Blog

Archive for 07.2010

Amazon-Facebook-Deal: Schöner Shoppen mit deinen Profildaten28.07.10

Wer seine Bücher und DVDs bei Amazon bestellt, kennt das vermutlich bereits: der Onlinebuchhändler merkt sich seine früheren Käufe und erstellt daraus Empfehlungen für Produkte, die ihn eventuell ebenfalls interessieren. Mit der gestern angekündigten Kooperation mit Facebook geht der Buchladen nun einen Schritt weiter: er wertet das Netzwerk-Profil des Kunden und die Vorlieben seiner Freunde aus und erstellt daraus eine persönliche Vorschlagliste.

Schöne neue Shoppingwelt: Nun erinnert mich nicht nur mein Social Network an kommende Geburtstage (ein Feature, das ich persönlich sehr nützlich finde), sondern Amazon hilft mir auch aus dem Dilemma, dass ich wieder nicht weiß, was ich eigentlich verschenken soll. Während ich in jeder Hinsicht noch völlig ahnungslos bin, weist mich der freundliche Onlinehändler schon darauf hin, dass „Private Practice“ möglicherweise ein passendes Geschenk für den Geburtstag meiner Freundin in zwei Wochen wäre. Denn Amazon weiß ja von ihrem Facebookaccount, dass sie „Gilmore Girls“ und „Grey’s Anatomy“ mag und schlägt dementsprechend eine passende Fernsehserie zum Kauf vor. Und bewahrt mich davor, mich zu lange mit mir unbekannten Frauenserien beschäftigen zu müssen. (weiterlesen …)

Posted in Ideen, Internet, Social Networks, Unternehmenwith 33 Comments →

Google vs. GEMA-Allianz: Suchgigant gewinnt italienische Verwertungsgesellschaft für sich [2.Update]28.07.10

Es scheint fast so, als hätte YouTube der (vorläufige) Sieg im Urheberrechtsprozess gegen Viacom völlig neuen Kampfgeist eingehaucht. Wie nämlich der Online-Ableger der ”Financial Times Deutschland” am gestrigen Dienstagabend berichtete, ist der Videoplattform respektive deren Mutter Google ein weiterer, spektakulärer Etappensieg gelungen. Man hat sich mit der Società Italiani Autori ed Editori (Italienische Gesellschaft der Urheber und Verleger, SIAE), dem italienischen Pendant zur deutschen GEMA, auf einen neuen Vertrag geeinigt. Dieser gestattet es YouTube, auch weiterhin auf der eigenen Seite Musiktitel abzuspielen. Das pikante Detail an der Sache ist: Damit schert die SIAE aus einer von Rechteinhabern im gemeinsamen Kampf gegen den Such-Giganten gegründeten Allianz aus – die von der GEMA ins Leben gerufen wurde.

Die hatte im Mai dieses Jahres auf einer eigens dafür anberaumten Pressekonferenz zur Überraschung vieler Beobachter angekündigt, die Verhandlungen mit YouTube abbrechen zu wollen.  Zudem wurde die Löschung respektive Sperrung der nach Auffassung der GEMA und ihrer Partner durch YouTube illegal genutzten Werke gefordert. Als Grund wurde ein fehlender Fortschritt in den mehr als einjährigen Verhandlungen angeführt. Woran diese nun tatsächlich gescheitert waren, wollen und können die beiden Parteien aufgrund eines sehr strikten Non-Disclosure-Agreements, das sie zum Stillschweigen über jegliche Verhandlungsdetails verpflichtet, nicht offenbaren. Es wird aber spekuliert, dass es vor allen Dingen bei der Bewertung dessen, was eine ”adäquate” Vergütung für die von der GEMA vertretenen Künstler sei, keinen Konsens findet. Die Verwertungsgesellschaft behauptet, einen Cent für jeden Abruf eines Videos von YouTube zu verlangen. Die Google-Tochter spricht hingegen von 12 Cent. (weiterlesen …)

