Blog

Archive for 07.2009

Emperor Workstation: Todesstern-Feeling für Nerds31.07.09

promo1

Ich weiß nicht, ob das Ding im Netz schon einmal die Runde machte – aber hier in der Redaktion hat es heute für reichlich “Oh!”, “Ah” und “Die Macht sei mit dir!” gesorgt. Der monströse Arbeitsplatz, den ihr oben bestaunen könnt, heißt Emperor. Dabei handelt es sich um eine grotesk abgefahrene Workstation, die Hersteller Novelquest auf der diesjährigen CES in Las Vegas vorgestellt hat. Lehnt euch ein wenig in euren harten Bürostühlen zurück, während ich für die Spezifikationen aushole:

Die Konsole ist mit drei 19-Zöllern ausgestattet, zusätzlich gibt es in der linken Armlehne ein sieben Zoll großes Control-Center mit Touchdisplay, über das der Emperor konfiguriert werden kann: Monitorposition, Sitzwinkel, Ausrichtung der gesamten, 360 Grad schwenkbaren Workstation. Der Sitz selbst wurde mit feinstem Leder bezogen und soll sich perfekt ergonomisch anpassen. Die äußere Schale, die an den Panzer eines Skorpions erinnert, lässt sich ebenfalls steuern und kippen – für den Fall, dass doch einmal ein störender Sonnenstrahl in die finstere Apparatur fallen sollte. Zusätzlich ist eine kleine Lichtanlage an Bord, die für augenfreundliches Tageslicht sorgen soll. Alternativ gibt es LED-Beleuchtung für abgefahrene Lightshows.

Selbstverständlich braucht auch auf einen Luftfilter nicht verzichtet zu werden, der bis zu 99,7 Prozent aller schwebenden Bakterien beseitigt. Der Emperor lässt sich auf drei Arten bestücken: Entweder man entscheidet sich für die Laptop-Variante mit Dockingstation oder integrierte Lösungen, bei denen der Rechner entweder unter dem Sitz verstaut oder an der Seite befestigt wird. Außerdem darf sich der Käufer zwischen einem PC- und Mac-System entscheiden. Zur Standardausstattung gehören in jedem Fall eine Webcam, ein Mikrofon, eine iPod/iPhone-Dockingstation, ein Eingang für das TV-Kabel, USB-, eSATA und FireWire-Anschlüsse sowie ein Multicard-Lesegerät. Der Akku Die Batteriereserve der Workstation (falsch gelesen) hält drei Stunden.

Wer das alles noch einmal in Ruhe auf sich einwirken lassen möchte, kann die Spezifikationen hier nachlesen (PDF). In der Zwischenzeit protze ich noch ein wenig mit den Bildern des etwa 40.000 Dollar teuren Bürostuhls. (weiterlesen…)

Posted in Hardwarewith 28 Comments →

Gründerstreit: Ist Skype wirklich in Gefahr?31.07.09

skype_logoWas für eine Überschrift: “Skype – so wie wir es kennen – könnte es in Zukunft nicht mehr geben”, schreibt ReadWriteWeb. Und es geht nicht einmal um T-Mobile und das VoIP-Verbot, sondern um den Kampf zwischen Skpe-Mutter eBay und JoltID. Aber von Anfang an: 2007 feuerte das Auktionshaus den Gründer und bisherigen CEO von Skype, Niklas Zennström. Er habe einfach nicht die erwarteten Nutzerzahlen realisieren können, wurde argumentiert. eBay zeigte sich damals reichlich knausrig beim Abschiedsscheck, woraufhin Zennström sich übelgelaunt in sein eigenes Unternehmen Joltid zurückzog. Dass genau diese Firma noch einige Rechte an den VoIP-Übertragungsprotokollen von Skype hält, kommt eBay nun teuer zu stehen. Zennström ist noch immer wütend, vor allem auch, weil eBay sich kürzlich geweigert hatte, Sykpe an den Gründer zurückzuverkaufen und es stattdessen lieber an die Börse bringen möchte.

Die Folge ist ein dicker Rechtsstreit, der für 2010 anberaumt ist und sich dann noch Monate hinziehen könnte. Um dennoch Planungssicherheit zu haben, hat sich eBay nun dazu entschlossen, die lizenzierte Technologie auf eigene Faust nachzubasteln – so wäre zumindest ein Betrieb gewährleistet, auch wenn das Gerichtsverfahren für eBay nach hinten losgeht. So ganz traut aber auch das Auktionshaus nicht dem Braten: “Skype hat damit begonnen, eine alternative Software zu der von Joltid zu entwickeln. Wie auch immer: Eine solches Programm könnte auch scheitern. Es könnte auch bei Erfolg einen Verlust von Funktionalitäten und Kunden nach sich ziehen. In jedem Fall wird das Vorhaben teuer”, ließ Skype mitteilen. Und weiter:

Falls Skype im Zuge des Prozesses das Recht verlieren sollte, die Joltid-Software benutzen zu dürfen und gleichzeitig keine Alternativ-Software verfügbar ist, wäre Skype ernsthaft in Gefahr. Es wäre möglich, dass das Geschäft, wie es bislang geführt wurde, so nicht weitergeführt werden könnte.

