Green Dam: Sony liefert die ersten Zensur-Rechner an China aus • 30.06.09
Der erste Juli ist Stichtag in China, ab dann greift eine neue Stufe der Bevölkerungskontrolle. Die Rede ist vom Green Dam-Projekt, eine Filter-Software, die für jeden verkauften Rechner dann obligatorisch wird. Im Vorfeld war bereits viel Kritik laut geworden, nicht nur wegen des ungeheuerlichen Eingriffs in die Informationsfreiheit, sondern auch, weil das Zensurprogramm derart grottig zusammenprogrammiert wurde, dass es nicht einmal Bilder von Schweinen oder Garfield von echter Pornographie unterscheiden kann. Und dann gab es ja noch diesen kleinen Leaking-Fauxpas in Peking, durch den bekannt wurde, dass auch die Keywords “4. Juni”, “Tibet” und “Falun Gong” auf der Sperrliste stehen.
Für Hardwarehersteller ist das Mitmachen zweifelsohne eine unangenehme Sache, der Image-Schaden wird sich schließlich auch bei den Verkäufen im Westen niederschlagen. Laut dem “Wall Street Journal” haben sie sich deshalb bereits im Vorfeld zusammengetan und einen gemeinsamen Brief an die chinesische Regierung formuliert. Darin heißt es dann unter anderen, dass “ernste Befürchtungen” aufkämen. Der eingeschlagene Weg sei kontraproduktiv, um “Chinas wichtigem Ziel, nämlich eine lebhafte und dynamische Informationsgesellschaft zu werden”, näher zu kommen (übrigens: Kann sich jemand daran erinnern, wann ein solches Ziel dort jemals ins Auge gefasst wurde?). Weiter heißt es:
Das Green Dam-Mandat wirft wichtige Fragen in Bezug auf Sicherheit, Privatsphäre, Systemstabilität, den freien Fluss von Informationen und die informationelle Selbstbestimmung auf.

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