Blog

Archive for 09.2009

Microsoft verscherbelt Windows 7 zum Spottpreis an Studenten18.09.09

product-heroUnd es gibt doch noch Hoffnung für die Langschläfer Studenten unter uns, günstig an das neueste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft zu kommen. Wie gerade im Windows Blog verraten wurde, soll Windows 7 zum Schleuderpreis an die Unis gebracht werden. Den Anfang machen die amerikanischen und britischen Hochschulen, am 22. Oktober soll auch Deutschland an die Reihe kommen.

Aber erst einmal die Hintergrundinfos: Eingeladen an der befristeten Promotion-Aktion teilzunehmen sind alle eingeschriebenen Studenten. Der Preis in den USA beträgt rund 30 Dollar, was umgerechnet 20,40 Euro entspräche. Das OS wird wie Office 2007 als Download zur Verfügung gestellt, wer sich lieber den Silberling in das Regal stellen möchte, zahlt noch einmal 13 Dollar zusätzlich. Der Produktschlüssel wird per E-Mail übermittelt. Und natürlich handelt es sich um ein Upgrade: Eine Lizenz für XP oder Vista sollte also schon vorhanden sein.

Microsoft selbst spricht einzig und allein von “Windows 7″ (da helfen leider auch die FAQs nicht weiter), allerdings haben findige Kollegen von mir erste Angebote im Netz ausmachen können, so dass wir jetzt wissen, dass sowohl die “Home Premium” als auch “Professional”-Versionen für diesen Preis zum Angebot stehen.

Der genau Preis für deutsche Studenten steht noch nicht fest, wir haben aber entsprechende Anfragen laufen und melden uns an dieser Stelle zurück, sobald es konkrete Infos gibt.

Update, 15.51 Uhr

Microsoft sagt: “Es wird das Angebot auch in Deutschland geben, jedoch können wir noch keine Auskunft über den Preis und nähere Konditionen geben.”

(André Vatter)

Posted in Produkte, Software, Unternehmenwith 26 Comments →

Design-Verbesserungen: Twitter raubt die Avatare18.09.09

basicthinking

Na, der Schuss ging ja wohl nach hinten los. Vor einigen Tagen war es mir schon aufgefallen, dass Twitter die Dummy-Avatare schlecht gepflegter Accounts durch ein neues Vögelchen ersetzt hatte, kurze Zeit später verriet Mitgründer Biz Stone im Blog: “Psst. Wir motzen ein wenig das Design auf.” Offenbar war die Ende Juli neu installierte Startseite des Dienstes erst der Anfang. Jetzt wurden auch noch vier auswählbare Standardhintergründe hinzugefügt, mit denen Nutzer ihrem Profil einen Hauch Individualität verleihen können. Außerdem wurde ein wenig an der Typografie herumgespielt.

Ja, und oben könnt ihr das Ergebnis sehen. Nicht nur Basic Thinking hat es erwischt, sondern auch die Seiten anderer privater und professioneller Nutzer (wie Zeit Online, beispielsweise). Alle sind jedenfalls nicht betroffen. Twitter hat von dem Problem gehört und schon vor einigen Stunden versprochen, daran zu arbeiten. Ein Bug sei für die Verschandelung der Seiten verantwortlich (danke an Cixio für den Hinweis).

Ich gebe ja zu, dass die Empörung darüber bei mir nur ein künstlicher Aufreger ist: Wir sind ja unter uns und ob der Avatar kurzzeitig einen kecken Vogel anstatt einer fallenden Gliederpuppe zeigt, sollte uns nur peripher tangieren. Ich frage mich aber, was gerade in Redaktionen oder PR-Abteilungen von Unternehmen vor sich geht: das ist natürlich die Kehrseite, wenn man sich auf externe Dienste für die Auslieferung der eigenen Inhalte verlassen muss.

Update, 13.50 Uhr
Noch scheint Twitter mit dem Basteln beschäftigt, allerdings hat uns zwischenzeitlich ein Tipp von BseMoody erreicht, wie sich das Profil von selbst wiederherstellen lässt: Klickt auf “Settings” und dann – ohne eine Änderung vorzunehmen – auf “Save”. Voilà.