Das wäre sicherlich fatal: Heute hat Skype 480 Millionen Nutzer und macht etwa 170 Millionen Dollar Umsatz pro Quartal. Es bleibt also zu hoffen, dass beide Parteien zu Vernunft kommen und eine anständige Lösung finden. Einige Analysten vermuten auch, dass dies ein Schachzug von Zennström ist: Solange der Rechtsstreit besteht, wird eBay die Tochter nicht an die Börse bringen – womit die Chancen des Ex-Eigentümers steigen, sein Baby doch noch zurückzukaufen.

(André Vatter)

Posted in Recht, Unternehmenwith 20 Comments →

Der vergessene Blog der Deutschen Telekom31.07.09

telekom1

Ich habe gerade meine alten Bookmark-Listen abgeklappert und bin dabei über ein kleines Schmuckstück gestolpert. Lasst es mich so sagen: Vodafone war nicht der erste Telco, der sich im Social Web versucht hat. Im Zuge der schmerzvollen Umbaumaßnahmen und des Personalabbaus zur Konzernrestrukturierung hatte die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr die Kampagne “Wir gestalten die Neue Telekom” ins Leben gerufen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere daran – in einigen Tageszeitungen tauchten ganzseitige Anzeigen auf und an mindestens einem Tag spendierte die Telekom SpOn ein Branding. Die Online-Kanäle zeigten dabei alle in die Richtung eines frisch eingerichteten Blogs. Ein Blog!

Anders als Vodafone hat die Telekom allerdings keine Kommentare zugelassen. Wahrscheinlich aus gutem Grund, immerhin haben die Bonner eine größere Anzahl an… äh… mitteilungsbedürftigen Kunden, die Anbetracht der Post-Headlines in einen kreativen Höhenrausch geraten wären. Unter Titeln wie “Wie wird man Serviceweltmeister?” oder “Wir machen dem Internet Beine” gelobt René Obermann per Webcast höchstpersönlich Besserung. “Mit dem Mobilfunkstandard 3G präsentiert sich das Internet nun auch unterwegs in Breitbandgeschwindigkeit – wann, wo und wie lange man will. Und mit keinem anderen Handy lässt sich das derzeit besser erleben, als mit dem neuen iPhone”, verrät der Telekom-Chef. Ich sehe da gleich ein Dutzend Punkte, auf die Kunden angesprungen wären – hätten sie nur die Möglichkeit dazu gehabt.

Ich wollte den T-Blog hiermit nur noch einmal kurz in Erinnerung rufen, da er nach gut vier Monaten und zwölf Posts damals ja wieder in der Versenkung verschwunden ist und wahrscheinlich nicht einmal die Telekom davon noch Notiz nimmt. Vielleicht ist der Vergleich ganz hilfreich bei der Bewertung der aktuellen Vodafone-Kampagne.

(André Vatter)

Posted in Business Blogging, Marketing PR, Unternehmenwith 17 Comments →

Keine Verschnaufpause für Microsoft: Jetzt ist das Handy-OS dran31.07.09

bluescreen1

Also, ganz ehrlich, es gibt Momente, in denen tun mir die Einwohner Redmonds einfach nur leid. Nachdem sich Microsoft jahrelang im Winterschlaf befunden hat, beginnt nun das große Rennen: Windows 7 wurde entwickelt, Bing aus dem Boden gestampft und in einem Wahnsinnskraftakt (unter anderem mit Yahoo!) an den Start gebracht. Im Hintergrund immer der Druck der Börsianer, die Häme der Journalisten, die Wut der Nutzer.

Doch ist nun Zeit, sich auszuruhen? Nein. Keinesfalls. Der gestrige Analysten-Tag von Microsoft brachte vor allem zwei Erkenntnisse: Erstens sind noch nicht alle Investoren und Analysten vom neuen Yahoo!-Deal überzeugt (zum Leidwesen Steve Ballmers) und zweitens – und das schmerzt wirklich: Microsofts Mobile-Sparte ist in ihrem jetzigen Zustand für die Tonne. Im Wettlauf um das beste Betriebssystem und die beste Suche hat Redmond aufgeholt, aber alles, was Microsoft heute in Sachen Handy-OS auf dem Kasten hat, ist nicht konkurrenzfähig. Das gibt das Unternehmen nun erstmals auch selbst zu: Man habe in diesem Sektor “keine gute Arbeit” geleistet, sagte Robbie Bach, der Geräteverantwortliche bei Microsoft, kündigt aber gleichzeitig “dramatische Verbesserungen” an.