Posted in Geld, Internet, Recht, Unternehmenwith 9 Comments →

Der Telefon-Transformer von memon – Schutz vor Handystrahlen im Alltag28.07.10

Sponsored Post Was ist das?
Anzeige

Zehn Prozent aller Deutschen leiden mittlerweile unter Elektrosensibilität, Tendenz steigend. Stechender Kopfschmerz direkt nach dem Mobiltelefonieren, Druck in den Schläfen, Ohrenschmerzen, Müdigkeit, permanente Konzentrationsschwäche und allabendliche Einschlafprobleme sind nur einige wenige Symptome, unter denen die Betroffenen zu leiden haben. Umweltforscher schlagen Alarm, Mobilfunkbetreiber und Elektroindustrie wiegeln ab.

Ob Elektro- und Handysmog krank machen, darüber wird seit Jahren gestritten. Das Bundesamt für Strahlenschutz und die Weltgesundheitsbehörde bestreiten einen kausalen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Krebserkrankungen. Eine EU-Studie warnt indes: Elektromagnetische Felder können Zellen zerstören und das Erbgut verändern. (weiterlesen …)

Posted in Sponsored Postwith No Comments →

Top-Verdiener der Dekade: Oracle-Gründer ist König der US-Firmenchefs, Jobs auf Platz vier27.07.10

Preisfrage: Wer kann mir sagen, wer auf dem Teaserbild zu sehen ist? Larry Ellison,  Gründer von Oracle, einem der weltweit größten Softwarehersteller? Richtig – aber nicht die Antwort, die ich hören wollte. Vielmehr ist darauf der Mann zu erkennen, der mit großem Abstand die Liste der am besten verdienenden US-Firmenchefs anführt. Das “Wall Street Journal” hat die Einkommensverhältnisse der Bosse über einen Zeitraum von zehn Jahren analysiert und Ellison zum König der Krösusse gekrönt.

Den Angaben der Online-Ausgabe der Tageszeitung zufolge hat Ellison insgesamt stolze 1,835 Milliarden Dollar verdient. Der Betrag errechnet sich aus dem eingestrichenen Salär sowie den Boni, Sozialleistungen und Gewinnen durch Belegschaftsaktien und Aktien-Optionen. Mit dieser Summe liegt der gute Mann fast 700 Millionen Dollar vor dem Zweitplatzierten, Barry Diller, Gründer des – offenbar nicht nur mir bis dato unbekannten – Unternehmens InterActiveCorp. Und auf Platz drei folgt Ray R. Irani. Mit “nur” 857 Millionen Dollar gehört der Gründer von Occidental Petroleum, einem Öl-Explorations- und Förderunternehmen, aber nicht mehr zu den Verdienst-Milliardären. Die Top 10 der Großverdiener könnt ihr der nachfolgenden Tabelle entnehmen (einen Überblick über alle 25 Unternehmen findet ihr beim WSJ): (weiterlesen …)

Posted in Geld, Personen, Unternehmenwith 9 Comments →

Später Rettungsversuch – Chatroulette geht gegen Exhibitionisten vor27.07.10

Im Februar dieses Jahres begann der überraschende Siegeszug von Chatroulette, einem Videochatsystem, das der russische Teenager Andrey Ternovskiy in seiner Freizeit programmiert hatte.  Die Teilnehmer des Angebots werden per Zufall mit irgendeinem anderen User auf der Welt verbunden, bis einer der beiden die Lust verliert und die Verbindung beendet. Dann erhält jeder von ihnen einen neuen, zufällig ausgewählten Chatpartner zugeteilt.  Obwohl es auch einige charmante Aktionen wie beispielsweise Mertons Klavierimprovisationen über seine Gegenüber gibt, ist das Programm vor allem wegen der Freaks bekannt geworden, die sich dort recht schnell in großer Zahl tummelten.

