bei anderen Tech-Konzernen sammeln.

So vertreibt beispielsweise Apple einen Großteil seiner Produkte über die eigenen Apple-Stores. Und auch Microsoft und der chinesische Elektronikhändler Xiaomi vergrößern ihre stationären Ladenflächen stetig – auch in Deutschland.

Welche Tech-Konzerne sollten deiner Meinung nach ein Geschäft eröffnen? Wo kaufst du lieber ein: online oder offline?

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Über den Autor

Stephanie Kowalski

Stephanie Kowalski ist Bloggerin und unterstützt als freiberufliche PRlerin kleine und mittelständische Unternehmen bei ihrer Kommunikation. In ihrem Blog Online PR Guide erklärt sie, wie man mithilfe bewährter PR-Strategien und moderner Online-Kanäle erfolgreich digital kommuniziert.

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