Alle Welt dachte vor ein paar Jahren: Wow, Microsoft ist im Geschäft! Das Quasi-Monopol im PC-Markt und dazu das Smartphone-Betriebssystem Windows Mobile – das ist eine Gewinnerkombination. Im Geschäftskundenbereich war immer die Zuverlässigkeit der Synchronisierungsfunktion ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg. Doch dann kam Apple mit dem iPhone, Google mit Android und Palm mit dem Palm OS und damit auch eine ganz neue Form des mobile Computing. Heute werden Kontakte, Daten, Mails immer seltener mit dem eigenen Computer synchronisiert – in Zukunft vielleicht gar nicht mehr, wenn der breit angekündigte Hype der “Cloud” greift und Webdienste diese Aufgabe übernehmen. Dazu hat es Microsoft verpennt, sich um die Gerätebauer zu kümmern: Viele machen heute einen Bogen um Windows Mobile. Den einen ist es nicht innovativ genug, die anderen (wie beispielsweise Motorola) wollen in Krisenzeiten wie diesen Lizenzgebühren sparen und suchen nach Alternativen. Zum Weihnachtsgeschäft will Motorola zwei Handys mit dem Open-Source-Betriebssystem Android auf den Markt bringen.

Die Aufholjagd dürfte Microsoft einige Mühe kosten – es sei denn man nimmt die Abkürzung und schluckt Palm, das trotz des Erfolges mit dem Palm Pre weiterhin auf wackeligen Beinen steht. Robbie Bach ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Die Kampfansage klingt vielversprechend, doch das für Oktober angekündigte Windows Mobile 6.5 (hier ein Video) dürfte nicht der große, lang erwartete Wurf werden. Die Version 6.5 steht ist in erster Linie in der Tradition seines Vorgängers und bietet außer Design-Tweaks und ein paar Bug-Fixes keine aufsehenerregenden Neuerungen.

(André Vatter / Bild: Flickr)

Posted in Produkte, Unternehmenwith 10 Comments →

Nachspiel für “1984″-Fauxpas: Schüler verklagt Amazon31.07.09

kindleAllem Anschein nach ist die Aktion mit den gelöschten Orwell-Klassikern noch nicht gegessen. Amazon hatte vergangene Woche ohne Zustimmung der Kunden E-Romane wie “1984″ und “Animal Farm” via Mobilfunk-Verbindung von sämtlichen Kindles entfernt – als Grund nannte der Buchhändler zunächst Urheberrechtsprobleme, die sich dann aber als nicht begründet herausstellten. Amazon-Chef Jeff Bezos entschuldigte sich später persönlich für das Vorgehen, nannte es “dumm und gedankenlos“.

Doch einem Highschool-Schüler aus Michigan reicht eine einfache Entschuldigung nicht aus. Das “Wall Street Journal” berichtet gerade von einer Klage (PDF der Klageschrift), die der 17-jährige Justin D. Gawronski gemeinsam mit einem ebenfalls Betroffenen in Seattle gegen Amazon eingereicht hat. Der Vorwurf: Amazon habe seine Hausarbeiten zerstört. Gawronski (der unter anderem eine Debattier-AG besucht) sagte der Zeitung, dass er den Kindle zur Vorbereitung von Aufsätzen benutze: “Wenn es etwas gibt, das mir beim Lesen auffällt, dann mach ich mir einfach eine Notiz.” Gemeint ist die Note-Funktion des Kindle. Dafür sei das Gerät ideal, da die Schüler im Unterricht “jede hundert Seiten” gebeten werden, eine einseitige Inhaltsangabe zu schreiben.

Als Amazon am 20. Juli “1984″ löschte, waren seine Notizen damit hinfällig.”Es ist fast schon ironisch”, witzelt Gawronski. Zwar sei die Datei mit seinen Anmerkungen noch vorhanden, allerdings seien durch das Entfernen sämtliche Zuordnungen verschwunden. “Ich kann sie jetzt kaum noch für etwas gebrauchen.” Der Kundenservice von Amazon sei bislang keine große Hilfe gewesen, weshalb er nun Klage eingereicht hat. Der Schüler will damit verhindern, dass so etwas noch mal passiert – und gleichzeitig eine kleinen finanziellen Ausgleich für die schulische Unannehmlichkeit. Sein Anwalt steht hinter ihm: “Den Leuten wird eine (Buch)-Lizenz fürs Leben gegeben. Man fragt sich da ja schon, wie viele Unternehmen die Möglichkeit haben, aus der Ferne Daten zu verändern oder Dinge zu löschen.” Anders als sein Klient will der Jurist die Einnahmen der Unterlassungsklage aber wohltätigen Organisationen zukommen lassen.

