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Archive for 09.2009

Basic Sunday: Bundestagswahl 200927.09.09

basic-sunday-wahl

Heute ist Bundestagswahl und während ihr diese Zeilen lest, haben die Wahllokale bereits geöffnet und warten darauf, dass ihr eure Stimme abgebt. Natürlich nur, sofern ihr nicht zu den vielen Briefwählern gehört, die dieses Jahr wohl besonders viel Gebrauch von ihrem Wahlrecht machen. Ich habe meinen Wahlzettel bereits vor einigen Wochen abgeschickt und auch damit gezeigt, dass mir die Politik in Deutschland nicht egal ist. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob man sich letzten Endes über die Politik, die in den nächsten wohl vier Jahren zustande kommt, ärgert oder nicht. Fakt ist: Jede einzelne Stimme von euch sorgt dafür, dass zumindest die Tendenz in diesem Land sich ändert. Geht es mehr nach links, nach rechts, in die Mitte oder überhaupt. Doch welche Hoffnung verbinde ich persönlich mit dieser Bundestagswahl?

Ich glaube, dass diese Wahl deswegen etwas Besonderes werden wird, weil die kleineren Parteien in allen Umfragen satt zulegen und die größeren Parteien fast über die Bank hinweg verlieren. Ich glaube das ist deswegen so, weil man gerade bei den größeren Parteien heute gar nicht mehr so richtig weiß, was man eigentlich von ihnen bekommt. Die große Koalition meiner Ansicht nach in den letzten Jahren keine großen Sprünge vollzogen. Die beiden Parteien haben ihre Aufgaben nach Plan durchgezogen, aber nicht mit großem Mut Zustände in diesem Land geändert und sind nicht neue Wege gegangen. Doch genau das ist es, was meiner Ansicht nach notwendig ist. Die Menschen wollen eine Veränderung, sie wollen Mut und Voraussicht – anstatt Handlung nach Plan. Ich persönlich traue das einer großen Koalition einfach nicht zu.

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Daten von Überwachungskameras: Forscher wollen Google Earth Leben einhauchen25.09.09

Das ist wieder so eine Geschichte, die Fortschrittsgläubige jubeln lässt – und die Datenschützer auf die Palme bringt: Das Georgia Institute of Technology in Atlanta will den Lebensfunken in Google Earth entzünden. Bislang ist es so, dass die flächendeckenden Satellitenbilder ja schön anzuschauen sind, aber doch ein wenig leer und tot wirken. Gut, 3D-Modelle von Gebäuden sollen über kurz oder lang mehr Realismus in die Sache bringen, doch es bleibt dabei, dass die Parks verlassen und die Gehsteige verwaist sind und durch die Straßen einzig und allein ein unsichtbarer Wind pfeift.

Das muss so nicht sein, sagten sich die Forscher und setzten bei dem Theorem an, dass heutzutage doch alles im Alltag Datenspuren hinterlässt: Videokameras, Messstationen, Webcams, Handys – all diese Dinge liefern verwertbare Informationen, die sich 1:1 in die Sprache der virtuellen Welt übersetzen lassen. Und genau das haben sie sich zunutze gemacht: Sobald eine Überwachungskamera nun eine Bewegung auf dem Bürgersteig registriert, wird dieses Signal von einem Programm als Fußgänger identifiziert, der dann in Echtzeit auf derselben Straße in Google Earth als digitaler Klon auftaucht. Gleiches geschieht mit den Autos. Die sich bewegenden 3D-Kopien sollen als “Symbole” Google Earth bevölkern, das heißt, weder Gesichter noch spezielle Automodelle sind als solche erkennbar. Auf diese Anonymisierung hinzuweisen schien den Forschern im NewScientist-Interview recht wichtig zu sein. Da die Stadt Atlanta (der derzeitige Schwerpunkt des Experiments) nicht an jeder Ecke mit Kameras ausgestattet ist, wurde zudem eine Routine geschrieben, die bei jedem Objekt voraussagen soll, welche Wege nach größter Wahrscheinlichkeit weiter verfolgt werden, wenn es aus dem Sichtfeld der Überwachung verschwunden ist.

Doch es soll noch weitergehen: Daten liefert schließlich auch der Fernseher, was liegt also näher, als ganze Sportveranstaltungen live zu übertragen? “Stellen Sie sich vor, sie könnten die Champions League in Google Earth verfolgen”, wird der Forscher Kihwan Kim zitiert. Schon jetzt sei es möglich, Spiele 3D-gerendert in ein beliebiges Stadion zu verfrachten. Ebenso wollen die Wissenschaftler die Daten von Wetterstationen nutzen, um den Himmel realistischer zu gestalten. Wenn draußen die Sonne scheint, verziehen sich analog auch bei Google Earth die Wolken.

