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Archive for 08.2009

“Computerbild”: Die Heft-CD gibt es jetzt auch mit Virus19.08.09

computerbildWahrscheinlich konnten die Kollegen von Deutschlands auflagenstärkster IT-Gazette wirklich nichts dafür, doch ein solcher… (nennen wir ihn) Lapsus ist in der heutigen Zeit eigentlich unverzeihlich. Die aktuelle Ausgabe 18/2009 der “Computerbild” enthält auf der beiliegenden CD bzw. DVD das Programm “Tidy Favorites”, ein Verwaltungstool für Bookmarks. Gestern warnten die Antivirenspezialisten von Avira (das sind die mit dem roten Schirmchen) vor der Installation des Programms. Es sei in einer virenverseuchten Entwicklerumgebung geschrieben worden und könnte andere Rechner infizieren. Wer sich für die Details interessiert:

Der Schädling verändert die Datei “SysConst.pas”, kompiliert damit die Bibliothek “SysConst.dcu”“ und legt zuvor von dem Original eine Kopie als “SysConst.bak” an. Anhand der Kopie erkennt der Virus einen erfolgreichen Befall und verhindert so eine weitere Infektion. Anschließend löscht die Schadsoftware die modifizierte “SysConst.pas”-Datei.

Obwohl die Meldung seit gestern die Runde durch die Medienlangschaft machte, war “Computerbild” bislang wohl kein offizielles Statement zu dem Fall zu entlocken. Das Magazin meldete sich erst heute kurz nach 14 Uhr mit einer Pressemitteilung zurück: Ja, es sei wahr, “trotz umfangreicher Tests” sei das virenbehaftete Programm auf der CD und auch im Download-Portal gelandet, jedoch stelle der Schädling für Windows-Computer keine Gefahr dar. Zur Absicherung hätte man auch das Magdeburger Virenlabor AV-Test noch einmal über den Fall sehen lassen. Das in Delphi programmierte Programm würde lediglich eine Art “Demo-Virus” enthalten, “mit dem die Urheber des Schädlings vermutlich zeigen wollen, dass die Delphi-Entwicklungsumgebung Sicherheitslücken hat”.

Die pauschale Entwarnung in der Überschrift wird dann allerdings in einem Nebensatz wieder zurückgenommen: “Wird der Virus auf Windows-Computern ohne Delphi aktiv, entsteht keinerlei Schaden”, heißt es – was nichts anderes bedeutet, als dass sich das Virus auf allen Systemen fortpflanzt, die Delphi installiert haben. Ich weiß nicht, wie oft das in Deutschland derzeit der Fall ist, ich persönliche habe mit Delphi einmal das Programmieren gelernt.

Die “Computerbild” verteidigt sich, dass kein Virenscanner zur Zeit der Veröffentlichung auf das Programm angeschlagen sei, weder McAfee, F-Secure, G-Data, Kaspersky noch Avira spuckten Warnungen aus. Erst seit heute sind die beiden letztgenannten in der Lage, den Schädling zu erkennen.

Anmerkung: Mir ist aufgefallen, dass ich der einzige bin, der dem Virus konsequent ein neutrales Geschlecht (“das Virus”) zuspricht. Sowohl Avira als auch “Computerbild” halten PC-Bazillen für männlich.

(André Vatter)

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Gamescom: Gran Turismo auf der PSP kurz angespielt – in 50 Metern Höhe19.08.09

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Passend zum Verkaufsstart der neuen Playstation Portable Anfang Oktober kommt auch die von vielen Konsolenfans erwartete Rennsimulation Gran Turismo auf den Markt. Über 800 Automodelle, 35 Strecken und verschiedene Spielmodi sollen dann für Kurzweil sorgen und die Hobby-Rennfahrer mit Liebe zum Detail, perfekter Fahrphysik und intelligenten Kontrahenten bei Laune halten, verspricht ein Sony-Mitarbeiter bei einem Standrundgang auf der Gamescom. Und lässt seinen Worten Taten folgen, indem er mich zu einem Test einlädt – in rund 50 Metern Höhe über dem Messegelände zwischen Halle drei und vier.

gamescom-gt-sky-michael1Eigentlich ist die fliegende Plattform für exklusive Dinner-Events in luftigen Höhen konzipiert, aber für einen ausgiebigen Spieletest (fast eine halbe Stunde war ich oben) erfüllt das Stahlgestell mit den bequemen Sitzen durchaus seinen Zweck – und die Aussicht auf die Domstadt war zugegebenermaßen auch nicht schlecht. Mit einer PSP Go um den Hals wurden ich und eine Reihe andere Tester von einem Kran in die Höhe gezogen. Viel habe ich davon allerdings gar nicht mitbekommen, da ich bereits in Gran Turismo vertieft war.