(André Vatter)

Posted in Geld, Hardware, Unternehmenwith 14 Comments →

“Chukka”: MP3-Stressbändel mit eigener Energieversorgung30.07.09

chukka1

Klärt mich mal auf, weil ich hier auch niemanden auf die Füße treten möchte: Also, wenn ich hin und wieder auf der Straße Männern südländischen Typs begegne – meist in den besten Jahren – halten einige von ihnen eine Art Rosenkranz in der Hand, den sie immer wieder durch die Finger gleiten lassen. Laut Wiki handelt es sich dabei aber nicht um Rosenkränze, sondern um Kombologia (die Mehrzahl von Komboloi). Demnach haben wir es nicht mit einem religiösen Artefakt zu tun, sondern eher mit einer Mischung aus Stressbändel, Glückbringer und Meditationshilfe. (weiterlesen…)

Posted in EBusiness, Hardware, Ideenwith 11 Comments →

ClickableNow angetestet: Links für Twitter-Backgrounds30.07.09

clickablenow1

Nachdem Mashable gestern den neuen Twitter-Dienst ClickableNow kurz vorgestellt hatte, rollte eine kleine Welle der Euphorie den Zwitscherbaum hoch: endlich Links für Profil-Backgrounds! Lasst mich gleich zu Anfang sagen, dass das Tool tatsächlich nützlich ist – doch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von langer Dauer sein wird. Biz Stone hatte bereits im Mai angekündigt, gegen Ende des Jahres Premiumdienste einzuführen, die sowohl das Front- als auch das Backend eines Profils betreffen werden. Und – seien wir ehrlich: sensitive Bereiche auf Twitter-Hintergründen sind eine längst überfällige Sache. Aber man muss nun mal mit dem leben, was gerade verfügbar ist…

Schritt 1:
Also, ClickableNow setzt ein kleines Plugin voraus, das es für den Firefox als auch für den Internet Explorer gibt. Außerdem ist ein Greasemonkey-Script für Chrome und Opera verfügbar Die Installation dauert gefühlte drei Mikrosekunden, was vor allem dem Umstand geschuldet ist, dass es nicht mehr konfiguriert werden braucht.

clickablenow21Schritt 2:
Verbindet über die ClickableNow-Startseite euer Twitter-Account mit dem Dienst. Daraufhin erscheint die linke Seite des Profils, die ihr nun je nach Belieben mit eckigen Linkfeldern belegen könnt. Möglich sind Verknüpfungen zu URLs oder mailto:-Mailadressen. Eure Besucher sehen beim Mouseover später die betreffenden Bereiche farblich markiert; spielt also ein wenig mit den Hex-Codes herum, damit die bunten Flächen mit dem Rest des Profilhintergrunds harmonieren.

Das war es auch schon. Ich habe gerade selbst ausprobiert, alles funktioniert wie versprochen. Wer sich vorher von ein paar Praxisbeispielen überzeugen möchte, findet hier genug Auswahl.

Kommen wir zum Fazit: Auf einen Dienst wie ClickableNow haben viele gewartet, dass er dazu auch noch kostenlos ist (ursprünglich sollten einmalig um die 20 US-Dollar berechnet werden) und als Twitter-Addon ohne verspielten Namen à la “Twity”, “Tweetinious”, “Twittingly” oder “Twttr” auskommt, ist eine großartige Sache. Auf der anderen Seite höre ich die Nutzer alleine bei der Erwähnung eines “Plugins” schon aufstöhnen. Sowohl diejenigen, die Links setzen möchten, als auch alle Profilbetrachter müssten sich das Ding installieren. Auf @basicthinking werde ich es jedenfalls nicht einsetzen. Ich glaube “umständlich” ist das Wort, das ich hier suche, weshalb ich mich erst einmal bis zum Jahresende gedulden werde. Dann wird Twitter hoffentlich selbst mit Background-Links aus einer Hand nachgeholfen haben.

