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Google kooperiert mit Mastercard und Citibank: Durchbruch für NFC mit fahlem Beigeschmack


Google hat einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge eine Kooperation mit dem Kreditkartenunternehmen MasterCard und der Bank Citigroup geschlossen, um kontaktloses Bezahlen mit Near Field Communication (NFC) voran zu bringen. VeriFone, ein Anbieter für Kassenterminals, soll Projektpartner sein. Es könnte den Durchbruch für die Technik bedeuten, die Bezahlvorgänge erheblich beschleunigen und dafür sorgen soll, dass wir in Zukunft vielleicht keine Geldbörse mehr brauchen.

Es ist das erste Mal, dass zwei weltumspannende Unternehmen der Finanzbranche beim Thema NFC eine Partnerschaft mit einem der großen Technikplayer schließen. Bisher waren Smartphone-Hersteller wie Samsung, LG und Nokia auf eigene Faust vorgegangen und hatten NFC-Tags in einige ihrer Handys eingebaut – ohne dass überhaupt klar war, ob und wie sich NFC durchsetzen würde.

Beim Bezahlen wird ein NFC-fähiges Handy oder Tablet an der Kasse über ein Lesegerät gehalten. Den Kauf bestätigt man über eine Anwendung auf dem Handy. Der Vorgang soll schneller gehen als das gewohnte Zahlen mit EC-Karte, Kreditkarte oder bar. Dazu muss ein NFC-Tag im Gerät integriert sein oder außen angebracht werden. Auf diesem stecknadelgroßen Transponder werden Kunden- und Kreditkartendaten gespeichert. Von NFC wird erwartet, dass es sich erst dann durchsetzt, wenn größere Hardwareanbieter die Technik in Smartphones integrieren. Blackberry hat Geräte mit NFC angekündigt, Apple sich noch nicht dazu geäußert. Die beiden Samsung-Geräte Galaxy S II und Google Nexus S sind derzeit die einzigen NFC-fähigen Geräte mit Googles mobilem Betriebssystem Android auf dem Markt. Hier kann Google eigene NFC-Anwendungen anbieten und die Technik weiter fördern.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Google tausende Händler in New York und San Francisco mit NFC-Lesegeräten ausstatten will. Der Webriese bringt sich damit als Vorreiter der noch nicht standardisierten Technik in Stellung. Dass ein großer Anbieter die Führung übernimmt, wird von Technikexperten als notwendige Voraussetzung für den Durchbruch der Technik angesehen.

Google will wissen, was wir wann wo kaufen

Google hat freilich auch etwas davon. Zwar will das Unternehmen keine Gebühr für Transaktionen verlangen – das fehlte noch! – aber Kunden müssen bei Google ihre Kreditkartendaten hinterlassen. Google bekommt damit eine wunderschöne Übersicht darüber, was wir wo kaufen, und kann uns dazu noch genauer personalisierte Werbung anbieten. Technisch gesehen ist da in Zukunft noch einiges mehr möglich. Google könnte etwa Apps anbieten, die uns bei der Finanzplanung helfen oder uns davor warnen, zu viel Geld auszugeben. Händler wiederum könnten uns, ähnlich wie bei Eincheckdiensten, für häufige Einkäufe belohnen. Nicht umsonst überlegt auch Foursquare, NFC in die nächste Version seiner App einzubauen.

Die technischen Möglichkeiten sind enorm. Services rund um NFC haben die Möglichkeit zu verändern, wie wir heute mit Geld umgehen. Es bietet Möglichkeiten für ganz neue Arten von Apps und natürlich vereinfacht es auch Verkäufern die Arbeit. Und doch bleibt ein fader Beigeschmack. Es ist ja harmlos, wenn man dank einer Google-Empfehlung beim Bäcker ein Stangenbrot geschenkt bekommt, weil man fünfmal in Folge drei Brötchen gekauft hat. Aber muss Google auch wissen, ob jemand gerne G-String-Tangas oder Lederunterwäsche trägt, sich Hämorrhoidencreme und Inkontinenzwindeln kauft? Ich denke nein. Es sollte die Möglichkeit geben, der Speicherung solcher Daten zu widersprechen. Und zwar von Anfang an, damit die eigentlich sehr praktische Technik NFC nicht in Verruf gerät. Im Januar hatte ich das Szenario entworfen, was eigentlich wäre, wenn Google selbst als Bank fungieren würde. Dem ist man heute einen Schritt näher gekommen. Wir sollten die Technik nicht verteufeln, aber ein Auge darauf haben, zu welchen Bedingungen Konzerne sie uns anbieten wollen.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

15 Kommentare

  • Stimme dir in allen Punkten zu. Hört sich interessant an, aber ich denke, dass diese Technik wenn überhaupt, erst in den USA und dann nach und nach bei uns etablieren wird.