Während die seltsamen Figuren die Attraktivität des Angebots zunächst noch eher steigerten, zog seine Anonymität auch eine weniger harmlose Nutzergruppe an. Der Videochat wurde schnell zum Ziel für diejenigen, die ihre Zeigefreudigkeit vor der Webcam vermeintlich ungestörter ausleben konnten, als ihnen das früher in öffentlichen Grünanlagen möglich war. Dadurch wurden mehr und mehr Nutzer abgeschreckt und die Zugriffszahlen gingen in den Keller. (weiterlesen …)

Posted in Ideen, Internetwith 21 Comments →

Google vs. Yelp: Maps-Update könnte Anfang vom Ende der Bewertungsplattform einläuten27.07.10

Des einen Freud, des anderen Leid. Am gestrigen Montag hat Google auf seinem Mobile-Blog ein neues Update für seine Map-App vorgestellt. Die Version 4.4 des Karten-Dienstes für Android-Smartphones kommt mit einer verbesserten Google Places-Applikation und einem eigene Icon (siehe Screenshot) daher. Zur Freude des Users, der jetzt noch einfacher und genauer nach Restaurants, Kinos und Ähnlichem in seiner Umgebung suchen kann.

Kommen wir nun zu des anderen Leid. Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, wird der Raum für die Konkurrenz immer eng, wenn der Suchgigant verstärkt mit seinen Diensten in eine zuvor besetzte Nische drängt. Dies könnte nun Yelp schmerzlich erfahren. Das soziale Bewertungsnetzwerk, das erst vor knapp einer Woche den Sprung über den großen Teich rüber zu uns geschafft hat, hätte sich Google im vergangenen Jahr gerne einverleibt. Ob nun, um gegen Bing vorzugehen oder um sich die Arbeit zu sparen und ins gemachte Nest zu setzen, sei mal dahingestellt. Allein: Yelp zierte sich. Den Betreibern der Rezensionsplattform dürfte aber spätestens zu diesem Zeitpunkt gedämmert haben, dass sie sich künftig auf ihrem eigenen Terrain mit dem Suchgiganten würden messen müssen, da er nun Google Maps ohne hinzugekauftes Know-how und Datenmaterial weiterentwickeln würde. (weiterlesen …)

Posted in Internet, Produkte, Unternehmenwith 10 Comments →

Facebook und das 84-Prozent-Debakel: Vermeintlicher Vertrag im Netz aufgetaucht27.07.10

Da hat Kollege Hayo neulich scheinbar den richtigen Riecher gehabt, als er vermutete, dass diese Meldung noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen könnte. Der Mann auf dem Foto – Programmierer Paul Ceglia, der seine Brötchen mittlerweile mit dem Verkauf von Holzpellets verdient, hat unlängst den 84-prozentigen Anteil an Facebook für sich beansprucht und viele von uns – ich inklusive – haben eher müde gelächelt.

Ein Mann, der sich jahrelang diesbezüglich nicht zu Wort gemeldet hat und der selbst in den Blickpunkt der Justiz geraten ist, macht einfach nicht den Eindruck, als liefere er mehr als nur den Stoff für die journalistische Saure-Gurken-Zeit im Sommer. Jetzt jedoch könnte sich das Blatt wenden, denn mittlerweile sind die Dokumente, die im Mittelpunkt der Klage gegen Zuckerberg stehen, im Internet aufgetaucht. (weiterlesen …)

Posted in Recht, Social Networkswith 21 Comments →

US-Regierung: ‘Jailbreaking’ des iPhone ist legal27.07.10

In unserem gestrigen Artikel über die Jailbreak-Legende Jay Freeman hatten wir schon angedeutet, dass aus juristischer Sicht nichts dagegen spricht, auf dem eigenen iPhone aus dem restriktiven Rahmen des Apple-Betriebssystems auszubrechen. Wenige Stunden später wird diese Ansicht amtlich bestätigt: die amerikanische Regierung erklärt nun offiziell (PDF), dass das Hacken des eigenen Telefons gegen keine US-Gesetze verstößt.