(André Vatter)

Posted in Blogging, Internet, Kritikenwith 3 Comments →

Verschmähte Google Voice-Apps: Anruf aus Cupertino sorgt für Gänsehaut30.07.09

apple1So, ich stelle mich nun gerade hin, spreize die Beine ein wenig, verschränke die Arme vor der Brust, senke den Kopf um ein paar Grad, schürze die Lippen und sage dann: “Nein!” – Na? Wer bin ich? Richtig: Ein Mitarbeiter von Apple, der für die Zulassung von iPhone-Apps zuständig ist.

Der Wirbel um die zurückgewiesene Google Voice-Anwendung liegt ja nun einige Tage zurück. Was einige vielleicht nicht wussten, ist dass mit diesem Programm auch einige bereits im Store aufgenommene Fremdanbieter-Apps für den Google-Dienst verschwunden sind. Apple argumentiert, dass Funktionen von Google Voice bereits durch die iPhone-Firmware abgedeckt wird, laut TechCrunch (Link s.o.) soll aber tatsächlich der Exklusivpartner AT&T für den Rauswurf verantwortlich sein. Google Voice bietet (derzeit jedem Amerikaner) eine Art lebenslange Rufnummernummer, über die Anrufe koordiniert werden können. Zusätzlich gibt es allerlei telekommunikative Gimmicks (Konferenzen, SMS usw.) die alle eines gemeinsam haben: entweder sie sind günstig oder kostenlos.

Jetzt plaudert der kleine Entwickler Riverturn aus dem Nähkästchen. Auch seine Google Voice-Anwendung VoiceCentral wurde von Geisterhand aus dem App Store genommen. Wohlgemerkt: vier Monaten lang war sie bis dahin verfügbar. Wie Riverturn im Hausblog schreibt, hält sich die Verwunderung darüber hartnäckig, da Apple außer einem “Nein” nichts von sich gibt. Nach zahlreichen Versuchen, in Cupertino jemanden an die Strippe zu bekommen, meldete sich irgendwann ein “Richard” von Apple zurück. Riverturn bietet eine Kostprobe aus dem Gespräch, die ich hier gerne auszugsweise zitieren möchte: (weiterlesen…)

Posted in EBusiness, Unternehmenwith 32 Comments →

Je niedriger der Schulabschluss, desto weniger wird gezockt (sagt Bitkom)30.07.09

gc

Hehe, da wir heute schon mit Fragen zur Bildung losgelegt haben, gibt es hier noch einen kleinen Infohappen, der sich speziell an die Gamer unter euch richtet: Offenbar hat der angestrebte oder erworbene Schulabschluss großen Einfluss auf das Spielverhalten. Das zumindest behauptet der Bitkom – und bei soviel Studien und Umfragen, die der Verband täglich raushaut, muss es ja stimmen. Also, hier das Ergebnis im Detail: Insgesamt wurden 1.002 Personen über 14 Jahren telefonisch befragt. Dabei kam heraus, dass fast jeder dritte Abiturient zockt – bei den Hauptschülern sei es nur jeder fünfte. Das kurze Fazit des Bitkom: “Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen.” Unterstützt wird die These mit der neu gewonnenen Erkenntnis, dass ein ähnliches Verhältnis auch im Konsolensektor herrsche: Jeder elfte Gymnasiast besitze eine – bei den Hauptschülern sei es nur jeder zwanzigste.

Die Umfrage wurde übrigens im Vorfeld der Games Convention durchgeführt, die in wenigen Stunden in Leipzig beginnt. Wahrscheinlich wird das ein wahres Akademikertreffen…

(André Vatter)

Posted in Gamingwith 19 Comments →

Eben Englisch auffrischen? Hier sind die besten Sprachenblogs dafür30.07.09

bigbenIst es nur mein Eindruck, oder biegen derzeit viele Blogs in die Sommerpause ein: man hört so wenig. Alle im Urlaub? Oder beim Packen? Für letztere Gruppe habe ich heute einen exklusiven Tipp parat – genauer gesagt gleich (yeah, Alliterationen!) drei: es geht um Sprachen. Andreas von bab.la hat gemeinsam mit dem Lexiophiles Blog die hundert besten Sprachenblogs ermittelt und mich freundlicherweise schon einmal in die Liste der Top-Platzierten spicken lassen. Hier die drei besten Blogs in der Übersicht:

1. Listen to English
Bestechend einfach wie geniales Konzept: Der Blog ist eine Mischung aus Posts und Soundfiles, wobei sich das Ganze auch als Podcast abonnieren lässt. Die Inhalte drehen sich um nette Stories aus dem Leben, es werden aber auch Gedichte und kleine grammatikalische Einheiten besprochen. Jede Episode wird nach Angaben der Seite im Schnitt bis zu 30.000 Mal heruntergeladen.

