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Archive for 04.2010

Billiger geht’s kaum: AOL verscherbelt ICQ in Russland für 188 Millionen Dollar28.04.10

icq

Und der Zuschlag geht nach… Moskau! Wie AOL gerade per Pressemitteilung verkündet, wurde endlich ein Käufer für die ungeliebte Tochter ICQ gefunden: es ist Digital Sky Technologies (DST). Bereits Anfang des Monats wurden gerüchteweise einige Namen potentieller Käufer im Bieterrennen genannt, darunter das ebenfalls russische Unternehmen ProfMedia sowie Tencent, ein Portalbetreiber in China. Die beiden Letztgenannten hatten jedoch Angebote gemacht, die offenbar weit unter den Vorstellungen des AOL-Chefs Tim Armstrong lagen. AOL hatte den Instant Messenger 1998 für 402 Millionen US-Dollar der israelischen Entwicklerfirma Mirabilis abgekauft.

Umso überraschter darf man nun über den tatsächlich erzielten Verkaufspreis sein: DST bekommt die Netzlegende für attraktive 187,5 Millionen Dollar hinterher geworfen. Vor ein paar Wochen war noch von 250 Millionen Dollar die Rede gewesen. AOL muss in den Verhandlungen ordentlich unter Druck gestanden haben, denn eigentlich verfügen die Russen über ordentliche Finanzmittel. In der Vergangenheit hatte DST in regelmäßigen Abständen Millionenbeträge unter anderem bei Facebook und dem russischen Facebook-Klon VKontakte zur Investition geparkt. “Die Übernahme von ICQ ist eine strategische Verbesserung unserer Geschäfte in Russland und in Osteuropa”, kommentiert DST-DEO Yuri Milner nun den Deal. “Der etablierte Markenname und der große Kreis loyaler Nutzer bieten eine sehr attraktive Gelegenheit, um unsere Position in der Region weiter zu stärken.” (weiterlesen …)

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Neues App-Zugpferd: VZ-Netzwerke setzen auf Online-Marktplatz28.04.10

Es ist wieder soweit: es gibt etwas Neues von den VZ-Netzwerken zu berichten. Wie ich einer soeben ins Haus geflatterten Pressemitteilung (siehe auch den Blog-Post)entnehmen kann, feiert der Marktplatz für kostenlose Kleinanzeigen nun offiziell seinen Geburtstag und ist für alle Mitglieder von studiVZ und meinVZ verfügbar. Zuvor befand sich das Projekt in einer etwa drei Monate währenden Testphase, in der es über 17.000 User anlockte, die über 2.200 Anzeigen veröffentlichten. Gelauncht wurde der Marktplatz in Kooperation mit dem noch nicht einmal ein halbes Jahr alten Start-Up anounz, an dem der Holtzbrinck-Konzern aber beteiligt ist und dessen Gründer bereits für eBay und dessen regionales Kleinanzeigen-Portal Kijiji tätig war. Gute Voraussetzungen, möchte man meinen. Und – ich gebe es zu – eine vom Prinzip her gute Idee, deren späte Umsetzung mich aber überrascht. Sei’s drum. Was könnt ihr aber denn nun auf der Plattform anstellen?

Nachdem sich der User eine entsprechende App installiert hat (Hinweis auf den Datenschutz ist dabei interessant), geht es in erster Linie darum, Kleinanzeigen zu inserieren. Und zwar kostenlos – was schon einmal der Grund dafür sein dürfte, warum sich in der Testphase so viele User für das Projekt haben gewinnen lassen. Bin ja mal gespannt, ob das so bleibt oder ob die Fehler von den ehemaligen Mitarbeitern übernommen werden, die eBay in der Gunst seiner User hat so rapide sinken lassen. In erster Linie geht es offenbar um Inserate für Waren und Dienstleistungen, die ihr anbieten, tauschen oder verschenken dürft. Diese werden in bislang zehn Hauptkategorien mit etlichen Unterkategorien unterteilt. (weiterlesen …)

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EU-Pirat Engström: Kinderpornos sind das Lockmittel der Lobbyisten28.04.10

Die folgende Meldung ist noch mit Vorsicht zu genießen, da es keinen Weg gibt, sie zu verifizieren. Doch ihr Urheber, Christian Engström, der erste Abgeordnete der Piratenpartei im EU-Parlament, hat eigentlich noch nie Anlass zum Zweifeln gegeben.

