Social Media Wirtschaft

Deutsche Twitter-Mitarbeiter gehen juristisch gegen Kündigung vor

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Pixabay.com/ ElisaRiva
geschrieben von Maria Gramsch

Nach der Übernahme durch Elon Musk hat die Kündigungswelle auch Twitter in Deutschland erreicht. Doch hierzulande wollen sich die Beschäftigten nun juristisch gegen die Entlassungen wehren.

Es ist noch nicht einmal einen Monat her, dass Elon Musk den Kurznachrichtendienst Twitter übernommen hat. In dieser kurzen Zeit hat es der Tesla-Chef geschafft, das soziale Netzwerk ins Chaos zu stürzen.

Erst krempelt Musk das bisherige System um die Verifizierungen um und löst damit eine Welle von Fake-Accounts aus. Dann entließ er rund die Hälfte der Mitarbeiter:innen, nur um einigen davon kurz darauf wieder zurück zu bitten.

Von der Entlassungswelle nach der Musk-Übernahme ist auch Twitter in Deutschland betroffen. Doch die Beschäftigten haben sich nun zusammengeschlossen und wollen rechtlich gegen ihre Kündigungen vorgehen, wie aus einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi hervorgeht.

Wie liefen die Kündigungen bei Twitter in Deutschland ab?

Bisher hatte Twitter in Deutschland rund 30 Mitarbeiter:innen. Wie viele davon noch übrig sind, schreibt Verdi in seiner Mitteilung nicht.

Die Betroffenen erhielten ihre Kündigungen am 4. November per Mail. Vor allem sei der Bereich der Software-Entwicklung von den Entlassungen betroffen, zitiert Verdi einen Ex-Mitarbeiter, der anonym bleiben will.

Die Kündigungen seien dann am 16. November auch per Post zugestellt worden. Doch zuvor hatten sich die Betroffenen bereits gewerkschaftlich organisiert.

Betroffene treten in Gewerkschaft ein

Wie Verdi schreibt, seien die betroffenen Mitarbeiter:innen bereits nach Zugang der E-Mail-Kündigung in die Gewerkschaft eingetreten. Besonders verärgert seien sie gewesen, dass niemand zuvor mit ihnen gesprochen hatte und sie einfach gefeuert wurden.

Nun seien Kündigungsschutzklagen in Arbeit. Diese führen die betroffenen Mitarbeiter:innen von Twitter in Deutschland. zusammen mit der Gewerkschaft durch.

Twitter in Deutschland soll einen Betriebsrat erhalten

Doch damit sind die Bemühungen der gekündigten Mitarbeiter:innen noch nicht vollständig. Denn sie wollen nun einen Betriebsrat für Twitter in Deutschland gründen. Denn die Kolleg:innen, die im Unternehmen verbleiben, sollen so „besser gegen weitere Schnellschüsse von Elon Musk geschützt“ werden.

Begleitet werden sie dabei von Hikmat El-Hammouri, der auch schon bei TikTok mit den Beschäftigten zusammen einen Betriebsrat ins Leben gerufen hat. Die Beschäftigten in den Social-Media-Unternehmen hätten immer geglaubt, „so etwas wie Mitbestimmung, Vertrauensleute oder Betriebsräte bräuchten sie nicht“.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

2 Kommentare

  • Ich verstehe den letzten Satz nicht:
    „Die Beschäftigten in den Social-Media-Unternehmen hätten „immer glaubten, so etwas wie Mitbestimmung, Vertrauensleute oder Betriebsräte bräuchten sie nicht“.“

  • Und jetzt sollen langjährige Gewerkschaftsmitglieder aus ihren Beiträgen die Verfahren von Neumitgliedern bezahlen? Verdi sollte dies ablehnen.

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