2. The Linguist on Language
Hier tummeln sich in erster Linie hochmotivierte Lernwillige – die sich aber nicht trauen, das Ganze auch öffentlich anzugehen. Anders ausgedrückt: Menschen, die bei Sprachkursen immer in den hinteren Reihen sitzen. Wie lernt man eigentlich? Ist das Vokabular wichtiger als die Grammatik? The Linguist bietet eine Menge Tipps und Kniffe, wie sich die kleinen, vermeintlichen Schwierigkeiten in verschiedenen Sprachen (hauptsächlich aber in der englischen) umgehen lassen, zudem finden sich Podcast-Sendungen – wenn auch nicht ganz so regelmäßig.

3. Der Englisch Blog
Platz drei belegt ein deutsches Projekt. Geboten werden kleine, appetitliche Lern-Posts, die aus dem Leben gegriffene Situationen behandeln: Was sagt der Moderator da im Fernsehen? Wie heißt eigentlich der “Dienstwagen” auf Englisch? Gibt es einen Unterschied zwischen Submarine und U-Boat?

Ingesamt wurden für die Top 100 der Sprachenblogs 473 Nominierungen abgegeben. Die vollständige Liste findet ihr auf genau dieser Seite ab 15 Uhr bei bab.la. Andreas verriet noch, dass die Nominierungen im Vergleich zu 2008 um 50 Prozent angestiegen sind und Tausende Stimmen abgegeben wurden: allem Anschein bieten Blogs eine hervorragende Orientierung in der wachsenden Globalisierung, wobei nun wohl spürbar häufiger auf externe Plattformen zurückgegriffen wird: “Twitter setzt sich immer mehr bei den Sprachenblogs durch. Die Tweets werden vielfach genutzt, um schnell und einfach interessante Links zu posten, aber auch zum Marketing der eigenen Posts als eine Art Instant-Email-Verteiler”, erklärt Andreas.

(André Vatter / Bild: Pixelio / Fotograf: Julia Gebhardt)

Posted in Bloggingwith 8 Comments →

E-Sport im Wandel der Zeit: Zu Gast bei der ersten Videospiel-Weltmeisterschaft 198330.07.09

Früher war alles viel besser. Normalerweise höre ich diesen Satz von meiner Oma, wenn Themen wie Arbeitslosigkeit und Politik während der sonntäglichen Kuchenrunde zur Sprache kommen. Ob wirklich alles besser war, mag ich allerdings bezweifeln. Dennoch gibt es viele Dinge, an die ich gerne zurück denke. Zum Beispiel an meinen ersten Computer (einen Schneider CPC464), meine erste Spielkonsole (Playstation 1) oder an meinen ersten Besuch einer Videospielmeisterschaft (World Cyber Games auf der CeBIT 2005). Die Eindrücke, die ich dort gesammelt habe, reichten von Begeisterung bis hin zum Kopfschütteln.

Ähnlich muss es auch den Zuschauern der ersten Weltmeisterschaft für Videospiele vor 26 Jahren ergangen sein, die den Wettbewerb an ihren Fernsehgeräten verfolgt haben. Besonders groß dürfte das Publikum 1983 allerdings nicht gewesen sein, denn seinerzeit wurden die Teilnehmer der Videospiel-Weltmeisterschaft noch als Freaks belächelt. Vielleicht ist das Finale auch deshalb in der Reality-Show “The Incredible” ausgestrahlt worden. Die Sendung hat sich damals fast nur mit Kuriosem, fremden Phänomenen und ungewöhnlichen Leuten beschäftigt.

Via: Boing Boing

(Michael Friedrichs)

Posted in Fun, Gamingwith 15 Comments →

Piratenpartei ruft zum Plakatwettbewerb auf29.07.09

piratenpartei-plakatWas macht man, wenn man kein Geld für einen Grafikdesigner ausgeben und trotzdem viele Entwürfe zu einem bestimmten Thema haben will, um sich dann für die beste Idee zu entscheiden? Genau, man ruft einen Wettbewerb aus. Jeder Interessierte kann mitmachen und seine Vorschläge einreichen. Die Entscheidung erfolgt dann im kleinen Kreis. So ähnlich hat es jedenfalls SPD-Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier vor ein paar Monaten gemacht. Mit Erfolg. Ein Haufen talentierte Hobby-Designer haben sich an dem Logo-Wettbewerb beteiligt und dem Politiker die Entscheidung für die beste Idee sicherlich nicht leicht gemacht. In diesem Fall ging der Gewinner ging aber nicht mit leeren Händen nach Hause, sondern mit schönen Scheck von Steinmeier.