Doch nun eines nach dem anderen: In einem aktuellen Blog-Post berichtet der Politiker über ein Ereignis, das sich im Rahmen eines Seminars der US-amerikanischen Handelskammer im Sommer 2007 in Stockholm ereignete. Johan Schlüter, der Sprecher der dänischen Anti-Piraterie-Gruppe, die die Belange der nationalen Unterhaltungsindustrie im Netz vertritt, soll dabei das Wort ergriffen und Folgendes gesagt haben: “Kinderpornografie ist großartig. Es wird wunderbar werden, da Politiker Kinderpornos verstehen. Und indem diese Karte gespielt wird, können wir sie dazu bringen, dass sie Seiten blocken. Und wenn sie einmal damit angefangen haben, kriegen wir sie auch dazu, Filesharing-Seiten zu blocken.”

Das ist harter Tobak. Sollte der Spruch tatsächlich 1:1 so an jenem Tag gefallen sein, ist er zudem menschenverachtend bis hochgradig kriminell. Es wäre unter aller Sau. Diese Worte würden die Vermutung aller Netzsperrengegner auf einen Schlag bestätigen. Doch es geht noch weiter: “Eines Tages werden wir gigantische Filter haben, die wir in enger Kooperation mit der IFPI und der MPA entwickeln werden.” Engström verweist darauf, dass neben ihm noch zwei weitere Piratenpartei-Mitglieder im Raum waren und die Aussage bestätigen könnten. Schlüter habe offen zugegeben, dass Spürhunde der Unterhaltungsindustrie “ununterbrochen” das Netz nach Kinderpornos absuchen, um sie der Politik zu präsentieren und zu zeigen, dass Filter dagegen effektiv sein könnten. Mehrmals habe er darauf verwiesen, dass illegale Schmutzbilder und -filme ideal dazu seien, um die Macher von Gesetzen von den Vorhaben der Lobbygruppen zu überzeugen. “Schlüter sagte dies mit einem Grinsen, seine ganze Person strahlte Stolz und Enthusiasmus vom Podium herab.” (weiterlesen …)

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Android-Roundup: Flash kommt, der Fennec ist da – und welches OS landet auf den Tablets?28.04.10

Worum ich die Kollegen in den USA wirklich oft beneide, ist deren Möglichkeit, Interviews mit den Großen der Tech-Branche führen zu können. So wie Brad Stone vom Online-Ableger der New York Times, der einige Worte an Andy Rubin richten durfte. Zum Hauptaufgabenfeld des stellvertretenden Leiters der Entwicklungsabteilung beim Suchriesen Google gehört die Arbeit am hauseigenen Mobile-Betriebssystem Android. Und darüber plauderte Rubin in einem offenen ein paar interessante Dinge aus. Doch auch abseits des Interviews gibt es einige interessante Neuigkeiten über Android zu berichten.

Flash kommt voll unterstützt für Version 2.2

Gefrorener Jogurt. So lautet der Arbeitstitel, unter dem an der nächsten Version des Android-Betriebssystems gearbeitet wird. Im englischen wird daraus “Frozen Yogurt” oder kurz Froyo (augenscheinlich setzt Google damit die Tradition fort, den Android-Updates Namen von Süßspeisen zu geben). Und wenn es soweit ist und Version 2.2 das Licht der Welt erblickt – ein genaues Datum ist leider wieterhin unbekannt – , dann wird es mit eingebautem Flash-Support kommen. Dies verspricht Rubin den Fans des Adobe-Tools und dürfte damit auch ein wenig Balsam auf die zuletzt (durch Apple) sehr geschundenen Seelen der Adobe-Verantwortlichen gestrichen haben. (weiterlesen …)

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Android-Handys: Microsoft leiht dem Partner HTC ein paar Patente28.04.10

Hui, was ist denn da los? Microsoft hat seinem Best Buddy HTC gerade einen dicken Lizenzvertrag aufgedrückt – in aller Freundschaft, wie man nicht müde wird zu betonen. Der Deal erlaubt es HTC nun legal und offiziell, einige Patente der Redmonder bei der Entwicklung von Android-Handys anzuwenden. Im Gegenzug muss der Gerätebauer natürlich entsprechende Abgaben leisten – in welcher Höhe diese liegen, wurde nicht verraten.