(André Vatter)

Posted in zu Basic Thinkingwith 7 Comments →

Weltweite Fahndung: LG zahlt 10.000 Dollar für dieses Handy17.09.09

chocolateHier landet gerade eine kleine, aber recht interessante Information auf meinem Schreibtisch, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Wie es aussieht, hat LG kurzfristig eine Aktion gestartet, um fünf Handys der Serie Chocolate KG800 zurückzurufen – es handelt sich dabei um Exemplare der ersten Generation. Doch nicht jedes Chocolate wird gesucht, sondern nur Geräte mit den folgenden Seriennummern:

  • 802KPAE821224
  • 803KPBF578597
  • 803KPXV578330
  • 803KPVH578503
  • 803KPJP923836

Wer im Besitz eines betreffenden Models ist, sollte sich umgehend bei LG melden. Als Finderlohn winkt nicht nur je ein Chocolate der neusten Generation, sondern darüber hinaus auch je 10.000 US-Dollar.

Da weltweit gesucht wird, weiß ich nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass einer von euch noch so ein Ding in der Schublade liegen hat (immerhin stammt es aus dem Jahr 2006), doch eine kurze Überprüfung dürfte sicherlich nicht schaden. Die Aktion läuft noch bis zum 30. September, schon acht Tage später sollen die Gewinner bekannt gegeben werden.

Ich denke gerade über die Hintergründe dieser Kampagne nach. LG verkauft den Suchaufruf ja öffentlich als kleinen PR-Stunt. Anhänger komplizierterer Theorien könnten allerdings auch argwöhnen, dass vielleicht ein Techniker damals während der Fertigung in der Fabrik wichtige betriebsheimliche Daten auf dem 128 MB großen Speicher bestimmter KG800 vergessen hat. Vielleicht überprüft ihr das mal, bevor ihr es einschickt.

(André Vatter)

Posted in Produkte, Unternehmenwith 30 Comments →

Monopoly City Streets: Game Over! Restart?17.09.09

monopolyUm 17 Uhr ist es soweit und Hasbro zieht dem Knüllerprojekt Monopoly City Streets (Hintergründe) für 12 bis 24 Stunden den Stecker. Das kündigt die Spieleschmiede im offiziellen Blog an. Damit werden die Uhren zurückgedreht und alle Spieler beginnen nach knapp zehn Tagen wieder von vorne.

Das wird hier einige Kollegen sicher schwer treffen. Kollege Schamberg zum Beispiel, der es bereits zur “Nummer drei im Rhein-Erft-Kreis” geschafft hat. Und natürlich Herrn Lücke, der mit glänzenden Augen hinter dem Monitor sitzt und immer wieder mit zusammengeballten Fäusten wispert: “15 Millionen! 15 Millionen!” Dann haben sie mich überredet, dass ich mitmache. Nachdem die Sternschanze in Hamburg aber schon vergeben war, setzte sich bei mir der Monopoly-Mechanismus in Gang, den wir alle schon von früher kennen: “Ich will die Schlossallee – sonst gar nix!” Dann wirft man das Geld in die Luft, steht bühnengerecht auf und verduftet ins Kinderzimmer. So war und ist es heute noch bei mir.

Wie auch immer: Es geht wohl kein Weg am Restart vorbei. Die Performance war vom Start weg so unterirdisch, ebenso wie der Nutzeransturm gewaltig war. Nun will Hasbro die Ressourcen auf einen Schlag aufstocken, anstatt weiter am laufenden System herum zu doktorn. Deshalb die Downtime. Wir rechnen damit, dass die Arbeiten morgen Vormittag abgeschlossen sein dürfte. “Dieser Restart bedeutet, dass jeder Spieler wieder drei Millionen Dollar erhält, sich zunächst aber neu registrieren muss”, heißt es. Als kleines Bonbon will Hasbro nicht nur die Serverleistung verbessern, sondern verspricht auch kleine Tweaks im Gameplay.

Wo wir gerade beim Thema sind: Florian hat uns darauf hingewiesen, dass es mittlerweile ein WordPress-Plugin für Hardcore-Fans des verspielten Immobilienkapitalismus gibt. Mit MCS Player Stats lassen sich in der Seitenleiste alle aktuellen Spielerdaten von Monopoly City Streets anzeigen. Das Ding könnt ihr euch hier kostenlos besorgen.