Soweit der Status Quo des Experiments. Geht es nach dem Institut werden nach und nach weitere Datenlieferanten angezapft: Kamerahandys beispielsweise, die sowohl Bilder als auch Töne beisteuern können. Oder kleine tragbare Sensoren, die über die aktuelle Temperatur und Luftfeuchtigkeit Auskunft geben. Ich schätze jeder weiß, dass auf diesem Feld keine Grenzen gesetzt sind. Wie die Sache zu bewerten ist, bleibt hingegen jedem selbst überlassen. So beeindruckend und vielleicht sogar nützlich derartige Projekte sind, halte ich eine ordentliche Portion Misstrauen durchaus für angebracht. Gut, Menschen erscheinen als gesichtslose Pixelpuppen – doch früher oder später wird immer der Ruf nach mehr Originaltreue laut. Und was ist mit dem Missbrauchspotential: Wenn sich Datenschützer schon über Street View als komfortables Spionage- und Vorbereitungstool für Einbrecher klagen – wie sollen sie erst über ein in Echtzeit bevölkertes Second-Life sagen, bei dem Bankräuber nicht mal mehr jemanden brauchen, der draußen bleibt und Schmiere steht? Es sagt ihnen ja dann der Kollege mit dem Notebook per Handy, wann die Luft rein ist.

(André Vatter)

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iNudge: Kleine Kompositionen in der Mittagspause25.09.09

inudge

Auf iNudge.net funkelt ein neues Juwel für alle Audiophilen unter euch – gelangweite Büroleute mit Soundkarte am Arbeitsplatz dürfen sich natürlich genauso freuen. Das Projekt stammt von Hobnox, das einige schon von der Online-Musikbearbeitung her kennen dürften. Mit iNudge wurde nun ein simples, auf Flash basierendes Tool bereitgestellt, mit dem Einsteiger innerhalb kürzester Zeit selbst kleine Melodien basteln können. Dazu stehen insgesamt 16 mal 16 Flächen zur Verfügung, die über acht Spuren mit acht Instrumenten und Sounds gefüllt werden können. Da die Musik dabei eher intuitiv gemalt wird, sind keine Vorkenntnisse erforderlich, außerdem hat die Sache noch einen Vorteil: es hört sich immer passabel an.

Das fertige Ergebnis lässt sich per Share-Button auf die Reise schicken, entweder als Mail, einfacher Link, Embed-Code oder als Widget für die diversen Netzwerke. Ein netter Zeitvertreib, den Hobnox bald noch ein wenig aufmotzen möchte: HipHop-Patterns und längere Loop-Phasen sollen bald hinzukommen, zudem arbeitet man daran, die Sound-Dateien auch als Download zur Verfügung stellen zu können. Nutzer hätten dann zum Beispiel die Möglichkeit, ihre eigenen Klingeltöne zu komponieren.

Klickt euch da mal einen Song zusammen und postest den Link in den Kommentaren. Als Gegeneistung halte ich hier im Anschluss mein Meisterwerk für euch in voller Pracht und Schönheit bereit. Ich arbeite noch ein wenig an den Fugen und Leitmotiven – aber, das wird schon. Wehe, ihr lacht. :) (weiterlesen …)

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Letzte Tipps vor der Bundestagswahl 200925.09.09

bundestag

Der Countdown zur Wahl des 17. Bundestags hat begonnen und obwohl ich hier keine Wahlempfehlungen aussprechen möchte (“Nieder mit den Netzsperren!”), steht es mir doch zu, ein wenig Werbung für die Sache an sich zu machen. Liebe Leute, geht wählen. Wer am Sonntag ausschlafen möchte, hat dann ja noch bis 18 Uhr Zeit, um auf dem Wahlzettel sein Kreuz zu machen.

Wen wählen?

“Ja, okay. Aber: wo nur?” Wer zu diesem späten Zeitpunkt auf diese Frage noch keine Antwort hat, verdient zuerst eine Rüge und dann einen Tipp: Für Wahlunentschlossene, die sich einen Turbo-Überblick über das deutsche Parteienspektrum verschaffen möchten, gibt es im Netz mehrere Instrumente. Zum Beispiel den Wahl-O-Mat, der in 38 inhaltlichen Fragen 24 politische Parteien abfrühstückt. Antwortet mit “ja”, “nein” und “neutral” und ihr bekommt nach wenigen Minuten angezeigt, an welchen Stellen eure persönliche Interessen mit den diversen Wahlprogrammen kongruent gehen.

Darüber hinaus gibt es auch die durchaus erwägenswerte Alternative Wen wählen?. Sie funktioniert ähnlich wie der Wahl-O-Mat, ist allerdings wesentlich detailreicher – doch der Mehraufwand lohnt sich, da ihr die Kandidaten und ihre Ansichten direkt kennenlernen könnt. Die Auswertung geschieht also nach Parteien und nach den Direktkandidaten. Das Projekt hat Alvar Freude vom AK-Zensur ins Leben gerufen und mit einigen Freunden realisiert. Ich möchte noch erwähnen, dass die Plattform unabhängig ist – was ich den Jungs nach der Arbeit, die sie geleistet haben, und ein paar eigenen Tests nur unterschreiben kann. (weiterlesen …)

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“Touch Wood”: Das Zypressen-Handy soll den Mobilfunk grüner machen25.09.09

20090924_01Notebooks im Holzgehäuse sind mittlerweile alte Kamellen, immerhin waren sie über Jahre hinweg auf der CeBIT zu bestaunen. Allem Anschein nach nutzte die Messe die Öko-Laptops aber nur, um sich einen grünen Anstrich zu verleihen, denn in freier Wildbahn haben Kunststoff und Aluminium bei den Baumaterialen noch immer die Vorherrschaft.