Wer sich nun am Kopf kratzt und fragt, wie Microsoft an Patente im Rahmen eines Open Source-Betriebssystems gekommen ist – hier die Antwort: Microsoft macht so etwas gerne, erst vor wenigen Wochen wurde Amazon dieselbe Ehre zuteil. Dem Software-Riesen zufolge halte man beispielsweise seit Jahren zig Patente auf verschiedene Funktionen bei Linux. Nach eigenen Angaben hat Microsoft heute über 600 Kooperationsverträge dieser Art und in aller Herren Länder unter Dach und Fach. (weiterlesen …)

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Neuer Käufer für The Pirate Bay gefunden? Die Piraten wissen jedenfalls von nichts28.04.10

Würde man in diesem Fall die Redewendung von der “heißen Luft” bemühen, müsste gesagt werden: Was da im vergangenen Jahr rund um den Verkauf von The Pirate Bay ablief, war ein glühender Wüstensturm.

Machen wir einen kleinen Schritt zurück: Im Juni 2009 wurde bekannt, dass der schwedische IT-Dienstleister Global Gaming Factory (GGF) die Torrent-Seite für rund 5,6 Millionen Euro kaufen wollte. Der Plan war es, aus The Pirate Bay eine durch-und-durch legale Entertainment-Plattform zu machen. Doch die Probleme wurden schnell sichtbar. Die GGF verfügte weder über das nötige Kleingeld noch über den Segen der Rechteinhaber, zudem gebärdete sich der Geschäftsführer in den Verhandlungen wie ein Kind, das ständig Dinge fallen lässt – für Beobachter war die “Übernahme” eine Katastrophe.

Wäre das alleine nicht schon aufreibend genug, so wurden während dieser Zeit auch die Nutzer unruhig. Manche riefen zum Boykott auf, andere erstellten Backups des Trackers, die an anderer Stelle wieder im Netz als vollfunktionsfähige Ersatzlösungen auftauchten. Gleichzeitig drohten The Pirate Bay von allen Seiten Klagen von Rechteinhabern, kurzzeitig wurde die komplette Seite durch die schwedischen Behörden stillgelegt. (weiterlesen …)

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‘Drop GPS’-System: Braille-Kompass weist Sehbehinderten den rechten Weg27.04.10

Wer meinen Artikeln hin und wieder Aufmerksamkeit schenkt, dem wird es vielleicht schon aufgefallen sein: Ich finde Themen sehr spannend, bei denen es um technische Errungenschaften geht, die unseren körperlich und geistig beeinträchtigten Mitmenschen ihren Alltag erleichtern sollen. Ich hatte zuvor schon über ”Sensawaft“, ein Puste-Steuerungssystem für Körperbehinderte, sowie einen Microchip und eine Smartphone-Software für Menschen mit einer Sehbehinderung geschrieben. Letzteren kommt auch das “Drop GPS”-System zugute, über das ich heute in meinem Reader gestolpert bin.

Das von den beiden Designern Allan Sejer Madsen und Lukasz Natkaniec entwickelte Gadget, das ihr auf dem oberen Bild seht (nachfolgend kommen noch mehr), ist so eine Art Braille-Kompass. Es besteht quasi aus zwei Rundscheiben, die die Ober- und Unterseite des “Drop” darstellen und in der Mitte so miteinander verbunden sind, dass sie sich frei gegeneinander verdrehen lassen. Die kleinen Punkte oder Punktmuster auf der Oberseite des Teils repräsentieren die in einer Gegend vorkommenden Gebäude, die glatten, punktfreien Stellen Straßen und Plätze. Dort, wo im Bild der Daumen zu sehen ist, befindet sich sozusagen die Ausgangsposition des Users. Läuft dieser nun mit dem Teil in der Hand durch die Gegend, dann empfängt es die GPS-Daten zu dem Ort und erkennt entsprechend, wo sich eine Straße oder ein Gebäude befindet. Daraufhin rotiert die obere Scheibe derart, dass der Blinde die Beschaffenheit seiner Umgebung quasi erspüren kann. (weiterlesen …)

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Bundesratsinitiative: Hamburg will Street View-Flotte ausbremsen27.04.10

Die WLAN-Nummer war den deutschen Datenschützern dann doch zuviel. Auch wenn Google nie verheimlicht hat, Router-Signale bei den Kamerafahrten zu tracken – wirklich offensiv ist die Suchmaschine damit tatsächlich auch nicht umgegangen. In der 14-seitigen Broschüre zum Steet View-Dienst, die Google auf der CeBIT an interessierte Bürger verteilte (und die uns vorliegt), wird die WLAN-Kartografierung jedenfalls mit keiner Silbe erwähnt.