Update, 18. September

Seit heute Morgen, 9 Uhr, ist Monopoly City Streets wieder online. Und ich habe meine Sternschanze bekommen, die Kollege Lücke mir freundlicherweise für einen Wucherpreis überließ. Ich baute ein kleines “Schloss” nahe der Kreuzung. Es hielt zwei Minuten. Dann schickte Herr Lücke einen Wirbelwind vorbei und hat alles platt gemacht. Wenn ihr mich sucht, ich bin im Kinderzimmer. Und weine.

(André Vatter)

Posted in Fun, Gamingwith 35 Comments →

Paket ohne Absender: Basic Thinking sucht die fehlenden Puzzleteile17.09.09

Basic Thinking sucht die fehlenden Puzzleteile

Und wieder hat uns ein Paket ohne Absender erreicht: Da es aber ausreichend frankiert war, haben wir es dennoch vorsichtig geöffnet. Im Inneren befand sich ein an mich adressiertes Schreiben (in einer Bewerbungsmappe) sowie ein scharfkantiges, in Luftpolsterfolie verpacktes Objekt. Gerade habe ich meine Gummihandschuhe ausgezogen und einen Trupp in ABC-Schutzanzügen mit dem Paket in unser CSI-Labor geschickt. Bis dort die Beweissicherung abgeschlossen ist, dachte ich, teile ich die spärlichen Infos erst einmal mit euch.

Also, zunächst zum Brief:

Hallo André,
nein, wir haben nichts mit Eds Blog zu tun (Puh, sag ich da. – Anm.)! Und nein, wir wollen auch nicht auf einen fahrenden Zug aufspringen! Trotzdem wollen auch wir dich unter dem Motto “Guess who?!” auf eine Online-Schatzsuche schicken und dich auf unser junges Start-up Unternehmen aufmerksam machen. Du bist einer von insgesamt 5 Bloggern im deutschsprachigen Raum, welche wir mit Teilen des beiliegenden Puzzels versorgt haben. Wir haben nun folgende Bitte an dich: Finde die restlichen Blogger, finde die versteckten Hinweise und finde UNS!

Das sind viele Ausrufezeichen, zweifelsohne. Und da wir eine Redaktion sind, die in erster Linie für Recherche anderer Natur beauftragt ist, wollte ich euch um eure Mithilfe und damit in erster Linie um sachdienliche Hinweise zur Lösung des Rätsels bitten.

Doch schauen wir uns das Ding aus der Luftpolsterfolie noch ein wenig genauer an. Es ist ist ein viereckiges Puzzleteil, das etwa 30×14,5 Zentimeter misst. Es zeigt den Ausschnitt einer Deutschlandkarte, wobei nur überproportional große Städtenamen abgebildet sind. Wir haben den ostdeutschen Teil erwischt. Das Material ist ein Kunststoff, an dem ich mittlerweile mehr als einmal geschnüffelt habe… er riecht nach Maggikraut, Kollegen meinen, dass der Geruch auch als der eines Brühwürfels durchgehen könnte. Ob das relevant ist? Laut dem Postscriptum des Anschreibens soll das Puzzlematerial zumindest “in sich selbst bereits ein Hinweis” sein. Also: Was wisst ihr darüber?

(André Vatter)

Posted in Startups, zu Basic Thinkingwith 21 Comments →

@call @xyz: Twitter soll zur Telefonzentrale mutieren17.09.09

jajah_logoLauft mal hier durch die Redaktion und befragt die Leute über Voice over IP: “Och. Ja. Kann man machen”, ist dann die meistgegebene Antwort. Seien wir ehrlich: VoIP hat ein wenig an Bedeutung verloren, seitdem Überseegespräche zumindest aus dem Festnetz spottbillig geworden sind. Ich kenne einige regelmäßige und begeisterte Skype-Nutzer, doch die große Mehrheit verlässt sich bei telekommunikativen Aufgaben eher nicht auf spezielle VoIP-Clients.

Doch gerade werden wir Zeuge eines rapiden Image-Boosts der guten alten Internettelefonie. Dass Facebook plattformweit Voice-Dienste anbieten will, ist eine spannende Entwicklung im Social Media-Markt. Doch es könnte noch spannender werden, denn nun hat JaJah (gesprochen: “DschaDscha”) testweise einen kleinen Service für Twitter im Angebot. Das langfristige Ziel soll es sein, Twitter in eine Art VoIP-Telefonzentrale zu transformieren. Ganz ausgereift scheint der Dienst aber noch nicht zu sein.