Bisher hatte Apple argumentiert, dass die Installation nicht genehmigter Software ein Verstoß gegen das amerikanische Urheberrechtsgesetz “Digital Millennium Copyright Act” (DMCA) sei, das die Umgehung von digitalen Kopierschutzmaßnahmen aller Art verbietet. Der zuständige Leiter der Kongressbibliothek und des Copyright Office hat nun entschieden, dass diese Interpretation des Gesetzes zu weit geht. Damit erhalten jetzt per Erlass des Kongressbibliothekars alle Smartphonebesitzer endlich die volle Kontrolle über ihr eigenes Gerät und werden nicht weiter durch die strengen Urheberrechtsvorschriften des jeweiligen Herstellers gegängelt. (weiterlesen …)

Posted in Hardware, Ideen, Produkte, Rechtwith 20 Comments →

‘Tweet Media’: Twitter arbeitet an Einbindung von Fotos und Videos27.07.10

Ähnlich wie gestern im Falle von Facebook, haben einige aufmerksame Twitter-User auch bei dem Microblogging-Dienst eine neue Funktion entdeckt: ”Tweet Media” (siehe Screenshot). Hierbei handelt es sich ganz offensichtlich um die Möglichkeit, Fotos und Videos in den Stream einzufügen: “Standardmäßig werden dir nur Fotos und Videos von Personen angezeigt, denen du folgst.”

Schneller aber als Nessy in Loch Ness verschwinden kann, sobald es jemand zu Gesicht bekommt, war auch die Funktion kurze Zeit nach ihrer Entdeckung wieder weg. Allerdings hielt das die Kollegen von Mashable nicht davon ab, diesbezüglich mal bei Twitter nachzuhaken. Die Antwort ist zwar knapp ausgefallen, aber immerhin wurde die Existenz des neues Features nicht geleugnet: “Wir erkunden ständig neue Features und Einstellungen. Was zu sehen war, war ein kleiner Test einer möglichen Einstellung für eingebettete Medien. Wir zeigen eingebettete Medien auf unseren eigenen  iPhone- und Android-Apps”. (weiterlesen …)

Posted in Internet, Social Networkswith 6 Comments →

Facebook: Gerüchte über Möglichkeit, Accounts nun auch endgültig löschen zu können26.07.10

Bei den Kollegen von Slashdot habe ich eben folgenden Kommentar des Facebook-Users “roseability” aufgeschnappt: “Facebook hat still und heimlich die Möglichkeit eingeführt, seinen User-Account zu löschen. In den Konto-Einstellungen wurde aus “Konto deaktivieren” nun “Konto deaktivieren oder löschen”. Und wenn man die Option auswählt, wird vorgegeben, dass das Konto und alle mit anderen Usern geteilten Informationen endgültig gelöscht werden.” Und dann folgt die etwas süffisante Bemerkung: “Facebook ist tatsächlich willens, die Daten permanent zu löschen. Die zählen wohl darauf, dass nur wenige User davon Gebrauch machen”.

Was ist denn da los? Warum sollten Mark Zuckerberg und seine Datenjäger denn plötzlich freiwillig auf die Daten von abwanderungswilligen Usern verzichten? Bislang hat Facebook – aus unternehmerischer Sicht betrachtet nachvollziehbaren Gründen – doch eher das Gegenteil gemacht. Ähnlich den früheren Privacy-Einstellungen, an denen Änderungen von ungeübten Usern kaum zu bewerkstelligen waren, wurde der Weg zum Löschen eines Accounts doch recht beschwerlich gestaltet. Wenn ich mich nicht irre, verlief er über die Datenschutzrichtlinien und / oder die Hilfeseite. Sollte sich das Gerücht daher Bewahrheiten – was ich bislang noch nicht bestätigen kann (siehe Screenshot meines Accounts) -, dann wäre das eine echte Überraschung. Oder vielleicht doch nur Augenwischerei? (weiterlesen …)

Posted in Internet, Social Networkswith 24 Comments →

‘Jailbreak’-Legende Jay Freeman im Interview: Einblicke, Ausblicke und Anekdötchen26.07.10

In der US-Radio-Sendung “Make It Work” dreht sich alles um Neuigkeiten aus dem Bereich Technologie und Technik-Trends. Und weil dem so ist, hat man sich am vergangenen Samstag einen ganz besonderen Interview-Partner ins Studio geholt: Jay Freeman – einigen unter euch vielleicht besser bekannt unter seinem Pseudonym “Saurik“. Wer den Nerd gar nicht kennt, hat vermutlich kein “gejailbreaktes” (an dieser Stelle entschuldige ich mich ausnahmsweise mal für das schlimme Denglisch-Wort, für das ich keine bessere deutsche Alternative kenne) iPhone und folglich darauf auch nicht die Software Cydia installiert. .

