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Archive for 04.2010

Einstweilige Verfügung gegen Amazon: Buchhändler will Preise selbst bestimmen30.04.10

Die “Financial Times Deutschland” bringt diese Story gerade “exklusiv”. Wie die Zeitung erfahren haben will, hat die Mediantis AG eine einstweilige Verfügung gegen Amazon eingereicht. Wer die Aktiengesellschaft bislang nicht kannte: sie betreibt unter anderem das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB), das vor allem unter Studenten bekannt ist und wohl der größte Konkurrent für Amazon Deutschland auf dem Second Hand-Buchmarkt ist.

Stein des Anstoßes liefert die neue Regel der Preisparität, die Amazon den Händlern vorschreibt. Demnach dürfen sie Waren auf Amazon nur zum selben Preis oder günstiger anbieten, als sie es in ihren eigenen Shops tun. Als Stichtag zur Umsetzung wurde der erste Mai festgesetzt. Händler haben in der Vergangenheit bei Amazon-Verkäufen oft einen kleinen Aufschlag verlangt – immerhin kassiert der US-Shop ordentlich Provision. Amazon verteidigte das neue Preisdiktat damit, dass man den Kunden entgegenkommen wolle: “Kunden vertrauen auch darauf, dass die Preise und sonstigen Bedingungen bei Amazon.de im Vergleich zu dem, was sie auf anderen Einkaufsplattformen finden, gleich gut (oder besser) sind”, wurde argumentiert. (weiterlesen …)

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Freie Fahrt: Aigner und Google ebnen Weg für ‘Street View’ in Deutschland30.04.10

Jetzt ist es also amtlich: Unsere Verbraucherministerin hat ihren Willen bekommen und Google Eingeständnisse in Bezug auf dessen Dienst “Street View” in Deutschland abgerungen. Heute traf sich Ilse Aigner mit Vertretern der Suchriesen in Berlin und ließ sich versichern, dass der Dienst hierzulande erst startet, wenn die von den deutschen Bürgerinnen und Bürgern vorgebrachten Widersprüche (PDF) vollständig umgesetzt sind. Das bedeutet unter anderem, dass von dem Dienst erfasste Wohnungen, Häuser und Gärten vollständig anonymisiert werden müssen. Zudem müssen auch die Rohdaten der beanstandeten Aufnahmen unkenntlich gemacht werden. Last but not least wird Google sich auch die Sammelwidersprüche von Städten und Gemeinden zu Herzen nehmen, in denen sich unsere Mitbürger per Unterschrift über Googles Eindringen in ihre Privatsphäre beschwerten oder beschweren.

Um hierbei Verwechslungen oder Missbrauch zu vermeiden, arbeitet der Suchgigant an einer Möglichkeit, mit der die Betroffenen ihrem Widerspruch das korrekte Bildmaterial eindeutig zuordnen können. Hierzu soll Google laut Pressemitteilung des Bundesministeriums zusammen mit den kommunalen Spitzenverbändern bereits an einem gemeinsamen Konzept arbeiten, auf dessen Basis ein möglichst verbraucherfreundliches und – man höre und staune – unbürokratisches Verfahren für derartige Sammelwidersprüche erstellt werden soll. (weiterlesen …)

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‘QR-LPD’ von Bridgestone: Reifenhersteller präsentiert biegsames Flüssig-Pulver-Display30.04.10

Die Display 2011 ist eine Fach-Messe für Screen-Technologie, die vom 13. bis zum 15. April dieses Jahres in Japan stattfand. Dort hat Bridgestone den funktionierenden Prototypen eines flexiblen E-Papers vorgestellt. Wenn euch, wie mir, beim ersten Lesen dieser Meldung etwas komisch vorkam, dann könnte dies am Hersteller liegen. So wie man bei Toshiba vielleicht nicht in erster Linie an einen der größten und renommiertesten Anbieter von Atom-Reaktoren denkt, assoziiert man das Unternehmen mit dem (überraschenderweise) englischsprachigen Namen eher mit Autoreifen als mit einem High-Tech-Sektor. So kann man sich also irren.