Im Moment können wohl nur eine handvoll Mitglieder am geschlossenen Beta-Test teilnehmen. Ob ihr zu den Auserwählten gehört, seht ihr in eurem JaJah-Profil, wo unter “Meine Dienste” der Punkt “Twitter-Anrufe” auftauchen sollte. Ich habe mich eben erst registriert – bei mir ist es natürlich nicht der Fall. Wäre ich frei geschaltet, würde ich JaJah den Namen meines Twitter-Accounts mitteilen und den VoIP-Dienst autorisieren, für mich auf die Microblogging-Plattform zuzugreifen.

Ist alles soweit eingerichtet, kann ich über das Twitter-Webinterface oder über jeden beliebigen Client einen Tweet in der Form “@call @xyz” abschicken, wobei @call für JaJahs Twitter-Repräsentanz und @xyz für den Namen des Anzurufenden steht – dieser muss natürlich ebenfalls bei JaJah registriert sein. Kurz nachdem der Tweet abgeschickt wurde, klingelt dann bei mir und ihm das Telefon. JaJah räumt jedem Nutzer zwei kostenlose Gesprächsminuten ein, “das verbale Equivalent für einen Tweet”, wie es heißt.

Mashable weist zurecht darauf hin, dass dieses System in der Praxis schnell auf Probleme stoßen kann: Ein Twitter-Nutzer kann jeden anderen zu jeder Zeit aus dem Bett klingeln, sei er ein Freund oder wildfremd. Zieht man das grassierende Spam-Problem mit in die Rechnung ein, ist ein Missbrauch so gut wie sicher.

Noch ein nicht zu unterschätzendes Hindernis kommt hinzu: Ich habe nichts von einer “Kooperation” zwischen JaJah und Twitter gelesen. Wie es aussieht, benutzt der VoIP-Dienst die Plattform wie ein Otto-Normal-Twitterer und zapft bei angeforderten Anrufen einfach die kostenlose API an. Ob Twitter das gutheißt? Vielleicht gehören VoIP-Dienstleistungen ja auch bald zum Portfolio der kostenpflichtigen Premiumdienste, die direkt vom Betreiber angeboten werden. Dann müsste JaJah wohl oder übel wieder den Platz räumen.

(André Vatter)

Posted in Internet, Social Networkswith 4 Comments →

Kinderpornografie: UNO fordert Zusammenarbeit für schnelleres “Sperren”17.09.09

UN-LOGOOffensichtlich steht das weltweite Problem der Kinderpornografie auch bei der UNO hin und wieder öffentlich auf der Agenda. Gestern trat Najat M’jid Maalla, die Uno-Berichterstatterin für Kinderhandel, -prostitution und -pornografie, vor den Menschenrechtsrat in Genf und hatte neueste Zahlen im Gepäck. Ich dachte, ich teile sie mit euch, da die Debatte um den Schmutz im Internet kurz vor der Wahl noch kontroverser als sonst geführt wird. Ein paar zusätzliche Infos können da nicht schaden.

Maalla – übrigens eine marokkanische Ärztin, die ihr Amt unbezahlt ausfüllt – berichtet von weltweit “mehr als vier Millionen Websites”, auf der der Missbrauch von Kindern grafisch dargestellt werde. Laut Associated Press (ich finde leider weder bei der UNO noch beim Menschenrechtsrat ein Protokoll) spricht sie über eine “steigende Anzahl registrierter Seiten”, zwischen 2003 und 2007 sei es zu einer Vervierfachung der kinderpornografischen Bilder gekommen. AP merkt an, dass sie für dieses Argument jedoch “keine präzisen Zahlen” genannt habe. 750.000 Menschen greifen zu jedem gegebenen Zeitpunkt auf derlei Seiten zu, eine neue Gefahr gehe zudem von Chats aus, in denen Täter vermehrt ihre Opfer suchen würden.

Das U.S. National Center on Missing and Exploited Children habe bei der Auswertung von beschlagnahmten Bildmaterial ermittelt, dass bei 83 Prozent der Täter Bilder von Kindern gefunden wurden, die zwischen sechs und zwölf Jahren alt waren. 39 Prozent der abgebildeten Kinder waren zwischen drei und fünf Jahren alt und 19 Prozent sogar jünger als drei Jahre. Auch geht Maala auf die kommerziellen Hintergründe des Kinderpornomarktes ein: Sie beziffert den Wert der illegalen Industrie zwischen drei und zwanzig Milliarden Dollar.