Wer das Rennspiel schon einmal in den Fingern hatte, der wird wissen, was ihn erwartet. Eine anspruchsvolle Simulation mit vielen Tücken und Kanten wie ich finde, die aber in puncto Fahrdynamik seines gleichen sucht. Die Grafik kann sich sehen lassen, ebenso die Soundkulisse. Für den Test habe ich allerdings Kopfhörer verwendet, da ich die Lautstärke der eingebauten Lautsprecher etwas dürftig fand. Insgesamt macht Gran Turismo einen soliden Eindruck – auch wenn das Game auf einem großen Bildschirm wesentlich mehr Spaß macht.

Wie schon erwähnt, erscheint die Rennsimulation Anfang Oktober. Für Käufer einer PSP Go, die sich bis zum 10. Oktober im Playstation Network registrieren, gibt es das Spiel sogar gratis zum Download.

(Michael Friedrichs)

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Rechtsstreit: AOL ist scharf auf “Ad”-Domains19.08.09

aols_advertiseAchtung Domain-Inhaber: Solltet ihr über Advertising.de, Ads.de, Advertise.de verfügen – oder überhaupt irgendeine Adresse, in der die Buchstabenkombination “Ad” vorkommt, seid gewarnt: AOL ist gerade in Angriffstimmung. In den Staaten hat es den Online-Werber Advertise.com getroffen, der nicht nur so heißt, sondern der auch im Besitz der Domain ist.

Vor nicht einmal einem Monat hatte AOL beschlossen, die bisherige Marke Platform-A einzustampfen und unter der neuen Bezeichnung “AOL Advertising” mit neuem Elan wieder ins Geschäft zu einzusteigen. Klar, dass zu diesem Wechsel auch ein ordentlicher Angriff auf die unmittelbare Konkurrenz gehört; als Erstes war nun also Advertise.com dran. In der Klageschrift wirft der Werberiese dem kleineren Wettbewerber vor, einen “beinahe gleichen und verwirrend ähnlichen” Namen im Vergleich zu den registrierten AOL-Trademarks Advertising.com und Ad.com zu tragen. Kunden könnten nicht nachvollziehen, dass es sich um zwei unterschiedliche Unternehmen handele und würden so absichtlich in die Irre geführt.

Eine fadenscheinige Argumentation, die vor allem auf zweifelhaften Fakten beruht: AOL hat es bis heute nicht geschafft, sich die Marke Ad.com sichern zu lassen – verständlicherweise hat das United States Patent and Trademark Office Probleme mit diesem doch recht allgemeinen Begriff. Darüber hinaus hat AOL niemals die Domain Ad.com besessen. Advertising.com gehört dem Unternehmen – allerdings wurde lediglich die Bildmarke (also das Logo) geschützt.

AOL fordert Advertise.com auf, unverzüglich die Domain freizugeben und sich vor allem einen neuen Namen zuzulegen. Ob das Erfolg haben wird, ist allerdings eher ungewiss: Die Sicherung generischer Domain-Namen ist in letzter Zeit immer schwieriger geworden.