Aber – und diese Art des Optimismus ist bei mir durchaus ungewöhnlich – ich sehe schon, wie sich das Blatt bald wenden könnte, denn nun kommt die Idee umweltfreundlicher Geräte auch bei den Handy-Bauern an. Der japanische Mobilfunker DoCoMo hat gerade Touch Wood vorgestellt, ein tastenloses Smartphone im kompletten Holzgewand. Für den Rohstoff müssen keine Regenwälder vernichtet werden, denn es stammt aus der Forstwirtschaft, wo als Ausdünnungsmaßnahme hin und wieder Stämme auf der Strecke bleiben. Jedes Baumholz kommt allerdings nicht in Frage, sondern ausschließlich das von Zypressen. DoCoMo hat sich für die Verarbeitung die Hilfe von Olympus sichern können, die ein dreidimensionales Pressverfahren entwickelt haben, das die Hülle unter hohem Druck in ihre Form bringt. Das Ergebnis: Das Äußere des Touch Wood ist hammerhart, immun gegen Wasser, Insekten und Schimmel und sieht außerdem furchtbar schick aus. Schon in wenigen Tagen soll das Handy auf der ITU Telecom World ausgestellt werden. Und vielleicht ist es dann schon im kommenden Jahr beim Händler eures Vertrauens zu haben.

20090924_02

Natürlich kann das Ganze auch nur ein Marketing-Gag sein: Greenpeace gab sich bei einer Anfrage von Pressetext aber schon einmal zuversichtlich: “Auf den ersten Blick sieht dieser Herstellungsprozess gut aus, wenn wirklich überschüssiges Holz verwertet und auf giftige Chemikalien zur Konservierung oder zum Färben verzichtet wird.” Die Jungs von Greenpeace müssen es ja wissen, immerhin geben sie regelmäßig den Guide to Greener Electronics raus, in dem ebenso regelmäßig Branchengrößen als Giftschleudern abgestraft werden. Auf der anderen Seite hat das Touch Wood ja auch ein Inneres: Wie viele Toxine hier zum Einsatz kommen, hat DoCoMo nämlich nicht verraten.

(André Vatter)

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Chrome-Plugin für den IE: Microsoft drückt auf die Tränendrüse25.09.09

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Anfang der Woche hatte Google den wohl bislang perfidesten und gleichzeitig coolsten Stunt im Browser-Business durchgezogen: Es handelt sich dabei um Chrome Frame, ein Plugin für den Internet Explorer, das den Microsoft-Browser praktisch völlig aushöhlt, nur die Hülle behält und im Gegenzug die eigene Technik injiziert. Das Ergebnis? JavaScript-Anwendungen sollen bis zu zehn Prozent schneller laufen, gleichzeitig bekommt der IE die Fähigkeit, CSS3- und HTML5-Befehle zu interpretieren. Vordergründig wendet sich Google mit dem Plugin an Entwickler, die nun ohne schlechtes Gewissen auf Open Web-Technologien setzen können (hier ein appellatives Video). Eigentlich geht es vor allem aber um zwei Dinge: Erstens sollen auch die Nutzer älterer IE-Versionen künftig in die Lage gebracht werden, auch Google Wave nutzen zu können. Und zweitens besteht ja die Möglichkeit, dass eine unverbindliche Performance-Demonstration den einen oder anderen dazu bewegt, gleich auf das Original zu setzen und Google Chrome zu installieren. Marktanteile, ick hör dir trapsen.

Zwei Tage lang versanken die schockierten Redmonder angesichts des Fremdkörpers in ihrem Browser in betretenes Schweigen. Jetzt aber preschte ein Sprecher der Technikabteilung vor und machte den Anfang: Auf ArsTechnica warnt er nun ausdrücklich davor, Chrome Frame zu benutzen:

Mit dem Internet Explorer 8 haben wir bedeutende Verbesserungen und Updates veröffentlicht, um den Browser für unsere Kunden sicherer zu machen. Zieht man die Sicherheitsprobleme in Betracht, die bei Plugins im Allgemeinen und bei Google Chrome im Besonderen auftreten, lässt sich sagen, dass Google Chrome Frame als Plugin die Angriffsfläche für Malware und Schadcode verdoppelt. Dies ist ein Risiko, dem wir unsere Freunde und Familien nicht aussetzen wollen.