Ich hatte hier auf dem Blog schon häufiger über derartige biegsame Screens geschrieben, Bridgestone ist aber das erste Unternehmen, von dem ich ein Video gefunden habe, das einen funktionierenden Prototypen eines solchen Screens zeigt (siehe unten). Die Qualität des Bildes auf dem QR-LPD – das steht für Quick Response – Liquid Powder Display und bedeutet soviel wie “Schnell reagierendes Flüssig-Pulver-Display” – ist noch relativ bescheiden. Es erinnert aufgrund der monochromen Anzeige etwas an den Amazon Kindle, kann mit dessen Grafik aber natürlich nicht mithalten. Dafür würde Letztgenannter aber beim Biegen brechen, so gleicht sich das wieder aus. Scherz beiseite, schaut euch mal das Video an: (weiterlesen …)

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Adobe-Chef antwortet auf Steve Jobs’ Brandrede: ‘Apple wirft mit Nebelkerzen.’30.04.10

Manchmal muss man sich ja wirklich am Kopf kratzen. Da gibt es multimilliardenschwere Konzerne, die es nicht schaffen, sich an einen Tisch zu setzen und Dinge in Ruhe zu bereden. Stattdessen wird die Schmutzwäsche in aller Öffentlichkeit gewaschen. Aber – sei’s drum: So haben wir wenigstens etwas, um euch mit Infos aus erster Hand auf dem Laufenden zu halten.

Ein Echo auf Steve Jobs’ Brandrede gegen Adobe Flash war so unvermeidbar wie das Amen in der Kirche. So hat Microsoft als Reaktion spontan seine Liebe zu HTML5 entdeckt. Und es kam auch wenig überraschend, dass ein paar Stunden später Adobe-Chef Shantanu Narayen wieder einmal zum Gegenschlag ausholte. In einem Videointerview mit dem “Wall Street Journal” bekam er die Gelegenheit, seine Meinung über Jobs’ “außerordentliche Attacke” loszuwerden. So versicherte er abermals, dass Adobe ein großer Anhänger von “Open Content” sei. Der Umstand, dass die neue Creative Suite es Entwicklern gestattet, plattformübergreifend zu programmieren, sei ein deutliches Zeichen dafür.

Apples Argumente der technischen Schwierigkeiten lässt Narayen nicht gelten. Jobs nutze sie nur als “Nebelkerzen”: Die Sache mit der verkürzen Akkulaufzeit sei offenkundig falsch – sonst hätte Apple auch nicht über hundert, in Flash programmierte Apps für den Store zugelassen. Wenn der Kreis erlaubter Programmiersprachen per Unternehmenspolitik eingeschränkt wird, habe das nichts mit Technologie zu tun, so der Manager. Ebenso unwahr sei es, dass das Flash-Plugin die häufigste Ursache dafür sei, dass Macs abstürzen. Er wies die Behauptung mit den Worten zurück, dass das Problem eigentlich etwas mit “Apples Betriebssystem” zu tun habe. (weiterlesen …)

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Retter der Diskette: Verbatim wird das Retro-Speichermedium erhalten30.04.10

Haha, wie putzig! Nach den teils panischen Reaktionen der PC-Veteranen, den Beschwerden und Hamsterkäufen bezüglich Sonys Entschluss, der guten alten Diskette den Todesstoß zu versetzen, können wir alle nun erst einmal aufatmen. Wie Verbatim als Reaktion vom Hauptsitz in Eschborn verkündet, werde man die Floppy Disk nicht im Stich lassen: “Auch in Deutschland findet der Anwender die Diskette auch zukünftig in den Regalen der Elektrofachmärkte.” Damit wurden die 3,5 Zoll-Scheiben wohl erst einmal von der Liste bedrohter Speichermedien gestrichen.