Via: Domainnamewire

(André Vatter)

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eBay: Werde Marilyn Monroes Friedhofsnachbar für 4,5 Millionen Dollar19.08.09

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Marilyn Monroe, alias Norma Jeane Baker, war die einzige Frau, die es schaffte, ein Entzücken bei Elton John auszulösen – und das will schon etwas heißen. 1962 starb die blonde Diva (Nembutal kann gefährlich sein), am 8. August wurde sie in einem Bronzesarg auf dem Pierce Brothers Westwood Village Friedhof zu Grabe getragen – oder besser “gehoben”, da sich ihre letzte Ruhestätte im Corridor of Memories, Hausnummer 24 befindet. Die Beisetzung fand im engsten Familien- und Freundeskreis statt, erst am darauffolgenden Tag konnten sich die Fans in der Zeitung von der Trauer des Ex-Ehemanns Joe DiMaggio überzeugen. Obwohl “DiMag” mit den Worten “I love you” Abschied nahm, schien ihm die Ewigkeit mit seiner alten Flamme keine verlockende Option zu sein, weshalb er den bereits reservierten Grabplatz über seiner Ex kurzerhand an den Geschäftsmann Richard Poncher verkaufte. Poncher war großer Marilyn-Fan und rang auf dem eigenen Totenbett später seiner Frau das Versprechen ab, über ihr begraben zu werden, damit er für immer auf den Star herunterblicken könne. Das ist wörtlich zu verstehen: der Körper sollte auf dem Bauch liegend beerdigt werden. Elsie Poncher erfüllte ihm selbstredend den Wunsch.

Das Ganze ist nun 23 Jahre her und Mrs. Poncher ist zu einer rüstigen Rentnerin gereift – die allerdings ein Problem hat: Schulden. Laut “Rolling Stone” hat die Witwe eine unbezahlte Hypothek in Höhe von 1,6 Millionen Dollar für ihr Anwesen in Beverly Hills. Um den drängenden finanziellen Verpflichtungen nachzukommen hat sie sich nun dazu entschlossen, den Grabplatz ihres Mannes zu verkaufen. Der Leichnam sei bereits umgebettet worden. Die Gruft soll via eBay-Auktion an den Meistbietenden versteigert werden. “Hier ist die einmalige Chance, deine ewigen Tage direkt über Marilyn Monroe zu verbringen”, heißt es in der Artikelbeschreibung. Als Testimonial der Aktion wird Playboy-Erfinder Hugh Hefner herangezogen, der einmal sagte: “Wer will nicht bis in alle Ewigkeit neben Marilyn liegen?” Er selbst hat sich den Platz neben der Schauspielerin reserviert.

Das Startgebot lag bei 500.000 US-Dollar. Mittlerweile beträgt das Höchstgebot 4,5 Millionen Dollar. Die Auktion läuft noch bis Montag, 24. August.

(André Vatter)

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Gamescom: Die Spiele sind in Köln gelandet19.08.09

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Die Gamescom ist eröffnet. Vor ein paar Minuten fiel mit einem spektakulären Event der offizielle Startschuss für die Kölner Spielemesse. Schaut euch das Video an, aber Vorsicht: die Lautsprecher nicht so weit aufdrehen, denn gleich wird es ziemlich laut. Heute dürfen nur Fachbesucher und Medienvertreter in die heiligen  Messehallen, ab morgen bis einschließlich Sonntag) ist die Gamescom dann auch für alle großen und kleinen Besucher geöffnet.

Und ein Besuch dürfte sich lohnen. Ich bin gestern schon mal durch die Messehallen geschlendert. Ein paar Bilder von meinem Rundgang gibt es hier.

(Michael Friedrichs)

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RapidShare: Neue Kooperation für die Image-Politur19.08.09

simon_rapidshare“Ja, sicher! Machen wir!”, muss COO Bobby Chang vor Freude ausgerufen haben. Sein One-Click-Hoster Rapidshare hat in letzter Zeit öfters einen auf den Deckel bekommen, sei es von Rechteinhabern oder den Nutzern. Da ist es mal wieder Zeit für ein paar gute Nachrichten: RapidShare nutzt die Gamescom zur Nobilitierung des eigenen Angebots. In Kürze gilt eine neue Kooperation mit dem Berliner Spiele-Publisher The Games Company (TGC), der unter anderem “Everlight”, “Das Schwarze Auge”, “Simon the Sorcerer” und “Eishockeymanager 2009″ im Programm hat.