In einem etwa viertelstündigen Interview stellt sich Freeman den Fragen der beiden Reporter und gewährt einige interessante Einblicke in die Dev Team-Community (irgendwie erstaunlich, dass Lemma wie “Dev Team”, “Jailbreak” und “Cydia” noch nicht Einzug gehalten haben in die deutsche Wikipedia), erzählt ein paar amüsante Anekdötchen und gibt einen Ausblick auf das, was von den “Knastausbrechern” noch zu erwarten sein darf. Ich habe die interessantesten Aspekte des Gesprächs nachfolgend einmal für euch zusammengefasst. Wer sich die gesamte Unterhaltung angucken möchte, kann dies mittels der ebenfalls nachfolgend eingebetteten YouTube-Videos tun. (weiterlesen …)

Posted in IT, Produktewith 12 Comments →

Kritik an aktueller Bittorrent-Studie: Forscher ignorieren legale Inhalte26.07.10

Am Wochenende machte die Meldung die Runde, nach einer aktuellen Studie der australischen Universität von Ballarat hätten nur 0,3 Prozent der über Bittorrent getauschten Dateien legale Inhalte. Finanziert wurde die Studie von der „Australian Federation Against Copyright Theft“ (AFACT), die schon anhand ihres Namens deutlich macht, dass es sich bei ihr um einen Interessenverband der Medienbranche handelt. Durch Lobbyorganisationen finanzierte Studien sind nicht notwendigerweise fehlerhaft oder verfälschend, allerdings sollte man gerade dann besonders genau hinsehen.

Dementsprechend verstimmt reagieren die Torrentanhänger auf die unkritische Übernahme der Meldung auch in renommierten Diensten wie ZDnet und Ars technicaAndrew Norton kritisiert auf seinem Blog das methodische Vorgehen der Studie: indem die Wissenschaftler die 1.000 beliebtesten Downloadlinks ausgewählt hätten, lasse sich kaum von einer repräsentativen, zufälligen Auswahl sprechen, aus der man auf die Gesamtheit der getauschten Dateien schließen könne. (weiterlesen …)

Posted in Allgemein, Internet, Rechtwith 7 Comments →

Wikileaks: Veröffentlichte Dokumente zeigen das wahre Gesicht des Afghanistan-Krieges26.07.10

Wer am heutigen Montag im Netz nach einer News-Seite sucht, auf der nicht Wikileaks das Top-Thema ist, dürfte ziemlich lange zu tun haben. Die Whistleblower-Website, auf der anonym Dokumente veröffentlicht werden, die das Fehlverhalten von Regierungen und Unternehmen aufzeigen sollen, sorgte vergangene Nacht nämlich mit einer aufsehenerregenden Aktion für Furore. Insgesamt 91.731 Kriegsdokumente des US-Militärs über den Afghanistan-Krieg, die aus dem Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 31. Dezember 2009 stammen, wurden für alle User öffentlich zugänglich online gestellt.

Dass uns die Regierungen und Militärs über den Krieg im nahen Osten nur das wissen lassen, was sich ohnehin nicht verheimlichen lässt oder ihnen gut in die Strategie passt, sollte jedem mündigen Bürger schon lange bewusst sein. Wie viel von ihnen in den rund sechs Jahren aber tatsächlich verschwiegen oder beschönigt wurde – darüber kann sich nun jeder sein eigenes Bild machen. Und zwar durch die Augen der Soldaten, die in dem Krisengebiet zum Einsatz kamen beziehungsweise dort noch im Einsatz sind. Denn von ihnen wurden die Dokumente verfasst (eine Auswahl der wichtigsten Aufdeckungen – etwa, dass Pakistan heimlich die Taliban unterstützt - hat der Spiegel zusammengestellt). Manche davon sind offenbar so brisant, dass sie nicht nur der zivilen Öffentlichkeit, sondern auch der afghanischen Regierung vorenthalten wurden. (weiterlesen …)