Laut Verbatim gebe es keinen Grund, die Diskette aus dem Programm zu nehmen: “Trotz starker Konkurrenten wie der CD und USB-Sticks” sei sie immer noch im Computeralltag fest etabliert. Laut dem Unternehmen sollen alleine in Europa vergangenes Jahr 50 Millionen Stück davon über die Ladentheke gegangen sein. Der Absatzschwerpunkt liege mit gerade einmal zehn Prozent zwar nicht länger in Deutschland, sondern in den osteuropäischen und GUS-Staaten – dennoch sei die Diskette in vielen Bereichen unentbehrlich: (weiterlesen …)

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YouTube: 12,9 Mrd. geklickte Videos im März, neues Video-Player-Design im April30.04.10

Zu Beginn dieses Monats hat YouTube seiner Video-Seite ein minderschweres Redesign verpasst. Und nun, zum Ende des Monats, folgt eine entsprechende Anpassung des Video-Players. Einigen von euch wird sie vielleicht schon in den letzten Tagen an ausgewählten Videos sozusagen als “singuläres Phänomen” aufgefallen sein. Nun sieht es aber so aus, als würde sich das neue Design sukzessive auf alle Video erstrecken. Wie YouTube gegenüber dem Online-Dienst NewTeeVee allerdings einschränkte, bleiben eingebettete Videos und jene mit Werbung von den Änderungen zunächst unberührt. Schade, denn das bedeutet, dass ich euch das Design hier nicht “live” vorführen, sondern nur als Screenshot präsentieren kann. Naja, und einen Link zu so einem Video kann ich natürlich setzen.

Was hat sich also verändert? Zunächst einmal ist der Statusbalken aus dem Verbund mit den Funktionsbuttons gelöst und über diesen angesiedelt worden. Die farbliche Gestaltung scheint in etwa die gleiche geblieben zu sein, möglicherweise mit einem Ticken mehr Neigung zum Bordeauxrot. Was sich aber definitiv geändert hat, ist, dass der Statusbalken schmaler wird, wenn der Mauszeiger einige Sekunden lang inaktiv bleibt. Wie es scheint, möchte Google dieses “Fade-Out”-Feature nun auf alle Anwendungen ausbreiten, denn auch bei der gestern von mir vorgestellten, neuen Bildersuche für Smartphone-User wurde sie implementiert. In eine ähnliche Richtung zielt die Änderung, dass die dazugehörigen Buttons nicht angezeigt werden, wenn ein Video über keine Anmerkungen oder Untertitel verfügt. (weiterlesen …)

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Aus für Windows-Tablets: HP stellt Produktion des ‘Slate’ ein, Microsoft stoppt ‘Courier’30.04.10

“Heißt das, dass HP schon in Kürze Microsoft fallen lassen wird?” – Der heutige Post schließt sich praktisch nahtlos an den letzten Satz der gestrigen Meldung an, in der es um die Palm-Übernahme durch HP ging. Die Antwort? “Ja, HP lässt Microsoft fallen.” Das gilt jedoch nur für den Tablet-Produktsektor. Wie in der Nacht von TechCrunch berichtet wurde, wird der Computerbauer die Entwicklung beziehungsweise die Produktion (niemand weiß genau, wie weit HP schon vorangeschritten war) des HP Slate komplett einstellen. Ursprünglich hieß es, dass das Gerät “noch in diesem Jahr” auf den Markt kommen werde.

Dem Entschluss soll die Erkenntnis vorangegangen sein, dass Windows 7 als Tablet-Betriebssystem nicht tauge. Im selben Zuge will TechCrunch erfahren haben, dass auch Intel-Prozessoren pauschal aus der Produktion fliegen sollen, da sie zu energiehungrig seien. Damit würde ebenfalls eine Grundvoraussetzung für Windows 7 gestrichen. Ich habe heute bereits mehrmals versucht, einen HP-Sprecher in Böblingen an den Apparat zu bekommen – bislang allerdings vergeblich (anders ausgedrückt: Die betreffende Pressestelle bei HP Deutschland ist seit dem Morgen schlicht nicht besetzt). (weiterlesen …)

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Zensur vs. Jugendschutz: M.I.A. und das verschwundene YouTube-Video29.04.10

Ich hatte es im Zusammenhang mit dem Computer-Spiel “Call of Duty: Modern Warfare 2“ schon einmal gesagt: Als der Ego-Shooter seinerzeit für Wirbel in der Öffentlichkeit sorgte, weil in einer Szene Zivilisten von einem Terror-Kommando abgeschlachtet wurden, handelte es sich meines Erachtens um nichts anderes, als um kalkulierte Provokation. Sex sells, Violance sells. Und je expliziter Paarungs- und/oder Todherbeiführungsbereitschaft demonstriert werden, desto größer die Wahrscheinlichkeit auf Resonanz – egal in welcher Form. Brutalo-Filme wie Rambo haben es vorgemacht, und Skandal-Bands wie Rammstein auch. Und nun tritt M.I.A. (siehe Bild) auf den Plan.

