Blog

Archive for 12.2009

Netzlegende auf der Kippe: AOL will ICQ verscherbeln14.12.09

icqAlso, Hayo hat eine achtstellige – und wie ich gerade festgestellt habe, besteht meine ebenfalls aus acht Ziffern. Mareks ICQ-Nummer bringt es auf neun. ICQ war der erste richtige Instant Messenger, wer also früh genug sein Konto eröffnete, muss sich heute weniger Zahlen merken. Eigentlich ist ICQ ein aussterbender Dienst, in den Vereinigten Staaten nutzt ihn schon lange niemand mehr: MSN und AIM geben den Ton an oder die Nutzer greifen direkt auf Skype zurück. Komischerweise sind es vor allem die Deutschen, die ICQ in all den Jahren die Treue gehalten haben. 12,6 Millionen Unique Visitors sind es hierzulande, zum Vergleich: in Russland sind es 8,4 Millionen.

Doch nun könnte der Messenger vor grundlegenden Veränderungen stehen, der Besitzer AOL will den Dienst loswerden. 1998 hatte der Online-Riese das kleine israelische Erfinder-Start-Up Mirabilis für 407 Millionen US-Dollar gekauft, doch da in der Krise die Besinnung zurück auf das Kerngeschäft fällt, muss auch ICQ weichen. (weiterlesen…)

Posted in EBusiness, Unternehmenwith 21 Comments →

Huffington Post setzt auf werbefinanzierte Kommentare und Tweets14.12.09

Huffington Post

Die Onlinezeitung Huffington Post hat sich offenbar Gedanken darüber gemacht, wie sie auf Werbetreibende attraktiv(er) wirken könnte. Dabei sieht eine Möglichkeit vor, dass sich werbe-willige Unternehmen mit bezahlten Kommentaren zwischen die Leserkommentare mischen. Eine andere erlaubt es, die Werbebotschaften mittels bezahlter Tweets in die Twitter Live-Feeds einzuspeisen, die die Huffington Post auf ihrer Community-Seite veröffentlicht.

Beide Möglichkeiten haben den Status des Brainstorming schon verlassen, bisher aber noch keinen Interessenten für sich gewinnen können. Ian Schafer, CEO der Marketing-Agentur Deep Focus, hält es aber nur für eine Frage der Zeit, bis diese Form der Werbung Anhänger findet, denn “sie bietet dem Werbetreibenden [...] die Möglichkeit, etwas Lohnenswertes zu sagen”. Zudem ist sie in seinen Augen sinnvoller, als eine Banner-Ad: “Diese ruft das Standardverhalten hervor, sie zu ignorieren. Jene Art ruft möglicherweise das Standardverhalten hervor, ihr Aufmerksamkeit zu schenken”. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. (weiterlesen…)

Posted in Geld, Ideen, Internet, Marketing PR, Unternehmenwith 4 Comments →

Wiiwaa: Mund auf, Controller rein und losgekuschelt14.12.09

Wie süüüüüüß! Darf ich vorstellen? Das da oben ist das Wiiwaa-Monster (das mit den großen Lippen – nicht das mit den blonden Haaren) der schwedischen Spieleschmiede Zoinkgames. Erst wenige Details vom neuen Wii-Adventure hatten bislang die Runde gemacht: Man wusste, dass viel flauschiger Stoff im Spiel ist, das Tier geworfen, geschüttelt und gewiegt werden muss, um analog auf dem Bildschirm Bewegungen auszuführen, und dass der Controller zuvor im Monsterpopo versenkt werden musste – Letzteres hat Zoinkgames zum Glück geändert. Nun wird das das putzige Lippenvieh mit der Fernbedienung gefüttert.