RapidShare wird als neuer Vertriebskanal genutzt, TGC verspricht sich zusätzliche Aufmerksamkeit durch die rund 40 Millionen User (laut Unternehmensangabe), die täglich die Plattform besuchen. Dazu wird RapidGames weiter ausgebaut, auch soll das Prämienprogramm entsprechend erweitert werden. Auffällig erleichtert liest sich Changs O-Ton in der Mitteilung: “Die Vereinbarung mit TGC zeigt, wie Publisher und Hoster zusammenarbeiten und gleichzeitig Mehrwert für den User generieren können.” Recht hat er – der Chang. Ich schätze, dass wir in naher Zukunft (bestimmt auch noch im Rahmen der Messe) öfter von solchen Kooperationen hören werden.

(André Vatter)

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Gamescom: Playstation 3 Slim und andere Highlights von der Sony-Pressekonferenz19.08.09

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Sony hat eingeladen und über 600 Journalisten aus dem In- und Ausland sind gekommen. Mit rund 20 Minuten Verspätung betrat am Dienstagabend Andrew House, seines Zeichens CEO von Sony Computer Entertainment Europe, die Bühne im vollbesetzten E-Werk. Und wie es sich für eine internationale Spielemesse gehört, kam der Manager nicht mit leeren Händen in die Domstadt, sondern mit einer ganzen Reihe an interessanten Neuigkeiten. Aber der Reihe nach:

Zu Beginn der Pressekonferenz gab es erst einmal die offiziellen Verkaufszahlen. Demnach hat Sony seit der Markteinführung im November 2000 in Europa 51,8 Millionen Playstation 2 verkauft. Weltweit ging die Konsole 138,8 Millionen Mal über den Ladentisch. Die Playstation Portable fand in Europa 17 Millionen Käufer, weltweit setzten 52,9 Millionen Menschen auf die mobile Daddelbox im Mini-Format. Aktuelle Zahlen gab es auch für Sonys Next-Generation-Konsole. Demnach ging die Playstation 3 in Europa insgesamt zehn Millionen Mal über den Ladentisch. Weltweit waren es 23,7 Millionen Geräte.

sony-ps3-verkaufszahlen

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Radiohead: “These Are My Twisted Words” als kostenloser Download18.08.09

radioheadHier noch ein kleiner Tipp für die melancholischen Abendstunden. Radiohead hatte ja angekündigt, künftig keine Alben mehr produzieren zu wollen. Der Stress sei einfach zu groß: “Niemand aus der Band hat Lust, sich noch einmal so ein kreatives Chaos anzutun, wie es bei der Produktion eines Long-Play-Albums entsteht”, begründete Thom Yorke den Schritt. Stattdessen werde man künftig eher auf Single-Veröffentlichungen setzen. Und tatsächlich mussten die Fans nicht lange warten: Anfang des Monats erschien “Harry Patch” in Gedenken an den sympathischen britischen Kriegsveteran, der kürzlich verstarb und 111 Jahre alt wurde. Danach wurde es wieder etwas ruhiger um Radiohead, bis ein Musikvideo auf YouTube erschien, das der Gruppe nicht gleich zugeordnet werden konnte.

Jetzt aber sorgt die Band auf dem Blog endlich selbst für Klarheit und präsentiert offiziell den Song “These Are My Twisted Words”, der ab sofort kostenlos heruntergeladen werden kann: Entweder über diese Seite oder per Torrent. Die ZIP-Datei enthält neben dem MP3-Song (320Kbit/s) das Cover und ein Artwork-PDF.

“Wir waren ja einige Zeit im Studio und dies ist eine unserer ersten Aufnahmen”, schreibt die Band. “Wir sind ziemlich stolz darauf.” Der Song soll deshalb auch Teil der Sommer-Tour werden.

(André Vatter)

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Schwedische SMS-Klos rufen Datenschützer auf den Plan18.08.09

malmoWenn man den Bildern (Google Translate) der schwedischen Tageszeitung “Sydsvenska Dagbladet” Glauben schenken darf, sehen die öffentlichen Toiletten in Malmö von außen wie skandinavische Schwitzhütten aus. Das Besondere an den Bürger-Klosetts im Folkets Park (Volkspark) ist aber nicht ihr Aussehen, sondern ihre Funktionsweise: sie geben nämlich nur den Zugang in ihr Inneres frei, wenn man sich zuvor per SMS angemeldet hat. Dafür wird über das Handy ein Code gekauft (Preis: zwei Kronen), der per Kurzmitteilung übermittelt wird. Die Zahlenkombination muss dann vor Ort eingegeben werden, erst danach öffnet sich die Tür. Park-Manager Sverker Haraldsson verteidigt die Einführung dieses Systems, das bislang bei sechs Klokabinen und zwei Pissoirs angewendet wird. Im Park hätte es unter Besuchern Anwandlungen von Vandalismus gegeben: Indem Zeit, Ort und Name des Klobesuchers registriert würden, seien die Beschädigungen am städtischen Eigentum zurückgegangen.