Ich sehe keinen Grund an den Zahlen zu zweifeln (auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, wie der Wert eines solchen Marktes beziffert werden kann). Zum Teil stammen die Statistiken von der britischen Internet Watch Foundation, die sich in der Vergangenheit vehement gegen Netzsperren eingesetzt hat.

Was mich jedoch wirklich irritiert ist die Tatsache, dass man offensichtlich in der UNO dieselben Ziele wie derzeit in Berlin verfolgt. Bevor Maalla das Rednerpult verließ, forderte sie laut AP, dass die Länder Informationen über Kinderpornoseiten teilen sollen – “um diese schneller sperren zu können”. AFP geht leider gar nicht auf dieses Zitat ein, in der deutschen Version der AP-Meldung steht eindeutig “sperren”.

Ich kann nur hoffen, dass es sich um einen kleinen Versprecher handelte, wie er Steinmeier vor einigen Tagen im Radiointerview herausgerutscht ist. Sollte dem aber nicht so sein, möchte ich der UNO von hier zurufen: “Hallo! Es ist dankenswert und überfällig, dass ihr die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Kinderpornografie stärken wollt. Aber wenn sich die Polizeibehörden zweier Länder schon über illegale ekelige Schmutzseiten austauschen, dann sollen sie auch die Gelegenheit nutzen und sich auf die Löschung des betreffenden Drecks einigen. Und nicht darauf, den gegenseitigen Zugang durch eine Sperre zu erschweren. Löschen. Nicht sperren.”

(André Vatter)

Posted in Internet, Kritiken, Rechtwith 13 Comments →

Bericht: Twitter ist eine Milliarde Dollar wert17.09.09

twitter-logoAuch, wenn offenbar mittlerweile irgendwelche Vorbereitungen getroffen werden: Noch ist überhaupt nicht klar, wie mit Twitter eines Tages Geld verdient werden kann. Werbe-Tweets? Banner? Kostenpflichtige Premiumdienste? Wer weiß…

Was wir als Unsicherheit bezeichnen würden, scheint bei anderen jedoch felsenfeste Gewissheit zu sein, denn die Investoren stehen Schlange, um weiter Risikokapital in den Microblogging-Dienst hineinzupumpen: Vor drei Jahren betrug die Höhe der Investorengelder zwischen einer und fünf Millionen Dollar, 2008 kamen noch einmal 22 Millionen Dollar hinzu. Im Februar 2009 spülten erneut 35 Millionen Dollar in die Kassen. Und nun, ein gutes halbes Jahr später, steht schon die nächste Finanzspritze an: TechChrunch berichtet, dass Twitter sich auf mindestens 50 Millionen Dollar zusätzlich freuen kann. Das Startup würde damit heute mit einer Milliarde Dollar bewertet werden, soll Twitter-CEO Evan Williams seinen Mitarbeiter in einem Meeting offenbart haben.

Wer sich nicht nur vom rasanten Wachstum bei den Mitgliederzahlen, sondern auch von der steigenden Bedeutung für die Wirtschaft überzeugen möchte, sollte diese Zahl zu Kenntnis nehmen: Noch im Februar ist Twitter mit lediglich 250.000 Dollar bewertet worden.

(André Vatter)

Posted in Geld, Startups, Unternehmenwith 12 Comments →

Skype-Gründer reichen Klage ein: Zwei Milliarden Dollar-Deal auf der Kippe17.09.09

skype_logoJanus Friis und Niklas Zennström machen Ernst. Vielleicht hattet ihr es mitbekommen: Die beiden Gründer von Skype (und KaZaA), die ihr Baby einst an eBay verkauften, hatten vor einigen Wochen eine Klage gegen das Auktionshaus angekündigt. Der Skype-Client in seiner jetzigen Form würde VoIP-Übertragungsprotokolle nutzen, die damals aber nicht mitverkauft wurden. eBay zuckte mit den Schultern und erklärte nur wenig verunsichert: “Dann basteln wir halt unser eigenes Protokoll nach”. IT-Medien rund um den Erdball zweifelten, ob das so aber wirklich hinhaut. Der Grund, weshalb eBay so locker bleiben konnte, lag sicherlich auch darin, dass das Auktionshaus Skype sowieso schon lange selbst loswerden wollte. Ursprünglich war ein Börsengang für 2010 geplant, dann wurden überraschend private Investoren gefunden, die für 1,9 Milliarden Dollar den Zuschlag bekamen.