Ich hoffe, das Pathos kam in der Übersetzung rüber. Ich jedenfalls habe nun ein tränengetränktes Taschentuch vor mir auf dem Schreibtisch liegen. Doch ernsthaft: Natürlich bieten Plugins eine Angriffsfläche, vor allem dann, wenn Patches nicht rechtzeitig geliefert werden. Bei Google kann ich mir das nicht vorstellen. Ein zweites, sachliches Gegenargument wäre, dass der Internet Explorer 8 in den Überlegungen wohl erst an letzter Stelle in Googles Beuteraster auftaucht. Es geht ihnen in erster Linie um die Versionen 6 und 7, die noch zuhauf auf privaten Computern und Firmenrechnern installiert sind – was vor allem die Entwickler mächtig ärgert, weil sie gezwungen sind, nostalgische Töne im Quellcode anzuschlagen. Bei diesen alten Versionen stehen ganz andere Sicherheitsprobleme im Vordergrund.

(André Vatter)

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Nach 6 Richtigen: Gewinnwarnung und Kurseinbruch bei Tipp24.com24.09.09

tipp24-1Der Glücksspielstaatsvertrag vom Jahresanfang schob die Anbieter von Online-Lotto reihenweise auf das Abstellgleis – oder schlug sie in die Flucht. So wie das Unternehmen Tipp24.com, das im Januar die Koffer packte und nach London zog, um fortan Spieltipps auf den Ausgang europäischer Lotterien zu vermitteln. Anders ausgedrückt: Tipp24.com nimmt Wetten auf die Ergebnisse an.

Lotto-Spieler konnten auf diese Weise weiter ihren Tipp abgeben; zumindest wenn sie vor der Scheinabgabe versicherten, dass sie sich gerade nicht in Deutschland befinden. Die Verbraucherzentrale warnte eindringlich vor dieser Art des Zahlenspiels, da anders als bei den staatlichen Lotterien niemand für etwaige Gewinne garantieren könne. Wir hatten daraufhin ein kleines Interview mit Jens Schumann, dem Chef von Tipp24.com, der beruhigend abwinkte. Auch aus den Unternehmenszahlen ließ sich ablesen, dass das Lotto-Unternehmen mit damals rund 50 Millionen Euro an liquiden Reserven für einen etwaigen Super-Jackpot bestens gerüstet ist.

Und allem Anschein hat man Wort gehalten: Nicht nur ein Spieler aus Bayern hat gestern den offiziellen Hauptgewinn abgesahnt, sondern auch ein 33-Jähriger hatte parallel bei Tipp24.com die richtigen Zahlen getippt. “Der Glückspilz darf sich so über einen Gewinn in Höhe von rund 31,7 Millionen Euro freuen”, teilt Tipp24 in einer Pressemitteilung mit. Es handele sich um den zweithöchsten Einzelgewinn in der deutschen Lottogeschichte. “Wir freuen uns sehr für unseren Kunden. Damit dürften sich alle Behauptungen erledigt haben, dass man bei Tipp24.com nicht die ausgelobte Jackpotsumme gewinnen kann”, so das Unternehmen.

tipp24

Doch die Freude dürfte nur vorgespielt sein. Hinter den Kulissen krachte es heute ordentlich im Gebälk. Während vorne die freudige Pressemitteilung in den Verteiler floss, gab das Unternehmen hintenherum eine AdHoc-Meldung für die Investoren aus: “Korrektur der Gewinnprognose wegen hoher Gewinnausschüttung”, heißt es da. Nicht alle Sicherungsgeschäfte würden in dieser Situation greifen, der auszuzahlende Lottogewinn würde den geschätzten operative Unternehmensgewinn (EBIT) um 25 Prozent auf 30 Millionen Euro einbrechen lassen.

Nur kurze Zeit später kam es zu massiven Kursverlusten an der Börse, wo Tipp24.com im S-Dax gelistet ist. Zeitweise rutschte die Aktie um 16 Prozent auf 21,37 Euro ab. Erst gestern hatte ein Analyst von SES Research geraten, die Aktien zu halten: “Mit dem Anstieg des Jackpots auf EUR 30 Mio. dürfte im Falle der Abwesenheit von statistisch ungewöhnlich hohen Ausschüttungen das EBIT in Q3/09 sequenziell erneut ansteigen.” Das war ja dann wohl nichts. Aber – und das muss man ihnen wohl zugute halten – Tipp24.com hat Wort gehalten und beißt stattdessen in den sehr sauren Apfel. Glück und Pech gehören eben zu dieser Art Geschäft.

(André Vatter)

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Angetestet: Google Sidewiki – das neue Meta-Internet?24.09.09

sidewiki

Bei den meisten Produkten, die Google ins Netz wirft, sagt man sich: “Na, endlich! Wie lange habe ich darauf gewartet.” Nur bei Sidewiki will dieses Gefühl bei mir nicht aufkommen. Grob gesagt geht es bei dem Dienst darum, ein Art Overlay-Bewertungssystem für jede Website im Internet und das jeweils angesprochene Thema anzubieten. Beispiel: Ich suche nach einem guten Hotel in Hamburg, kann mich aber nicht entscheiden. Also gebe ich die URL der Touristeninformation an und schalte Sidewiki ein. Es erscheint eine Seitenleiste mit den hinterlassenen Kommentaren von Nutzern, die mich an ihren reichhaltigen Erfahrungen teilhaben lassen. “Ah”, denkt man. “Super Tipp!”. Dann bucht man die empfohlene Absteige.