Doch der Zweck heiligt nicht die Mittel, weshalb sich nun das Datenschutzinspektorat von Malmö das Latrinengeschäft näher ansehen möchte: Wer hat wann Zugriff auf welche Daten? Wie lange bleiben sie gespeichert? Insgesamt wurde ein Katalog mit zehn Fragen aufgestellt, die nun auf Antwort warten. Der Aufseher Haraldsson weist derweil alle Schuld von sich: “Ich kann die persönlichen Daten nicht einsehen”, sagte er dem “Sydsvenska Dagbladet”. “Alles, was ich abrufen kann, ist die Zeit der Registrierung, den berechneten Betrag und den Namen des Telefonanbieters. Telefonnummern selbst werden nicht angezeigt – das kann nur die Polizei.”

Neben den datenschutzrechtlichen Bedenken gibt es übrigens einen weiteren Vorwurf, der den SMS-Klos gemacht wird: Laut Berichten der schwedischen Regionalpresse sei es bereits häufiger vorgekommen, dass Touristen mit Entleerungsabsichten vor verschlossenen Türen verzweifeln mussten. Die Abrechnungsweisen ausländischer Telekommunikationsanbieter sei nicht immer mit dem schwedischen Gebührenssystem kompatibel.

(André Vatter)

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Minianwendungen: Open Social könnte bald für StudiVZ die Wende bringen18.08.09

studivz_osBevor wir anfangen, breche ich jetzt einmal die aktuelle Monetarisierungsstrategie von Facebook auf wenige Sätze herunter. Die Amerikaner waren die ersten, die nach Alternativen aktiv Ausschau gehalten haben und es wird immer deutlicher, dass die VZler von Deutschland aus ratlos über den Atlantik schielen, um den ein oder anderen Impuls für das weitere Vorgehen abzufangen.

Also zurück zu Facebook: Man hatte es zunächst mit Werbung versucht, was nicht zuletzt in Zeiten der Wirtschaftskrise mehr oder minder floppte. Der nächste Schritt? Die Nutzer direkt zur Kasse bitten. Paid Social Content, sozusagen. Dazu wird zunächst die Reichweite der Plattform vergrößert, um eines Tages ein akzeptables Basis-Angebot für alle Nutzer etablieren zu können, das durch kostenpflichtige Module beliebig erweitert werden kann. Diese Module bestehen aus Apps, also Mini-Programmen, die das Nutzerprofil aufhübschen oder sonst wie aufwerten können. Facebook selbst macht sich dafür nicht die Hände schmutzig, sondern überlässt es externen Programmierern, die Anwendungen zu schreiben. Für solche Add-Ons werden dann kleine Beträge fällig (meinetwegen ein Dollar für ein Quiz), die via Micropayment abgerechnet werden. Pro Verkauf behält Facebook, ähnlich wie Apple im App Store, eine Provision ein, der Rest fließt an den jeweiligen Entwickler. Dazu hat das Netzwerk bereits ein kleines Währungssystem testweise eingeführt, sogenannte “Facebook-Credits” können gekauft und gegen Plattformdienste eingetauscht werden. Netter Nebeneffekt: Auf diese Weise lässt sich auch ein Anreiz für die Werber neuer Mitglieder schaffen. Pro erfolgreiche Vermittlung bekommen sie eine bestimmte Anzahl von Credits gutgeschrieben.