Posted in Internet, Kritikenwith 13 Comments →

Basic Flashback: Blog-Kommentare – Segen und Seuche des 21. Jahrhunderts25.07.10

Dieter Matz bloggt für das “Hamburger Abendblatt” unter “Matz ab” über den Fußballklub Hamburger SV und legte damit eine kleine Erfolgsgeschichte hin. Ende Mai beantwortete er dem Medienmagazin Meedia für einen Beitrag ein paar Fragen, in dem auch dieser interessante Satz fiel:

Ich weiß, dass alle großen Zeitungen auch gerne ein solches Blog hätten. (…) Doch die finden in ihren Sport-Redaktionen keinen, der freiwillig den Zeitaufwand erbringen und die ständigen Nörgler ertragen will.

Damit waren die Kommentatoren gemeint, mit denen sich der frühere Print-Journalist in seinem Blog tagtäglich herumschlagen muss. Warum eigentlich? Wer hat es jemals so definiert, dass man Nörgler ertragen muss, die sich unterhalb eines Beitrags die Mäuler darüber zerreißen, wofür sich jemand meist viel Mühe gegeben hat.

Ich blogge seit April sonntags für Basic Thinking. Und unter fast jedem Beitrag war bisher ein Kommentar wie dieser hier von einem gewissen Anonymus zu finden, dessen angegebene Mail-Adresse irgendwie auch nicht zu stimmen schien:

Macht ruhig so weiter mit solchem journalistischen Ramsch, dann verschwindet ihr wieder aus meinem Feed. Unterste Schublade.. links hinten..

Oliver von Buysellonline war wenigstens Manns genug, seinen Namen zu nennen. Sein Kommentar ist typisch für das, was irgendwer unter gefühlt jeden zweiten Beitrag hier auf BasicThinking postet:

Ich will mal hoffen, dass Dir bei Schreiben das schlechte Wetter im Nacken gesessen hat, aber das ist mit weitem Abstand das Schlechteste was Ihr auf dem Blog hier veröffentlicht habt.

Gewagte Aussage angesichts von fast 15.000 Beiträgen auf diesem Blog. Jetzt sei einmal dahingestellt, ob mein Text wirklich unter aller Kanone war. Einigen hat er gefallen, anderen halt nicht. Das ist immer so. Ich habe alle Kommentare gelesen und auf einige sogar reagiert. Hinterher habe ich mich erneut gefragt: Warum eigentlich?
(weiterlesen …)

Posted in Allgemein, Blogging, zu Basic Thinkingwith 78 Comments →

YouTube Music: schöne Idee, aber ‘in deinem Land leider nicht verfügbar’23.07.10

YouTube kündigt in seinem offiziellen Blog ein neues Feature an, mit dem die Suche nach Musik erleichtert werden soll. Unter youtube.com/music zeigt die Google-Tochter ihre Musikvideos bereits nach Genres vorsortiert und bietet zusätzlich eine automatisch erstellte Playlist für jeden vorhandenen Musikstil an.

Die Verbesserung der Musiksuche kann auch als direkte Kriegserklärung an Dienste wie last.fm oder auch den Social-Network-Oldtimer Myspace verstanden werden. Dessen Vorteil war es jahrelang, dass dort viele Musiker und Bands Kontakt zu ihren Fans hielten und gleichzeitig ihre Musik anboten. Im Kampf gegen dauerhaft sinkende Marktanteile besann sich Myspace im April auf diesen früheren Wettbewerbsvorteil und setzt wieder mehr auf Musik. Die größere Beachtung der Musikvideos bei YouTube könnte diese neue Stategie nun allerdings torpedieren und den Untergang des notleidenden Netzwerkes noch beschleunigen. (weiterlesen …)

Posted in Internet, Social Networks, Unternehmenwith 44 Comments →