Soweit die Vorgeschichte. Jetzt haben sich Friis und Zennström zurückgemeldet – und zwar sowohl bei eBay als auch bei den Investoren. Noch immer würde Skype “Global Index” verwenden, den erwähnten P2P-VoIP-Technologie. Laut dem “Wall Street Journal” haben die beide nun Klage vor einem kalifornischen Gericht eingereicht. Der Vorwurf lautet auf Verstoß gegen das Urheberrecht. Auch eine Schadensersatzforderung wurde der Klage beigelegt: 75 Millionen Dollar – für jeden Tag, den Skype “Global Index” verwendete und verwendet.

Bei eBay dürften die Köpfe rauchen. Um Zeit zu gewinnen, ließ man einen Sprecher vor die Presse treten, der erklärte, dass man die Beschwerde noch nicht zu Gesicht bekommen habe, sie aber sorgfältig prüfen werden. Es besteht kein Zweifel, dass sie das tun werden, immerhin mussten sie den Investoren versprechen, dass Skype – so wie es heute ist – auch in Zukunft unverändert bleiben wird. Sollten sich eBay und die beiden Gründer nicht kurzfristig einigen können, besteht die Gefahr, dass die Investoren abspringen. Dann bleibt das Auktionshaus auf hohen Schadensersatzforderungen und auf der ungeliebten Tochter sitzen.

Doch ein baldiger Konsens ist nicht in Sicht. In dem Streit spielen nicht nur finanzielle Interessen eine Rolle. Als eBay bekannt gab, dass man plane, sich von Skype zu trennen, standen Janus Friis und Niklas Zennström ganz vorne in der Reihe der Interessenten: Sie hätten gerne ihr altes Projekt zurückgekauft. Der eBay-CEO schüttelte jedoch bei jeder Anfrage mit dem Kopf: da sei nichts zu machen, Skype werde an die Börse gebracht. Dass nun doch private Geldgeber zum Zuge kamen, dürfte die beiden auf die Palme gebracht haben.

(André Vatter)

Posted in Internet, Recht, Unternehmenwith 1 Comment →

Kooperation mit o2: Auch die Lokalisten bekommen ihren eigenen Handytarif16.09.09

lokalisten

Das könnte man ein knappes Rennen nennen: Nur einen Tag nachdem Wer-kennt-wen eine Kooperation mit Vodafone bekannt gegeben hat, erreicht mich hier eilige Kunde aus München: Auch die Lokalisten haben ein eigenes Mobilfunkangebot in der Pipeline – wie mir versichert wurde: sogar schon ein wenig länger als der Wettbewerber.

Viele Details sind unserer Kontaktperson von den Lokalisten aber noch nicht zu entlocken: Hier wird o2 sein Mobilfunknetz zur Verfügung stellen, zudem ist die Rede von “attraktiven Freundschaftspreisen” zu denen die 3,5 Millionen registrierten Lokalisten untereinander telefonieren und SMS verschicken können. Ebenfalls inklusive: Der kostenlose Zugriff auf das erst kürzlich verbesserte (PDF) mobile Portal der Plattform, das unter m.lokalisten.de erreichbar ist. Beim “Lokalisten Fon Tarif” wird es sich um ein Prepaid-Angebot ohne Grundgebühr, Mindestumsatz oder Vertragsbindung handeln. Der Preis ist noch unbekannt, allerdings seien zum Launch “Anfang Oktober” einige Sonderaktionen für Schnellbesteller geplant.

Damit haben bald vier soziale Netzwerke in Deutschland Anschluss an die Mobilfunkwelt gefunden – auch, wenn es sich bei Facebook und den VZ-Portalen bislang nur um kostenlose SMS-Benachrichtigungen handelt. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die beiden größten Player auch in Sachen mobiles Internet nachziehen werden. Wir haben die weitere Entwicklung jedenfalls im Blick, sobald wir etwas Neues erfahren, könnt ihr es kurze Zeit später hier finden.

