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Trade Republic vergrault seine Kunden mit neuer App

Fabian Peters
Trade Republic

Trade Republic hat seine Zinsen erhöht und den Anleihenhandel gestartet. Doch die erhoffte positive Resonanz blieb aus. Denn der Neobroker hat gleichzeitig eine neue App präsentiert und seine Kunden damit regelrecht vergrault. Von Kritikfähigkeit fehlt dem Unternehmen dabei zudem nahezu jede Spur. Ein Kommentar. 

„Das neue Design ist wirklich schlecht“, „Bitte macht es rückgängig“ oder „Warum tut ihr sowas“: So oder so ähnlich lauten derzeit zahlreiche Kommentare zu einem Instagram-Beitrag, in dem Trade Republic seine neue App anpreist. Doch diese Beispiele fallen noch vergleichsweise harmlos aus.

Denn für den Neobroker hagelt es aktuell heftig Kritik – und das zurecht! Während einige User bereits ankündigten, zum Konkurrenten Scalable Capital wechseln zu wollen, bezeichnen andere das neue Design sogar als „irreführend“. Ein klassischer Fall von „verschlimmbessert“ also?

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Trade Republic demontiert sich mit neuer App selbst

Nein! Denn es kommt noch verschlimmschlimmbesserter. Auf mittlerweile allein über 1.000 Instagram-Kommentare (Stand: 18. September 2023), von denen geschätzt 99 Prozent negativ ausfallen, reagiert Trade Republic nämlich überwiegend mit katastrophalen Reaktionen und unverständlichem Unverständnis. Krisenkommunikation? Fehlanzeige!

Auf konstruktive Kritik hin bittet der Neobroker beispielsweise um konstruktive Kritik. Kommentare zum fehlenden Menü, irritierenden Charts oder der schlechten App-Navigation stempelt Trade Republic als „Einzelfälle“ ab – bei fast 1.000 negativen Kommentaren – allein auf Instagram. Vor der Dunkelziffer dunkelt es mir!

Wie sich ein Neobroker selbst abschafft

Zugegeben: Ich war bislang durchaus Trade Republic-Fan. Eine übersichtliche App, gepaart mit einem (bislang) authentischen Image und fairen Kondition: Das alles hat der Neobroker mit seinem App-Update und mangelnder Krisenkommunikation quasi über Nacht über den Haufen geworfen.

Dabei galt das Community-Konzept des Unternehmens in den vergangenen Jahren quasi noch als Alleinstellungsmerkmal – ja sogar als Erfolgsgeheimnis. Doch getreu dem Motto „never change a running System“ hat das Unternehmen sein „running System“ verrannt. Ein spektakulärer Schuss in den Ofen!

Ganz ehrlich: „Verschlimmbessert“ trifft es da noch harmlos. Denn Trade Republic spricht sogar davon, dass die neue App auf Tests in Form von Nutzerfeedback basiert. Bislang konnten wir – im Hinblick auf die App – jedoch kein einziges durchweg positives Feedback finden.

Ob gelogen, gefälscht oder von Ja-Sagern inspiriert: Es ist nicht nur die neue Trade Republic-App, die einen in Schaudern versetzt, sondern auch der gruselige Umgang damit – wobei die Social Media-Abteilung einem ja fast schon Leid tun kann.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).