Das Ding dürfte der Traum aller Kinder werden, und ich hoffe vor allen Dingen, dass die Mädchen unter ihnen dafür die Wii-Mörderpuppe fallen lassen. “Du schiebst einfach den Controller hinein und dein Wiiwaa wird zum Leben am Bildschirm erweckt. Das Wiwwaa-Plüschtier erweitert das Spiel vom Fernseher bis in das Wohnzimmer. Dein Held und Freund ist immer neben dir und du kannst auch weiter mit ihm spielen, selbst wenn das Spiel vorbei ist”, so Klaus Lyngeled, der Creative Director von Zoinkgames. Noch ist das Adventure nicht ganz fertig, die Schweden wollen vor allen Dingen noch daran arbeiten, das Game familientauglich zu machen: “Wie in einem Pixar-Film gibt es auch hier etwas für jeden. Erwachsene Spieler werden die Action, den Humor und die neue Erfahrung ebenso genießen.” Im Folgenden noch ein paar Eindrücke. Es soll übrigens auch mit Kindern funktionieren, die nicht blond sind: (weiterlesen…)

Posted in Fun, Gamingwith 4 Comments →

Subdomain .co.de: Was sagen der Anwalt und die Denic dazu?14.12.09

codeDie co.de-Geschichte hat hohe Wellen im Netz geschlagen. Zum Wochenende hatten unzählige Blogger einen Brief der Websuche Search Technology GmbH & Co. KG aus Osnabrück erhalten: “Rechtliche Klärung” stand jedes Mal über dem Schreiben. Darin wurde das Angebot unterbreitet, sich eine Domain in Form von domainname.co.de zuzulegen, “in vielen anderen” Ländern sei es ja bereits üblich. Der Preis betrage 99 Euro pro Jahr.

Dabei wird die Tatsache verschwiegen, dass es sich dabei um eine einfache Subdomain mit Weiterleitung handelt – und mitnichten um eine eigene Top Level Domain. Erst auf der Website wird eingeräumt, dass das Angebot nicht mit den üblichen .de-Domains vergleichbar sei, “wie sie von der Denic vergeben werden”. Gleichzeitig wird der Briefempfänger unter Druck gesetzt, in jedem Fall zu antworten, da er sonst Gefahr laufe, dass sich Dritte die Domain sichern.

Da bei den Lesern unseres Posts viele Fragen aufgeworfen wurden, habe ich Dominik Boecker um ein paar Antworten gebeten. Er ist Anwalt mit dem Spezialgebiet Domainrecht bei der Kölner Kanzlei Greyhills. Ihr könnt ihm auch bei Twitter folgen (@domainrecht). (weiterlesen…)

Posted in Internet, Kunden, Rechtwith 146 Comments →

Basic Flashback: Warum wir eine Bill of Rights für das Internet brauchen – und eure Vorschläge13.12.09

billofrights

Die Idee ist nicht neu, schon 2006 hatten Vertreter der italienischen und brasilianischen Regierungen der Weltgemeinschaft den Vorschlag unterbreitet, eine globale Verfassung für das Internet zu etablieren. “Wir müssen daran denken, dass die Onlinewelt heute der größte öffentliche Ort in der Geschichte der Menschheit ist”, argumentierte der damalige EU-Vorsitzende der Artikel-29-Datenschutzergruppe vor dem Internet Governance Forum. Ein solches verbindliches Regelwerk sei “längst überfällig”. Wie so oft blieb es bei großen Reden, gegenseitigen Absichtsbekundungen und kalten Remouladen-Häppchen beim Repräsentantenball.

Diese Woche, mehr als drei Jahre später, wurde der Gedanke erstmals wieder aufgegriffen. Der stellvertretende Vorsitzende der schwedischen Piratenpartei, Christian Engström, ist der erste seiner Partei, der es in das EU-Parlament geschafft hat. Dort wurde vor zwei Wochen abschließend über die Neuregelung des europäischen Telekommunikationsmarktes debattiert, die in erster Linie die Rechte der Verbraucher stärken sollen. Jetzt, da das Gesetzpaket verabschiedet wurde, kann der nächste Schritt kommen, so Engström. Der Schwede plant die “Bill of Rights” für das Internet, die sich auf drei Grundpfeiler stützen soll:

1. Verankerung der Menschenrechte: Inklusive der Persönlichkeitsrechte und der Informationsfreiheit.
2. Bekennung zur Netzneutralität: Weder Inhalte noch Zugangsarten dürfen auf irgendeine Weise behindert werden.
3. Im Gegenzug für die Netzneutralität: Netzanbieter sind nicht verantwortlich für die Inhalte der Nutzer. (weiterlesen…)