Soweit zumindest die Theorie. Google wählt naturgemäß ungleich dramatischere Beispiele, wie die Infoseite über Herzerkrankungen, zu deren Vorbeugung ein Spezialist wie aus dem Off noch persönliche Tipps geben kann. Hier gibt es auch noch ein hübsches Info-Video.

Damit ihr wisst, wovon ich rede, macht doch einmal die Probe aufs Exempel und besorgt euch Sidewiki. Wir haben es mit keinem Add-On für Firefox oder Explorer (Chrome ist noch in Arbeit) zu tun, sondern mit einer Erweiterung der Google Toolbar, die ihr euch hier besorgen könnt. Nach der Installation werdet ihr belehrt, dass es sich bei Sitewiki um eine “Erweiterte Funktion” handelt, ihr also den Datenschutzbestimmungen zustimmen müsst: “Bei den erweiterten Funktionen der Google Toolbar wie PageRank und Sidewiki werden Adressen und andere Websiteinformationen zum Zeitpunkt Ihres Besuchs an Google gesendet.”

Die Kommentare erscheinen auf der linken Seite, natürlich habt ihr auch die Möglichkeit, eigenen Senf dazuzugeben, der dann mit euren Google-Profilen verlinkt wird. Außerdem sammelt Google die Kommentare ein, die zwar auf anderen Seiten, jedoch zum selben Thema gemacht wurden. Sämtliche Einträge werden automatisch nach Relevanz sortiert, wozu auch die Bewertungsfunktion ihren Anteil beiträgt.

Fazit:

sidewiki2So – und nun? Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Alles, was ich sehe ist, dass Sidewiki ein Art Meta-Internet etabliert, das sich über das bestehende Netz legt. Die Qualität kann bisher leider nicht überzeugen: “Ich mag Ahmadinedschad nicht!!” heißt es zum Beispiel bei Spiegel Online, ich kann den abgeladenen Kommentar auf der Startseite aber nicht zuordnen. Offensichtlich sind die Nutzer mit der Aufgabe überfordert und fragen sich (zurecht), ob denn nun die Seite oder der besprochene Gegenstand diskutiert werden soll.

Pressetext schrieb zudem vor wenigen Minuten, dass Sidewiki Potential für “Missbrauch” und “Falschinformationen” mitbringe – was durchaus stimmen kann, von Google unter dem Hinweis auf die Bewertungsfunktion aber zurückgewiesen wird. Doch für wirkliche Transparenz beim Flaggen oder Voting bräuchte man eine Kontrollinstanz: Vielleicht ein Meta-Sidewiki, über das Bewertungen von Seitenbewertungen bewertet werden? Und was ist mit der Übersicht? Braucht es wirklicht irgendwann eine Sidewiki-Suche? Werden wir dann auch kontextbasierte Werbung sehen?

Ich kann den Ansatz des Projektes nachvollziehen, stolpere allerdings über all diese Fragen, bevor mich wirkliche Begeisterung ergreifen kann. Möglicherweise denkt ihr anders darüber.

(André Vatter)

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Bionic Eye: Augmented Reality kommt auf das iPhone24.09.09

bioniceye

Zugegeben, wir haben es heute mit einem mobilfunklastigen Start in den Donnerstag zu tun. Doch wenn die Nachrichtenlage nun einmal mit derlei Sahneteilchen aufwartet – was will man machen? Eben…

Also, bislang war Augmented Reality ja einzig den Android-Nutzern vorbehalten und auf irgendeiner Veranstaltung durfte ich mir Layar mal im Live-Einsatz ansehen und hätte dabei fast mein Kölsch verschüttet. Für alle, die sich heute noch fragen: “Wofür brauche ich denn ne Karte im Handy? Ein Beschleunigungssensor? Was soll die Kamera? GPS? Ha, und dann noch ein Kompass?” – werft einen Blick auf Layar und lasst euch Anbetracht des Zusammenspiels all dieser Features in ein magisches Zauberland verfrachten.

Das iPhone hat sich da mit der erweiterten Realität wesentlich schwerer getan, es gab keine eigenständige App, die auch nur ansatzweise so etwas geboten hätte. Doch nun ist es soweit, denn das Pariser Entwicklerstudio Presselite hat Bionic Eye in den App Store gebracht. Ich sage gleich dazu, dass es noch nicht für Deutschland erhältlich ist, mehr dazu weiter unten. Der Client zeigt sämtlich POIs in Echtzeit auf dem Display, während der Nutzer sich um die eigene Achse dreht. Dazu zählen in der Anfangszeit in erster Linie (erwartungsgemäß) die Fressbuden von McDonald’s und Co. und andere Restaurantketten, aber auch Cafés, bekannte WLAN-Zonen und Hotels. Gegen Aufpreis zeigt Bionic Eye auch die Eingänge zu U-Bahnstationen auf dem Display. Alles, was innerhalb eines Radius von einem Kilometer identifiziert wird, zeigt die App auch an. Unterstützt wird das iPhone 3GS, bei vorherigen Modellen oder beim iPod Touch werden die POIs lediglich bei Google Maps sichtbar. (weiterlesen …)

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o2 gibt bekannt: Der Palm Pre kommt am 13. Oktober24.09.09

palm-preWir haben Bestätigung! Eine kleine, aber nicht unwesentliche Information wurde gerade an mich herangetragen. O2 hat nun offiziell angekündigt, den Palm Pre am 13. Oktober in Deutschland auf den Markt zu bringen. Das Smartphone werde “zunächst exklusiv” angeboten.