Die politischen Reaktionen sollen nun gleich auf den Fuß folgen: Wie aus Hamburg nun bekannt wurde, will der Datenschutz der Hansestadt mittels einer neuen Bundesratsinitiative ganz klare Auflagen für Googles Straßenfotografien gesetzlich verordnen. Eine solche Initiative bietet Bundesländern die Möglichkeit, selbst Gesetzentwürfe einzureichen und so bundespolitischen Einfluss zu nehmen: “Regeln zum Abfilmen von Häusern und Straßen müssen gesetzlich bindend sein. Eine freiwillige Selbstverpflichtung reicht nicht”, zitiert die “Süddeutsche” den Justizsenator Till Steffen. Schon am 7. Mail soll sich der Bundesrat mit den Vorschlägen beschäftigen. (weiterlesen …)

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Eye-Fi X2: Neuauflage der WLAN-Speicherkarte ist schneller, besser und nun auch hier zu haben27.04.10

Anfang dieses Jahres hatte Sony dem Publikum auf der CES 2010 einen fertigen Prototypen seines Transfer Jet vorgestellt. Mit dieser speziellen Memory-Karte sollte es möglich sein, ohne direkten Anschluss an ein Gadget, sondern drahtlos über eine Distanz von bis zu drei Zentimetern Daten mit einer maximalen Rate von 560 Mbit/s zu übertragen. Während wir hierzulande also noch auf dieses kleine Schmuckstück warten, feiert ein Unternehmen aus Mountain View Deutschlandprämiere mit der nächsten Generation seiner speziell nur für Fotos entwickelten Drahtlos-Karte. Der Nachbar von Google heißt Eye-Fi, ist ein Spezialist für Angebote rund um das Navigieren, Teilen und Pflegen von Digital-Fotos, und präsentiert mit der X2-Serie endlich seine selbst entwickelten Speicherkarte mit intergriertem WLAN-Modul auch mit Support, Software und Beschreibung in deutscher Sprache (siehe Shop).

Für die, die Eye-Fi nicht kennen: Mit einer Kamera (Übersicht der unterstützten Modelle), die mit solch einer Karte bestückt ist, können User zunächst wie gewohnt ihre Pics oder Filme aufnehmen. Der Clou besteht dann darin, dass diese Aufnahmen anschließend über das heimische WLAN-Netzwerk oder auch Hotspots automatisch an einem vordefinierten Speicherort – etwa PC oder Internet – abgelegt werden können, ohne natürlich dabei die Karte aus der Kamera nehmen zu müssen. Volle Speicherkarten gehören damit, zumindest in der Nähe von Hotspots, ebenso der Vergangenheit an wie Kabelverbindung mit dem PC und Card-Reader. (weiterlesen …)

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Bericht: Das Aldi-Tablet von Medion kommt im vierten Quartal27.04.10

Es wurden bereits im Vorfeld der WePad-Präsentation öffentlich Vermutungen ausgesprochen, dass der Aldi-Elektrozulieferer Medion seine Finger im Spiel habe: Der Essener Hersteller, so hieß es zunächst, werde den Support für WePad-Kunden übernehmen. Nun will die “Financial Times Deutschland” aus “Unternehmenskreisen” erfahren haben, dass die Kooperation sogar noch ein gutes Stück weitergeht. So soll Medion neben Partner Intel ebenfalls Komponenten für das WePad liefern. Die eigentliche Hammermeldung ist aber eigentlich eine andere…

Medion bastelt für Aldi derzeit an einem eigenen Tablet, das im Herbst – spätestens jedoch zum Weihnachtsgeschäft – auf den Discounter-Grabbeltischen zu finden sein wird. Damit dürfte die Preisschlacht im Flachmann-Sektor um den Jahreswechsel ordentlich angeheizt werden. Medion ist im vergangenen Jahr in den Markt mit All-in-One-Rechnern mit berührungsemfindlichen Displays eingestiegen: The Touch, so der Name des Produkts, ist jedoch eine reine Desktop-Lösung (das Bild oben zeigt den Touch mit abgeschnittenem Unterteil). (weiterlesen …)

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Gouvernator Schwarzenegger pocht auf Verbot von Gewaltspielen27.04.10

Haha, es klingt wie ein schlechter Scherz – doch die Story kommt aus den Staaten und dort ist bekanntermaßen ja nun mal alles möglich. Auch, dass der Mann, der Gewalt in Kinos und auf TV-Mattscheiben in den Achtzigern salonfähig machte, rund 30 Jahre später zum Anti-Aggro-Papst avanciert. Die Rede ist von Arnold Schwarzenegger, Gouverneur von Kalifornien und heutiger Teilzeit-Bodybuilder, setzt sich für die Verbannung sogenannter “Killerspiele” ein.