Posted in Ideen, Internet, Kritiken, Rechtwith 15 Comments →

Co.de: Billige Subdomain für 99 Euro gefällig?12.12.09

codeBitte klappen Sie die Tabletts hoch und bringen Sie Ihren Sessel in eine aufrechte Position: die Abzocke kann beginnen! Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Anbieter nach der Vergabe der Kurz-Domains durch die Denic ihre Ernte einfahren würden und wie uns Caschy gerade mitteilt, ist es bei einigen nun soweit. Die Websuche Search Technology GmbH & Co. KG aus Osnabrück konnte sich seinerzeit co.de registrieren und beugt sich nun mit einer großzügigen Geste zum Kunden, um ihm Domains im Stil von domainname.co.de anzubieten.

Schauen wir mal in das kleine Infopost-Werbebroschürchen, das Caschy erreichte:

Wie Sie wissen, gibt es in sehr vielen Ländern der Welt Domains mit einem .co vor dem Ländercode der Domain (z.B. Großbritannien). In Kürze wird dies auch in Deutschland möglich sein. Derzeit läuft die Vergabe von .co.de-Domains an Markeninhaber zur Vermeidung juristischer Probleme (Sunrise-Phase). Nach dieser Phase steht jedem die Domainendung .co.de für die Registrierung von Domains offen (Landrush-Phase).

Nun, abgesehen davon, dass sich die Firma in aller Bescheidenheit des Pseudofachvokabulars der großen Registrare bedient, ist das natürlich großer Humbug. Das .co steht in einigen anderen Ländern für “commercial” – eine Art nationale Lösung für .com-Domains. Es handelt es sich bei der hier angebotenen Variante um eine billige Subdomain mit Weiterleitung auf die bestehende Seite, wobei billig hier nicht ganz zutreffend ist, da Websuche gleich 99 Euro dafür im Jahr verlangt. Ein fix und fertig vorausgefülltes Bestellformular wurde dem Brief gleich beigelegt. (weiterlesen…)

Posted in Geld, Internet, Kritikenwith 261 Comments →

Flower Power mal anders: Floristin fälscht Maps-Einträge der Konkurrenz11.12.09

Napier_Florist_Gump

Man behauptet landläufig, die besten Geschichten schreibe das Leben. Könnte was dran sein. Aber urteilt selbst, denn hier kommt eine: Kendra, 40 Jahre alt, betreibt in der neuseeländischen Küstenstadt Napier einen Blumenhandel. Da dieser aber offenbar nicht so gut – Achtung: Wortwitz - floriert, überlegt die gute Frau eine Weile, wie sie ihre sieben örtlichen Konkurrenten vom Markt drängen könnte und kommt schließlich auf einen kriminellen aber gleichzeitig genialen Einfall.

Sie schmeißt ihren Blechtrottel an, startet ihren Browser, ruft Google Maps auf – und beginnt damit, dort die Einträge ihrer Berufsgenossen zu verändern! Sie zieht das volle Programm ab: postalische und E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Namen der Websites – alles wird “überarbeitet”. So tauft sie zum Beispiel den floristischen Betrieb floristgump.co.nz (siehe Bild), dem offenbar in Anlehnung an den Film “Forrest Gump” dieser Name verpasst wurde, rubbeldiekatz um in floristgimp.co.nz. Natürlich sehr zum Leidwesen der Besitzer, die plötzlich einen unerwarteten Kundenrückgang zu verzeichnen hatten. (weiterlesen…)

Posted in Fun, Internet, Personen, Unternehmenwith 14 Comments →

Google Bildersuche: Künstlerin verklagt die Suchmaschine11.12.09

bildersucheDie großen Verlagshäuser werfen Google regelmäßig “Content-Diebstahl” vor. Sie pochen bei den Snippets, die interessierten Nutzern vorgelegt werden, auf Geistiges Eigentum und wollen Google am liebsten zur Kasse bitten – auch, wenn Leser danach auf die verweisenden Links klicken und früher oder später doch beim Originalartikel landen. Das ist schon ein recht wahnwitziger Gedanke und dass ihn die Publisher selbst nicht ernst nehmen, kann man daran sehen, das bis heute noch niemand die Suchmaschine einfach vom Verlagsprodukt ausgesperrt hat. Das wären eigentlich nur ein, zwei Handgriffe…