O2 verknüpft den Gerätevertrieb mit keinem bestimmten Tarif, das Unternehmen rät jedem Käufer aber dringend, auf die Zubuchung einer Handy-Surfflatrate (ab zehn Euro) nicht zu verzichten: 200 MB sind dann mit UMTS-Speed inklusive, danach wird auf ISDN-Geschwindigkeit gedrosselt. Bei o2 ist die Verwendung von VoIP über das Mobilfunknetz ausdrücklich erlaubt. Übrigens: Wer anfangs nicht über das nötige Kleingeld verfügt, kann auch eine 0-Prozent-Finanzierung für den Palm Pre in Anspruch nehmen, das Gerät wird dann monatlich über zwei Jahre abbezahlt. In der Pressemitteilung zur Ankündigung wendet sich o2 zudem auch explizit an Geschäftskunden.

“Das neue Palm Pre wird in Europa bereits mit Spannung erwartet. Wir werden Produkte, die auf webOS basieren, auch in weiteren Ländern anbieten und mit anderen Betreibern kooperieren”, sagte Palm-CEO Jon Rubinstein. “Wir freuen uns, das Palm Pre jetzt über o2 in Deutschland anzubieten. Damit haben Nutzer in Deutschland die Gelegenheit, sich aus erster Hand von den neuartigen und verbesserten Funktionen zu überzeugen, die dieses Smartphone bietet.”

Bleibt nur noch eine kleine Frage offen. Was ist mit Pixi, dem kleinen Bruder des Palm Pre. Schafft der auch den Sprung über den großen Teich?

(André Vatter)

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Turtle und Pure: Microsoft mit gleich zwei “Pink”-Handys am Start24.09.09

turtle

Nachdem Gizmodo gestern aus ungenannter Quelle Konzeptbilder des Doppel-Screen-Booklet “Courier” von Microsoft zugespielt bekommen hatte, kam kurzzeitig so etwas wie eine Euphorie unter den Betrachtern auf. Das muss mit Genugtuung in Redmond aufgenommen worden sein, denn jetzt wurde noch einmal nachgelegt: Seit heute Morgen zeigt Gizmodo weitere Studien. Dieses Mal handelt es sich um zwei Exemplare aus Microsofts langersehntem Projekt “Pink”, mit dem der Software-Riese zu einem überfälligen Zeitpunkt endlich den Markt für Handys betreten will.

Die beiden Slider hören auf den Namen Turtle (s. Bild oben) und Pure (unten). Im zusammengeschobenen Zustand erinnert Turtle tatsächlich ein wenig an den Palm Pre, auch, wenn wir es hier mit einer runderen und – offen gesagt – billiger aussehenden Variante zu tun haben. Beim Pure handelt es sich um ein 08/15-Schiebehandy, das Kollege Lücke nach eigenen Worten “am ehesten mit dem Ogo” vergleichen würde.

Dass beide Handys sich an einer jungen Zielgruppe orientieren, dürfte klar sein. Robustes Plastik gibt den Ton an, außerdem scheinen die runden Formen und nicht zuletzt der :-)-Button neben der Leertaste weniger für den seriösen Business-Bereich gemacht worden zu sein. Letztlich spricht für diese Theorie auch der Hersteller: Die Pinks tragen zwar das Microsoft-Logo, gebaut werden sie aber von Sharp für Danger. Danger ist seit ein, zwei Jahren ein Tochter-Unternehmen von Microsoft und vertreibt unter anderem das Kiddie-Smartphone Sidekick. (weiterlesen …)

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Kerners Twitter-Bashing: Kenn ich nicht, find ich doof.23.09.09

Ich kriege ja nichts mit von dem, was sich Millionen Deutsche Tag für Tag in der Glotze reinziehen – aus dem schlichten Grund, weil ich gar keinen Fernseher habe und ihn auch nie haben wollte. Nachrichten finde ich im Netz, wenn es sein muss, auch die passenden Bilder dazu. Deshalb reagiere ich eigentlich immer recht entspannt bis offensiv desinteressiert auf die Inhaltsangaben von Bekannten und Kollegen, die in meinem Beisein ihren gestrigen TV-Abend Revue passieren lassen. Doch heute wurde ich das erste Mal seit langer Zeit wieder hellhörig. Was ist denn bitteschön beim ZDF los?