Die USA hatten vor rund fünf Jahren schon einmal über das Thema gestritten, als ein diesbezügliches Verbot von einem Bundesgericht gekippt wurde. Die Begründung überrascht für amerikanische Verhältnisse kaum: Ein gesetzlicher Verkaufstopp von Ballerspielen behindere die Amerikaner in ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung – und zwar auch die jungen unter ihnen. Kalifornien hatte zuvor argumentiert, dass Gewaltspiele Jugendlichen psychisch schaden und ihnen zudem antisoziales und dafür aggressives Verhalten einimpfen. Der Konsum rühre von einem “abartigen und morbiden” Interesse her. (weiterlesen …)

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WLAN-Ortung bei Android-Handys: Motorola wechselt von Google zu Skyhook27.04.10

Klingelt es bei euch bei dem Namen “Skyhook“? Ich helfe euch mal auf die Sprünge: Das ist das Unternehmen, das in den USA bereits seit Jahren das tut, wofür Google hierzulande vor Kurzem – zu Recht oder nicht sei mal dahingestellt – von unserem obersten Datenschützer Peter Schaar abgewatscht wurde. Es kartografiert WLAN-Netze. Wie auch der Suchgigant, schickt das Unternehmen hierzu speziell ausgerüstete Autos auf die Straßen der Welt, die Daten über Hot Spots sammeln. Auf ihrer Basis und im Zusammenspiel mit Informationen, die es über Mobilfunkmasten erhält, bietet Skyhook sein Wi-Fi Positioning System (WPS) an. Dieses ist natürlich umso genauer, je mehr Hot Spots sich in einer Region befinden. Gerade in Ballungszentren besticht die Lokalisierungsfunktion daher durch hohe Genauigkeit. Und noch einen Vorteil hat der Service des Unternehmens aus Boston: Besitzer älterer Handy-Modelle, die zwar über WLAN-Ortung, aber noch nicht über GPS verfügen, bekommen eine Art günstiges WLAN-GPS angeboten. Da nämlich eine WLAN-Ortung möglich ist, ist auch eine lokale Verortung möglich.

Und diese Firma nun hat heute eine Pressemitteilung herausgebracht, die Google so gar nicht schmecken dürfte. Die Kernbotschaft lautet nämlich: Der US-amerikanische Smartphone-Hersteller Motorola wird künftig “auf einem Großteil” seiner Android-basierten Geräte den vorinstallierten Google Location-Service zugunsten von Skyhooks WPS fallen lassen. (weiterlesen …)

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Angst vor Absprüngen: Facebook will Nutzer schon nach der Erstanmeldung integrieren27.04.10

Kein Zweifel, der Laden brummt. Hierzulande konnte Facebook im Vergleich zum vergangenen Jahr um 291 Prozent bei den Unique Visitors zulegen. Im März besuchten 15 Millionen deutsche Nutzer das soziale Netzwerk. Damit wurde jede einzelne Community der VZ-Konkurrenz überrannt: SchülerVZ, das größte der drei Netzwerke, kommt auf 9,3 Millionen. Sicher, wenn wir den kleinen Trick anwenden und alle drei Portale der Berliner in einen Topf werfen, stehen noch immer 21,4 Millionen VZ-Nutzer Facebook gegenüber – allerdings gibt es kaum Anzeigen dafür, dass es hier in naher Zukunft zu einem weiteren, signifikanten Wachstum kommen wird – zumal in einem dreistelligen Bereich.

Die Konkurrenz muss sich ranhalten. Dass sich Facebook in der Expansionspolitik keine Ruhe gönnt und immer weitere Benutzerkreise für sich erschließen will, zeigt auch ein gestern gelaunchtes Feature: Dazu wurde der Anmeldeprozess für neue User testweise ordentlich umgestellt: ab sofort spielt Facebook die Engagement-Trumpfkarte. Das Problem mit Plattform-Frischlingen besteht darin, dass mancher Nutzer nach der Registrierung schnell überfordert oder aber auch gelangweilt ist. Irgendwann droht die Gefahr des Absprungs. Wer sich heute bei Facebook anmeldet, bekommt deshalb ab sofort (noch nicht überall verfügbar) einen ganzen Korb an Unterhaltung angeboten: “Verbinde dich mit deinen Lieblingsstars, mit Unternehmen und Marken, um immer auf dem Laufenden zu bleiben”, heißt es nun in Schritt 4 des Anmeldeprozesses. (weiterlesen …)