(André Vatter)

Posted in Internet, Social Networkswith 10 Comments →

Zauberwürfel: Teenager überlässt einem Roboter die Kniffelarbeit16.09.09

Ich hasse die Dinger ja, denn sie gehören zu den Spielzeugen der Menschheit, bei denen man sich am Ende fragt: “Und jetzt?” Doch Zauberwürfel scheinen sich dennoch wieder überall wachsender Beliebtheit zu erfreuen. Zum Beispiel in Litauen, wo der 19-jährige Schüler Andrius Šutas so von dem Teil angefixt war, dass er beschloss, einen Roboter zu bauen, der die kniffelige Aufgabe für ihn übernimmt. Das Programm, das er dafür schreiben musste, hat er freundlicherweise unter der GNU General Public License auf seinem Blog veröffentlicht. Hier findet ihr den vollständigen Quellcode sowie den Soundtrack (!) des Videos.

Via: Neatorama

(André Vatter)

Posted in Fun, Hardwarewith 21 Comments →

Multimedia-Player NW-A840: Sony schärft die Klingen16.09.09

sony-walkman
Bei einem flüchtigen Blick könnte man ja meinen, dass sie aus dem Entwicklungslabor von Motorola (Stichwort: Razr) kommen könnten. Ich spreche vom jüngsten Update der A-Serie vom Sony Walkman mit dem Namen NW-A840 (wer des Japanischen mächtig ist, kann hier die Pressemitteilung ansehen).

Das Ding ist nicht dicker als 7,2 Millimeter (der iPod nano ist mit 6,2 Millimeter jedoch noch dünner) und verfügt über ein 2,8 Zoll großes OLED-Display (WGVGA), das jedoch nicht berührungsempfindlich ist. Dafür hat Sony das Steuerkreuz im Klick-Wheel-Design von Apple übernommen. Den NW-A840 wird es in drei Speichergrößen mit 16, 32 oder 64 Gigabyte geben, jede Version ist jedoch mit einer TV-Out-Funktion (720×480 Pixel) ausgestattet. Was gibt es noch? Sony hat dem neuen Kleinen serienmäßig eine digitale Rauschunterdrückung spendiert, ein FM-Radio ist ebenfalls dabei, genauso wie eine Reihe von Tweak-Funktionen für den richtigen Sound. Die Liste der unterstützen Audioformate umfasst MP3, WMA, AAC, HE-AAC, ATRAC, ATRAC AL und PCM/WAV. Das Schöne am Sony ist, dass keine zusätzliche Software benötigt wird, um den Player zu bespielen: Drag & Drop

Die Akkulaufzeit gibt Sony mit rund 29 Stunden beim Musikhören an, beim Filmegucken (AVC, MPEG-4 und WMV) macht der Energiespeicher nach etwa neun Stunden schlapp. Der Preis der kleinsten Speichervariante beträgt 263 Dollar, für 64 Gigabyte wird man 263 439 Dollar hinblättern müssen. In Japan wird der NW-A840 bereits ab Oktober verfügbar sein. Ob oder wann er in Europa ankommt, ist noch offen. Ein Produktvideo? Ja, gerne: hier kommt es… (weiterlesen…)

Posted in Produkte, Unternehmenwith 10 Comments →

25 Prozent schneller: Der neue Chrome 3 ist da16.09.09

chromeGoogle hat nachgebessert und die dritte Version seines Browsers ins Netz geworfen: Chrome 3 ist schneller, schöner und vor allem stabiler, versprechen die Entwickler.

Beginnen wir mit der Geschwindigkeit: Chrome 3 soll 25 Prozent schneller als sein Vorgänger in Sachen Javascript sein. Im Vergleich zur ersten Version seien es sogar 150 Prozent. Gleichzeitig hat Google die “New Tab”-Seite ein wenig flexibler gestaltet: Die Screenshots häufig besuchter Seiten lassen sich nun per Drag & Drop bewegen oder feststellen, selbst, wenn sich das Surfverhalten geändert hat. Das Ganze ähnelt nun eher einem Dashboard, auf dem Teile bei Bedarf ein- und ausgeblendet werden können.

Die von Google als “Omnibox” bezeichnete Adressleiste, über die Internet-Suche, URL-Eingabe und die Anzeige der Browsing-History erfolgen, wurde aufgebohrt: nun zeigen während der Dropdown-Ansicht kleine Icons an, um was genau für einen Eintrag es sich handelt.

Letztlich – und das wiederum lässt mich hellhörig werden – wurde die HTML5-Unterstützung verbessert: Vor einiger Zeit haben wir schon einmal demonstriert, wie der offene Standard sämtliche Rich Media-Player wie Adobe Flash überflüssig machen kann. Adieu Plugin! – ich kann es nicht erwarten. Dank des Video-Tags werden Clips ohne Umwege im Browser abgespielt (hier ausprobieren), dasselbe gilt für Sound, der per Audio-Tag eingefügt wurde.