Kein Geld, sondern lediglich Ruhm und Ehre gibt es beim aktuellen Designwettbewerb der Piratenpartei. Bis zum dritten August können “Piraten mit Layout-Software” Plakatvorschläge für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf entwerfen, hochladen und zur Diskussion stellen. Ziel der Aktion sei es, ähnlich wie beim Wettbewerb für den Piraten-Spot, mindestens ein bundesweit aufstellbares Wahlplakat zu wählen. Richtlinien für die Entwürfe gibt es nur wenige: Einhaltung von Größenvorgaben sowie von Lizenzbestimmungen bei der Verwendung von fremden Bildmaterial. Sehr löblich. Putzig liest sich auch der Tipp:

Das Wichtigste muss auf dem Plakat immer das größte sein. Wenn man den Parteinamen beim Vorbeifahren nicht lesen kann, hat das Plakat seinen Zweck nicht erfüllt. Nicht nur 5 Textzeilen in 9pt Schrift!! Inhalt muss auf einen Blick erfassbar sein!!

Auch bei der Auswahl der Themenkomplexe gibt es Hilfestellung. Demnach sind Vorschläge besonders in den Bereichen Privatsphäre und Datenschutz, Freie Kultur und Urheberrecht, Netzneutralität und Inhaltsfilter, Transparenz des Staates, Freiheit und Bürgerrechte sowie zu den Themen Open Access, Freies Wissen und Patentwesen erwünscht. Insgesamt sind schon über 40 Plakatvorschläge hochgeladen worden. (weiterlesen…)

Posted in Ideen, Internetwith 32 Comments →

Google Wave: Basic Thinking durfte schon mal im Entwickler-Sandkasten spielen29.07.09

google-wave-klein

Wird Google Wave unsere Online-Kommunikation revolutionieren? Diese These stellte jedenfalls Focus Online auf, als der Suchmaschinenriese Ende Mai auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz I/O die Kommunikationsplattform zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte. Heise Online sprach von einem “Echtzeit-Wiki-Kommunikator” und für Spiegel Online stellt Google Wave sogar die “Über-E-Mail” dar. Und die euphorischen Meldungen reißen seit dem nicht ab. Über 600.000 deutschsprachige Webseiten verweisen mittlerweile auf die neue Kommunikationsplattform. E-Mails schreiben, Bilder und Videos mit Freunden teilen, gleichzeitig mit mehreren Nutzern chatten und Dokumente gemeinsam bearbeiten. Ja, all das soll das technologische Wunderding können – und noch vieles mehr.

Seit knapp zwei Wochen dürfen sich rund 6.000 Entwickler selbst ein Bild von Google Wave machen, alle bereits implementierten Funktionen testen und erste eigene Anwendungen für die offene Schnittstelle programmieren. Auch Basic Thinking durfte schon mal einen kurzen Blick auf die Sandbox werfen. An dieser Stelle schon mal ein dickes Dankeschön an Richard Ritter, der uns seinen Account zum Testen zur Verfügung gestellt hat. (weiterlesen…)

Posted in Ideen, Internetwith 23 Comments →

Zensur im Netz: China macht es vor und setzt Actiongames auf den Index29.07.09

godfather

Also irgendeiner muss von dem anderen abgeguckt haben. Kritiker der deutschen Netzsperren haben immer wieder vor chinesischen Verhältnissen gewarnt: Nach dem Blockieren von Kinderpornografie sind die politischen Seiten der Opposition dran, dann kommen die Baller-Spiele und dann das nichtstaatliche Online-Glücksspiel. So wird es vorausgesagt. Das Reich der Mitte scheint nun genau diesem Drehbuch zu folgen. Wie Reuters gerade berichtet, machen die Chinesen nämlich ernst und heben die Zensur im Internet wieder einmal auf eine neue Stufe: nach der Pornografie und den Seiten der Regimekritiker (ja, da zählt auch manchmal YouTube und Co. zu) sind nun die Action-Spiele im Netz dran.

Das Kulturministerium ließ verlauten, dass solche Spiele “die Obszönität, das Glücksspiel oder Gewalt” förderten und “die chinesische Moral und traditionelle Kultur untergraben”. In diesem Moment dürften die Italiener aufhorchen, denn in erster Linie hat China die Mafia-Games dabei im Blick. “Diese Spiele ermutigen die Leute dazu, zu betrügen, zu plündern, zu töten und den Alltag der Gangster zu glorifizieren. Sie haben einen schlechten Einfluss auf die Jugend”, wird ein Minister zitiert. Bei der Umsetzung des Gebots wollen die Chinesen nicht zimperlich vorgehen: Das Ministerium hätte die Gesetzeshüter bereits angewiesen, sich eine Übersicht über den Markt zu verschaffen und jeden, der diese Seiten betreibt, “hart zu bestrafen”.