Und nun der Sprung nach Deutschland. Die VZ-Netzwerke stecken wie die meisten sozialen Netzeinrichtungen in dem Dilemma, dass auch hier Werbung alleine den Laden nicht in Schwung bringt. Zur Verdeutlichung: Umsatz und Verlust von StudiVZ waren 2008 gleich hoch und sollen um die zehn Millionen Euro betragen haben. Erst 2010 könnte der Umsatz verdreifacht werden und – so stellte es Holtzbrinck-Mann Jochen Gutbrod in Aussicht – eventuell fällt dabei auch ein kleiner Gewinn an. Wie StudiVZ dies zu erreichen gedenkt, ließ er offen. Doch nun gibt es konkrete Hinweise, dass die Plattform den Facebook-Weg einschlagen wird. Xing hat es hierzulande bereits vorgemacht, als das Business-Netzwerk kürzlich die Plattform für Fremdentwickler öffnete. Der Großteil der Apps ist bislang kostenlos, dafür wird allerdings auch pauschal ein Bezahl-Account vorausgesetzt. Bei wieder anderen Anwendungen werden schon heute zusätzliche Gebühren fällig. (weiterlesen…)

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Tr.im wird Open Source – und nun offizieller Feind von Bit.ly18.08.09

trim_opensourceWie das Fähnchen im Winde – aber wirklich. Nachdem der URL-Shortener Tr.im sein endgültiges Aus verkündete, dann zurück ruderte, um einen Investor zu finden, kommt nun die nächsten klappende Kinnlade: Tr.im soll Open Source werden. Diesen Plan kündigte der Gründer Eric Woodward vor wenigen Stunden im Blog an. Selbst mit einem Geldgeber im Rücken käme man nicht gegen das “bit.ly/Twitter-Embargo” an. Zu diesem Entschluss sei man spätestens vor einer Woche gekommen, als der Konkurrent Bit.ly an die Firma herangetreten sei, um ein “Kaufangebot” (die Anführungszeichen benutzt Woodward) in Höhe von 10.000 Dollar zu machen.

Nambu, der Betreiber von tr.im, werde nun Folgendes unternehmen: Die Domain der Seite wird der Community geschenkt, gleichzeitig wird der komplette Quellcode (unter der MIT Open-Source-Lizenz) für alle offen gelegt. Sämtliche Informationen über mit tr.im erstellte Links werden gesammelt und allen zugänglich gemacht. Die Plattform wird weiterhin kostenlos sein, dafür würden Spenden gerne angenommen. “Ich, Eric Woodward, werde persönlich garantieren, dass ich bei finanziellen Engpässen von tr.im einspringen werde – auf unbegrenzte Zeit”, so der Gründer.

Ich drücke tr.im alle Daumen für das Vorhaben. Open Source sehe ich nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten als die beste Lösung aus dieser Firmenkrise: Je schneller Twitter die Reichweite ausbauen kann, desto wichtiger wird die Bedeutung der URL-Shortener. Als statistisches Instrument für die geplante Echtzeit-Suche sind sie unentbehrlich und ein wenig Transparenz in die Zukunft der Informationsverteilung und -beschaffung zu bringen, wird meiner Meinung nach eines Tages eine absolute Notwendigkeit werden. Warten wir es ab…

(André Vatter)

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MySpace will Musik-Empfehlungsdienst iLike übernehmen und Facebook ärgert sich18.08.09

myspaceilikeIn den USA bahnt sich die nächste größere Übernahme in der Social-Media-Welt an. Nach dem Kauf des Micro-Blooging-Dienstes FriendFeed für 50 Millionen Dollar durch das Kontaktnetzwerk Facebook sorgt nun Konkurrent MySpace für Schlagzeilen. Wie TechCrunch berichtet, stehen die Verhandlungen mit iLike quasi kurz vor dem Abschluss und rund 20 Millionen Dollar warten darauf, den Besitzer zu wechseln. Das Interessante an der Übernahme des Musik-Empfehlungsdienstes: iLike verfügt über 50 Millionen registrierte Nutzer und gehört damit neben last.fm zu den führenden Communities in diesem Bereich. Zudem gehört der Dienst zu den meistgenutzten Applikationen auf sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook.