Google versäumt es auch nicht, auf die kürzlich vorgestellten Themes für den Browser hinzuweisen, die mit Chrome 3 endlich den Beta-Status abgeschüttelt haben. In Kürze soll zudem die Auswahl vergrößert werden. Wie ihr die Themes installiert, könnte ihr hier nachlesen.

(André Vatter)

Posted in Internet, Softwarewith 23 Comments →

Ein VoIP-Telefonnetz für 300 Millionen Facebook-Nutzer16.09.09

facebook_investoren

Wenn man einige Unternehmen fragt, warum sie in Social Media investieren, warum sie der eigenen Website weniger Aufmerksamkeit einräumen, als ihren Facebook- oder MySpace-Profilen, hört man immer wieder: “Ganz einfach: Warum sollen wir potentielle Kunden erst auf unsere Seite locken, wenn wir auch direkt zu ihnen gehen können?” Für viele Marktteilnehmer ist diese Strategie bereits aufgegangen und man kann nur hoffen, dass künftig nicht nur die großen Player vermehrt diesen Weg einschlagen.

Zum Beispiel bei den Telekommunikationsunternehmen scheint es langsam ein Umdenken zu geben: Was hat man doch versucht, gewisse vergünstigte Community-Tarife da draußen zu etablieren: “Drei statt neun Cent für ‘interne’ Gespräche”. Dabei setzte man auf die Mund-zu-Mund-Progapanda und die Überzeugungskraft des einzelnen Kunden: “Komm, mach mit. Dann können wir super-billig telefonieren.” Ein mühsames Unterfangen war es, um einen Kundenstamm aufzubauen.

Jetzt der plötzliche – und intelligente – Kurswechsel: Man geht dorthin, wo es bereits eine Community gibt! Und so bietet Vodafone nun bald für Mitglieder der VZ-Netzwerke und Wer-kennt-wen spezielle Benachrichtigungsangebote für das Handy an. Ein ähnliches Angebot will o2 auf die Facebook-Plattform bringen. (weiterlesen…)

Posted in Ideen, Kritiken, Social Networkswith 9 Comments →

Bing: Die neue Visual Search kurz angetestet15.09.09

bing_visual_search

Ich weiß, dass wieder alle meckern werden: “Was soll denn das flashy Zippel-Zappel?” oder “Man kann’s ja auch kompliziert machen, wenn’s einfach geht!” oder “Bäh, Microsoft.” Die Rede ist vom neuen Visual-Search-Feature, das Bing heute als Beta in die Suchmaschine integriert hat.

Grob gesagt geht es darum, die bislang traditionell eher textlastige Suche durch die Verwendung von Bildern intuitiver zu gestalten. Wer weiß, vielleicht kann in ein paar Jahren auf die Eingabe von Buchstaben ganz verzichtet werden? Laut Microsoft wurde in Studien herausgefunden, dass die Suche über Bilder rund 20 Prozent schneller als die herkömmliche Suche per Eingabefenster sein soll. Also, nehmen wir mal die kleine, unvoreingenommene Tour durch Bings Visual Search.

Steuert dazu bing.com/visualsearch an – achtet darauf, dass ihr das US-Portal ausgewählt habt (oben rechts). Stopp. Sorry, ich vergaß noch zu erwähnen, dass Microsoft Visual Search nur dann erlaubt, wenn der hauseigene Flash-Konkurrent Silverlight zuvor installiert wurde. Wer das Plugin noch nicht hat, kann es sich hier besorgen. Fertig? Super. Um den Einstieg zu erleichtern, hat Bing bereits ein paar Suchvorschläge hinterlegt: Hunderassen zum Beispiel, die sich nach Name, Körpergröße, Auslaufbedarf oder nach der Popularität auf Bing sortieren lassen. Fährt man mit der Maus über die Reihen, werden zudem weitere, individuelle Infos zur jeweiligen Rasse eingeblendet. Den richtigen Hund gefunden? Prima: Klick auf das Bild und Bing spuckt eine Suchergebnisseite aus, wie man sie bereits kennt. Nur der Weg dorthin hat sich geändert. (weiterlesen…)

Posted in Ideen, Internet, Unternehmenwith 17 Comments →