Wirtschaft

2 E-Mails von Elon Musk, die viel über (seine) Führung verraten

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Screenshot / YouTube
geschrieben von Christian Erxleben

Elon Musk ist bei Tesla für seine spontane und direkte Kommunikation bekannt. Das beweist nicht zuletzt sein Twitter-Account. Zwei nun veröffentlichte interne E-Mails verraten, was der Tesla-Chef über Führung denkt und welchen Führungsstil er verfolgt.

Elon Musk: Tesla-Chef kommuniziert spontan und direkt

Elon Musk ist definitiv nicht mit anderen CEOs, Gründern und Geschäftsführern zu vergleichen. Der Tesla-Chef steht mit Blick auf seine Kolleg:innen im Management für eine direkte, transparente und offene Führung.

Das zeigt nicht zuletzt sein Twitter-Account. So hat Elon Musk mit seinen Tweets schon mehrfach den Tesla-Kurs und andere Aktienkurse durch einzelne Tweets mit wenigen Wörtern oder nur einem Bild massiv beeinflusst.


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Das jüngste Beispiel ist dafür sicherlich seine Abstimmung darüber, ob er zehn Prozent der Anteile, die er an Tesla-Aktien hält, verkaufen soll. Letztendlich beugte er sich der Mehrheit und veräußerte ein Aktien-Paket im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar.

Schon im Frühjahr 2021 sorgten seine Tweets mehrfach dafür, dass die Kryptowährung Dogecoin massive Kurssprünge machen konnte. Und auch Erwähnungen von einzelnen Unternehmen sind wahre Kurs-Booster oder Vernichter.

2 E-Mails von Elon Musk, die zwei Feinheiten über seinen Führungsstil bei Tesla verraten

Diese direkte und teilweise auch spontane Kommunikation ist mit Sicherheit ein Markenzeichen von Elon Musk. Er pflegt seinen Twitter-Account selbst. Ein Tweet ist nicht das Ergebnis von stundenlangen Abstimmungen mit Dutzenden von Personen.

Deshalb eilt Elon Musk auch manchmal der Ruf voraus, etwas unüberlegt zu agieren. Doch auch wenn manche (alkoholisierte) Tweets das nahe legen, agiert der Manager auch in diesen Situationen mit Kalkül. Nicht umsonst gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.

Der US-amerikanische Nachrichtensender CNBC hat schon mehrfach interne E-Mails von Elon Musk an die Tesla-Mitarbeiter:innen und Führungskräfte erhalten. Erst kürzlich hat die Redaktion zwei dieser Mails veröffentlicht, die jeweils an die gesamte Belegschaft verschickt worden sind.

Elon Musk gegenüber Mitarbeitern: Freundlich und fördernd

Die erste E-Mail befasst sich mit dem Musik-Konsum in den Tesla-Fabriken.

Just wanted to say that I very much support music in the factory, as well as any little touches that make work more enjoyable.

An associate just sent me a note asking if we could have one ear bud for music so the other ear can listen for safety-related issues. That sounds fine to me.

Also, ambient music from speakers is also totally cool so long as there is reasonable agreement among your colleagues as to the music choices.

If there are other things that you think would improve your day, please let me know. I care very much that you look forward to coming to work every day!

Er geht dabei auf eine Frage ein, die ein Mitarbeiter an ihn herangetragen hat. Dabei geht es darum, ob Musk es seinen Mitarbeiter:innen erlaubt, in einem Ohr Musik zu hören. Das andere Ohr bleibt frei, um etwaige Sicherheitsanweisungen mitzubekommen.

Elon Musk unterstützt das. Er betont sogar, dass er Hintergrundmusik erlaubt, solange alle Anwesenden damit einverstanden sind.

Musik am Arbeitsplatz fördert die Konzentration

Insgesamt wird anhand dieser E-Mail deutlich, dass es Elon Musk primär darum geht, das Wohlbefinden und die Mitarbeiter-Zufriedenheit zu maximieren.

Das ist mit Sicherheit kein Zufall. Schließlich ist seit Jahren bekannt, dass glückliche Mitarbeiter:innen deutlich motivierter sind und bessere Arbeit leisten als unmotivierte Angestellte.

Ebenso spannend sind in diesem Kontext die Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen zu Musik am Arbeitsplatz. Sie belegen, dass dezente und leise Klänge im gesamten Büro die Konzentration erheblich steigern können.

Zugleich sorgt (Lieblings-)Musik dazu, dass sich die Laune der Angestellten nachweislich verbessert. Kritisch wird Musik am Arbeitsplatz erst, wenn sie zu laut ist oder von bestimmten Mitarbeiter:innen als störend wahrgenommen wird.

Elon Musk gegenüber Führungskräften: Direkt und gnadenlos

Die zweite der veröffentlichten E-Mails von Elon Musk richtete sich an die Manager und Führungskräfte bei Tesla.

If an email is sent from me with explicit directions, there are only three actions allowed by managers.

1. Email me back to explain why what I said was incorrect. Sometimes, I’m just plain wrong!

2. Request further clarification if what I said was ambiguous.

3. Execute the directions.

If none of the above are done, that manager will be asked to resign immediately.

Thank you,

Elon

Dabei fällt auf, dass Elon Musk seine Kommunikation komplett gewandelt hat. Die Ansprache erfolgt strukturiert und direkt. Es ist ein klares Machtverhältnis in den E-Mails erkennbar.

Letztendlich haben die Tesla-Manager drei Möglichkeiten, um mit E-Mails von Elon Musk umzugehen.

  1. Sie antworten und erklären Elon Musk, was an seinen Aussagen, Ideen oder Forderungen falsch ist. Manchmal liegt auch er (Elon Musk) falsch.
  2. Sie antworten und bitten um Erklärungen, falls etwaige Anweisungen zweideutig waren.
  3. Falls keine der beiden Optionen zutrifft, gilt es, die Anweisungen auszuführen.

Keine Reaktion? Dann bitte kündigen

Insbesondere der Abschlusssatz hat es sprichwörtlich noch einmal in sich. Darin erklärt Elon Musk, dass alle Personen, die keine der drei Optionen ergreifen, bitte sofort ihre Kündigung einreichen sollen.

Diese Art der Kommunikation und der Konfrontation steht konträr zur unterstützenden E-Mail an die Mitarbeiter:innen, bei denen es um das Wohl der Masse ging. Im Führungskreis dagegen scheint es Elon Musk darum zu gehen, gefügige Manager zu haben, die seinen Anweisungen folgen oder ihn bei Fehlern belehren.

Platz für Diskussionen oder einen offenen Austausch scheint es nicht zu geben. Dabei ist natürlich auch klar, dass zwei E-Mails niemals stellvertretend für einen gesamten Führungsstil stehen können. Allerdings gibt auch dieser kleine Ausschnitt bereits spannende Einblicke.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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