Hinter dem Buchstabenkürzel verbirgt sich die englische Sängerin Mathangi “Maya” Arulpragasam. Sie hat gerade eine neue Single namens “Born Free” auf den Markt gebracht – natürlich samt dazugehörigem Video. Und dieses sorgt momentan für richtig viel Gesprächsstoff. Zum einen deswegen, weil M.I.A. damit nach der oben dargelegten PR-Logik Nägel mit Köpfen macht und sozusagen Rambo mit Rammstein verbindet. In sehr expliziter Weise werden darin nämlich sowohl Gewalt als auch Sex dargestellt. Und zum anderen, weil YouTube genau dieses Video – angeblich – gesperrt haben soll. (weiterlesen …)

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Steve Jobs antwortet Adobe: Deshalb wird es niemals Flash auf dem iPhone geben29.04.10

Nach den wütenden Mails, die Steve Jobs in den vergangenen Tagen quer durch die Welt schoss, um Entwickler und Adobe-Anhänger mit Argumenten wie “nein!”, “wieso auch!” und “troll dich!” ruhig zu stellen, hat sich der Meister nun doch noch einmal die Zeit genommen, in Ruhe über das Thema zu reflektieren. Es geht um die seit Jahren bohrende Frage: Warum erlaubt Apple kein Flash auf mobilen Endgeräten wie iPhone, iPad und iPod Touch? Adobe hatte kürzlich wutentbrannt aufgegeben und sich von Apple mit einem erhobenen Stinkefinger verabschiedet – eine verschnupfte Reaktion, die offenbar irgendetwas in Jobs’ Herzen berührte. Vielleicht war es auch der Sturm der Entrüstung aus der Entwicklergemeinde oder die drohende gerichtliche Auseinandersetzung mit Adobe. Jedenfalls sprach er heute das erste Mal Klartext.

In seinem mehrseitigen, offenen Brief an die Community legt Mr. Apple seine Sicht der Dinge dar und erklärt, weshalb sein Entschluss tatsächlich keine geschäftlichen oder emotionalen Hintergründe habe, sondern dafür reichliche “technische”. Jobs stößt sich daran, dass offenbar viele Menschen nicht verstehen, dass Adobe Flash keine “offene Technologie” sei. Die Anwendung sei zwar weit verbreitet, doch ändere dies nichts an der Tatsache, dass sie alleine von Adobe kontrolliert werde: “Gemäß beinahe allen Definitionen ist Flash ein geschlossenes System.” Apple hingegen glaube daran, dass alle Webstardards “offen” zu sein haben – daher auch das Festhalten an HTML5, CSS und JavaScript. Apple befinde sich mit seiner Entscheidung in bester Gesellschaft, Google setze auf HTML5, ebenso wie Palm, Nokia und RIM dies tun oder nach eigenem Bekunden tun werden. Tatsächlich würden nur Windows-Handys die Ausnahme bilden. (weiterlesen …)

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Googles Bildersuche: Keine Urheberrechtsverletzung, dafür ein Redesign29.04.10

Erinnert ihr euch noch an Andrés Artikel aus dem vergangene Dezember, in dem er über eine Künstlerin schrieb, die eine Unterlassungsklage gegen Google erwirkt hatte? Vermutlich nicht, wäre ja auch ein bißchen viel verlangt. Ehrlich gesagt musste ich ihn vorhin auch selbst noch einmal lesen, um meine Erinnerung aufzufrischen. Im Kern ging es bei dem vor dem Bundesgerichtshof (BGH) verhandelten Rechtsstreit darum, dass besagte Dame es nicht hinnehmen wollte, dass ihre Kunstwerke in der Google Bildersuche auftauchten. Letztlich ging es also wieder einmal um Urheberrechtsverletzungen, die dem Suchgiganten zur Last gelegt wurden. Und nun gibt es das – wenig überraschende – Urteil. Wie der für Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs heute entschieden hat, “kann Google nicht wegen Urheberrechtsverletzung in Anspruch genommen werden [...], wenn urheberrechtlich geschützte Werke in Vorschaubildern ihrer Suchmaschine wiedergegeben werden.”