Doch nun wurde neues Öl ins Feuer gegossen. Wie die dpa berichtet, will es eine Künstlerin nicht hinnehmen, dass ihre unschätzbaren Werke in der Google Bildersuche auftauchen. Sie hat eine Unterlassungsklage gegen die Suchmaschine erwirkt, über die derzeit beim Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt wird. “Google hat ein Geschäftsmodell, das millionenfach zu Urheberrechts-Verletzungen führt”, poltert ihr Anwalt. Ja, so ist das.

Abgesehen davon, dass man sich fragen muss, weshalb die Dame in Anbetracht ihrer Bilder bei Google in neurologische Schockzustände gerät, bleibt da noch Anderes anzumerken: Zum einen könnte man da ja auch von einer “stillschweigenden Einwilligung” sprechen. Der Senatsvorsitzende Joachim Bornkamm gibt zu verstehen, dass jeder, der eine frei zugängliche Website inklusive Galerie im Netz hat, dies in dem Gedanken tut, dass er damit gerne auch gefunden werden möchte. Ich meine, wir haben es hier mit einem multimillionenschweren SEO-Markt zu tun, in dem alle Beteiligten den ganzen Tag nichts anderes tun, als darüber zu streiten, wer ganz oben stehen darf. (weiterlesen…)

Posted in Internet, Rechtwith 30 Comments →

Desktop-Virtualisierungen: Server fressen mehr und mehr Büro-PCs11.12.09

Wyse+S10

Das Sterben hat noch nicht einmal begonnen. Im kommenden Jahr ist es soweit und Hunderttausende von Unternehmen werden weltweit den Zyklus der Rechner-Neuausstattung in Angriff nehmen – Windows 7 könnte ein gutes Argument darstellen. Doch etwas wird anders sein. Vor allem in den Vereinigten Staaten werden viele Büroarbeiter mehr Platz auf und vor allem unter ihren Schreibtischen bemerken: Bildschirm, Tastatur, Netzwerkadapter – fertig. Das sind die Auswirkungen der Virtualisierung: Je mehr Anwendungen quasi outgesourced und auf einem leistungsfähigen Server gehostet werden, desto kümmerlicher werden die PC-Überreste an den Arbeitsplätzen sein.

Desktop-Virtualisierung ist ein großes Thema und das ”Forbes Magazin” geht sogar schon so weit, vom “Tod des PC” zu sprechen. Auch wenn einige angesichts einer oberflächlichen Kosten-Nutzen-Rechnung vor einer Virtualiserung zurückschrecken – die Umstellung kostet mittelfristig viel weniger, als jedem Mitarbeiter eine Desktop-Maschine auf den Schreibtisch zu stellen: Neben den Hardware-Anschaffungskosten, verschlingt auch das Betriebssystem inklusive der Anwendungen eine Menge Geld. Und was ist mit den aufwändigen Einzelwartungen? Wenn der Rechner nicht ordnungsgemäß funktioniert, muss der Techniker erst seinen Weg zum hilflosen Mitarbeiter finden. Ein Virtualisierungs-Admin nimmt diese Korrekturen bequem am zentralen Server vor. (weiterlesen…)

Posted in EBusiness, Hardware, Ideenwith 10 Comments →

Zweifelhafte Ehre: Adobe Reader meistgehackte Anwendung 200911.12.09

Adobe_ReaderFrüher war es definitiv Microsoft – doch nun haben sich Hacker offenbar auf ein neues Unternehmen eingeschossen: Adobe Systems. Wie das Wirtschaftsmagazin Forbes gestern (nicht vom Datum auf der Seite irritieren lassen, das ist die amerikanische Schreibweise) auf seiner Website berichtete, war das Software-Unternehmen im Jahr 2009 des Cyber-Kriminellen Liebling.

Als das Magazin verschiedene Experten von den Sicherheitsunternehmen Tipping Point, iDefense und Qualys um ihre Einschätzung bat, welche Software-Programme dieses Jahr am häufigsten Angriffen von Hackern unterzogen wurden, nannte jeder einzelne Adobe auf seiner Liste. Dem Team von iDefense zufolge wurden 45 Bugs im Adobe Reader gefunden – satte 31 mehr als noch im Jahr zuvor.