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WePad: …und es funktioniert doch!26.04.10

Es ist nicht immer einfach mit diesem verflixten Internet. Nie tut es, was es soll. Will ich etwa eine bestimmte Information – am besten noch unter Androhung von weiteren Schritten – aus dem Netz tilgen, kann man davon ausgehen, dass sie sich rasender den je verbreiten wird. Möchte ich mich von meiner allerbesten Schokoladenseite präsentieren und bin nicht hundertprozentig vorbereitet, wird das Netz jeden noch so winzigen Fehler erkennen, analysieren und möglicherweise auch unnötig aufbauschen. Ihr merkt, langsam nähere ich mich thematisch der großen, deutschen Tablet-Hoffnung, dem WePad von Neofonie (wobei man deutsch hierbei auch erst noch genau definieren müsste).

Die bisherige Geschichte des WePad ist schnell erzählt: Mit einigen Vorschuss-Lorbeeren versehen tritt man zu einer ersten Presseveranstaltung an, um den iPad-Konkurrenten vorzuführen – und wird vorgeführt. Was der Presse vor Ort erst noch entgeht, bleibt den Experten an den Rechnern nicht verborgen. Das auf Linux aufbauende Pad offenbart eine Windows-Fehlermeldung, ist somit in aller Munde – wenn auch nicht so wie gehofft.

Nun startet das Team um Helmut Hoffer von Ankershoffen heute den zweiten Anlauf und hat einige Journalisten und Tech-Blogger eingeladen, mal selbst Hand anzulegen an das herbeigesehnte Gerät. Außen vor lasse ich jetzt vielleicht mal den Test der Bild-Zeitung, die ihren Experten schon gestern auf das WePad losgelassen hat, zu dem Schluss kommt, dass man das iPad vorziehe, auch wenn man nicht genau erklären könne wieso und uns dazu eine 12-teilige Klickstrecke präsentiert, die ein Foto eines WePads im Vergleich zum iPad zeigt – und elf weitere iPad-Fotos. (weiterlesen …)

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Gute PR-Arbeit: Schlaf-Forscher sprechen sich für Kindle aus – und gegen das iPad26.04.10

Sollte es Barnes & Nobles oder Sony, aber vor allen Dingen Amazon gelingen, die Ergebnisse dieser Studie in eine große Werbekampagne geschickt einzuflechten, dann könnten sie vielleicht so die Verkaufszahlen ihrer E-Reader noch weiter steigern. Vorstellbar wäre etwa ein Konzept, bei dem die Ängste von Menschen mit Schlafstörungen geschürt werden. Oder eines, bei dem die Konkurrenz aus Cupertino einen Seitenhieb abbekommt. Und hierum geht’s: Schlaf-Forscher vom UCLA Sleep Disorders Center in Santa Monica haben etwas herausgefunden, was so neu nicht ist. Nämlich, dass Geräte, die Licht aus- oder abstrahlen, das Einschlafen erschweren, Schlafstörungen bewirken oder den Schlaf-Wach-Rhythmus stören können. Dies hängt damit zusammen, dass dieses künstliche Licht die Produktion des körpereigenen Hormons Melatonin, das unter anderem in der Netzhaut des Auges gebildet wird, einschränkt. Dieses “natürliche Schlafmittel” bewirkt aber, dass wir zur gegebenen Zeit ins Schlummerland hinübersetzen.

Nun haben die Forscher aber eigentlich nicht wegen dieser Erkenntnis das Interesse der Los Angeles Times – und mittlerweile auch eines großen Teils der Blogosphäre – auf sich gezogen. Vielmehr sorgte ein Warnhinweis für die – möglicherweise bewusst heraufbeschworene – Publicity (für sich oder das Krankenhaus): “Die Quintessenz ist, dass Schlaflosigkeit und elektronische Gadgets, die Licht ausstrahlen, vor dem Zubettgehen nicht miteinander kombiniert werden sollten.” Und dann kommt der Kracher, eine kostenlose Kaufempfehlung, in deren Genuss sonst eigentlich nur Apple kommt: “Kindle ist besser für Ihren Schlaf.” (weiterlesen …)

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