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Wie zählt YouTube eigentlich Views? Es ist kniffliger als du denkst!

YouTube, Videos, Laptop
Wie zählt YouTube eigentlich Views? (Foto: Unsplash.com / NordWood Themes)
geschrieben von Marinela Potor

Wie erfolgreich ist ein Video auf YouTube? Eine wichtige Kennzahl dafür sind YouTube Views. Also: wie oft ein Video aufgerufen wird. Doch wie werden die Views genau gezählt? Die Antwort ist komplizierter als du vermuten magst. 

Einmal ein Video auf YouTube anschauen entspricht einem Aufruf? Das klingt logisch. Doch so einfach ist das Zählen der YouTube Views definitiv nicht.

Was als View zählt und was nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere wenn du deinen Kanal monetarisieren möchtest, ist es wichtig, die Mechanismen hinter den YouTube Views zu verstehen.


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YouTube Views keine exakte Wissenschaft

Zunächst einmal sollte man wissen, dass die Erfassung der YouTube Views keine genaue Wissenschaft sind – jedenfalls nicht für Außenstehende.

Denn dahinter stecken auch Algorithmen, deren Programmierungen Außenstehende nicht zu 100 Prozent kennen. Wie so oft bei SEO-Analysen basiert also viel auf Erfahrungswerten, die im Einzelfall abweichen können.

Gleichzeitig aktualisiert und verbessert YouTube seine Algorithmen natürlich auch regelmäßig, sodass sich bestimmte Dinge mit der Zeit auch ändern können.

Die folgenden Aussagen basieren also auf gesammelten Erkenntnissen, die nicht auf jeden Einzelfall exakt zutreffen, aber zumindest grobe Richtlinien vorgeben, an denen du dich orientieren kannst.

30 Sekunden entscheiden alles

YouTube zählt ein Video als „angeschaut“, wenn zwei Grundbedingungen erfüllt sind:

  1. Ein Nutzer hat das Video aktiv selbst zum Abspielen aufgerufen.
  2. Er hat das Video mindestens 30 Sekunden lang angeschaut.

Du musst die Videos dabei nicht zwangsweise von Sekunde null bis Sekunde 30 linear anschauen. Die Zeit kann auch beim Durchzappen des Videos zusammenkommen.

Was passiert, wenn du ein Video weniger als 30 Sekunden lang anschaust? Dann gilt dies meist nicht als View. Und was ist mit Videos, die kürzer als 30 Sekunden sind?

Hier muss nach Einschätzung von Matthias Funk, dem Mitgründer des YouTube-SEO-Tools Tubics, eine bestimmte Anzahl von YouTube Views zusammenkommen, die dann als ein Aufruf zusammengerechnet werden. Wie hoch die Anzahl ist, ist unklar.

Die Experten von Hubspot wiederum gehen davon aus, dass ein Aufruf dann gezählt wird, wenn ein Zuschauer einen bestimmten prozentualen Anteil des Videos angeschaut hat.

Klar ist jedenfalls, dass du derart kurze Videos nicht monetarisieren kannst. Das funktioniert erst ab der magischen Videolänge von 30 Sekunden.

Kann man ein Video mehrmals anschauen und mehr YouTube Views bekommen?

Die überraschende Antwort darauf ist: ja! Denn YouTube zählt auch wiederholte Aufrufe als mehrfache Views. Wenn also eine Person mit dem gleichen Gerät und der gleichen IP-Adresse dasselbe Video mehrmals an einem Tag aufruft, wird dies mehrfach gezählt.

Das funktioniert aber nicht unendlich. Es gibt eine Obergrenze, die irgendwo bei vier bis fünf Views liegt.

Es ist übrigens auch nicht erlaubt, Views zu kaufen.

In diesen Fällen zählen YouTube Views nicht

Zudem hat YouTube verschiedene Filter, um View-Bots zu erkennen und diese nicht legitimen Views auszuschließen.

Dazu gibt es bestimmte Kriterien. So muss ein Nutzer die Videos auf realistische und logische Art anschauen. Wenn also ein Konto alle 30 Sekunden lang von Video zu Video springt und die Videos außerdem keinen Bezug zueinander haben, gilt dies als Bot-Zuschauer. Die Views von diesem Konto werden dann nicht mehr gezählt.

Auch „echte“ Nutzer können ihre Aufrufe aberkannt bekommen. Die Plattform zählt beispielsweise keine Views von Nutzern, die Spam-Kommentare hinterlassen. Auch Videoaufrufe, die über die Autoplay-Funktion starten, klammert die Plattform aus.

Analytics-Tools zeigen unterschiedliche Werte an

YouTube hat verschiedene Werkzeuge, mit denen deine Views gezählt werden. Doch dabei nutzen die Algorithmen offensichtlich unterschiedliche Methoden, denn die Anzahl der Views ist nicht immer einheitlich.

Vor allem kurz nach dem Hochladen können die YouTube Views in Analytics, in der Suchfunktion, auf der Watch Page und im Creator Studio voneinander abweichen.

Zählen Views in Live-Videos?

Tatsächlich zählt YouTube die Views nicht nur in aufgezeichneten Videos, sondern auch bei Live-Videos. Hier gibt es aber ein Zeitfenster von 24 Stunden, in dem YouTube die View-Zahl anpasst. So lange braucht die Plattform, um die Views zu verifizieren und zu korrigieren.

Folgende Views zählen bei Live-Videos nicht:

  • mehrere gleichzeitige Aufrufe von der gleichen IP-Adresse über verschiedene Geräte
  • der Aufruf des gleichen Videos in mehreren Browser-Fenstern
  • Videos, die nach 30 Sekunden aktualisiert werden

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Es gibt natürlich einen einfachen Grund, warum die Ermittlung von YouTube Views so kompliziert ist. Die Anzahl der Videoaufrufe ist eine wichtige Metrik, um mit Videos Geld zu verdienen. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass Nutzer versuchen, ihre Aufrufzahl künstlich in die Höhe zu treiben, um mehr Einnahmen zu generieren.

Darum hat YouTube irgendwann entschieden, dass es die Views ab einer bestimmten Aufrufzahl verifiziert. Früher waren dies 301 Aufrufe. Die Zahl liegt wahrscheinlich mittlerweile höher. Doch auch wenn Aufrufe nach wie vor wichtig sind, solltest du der Kennzahl auch nicht allzu viel Bedeutung zumessen.

YouTube Views sind nicht alles

Denn YouTube hat mittlerweile erkannt, dass nicht alle Views gleichwertig sind. Ein Aufruf von einem Zuschauer, der sich ein Video von Anfang bis Ende anschaut und einen Kommentar hinterlässt, ist zum Beispiel mehr wert als ein kurzer Aufruf von 40 Sekunden ohne Interaktion.

Engagement-Metriken werden also auch auf YouTube wichtiger als die rohe Zahl der Views. YouTube spricht daher auch mittlerweile lieber von „Watch Time“ (Zuschau-Zeit) als von Views.

Wenn du also das meiste aus deinen Videos herausholen willst, gilt auch hier mittlerweile: Das erreichst du vor allem über wiederholt guten, interessanten und hochwertigen Content.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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