Die Mehrheit der Internetnutzer hat den Reader von Adobe auf seinem PC installiert. Durch dessen komplexe Code Base und den Umstand, dass er auf viele Bereiche des Computers zugreift, liefert der Reader Kriminellen einerseits viele Schlupflöcher, durch die sie auf den Rechner zugreifen können und zum anderen “eine sehr schöne Spielwiese für ihre Ausbeuterei”, wie es ein Mitarbeiter von Tipping Point formuliert. Diese Schwachstellen seien vergleichbar mit denen der großen Web-Browser, im Gegensatz zu denen aber bisher wesentlich schlechter geschützt. (weiterlesen…)

Posted in Internet, IT, Produkte, Unternehmenwith 8 Comments →

Züchtige Bunnys für US-Boys: Playboy-App schafft’s in den App Store11.12.09

Playboy_AppDa blieb mir doch glatt erst einmal der Mund offen stehen, als ich das gelesen habe: Der Playboy kommt auf’s iPhone. Wie geil ist das denn? - Endlich richtig gute Geschichten lesen! Ich war nur, sagen wir mal: irritiert, weil der Playboy ja nicht nur für seine guten Reportagen, Witze und Ratgeber bekannt ist, sondern auch… für freizügigen (manche würden vielleicht sagen Frauen-verachtenden) Content.

Ich war dann aber erleichtert zu erfahren, dass es keine Nackedeis zu sehen geben würde. Und hierzulande gleich doppelt nicht, weil es die App momentan noch nicht bei uns im App-Store gibt. Die ästhetisch anspruchsvollen, hübsch gemachten und auf hochglanz polierten Fotografien von wunderschönen Frauen werden zwar zu bestaunen sein, aber nur in der mit Apples Weltregime-Politik kompatiblen, nicht partnerschafts- oder jugendgefährdenden Version. Das bedeutet im Klartext: Playmate des Monats ist drin, mit ”Datenblatt”, Preview-Fotos und exklusivem “Hinter-den-Kulissen”-Preview-Video – aber halt nicht im Adamskostüm beziehungsweise um die Ansicht der sekundären Geschlechtsmerkmale reduziert. Das sieht dann so aus: (weiterlesen…)

Posted in Fun, Geschaeftsidee, Internet, Produkte, Unternehmenwith 6 Comments →

Seppukoo.com: Gewaltsames Ende eines sozialen Netzlebens (Update)11.12.09

seppukoo

Irgendwann im Leben eines jeden Digital Natives kommt man unweigerlich der Punkt, an dem man sich sich fragt: “Was mache ich hier überhaupt?” In der Tat verballern wir viel zu viel Zeit auf sozialen Netzwerken, sind damit beschäftigt, tonnenweise “Freunde” zu organisieren, umzuschichten und sie mit kleinen Status-Updates auf dem Laufenden zu halten. Facebook bietet eine neue Perspektive auf das Leben, eine virtuelle. Doch seien wir ehrlich – es ist auch ein gigantischer Zeitfresser.

Zu diesem Schluss ist auch die italienische Künstlergruppe Les Liens invisibles gekommen, als sie Seppukoo.com schuf, eine Art Suizidmaschine für den digitalen Körper. “Du bist mehr als deine virtuelle Identität!” ruft es uns da entgegen. “Darüber hinaus bleibt die Tatsache bestehen, dass unsere Privatsphäre, unsere Profile, unsere Identitäten, unsere Beziehungen – ob echt oder fake – aus einem einzigen Grund komplett ausgebeutet werden: um als Produkt verkauft zu werden!” Das klingt nach Fight Club und damit erst einmal ungeheuer interessant. (weiterlesen…)

Posted in Fun, Ideen, Internetwith 13 Comments →

‘Sustail’ hat den Dreh raus: Erste PC-Maus zum Aufziehen10.12.09

sustail
Als ich die Sustail-Maus vorhin entdeckte, musste ich zuerst an diese ganz, ganz alten Spielzeuge denken, die man mittels eines Schlüssels (wie dem oben) aufziehen und dann losflitzen lassen konnte. Ich glaube sogar, es gab die auch als Mäuse, aber der Schlitz zum Aufziehen war seitlich. Checkt das mal bei den Blechspielzeugverkäufern auf dem Weihnachtsmarkt, bitte. Habe mich jedenfalls gewundert, wo denn die Logitech-Maus (konnte leider noch nicht in Erfahrung bringen, ob es sich um eine “offizielle” Maus handelt) nach dem Ankurbeln hinrennen würde.