  • Meiner Meinung nach bietet diese NFC Technologie die Möglichkeit einer ganz großen (und auch positiven) Entwicklung im Bereich Handys. Ich stimme aber auch 100%ig zu mit diesem „faden Beigeschmack“ wovon Sie reden. Wir sollten uns darauf freuen, aber, wie immer, auch ein bisschen vorsichtig von neuen Technologien sein.

  • Warum wäre das so schlimm, wenn Google Gebühren verlangen würde? Heutzutage müssen Händler auch Gebühren an diverse Anbieter zahlen um Kartenzahlung anzubieten (Bank, Kreditkartenanbieter, Terminalhersteller). Wenn die Abwicklung nun Google übernimmt wäre das für die Kunden kein Unterschied, die Gebühren sind in den Preisen eh schon einkalkuliert.
    Interessant fände ich es nur zu wissen ob Google dann nicht bald auch eine Banklizenz braucht (zumindest in einigen Ländern wie Deutschland).

  • Während meiner Ausbildungen hörte ich: Es gab in der sogenannten vorchristlichen Zeit eine Art der „Buchführung“ welche in Deutschland beispielsweise den „Kommunen“ (zum Beispiel den Gemeindeverwaltungen) abverlangt wurde. Daher wurde nach dem letzten Weltkrieg auch von Insidern die Stein-Hardenberg-sche Reform erneut installiert, zu deren Durchsetzung die Kommunalaufsicht mit bestimmten Befugnissen versehen, Scheckreitereien unterbinden konnte.

    In der Vorwikileaks Zeit unterhielt ich mich mit dem damaligen Logen-meister (Freimaurer ?) Karl Germeshausen, der nach seiner Visitenkarte in der Elbchaussee 206 lebte und sich für meine Ideen interessierte, im Zuge dieser Aktionen lernte ich auch mit Hans-Jürgen Lipski einen Credit Underwriter der Hermes Kreditversicherungs-AG kennen, welcher nach eigener Erklärung in der Hauptabteilung Delkredereversicherung Friedensallee 254, 22763 Hamburg die Reguläre Rentenversicherung gegen die Wand fahren konnte, während Otto Normalverbraucher wegen sogenannter Schwarzarbeit vor den Kadi gezerrt werden konnte. Er erklärte mir, die Bundesregierung sei nicht einmal im Traum daran interessiert, sich den Regeln welche sie für andere als Gesetzgeber durchgesetzt zu unterwerfen.

    Steuereinnahmen wurden stattdessen 25 – 26 mal beim Gerling Konzern und anderen Versicherungen wie der Hannover-schen und gleichzeitig auch der Münchener Rückversicherung als Eingang verbucht, erst dadurch konnten die sogenannten Landesbanken etwas in Szene setzen was man volkstümlich mit „sich etwas in die eigene Tasche lügen“ umschrieben wurde. Um Enthüllungen wie jetzt von mir immer öfter ins Netz gestellt zu vermeiden wurden vorzugsweise Beamte resozialisiert, welche durch Drogenkonsum, Alkoholmißbrauch oder durch sexuelle Anomalien, zB. Homosexualität etc. aufgefallen waren.

    Wenn es um die Wiederherstellung meiner Reputation gehen soll, denn eigentlich möchte ich wie die meisten Normalbürger nicht immer wieder für Dumm verkauft werden, vertraue lieber einen Partner wie Goggel, welcher für mich eher die transparente Variante stellt, denn kürzlich erwiesen sich die japanischen Kraftwerke als nicht besonders sicher, gestern verbrannten im Hafen von Itzehoe zwei Lagerhallen (Silos) mit 32 Tausend Tonnen Getreide, die Straßen wurden gesäumt von Seeleuten der etwas anderen Art, schauen wir mal was die geschaut und angeblich gesehen haben, bis neulich meint eher etwas skeptisch

    Bernd J.H.Altenburg, VISP Zentrum alternativer Medien und Quantenmechanik er

  • Android zu kaufen uns als Softwareplattform zu nutzen war eine clevere Entscheidung von google. Warum nicht NFC? Wenn es schneller geht. Das google Strategien verfolgt und seine Softwarekomponenten vernetzt ist verständlich. Bisher profitieren alle von deren innovativer Suchmaschine. Wer Probleme mit der Tatsache hat, dass google zuviel von uns weiß, braucht die Technik nicht einzusetzen, kann bar zahlen. So einfach ist das.

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