Bisher dürften sich Marc Zuckerberg und seine Mannschaft daran auch nicht sonderlich gestört haben (eher ganz im Gegenteil), aber mit der Übernahme von iLike durch MySpace würde der Konkurrent indirekten Zugriff auf die weltweit rund 250 Millionen Nutzer erlangen – und das passt Facebook verständlicherweise überhaupt nicht. Ich bin jedenfalls gespannt, ob und wie das Kontaktnetzwerk auf den Eindringling reagieren wird – immerhin verdienen die Betreiber von iLike mit ihrem Musik-Empfehlungsdienst ja auch ordentlich Geld. Ob Facebook so weit gehen und dem Dienst künftig den Zugang zu seinem Netzwerk untersagen wird, glaube ich allerdings nicht. Zudem wäre solch eine Aktion ziemlich kontraproduktiv, in Anbetracht dessen, dass auf den Monat verteilt rund zehn Millionen Facebook-Nutzer auf die Musik-Community zugreifen.

Für MySpace dürfte sich der Deal gleich doppelt auszahlen. Einerseits kann das Online-Portal seinem ärgsten Konkurrenten ordentlich eins auswischen, andererseits unterstreicht MySpace mit der Übernahme von iLike seinen Anspruch als DIE Anlaufstelle im Web 2.0 für alle Freunde der Musik.

(Michael Friedrichs)

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T-Mobile G1: Zu kleiner Flash-Speicher könnte Updates verhindern18.08.09

g1_update
Na, das passt ja: Als ich gestern aus dem Urlaub wieder kam, stand auf meinem Schreibtisch in der Redaktion ein Paket. Absender war die Deutsche Telekom, die uns einen zweiwöchigen Test des T-Mobile G2 Touch (besser bekannt unter dem Namen HTC Hero) angeboten hat. Über Twitter habe ich bereits um eure Fragen zum Gerät gebeten und gerne wiederhole ich den Aufruf an dieser Stelle noch einmal: Wer etwas Bestimmtes über die Praxistauglichkeit des G2 wissen möchte, meldet sich bitte.

Nun aber zum eigentlichen Anliegen. Seit dem Wochenende herrscht unter einigen Nutzern des G1 einige Unruhe. Grund ist ein Post im Blog Android and me mit der Überschrift: “Besitzer eines T-Mobile G1: Rechnet nicht mit Android-Updates”. Der Grund für die Warnung liegt laut Autor Taylor Wimberly in dem zu knapp bemessenen internen Speicher (256 MB ROM) des Smartphones: Seit der im April erschienenen Firmware 1.5 mit dem leckeren Namen Cupcake sei der Flash-Speicher randvoll gepackt. Für die bereits angekündigten Nachfolge-Updates “Donut”, “Éclair” und “Flan” sähe es daher mau aus.

Aus den Spekulationen wurde für einige Leser dann Gewissheit, als sich ein Android-Entwickler Jean-Baptiste Queru über Twitter zu Wort meldete: “So sehr ich hoffe, dass es möglich sein wird, irgendwie weiter das G1 zu updaten, kann ich doch nichts versprechen.” Auch wenn Queru nicht direkt an irgendwelchen Firmware-Beschlüssen beteiligt sein wird, ist dies doch eine recht schwerwiegende Vermutung. Das Blog wandte sich daraufhin direkt an T-Mobile USA und bekam ein knappes Feedback, das eher neue Rätsel aufwirft als sie auflöst:

Wir planen weiterhin mit Google zusammenzuarbeiten, um künftig Software-Updates für das T-Mobile G1 zu bieten. Anderslautende Berichte sind inakkurat. Grüße T-Mobile USA, Inc. / Public Relations

Das könnte ahnen lassen, dass Google, T-Mobile und HTC zwar auch künftig Updates für das G1 ausliefern könnten – diese jedoch nur auf sicherheitsrelevante Patches beschränkt sind. Die Sache ist jedenfalls noch nicht gegessen, immer mehr Medien berichten nun über den winzig bemessenen Speicher des Geräts. Sollte es sich am Ende bewahrheiten, wird Firmware 1.5 die letzte sein, die G1-Nutzer aufspielen konnten. Android and me stellt bereits die Optionen vor, die in einem solchen Fall bleiben:

1. Sich mit 1.5 zufrieden geben
2. Ein neues Android-Handy kaufen
3. Das G1 hacken und ein angepasstes Android installieren
4. T-Mobile um einen Austausch des Geräts bitten.