Die Antwort lautet: nirgendwohin. Trotzdem ist die Idee die gleiche, wie bei dem Spielzeug-Pendant: Durch das Aufziehen wird Energie gespeichert, die das Teil dann anschließend antreibt. Batterie-Kauf und -wechsel werden überflüssig. Erinnert stark an das Konzept der Wind-Up-Batterie - ob man sich aber dessen bedient hat oder eine Feder für Antrieb sorgt, wird nicht gesagt. Mit wie viel Energie man die Maus bereits aufgezogen hat, wird dem User übrigens per Sound-Feedback mitgeteilt: tiefe Okatven für wenig und hohe für viel Energie. (weiterlesen…)

Posted in Hardware, Personen, Produktewith 11 Comments →

‘Da ging mir ein Licht auf’: Kanadier nutzt Google Street View für Album-Promotion10.12.09

Fear Salesman

Auf Zack sein, Einfallsreichtum haben, an sich selbst und sein Produkt glauben: das sind die Basis-Zutaten für eine erfolgreiche Karriere. Nate Heagy hat mit einer richtig coolen Aktion unter Beweis gestellt, dass er all das hat. Der Gründer und das offenbar einzige Mitglied der Band “Fear Salesman” hat einem Google Street View-Fahrzeug aufgelauert, sich von diesem fotografieren lassen und so sein Debüt-Album promotet. Coole Idee.

Irgendwie hatte Nate davon Wind bekommen, dass Google seine 200.000-Seelen-Stadt Saskatoon in das Street View-Projekt aufnehmen wollte. Hierzu sollte bald eines dieser Kamera-Autos rumkurven und Fotos von dem Ort machen. Der 30-jährige Kanadier, der in seinem Hauptberuf Software-Entwickler ist, ließ daraufhin ein Schild mit dem Namen seiner Band anfertigen, montierte es auf einen Notenständer, schmiss diesen und seine Gitarre in den Kofferraum seiner Karre und lauerte dem Google-Fahrzeug auf. (weiterlesen…)

Posted in Fun, Ideen, Internet, Personen, Unternehmenwith 17 Comments →

Unmut über GEZ-Pläne: 17,98 Euro Mehrkosten auf der Handyrechnung?10.12.09

gezSo, jetzt ist ja bald mal gut, liebe Öffentlich-Rechtliche und Rundfunkstaatsvertragsbastler. Ne?! Publik gewordene Gedankenspiele der Ministerpräsidenten der Länder hatten vor zwei Tagen den Stein ins Rollen gebracht. Sie planen eine Erhöhung der GEZ-Gebühr für “neuartige Rundfunkgeräte” von derzeit 5,76 Euro auf 17,98 Euro. Was das ist, ein neuartiges Rundfunkgerät? Natürlich das Handy in deiner Tasche, Dummerchen! Und dein Rechner! Wer also bislang ohne herkömmlichen Radio und Fernseher auskam und sich auf seinen Computer verließ, wird kräftig zur Kasse gebeten.

Zugegeben, die Öffentlich-Rechtlichen streamen Radio 24 Stunden am Tag und bieten hin und wieder Video-Angebote auf Abruf (“Aus lizenzrechtlichen Gründen können wie Ihnen diesen Beitrag im Web-TV nicht anbieten” kommt dann ab und zu dazwischen) und sie haben alle ihre monströs-aufgeblasenen Infoportale, die alleine der Grundversorgung dienen – aber das war’s auch schon. Wird ein vollwertiges TV-Programm geboten? Nein. So einfach ist das. (weiterlesen…)

Posted in Internet, Kritikenwith 38 Comments →