Neben den Vorwürfen der Zensur und der Bevormundung der Bürger muss sich China auch die Frage nach den wirtschaftlichen Einbußen gefallen lassen. Durch das neue Verbot dürfte der Online-Gaming-Sektor arg in Mitleidenschaft gezogen werden: Eigentlich sollte der Bereich allein in diesem Jahr bis zu fünfzig Prozent wachsen (China hat 200 Millionen Online-Gamer) und es auf einen Gesamtumsatz von 3,5 Milliarden Dollar bringen.

Zurück nach Deutschland: Als Mrs. von der Leyen damals mit ihrer Netzsperren-Idee durch das Land vagabundierte, machten sich ja schon einige Gedanken darüber, was künftig auf der hiesigen Giftliste stehen könnte. Auf Zensiert das! findet ihr einige Anregungen …

(André Vatter)

Posted in Gaming, Internet, Kritiken, Rechtwith 6 Comments →

Mitten im Sturm ist die Zukunft von The Pirate Bay weiter ungewiss29.07.09

pbDerzeit überschlagen sich in Schweden wieder einmal die Meldungen bezüglich The Pirate Bay, doch – Hand aufs Herz – wer von euch sticht mit denen überhaupt noch in See? Da wäre zum Einen die Nachricht von dem drohenden Aus des Käufer-Deals: Im Juni hatte Kollege Friedrichs schon berichtet, dass die Global Gaming Factory (GGF) für 5,6 Millionen Euro das Torrent-Netzwerk aufkaufen würde. Nun aber kommen berechtigte Zweifel auf, dass GGF weder über das nötige Kleingeld noch über den angepeilten Segen der Rechteinhaber verfügt: Ursprünglich hatte der Investor angekündigt, aus The Pirate Bay eine legale Entertainment-Spielwiese zu machen, allerdings deuten nun alle Zeichen in die Richtung, dass GGF-Chef Pandeya zwar über ein visionäres Mundwerk verfügt – bei der Umsetzung der Idee jedoch katastrophal unzuverlässig ans Werk geht. So hatte der Ex-CEO von Grokster, Rosso, seine Bereitschaft zur Kooperation signalisiert, nach ein paar Unterredungen mit Pandeya aber die Flucht ergriffen: “Wir werden unseren Ruf nicht weiter aufs Spiel setzen”, erzählte er TorrentFreak.

Die Piraten selbst fühlen sich dementsprechend veräppelt: Erst wurde das Kaufangebot gemacht, das dann in wortreichen Entschuldigungen der Community beigebracht werden musste. Und nun ist das alles nichts als heiße Luft? Laut TorrentFreak gibt The Pirate Bay der GGF nun noch genau eine Woche, um das Geld heranzuschaffen, andernfalls wird alles abgeblasen. Peter Sunde, Mitgründer und heutiger Sprecher der Freibeuter, macht vorsichtshalber einen mehr als resignierten Eindruck: Er wisse nicht, was aus The Pirate Bay würde, sollte der Deal platzen.

Wenig stimmungserhellend dürfte sich da auch die Meldung machen, dass sich am anderen Ende der Welt die 13 fettesten Filmstudios (Universal, Disney, Warner Bros. und Columbia und andere) gerade zu einem Antipiraterie-Bund zusammen geschlossen haben, um die Bucht vollends auszutrocknen. Sicher: Die Gründer sind zu hohen Strafen verknackt worden – dennoch geht der Torrent-Betrieb ungetrübt weiter. Die neuerliche Klage (im Mai war ja die Musikindustrie dran) trifft abermals die drei Gründer. Die weisen aber alle Schuld von sich: The Pirate Bay befindet sich seit 2006 in der Hand einer Firma mit dem Namen Reservella, die sich auf den Seychellen befindet. In solchen Momenten spürt man wieder den Kämpfergeist der Piraten – Sunde jedenfalls zeigt sich relaxt bis vergnügt: “Sie verklagen uns für etwas, was nicht einmal uns gehört. Das lustigste an der ganzen Sache ist der Teil, wo sie in der Klageschrift schreiben: Reservella ist ein Unternehmen, das von Fredrik Neij (Anm.: ebenfalls ein Mitgründer) geführt wird – bei vierzig Seiten Anklage und das ist alles, was sie dazu sagen – und es ist so falsch. Sie haben nicht mal Papiere zur Hand, die das beweisen würden”, sagte Sunde dem TorrentFreak.

(André Vatter / Bild: Pixelio / Fotograf: Marvin Siefke)

Posted in Internet, Rechtwith 4 Comments →