(André Vatter)

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Endlich Privatsphäre: Googles neue Opt-Out-Funktion verfrachtet Nutzer in ein Bergdorf17.08.09

Seit Monaten schwelt der Streit zwischen Google und den US-Datenschützern: nicht zuletzt die Regelungen zum Datenschutz des Bücherdienstes (wir berichteten) bringen besorgte Vereine auf die Palme. Immerhin ist es der Suchmaschine möglich, das Nutzerverhalten minutiös mitzuzeichnen: Welche Lektüre wurde wann und wie oft angeschaut? Wie lauten die vom Leser gemachten Notizen? Google hat Zugriff auf all diese Daten, weshalb eine sogenannte Opt-Out-Option ganz oben im Forderungskatalog der Gegner steht: Nutzer sollen das Recht bekommen, der Sammelwut individuell einen Riegel vorzuschieben. Das Satiremagazin The Onion hat sich schon einmal Vorstellungen darüber gemacht, wie Google dem Wunsch Folge leisten könnte.

(André Vatter)

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Gott schütze Amerika: “Norton und G.I. Joe werden ein Team”17.08.09

nortonIrgendwie scheint dieser Sommer den Virenkiller-Hersteller nicht gut bekommen zu sein. Erst zerrt Kaspersky den greisen KungFu-Star Jackie Chan auf seinem Segway durch eine fluoreszierende “Cyberworld” und nun legt auch noch Norton nach.

Seit seinem Start in den Staaten führt “G.I. Joe” (“Actiontrash in Reinkultur” – Focus) die dortigen Kino-Charts an. Der Streifen ist eine Hommage an die gleichnamige Action-Figur, die in den Sechzigern auf dem Markt kam, um mit militärischem Testosteron-Gebaren der Barbie-Puppe einzuheizen. Glaubt man den Kritiken, ist “G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra” (hierzulande seit dem 13. August im Kino) einer dieser Filme, bei denen der Produzent dem Regisseur einschärft: “Handlung? Hä? Ordentlich knallen muss es!” Alles in allem also ein überzeugendes Entertainment-Produkt – so überzeugend zumindest, dass Norton den angriffslustigen Soldatentrupp als Testimonials anheuerte, um für Internet Security 2009 kräftig Werbung zu machen.

Ich zitiere aus der Produktbeschreibung:

Norton und G.I. Joe werden ein Team

G.I. Joes geheimes Team voller hochausgebildeter Experten wurde gegründet, um die Menschheit gegen die globale Eroberung zu beschützen – wo immer und wann immer solche Fälle passieren. Es ist Teil der Spezialoperation des Teams, dass die Joes immer über über die teuflischen Pläne der Cobra-Organisation Bescheid wissen, bevor diese Welt übernimmt.

Genau auf die gleiche Weise arbeitet auch Norton immer daran, aufkeimende Bedrohungen zu erkennen, bevor sie deinen Computer übernehmen. Die Geschwindigkeit und die Stärke von Norton stellen eine schlaue und betriebsbereite Verteidigung dar – von der man nichts merkt, die aber unglaublich effektiv ist, wenn sie präventiv einschreitet.

Gemeinsam werden Norton und G.I. Joe zuschlagen – bevor es die Online-Bösen tun.

Gott schütze Amerika! Yes, we can! Die Verpackung von Internet Security 2009 sieht übrigens aus wie eine Kellogs-Cerialien-Schachtel. Ob ein kleiner Action-Held hinausklettert, wenn man sie öffnet? Da ich den Film noch nicht gesehen nie sehen werde, kann ich mich eigentlich nur über den Ton, aber nicht über den Inhalt der Werbebotschaft wundern. Diese Ausgabe überlasse ich Toplessrobot.com: “Wenn man von der Tatsache ausgeht, dass es das zähe Joe-Team nicht einmal schaffte, vier Bomben aus den Händen der Terroristen zu nehmen, während sich diese im eigenen Hauptquartier aufhielten, bin ich mir nicht sicher, wie sehr ‘G.I. Joe’ hier ein Beispiel für Sicherheit abgeben kann.”

(André Vatter)

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