Gestern lief die JBK-Show – also die ohne Meistersmutje Johann Lafer. Kerner hatte sich vorgenommen, dem Publikum das Phänomen Twitter ein wenig näher zu bringen, schickte aber gleich voraus, dass er es “für die Pest” halte. Um sich beim Microblogging-Bashing als der Top-Journalist zu produzieren, der er ohne Kochschürze immer war, hatte er die altehrwürdigsten Berichterstatter der Bundesrepublik Deutschland als Zeugen um sich geschart, darunter Wolf von Lojewski und Ich-nehm-die-Brille-ab Dieter Kronzucker – deren Arbeit ich ausdrücklich schätze.

Dann ging es los. Noch bevor er erklärte, Twitter für eine infektiöse Krankheit zu halten, hatte Kerner eingeräumt, dass er den Dienst noch nie ausprobiert, sich dafür aber vorurteilsfrei vorbereitet hätte. Laut der “Welt” schlug der Versuch einer einfachen Suche allerdings fehl, so dass er erst einmal die Hilfe eines Assistenten in Anspruch nehmen musste. Kurze Zeit später blätterte er durch die Seiten: “Wen interessiert denn das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass davon ein Wahlkampf beeinflusst wird.” Dann seufzte er und erklärte, dass das doch alles nicht wichtig sei. “Es ist ein völliger Unsinn. Völlig gehaltlos für journalistisches Arbeiten.” Danach packte er unter den Jubelrufen des greisen Publikums den Rechner weg. (weiterlesen …)

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EU-Petition für Netzneutralität: Befreit das Internet aus seinen Fesseln23.09.09

openinternet

Ich hatte kürzlich schon einmal über die neu entflammten Bemühungen von Skype berichtet, zurück ins UMTS-Netz zu kommen. Die Provider haben aus vorgeblichen Gründen der Netzauslastungen mehr oder minder sämtliche VoIP-Leistungen aus den Kundenverträgen gestrichen. Doch im Zuge der in den Staaten geplanten Regeln zur Netzneutralität wittern nicht nur VoIP-Anbieter ihre Chance. Grob umschrieben besagen die von der FCC vorgegebenen Richtlinien, dass…

  1. …das offene Internet das oberste Ziel sein muss. Nutzer sollen auf alle (legalen) Inhalte zugreifen dürfen.
  2. …Nutzer jede Applikation und jeden (legalen) Dienst im Internet in Anspruch nehmen können.
  3. …Nutzer die Art des Zugangs frei wählen können (Computer, Notebook, Handy).
  4. …der Wettbewerb weiter gefördert werden soll.
  5. …ein Nicht-Diskriminierungsgebot gilt: Bestimmte Dienste und Netzinhalte dürfen nicht priorisiert oder eingeschränkt werden.
  6. …zu jeder Zeit die Transparenz gewahrt sein und damit das Netzwerk-Management offen gelegt sein muss.

In den Staaten gehen zur Stunde die Provider auf die Barrikaden, halten dagegen und klagen laut, dass die Netzauslastung schon heute so hoch und der Wettbewerb völlig ausreichend sei. Dabei haben die Anbieter meinem Informationsstand nach noch einige Hintertürchen offen, selbst wenn die Regeln verbindlich würden: Ich finde nirgendwo ein Verbot, das sie daran hindert, pauschal die Surf-Geschwindigkeit zu drosseln oder ebenso pauschal die Preise anzuheben (wer mehr weiß, bitte Info an mich).

Der Wirbel im amerikanischen TK-Sektor schwappt nun auch über den Atlantik. In Brüssel leisten die bislang benachteiligten Dienstanbieter ordentlich Lobbyarbeit für ein offenes Internet. So hat auch Skype heute einen Abgesandten nach Brüssel geschickt, um vor dem Kommission für das Anliegen zu werben. Denn auch in Europa steht in Kürze eine neue Reform der Netzregulierung an; nach ersten Berichten soll bereits ab dem kommenden Dienstag darüber beratschlagt werden.

Um den Behörden verständlich zu machen, dass nicht nur einzelne Anbieter, sondern eben alle Internetnutzer von einem offenen Internet profitieren können, wurde eine europaweite Petition gestartet: Auf euopeninternet.eu könnt ihr als Mitzeichner eure Stimme abgeben. Die in der Petition formulierten Forderungen orientieren sich sehr stark an den von der FCC aufgestellten (und oben erläuterten) Regeln. Eine Übersetzung des Gesuchtextes findet ihr auch auf netzpolitik.org.

(André Vatter)

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Qualitätsstudie: MP3s bieten Sound-Schrott verglichen mit der Schallplatte23.09.09

SINGLEJa, ja! Der vielgelobte Fortschritt: alles Pfusch am Bau. Ich stolperte schon vor einiger Zeit über ein interessantes Detail, das die aktuelle Vorgehensweise der Musikindustrie etwas näher beleuchtet. Es geht um das Phänomen der wachsenden Lautstärke, das sich vor allem bei Songs im Rock-Bereich zeigt. Um die Tonspuren voll aufdrehen zu können, werden immer mehr Details aus der Musik herausgefiltert. Vor allem Metallica hat dafür schon einen auf den Deckel bekommen.

Doch wie man weiß, kommt es nicht erst beim Abmischen zu Qualitätseinbußen, sondern unter Umständen auch bei der Wahl des Mediums, auf das die Musik gebannt wird. John Meyer von Newform Research hat eine Studie angefertigt, bei der er die Wiedergabetreue verschiedenster Tonträger miteinander verglich. Von der Wachswalze (1888) über die Schellackplatte und die Audio-Kassette bis hin zum Satellitenradio. Dazu hat er die unterschiedlichen Tonquellen mittels gemessener akustischer Qualitäten miteinander verglichen. Das Bewertungskriterium stellt der Index für die Wiedergabetreue (“Fidelity Potential Index”) dar. Ich habe ein paar Beispiele an dieser Stelle einmal vereinfacht zusammengefasst:

wiedergabetreue

Eine Wachswalze, beispielsweise, erreicht eine Genauigkeit bei der Tonwiedergabe von bis zu 0,3 FPI. Beim Achtspurrekorder sind es 1,2 und die Audio-CD bringt es auf 7,1 FPI. Beste Ergebnisse erzielte Dolby True HD genauso wie die Audio-DVD (jeweils bis zu 46,1 FPI). Auch Wav-Dateien können bei einer minimalen Kompression ganz oben mitspielen (bis zu 23). Und die MP3? Nun, auf einem iPod gemessen bringen es 16 kbps auf gerade einmal 0,2 FPI. Bei 320 kbps sind es immerhin 3,2 FPI – was Anbetracht der Leistung von Schallplatte und Co. allerdings nicht wirklich beeindrucken kann. Nur zur Erinnerung: iTunes liefert digitale Ware (AAC-Dateien) mit 256 kbps ab, ebenso wie Amazon MP3 (Info). In anderen Worten: Was wir da aus unseren Ohrhörern vernehmen ist alles – aber nicht wirklich das, was einmal im Studio aufgenommen wurde. Offensichtlich spielen beim heutigen Musikgenuss eine schnelle Verfügbarkeit und geringer Speicherbedarf die größeren Rollen. Immerhin wird MP3 die CD wohl schon bald unumkehrbar ablösen.

(André Vatter)

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“Courier”: Microsofts Antwort auf das MacBook Touch?23.09.09

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Das dürfte die Stimmung im Mehrfrontenkrieg zwischen Apple und Microsoft merklich verschärfen: Nicht nur auf den Feldern Betriebssysteme und Musikspieler sind die beiden ärgste Konkurrenten – sondern wohl bald auch schon im Tablet-Geschäft. Dass Apple einen voll funktionsfähigen, tastenlosen Rechner in der Pipeline hat, ist so gut wie sicher. Und allem Anschein wagt sich nun auch Microsoft auf das Gebiet vor. Gizmodo berichtet “exklusiv” von einem kleinen Gadget aus Redmond, das auf den Namen einer Schriftart hört und mit einem Doppel-Display ausgestattet ist: “Courier” ist kein Tablet-PC, sondern ein Booklet.

Wie die Kollegen an die Infos gekommen sind, lässt sich von hier schlecht rekonstruieren, allerdings ist mittlerweile auch Cnet auf den Bericht aufmerksam geworden und kann nach der Befragung von Informanten den “Courier” leise bestätigen. Es sei ein Prototyp, allerdings ein ungewöhnlich fortgeschrittenes Modell. Und – da horchen wir auf – eine Herzensangelegenheit des Ex-Chefs Bill Gates.

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Doch schauen wir uns erst einmal an, was wir da vor uns haben. Der Courier ist also mit zwei Touch-Displays ausgestattet, die entweder per Hand oder Stift bedient werden können. Beide sind etwa sieben Zoll groß. Besonderes Gimmick: Wenn man Elemente von einem Screen auf die nächste, umgeblätterte Seite ziehen möchte, kann man sie kurzzeitig Copy&Paste-mäßig in der Mitte der beiden Displays parken. Daneben gibt es ein einziges weiteres Bedienelement, nämlich eine Art Home-Button, wie man ihn bereits vom iPhone her kennt. An der Seite der Bildschirme wird der Status des Geräts angezeigt: eingegangene Mails, die Netzverbindung und -stärke sowie die restliche Akkulaufzeit. Apropos: Aufgeladen wird der Courier drahtlos per Induktion, wie man es von elektrischen Zahnbürsten, oder vom Palm Pre (Touchstone) her kennt. Auf der Rückseite befindet sich eine 3-Megapixel-Kamera mit 4fach-Digitalzoom und Blitzlicht.

booklet_3Wie bereits oben erwähnt, konnte Cnet sich bestätigen lassen, dass an dem Courier gearbeitet wird – allerdings auch, dass es nicht der einzige Prototyp sei. Einen baldigen Marktstart sollte also niemand ernsthaft erwarten. Bei Gizmodo findet ihr ein Video, das den Courier in Aktion zeigt – und noch einen weiteren Hinweis auf die Echtheit liefert. Gebrandet ist der Clip mit “Pioneer Studios”, die zur Abteilung Entertainment & Devices bei Microsoft gehören.

(André Vatter)

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