Nachdem zuerst im feinsten Juristendeutsch für die Nicht-Kenner von Googles Tool dessen Funktionsweise erläutert wird, kommt die (zunächst noch vorläufige) Begründung: Zwar geht der BGH nicht davon aus, dass die Künstlerin Google das Recht zur Nutzung ihrer Werke als Vorschaubilder im Rahmen der Bildersuche eingeräumt hat. Dennoch sei dort das Anzeigen ihrer Kunstwerke in Form von Thumbnails nicht als rechtswidrig (also als Urheberrechtsverletzung) zu werten. Der Suchriese durfte nämlich davon ausgehen, dass die Künstlerin nichts dagegen einzuwänden hätte, wenn ihre Werke auf diese Weise Internetnutzern öffentlich zugänglich gemacht würden. Und warum das? Weil die Dame ja etwas dagegen hätte unternehmen können. (weiterlesen …)

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Messenger Connect: Microsoft antwortet auf Facebook, will selbst das Netz erobern29.04.10

Wer kann schon erahnen, was hinter Steve Ballmers Stirn vorgeht. Gestern hatte er im Namen Microsofts die Neuauflage des Windows Live Messenger angekündigt: Der Client wird für das Publikum nicht nur ein wenig, sondern ordentlich aufgebohrt. Die Liste der neuen Features ist lang, angefangen von HD-Videochats, der eingebauten Bing-Suche und der Komplett-Integration sozialer Netzwerke bis hin zur Möglichkeit, Lieblingskontakte und deren Social Media-Aktivitäten an prominenter Stelle anzeigen zu lassen. Der Client soll Sammelbecken für viele Stimmen im Netz werden oder wie es Microsoft Deutschland ausdrückt: “Mit dem neuen Messenger verfolgen wir das Ziel, den Nutzer aus diesem Wirrwarr zu befreien und ihm die Möglichkeit zu bieten, dass er alle für ihn persönlich wichtigen Neuigkeiten aus dem Web zentral zur Verfügung hat.”

Um diese Aussage zu verstehen, muss man ein wenig IT-Hermeneutik bemühen. Denn der Sinn geht viel weiter, als er auf den ersten Blick scheint. Herzstück des neues Chat-Programms wird nämlich Messenger Connect: Website-Betreibern wird mittels einer neuen Social-API ermöglicht, den Messenger direkt auf ihren Seiten zu integrieren – inklusive Kontakte, Statusmeldung, Chat, Feeds und mehr. Das klingt vertraut? Richtig, gerade erst hat Facebook mit der Open Graph API einen ganz ähnlichen Dienst präsentiert. Die Nutzer streunen im Netz herum, gehen ihren persönlichen Vorlieben nach und alle dabei entstehenden Spuren der sozialen Interaktion laufen wie Fäden auf der Facebook-Plattform zusammen. Es wird davon ausgegangen, dass das Internet – trotz aller Kritik des Datenschutzes – schon bald durch ein gigantisches “Gefällt mir”-Gewitter durchgeschüttelt wird. Und nun steigt Microsoft selbst in das Geschäft ein. (weiterlesen …)

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Berichte: Apple hat es markenrechtlich auf das WePad abgesehen29.04.10

Es ziehen – wieder einmal – dunkle Wolken auf im sonnigen WePad-Land. Möglicherweise handelt es sich nur um eine leichte Bewölkung, die keinen Regen mit sich bringt und nur kurzzeitig die Sonnenstrahlen verdeckt. Unter Umständen sind sie aber auch die Vorboten für einen echten Sturm. – Verzeiht die metapherngeschwängerte Ansprache, das Wetter da draußen hat mich wohl abgelenkt. Na jedenfalls wird laut New-Business in Branchenkreisen darüber spekuliert, ob Apple die Klage wegen Markenrechtsverletzungen gegen den WePad-Hersteller Neofonie einreichen wird. 

Hintergrund ist die nicht von der Hand zu weisende Namensähnlichkeit des Readers des Berliner Unternehmens zum iPad. Erschwerend kommt hinzu, dass die beiden Gadgets künftig im gleichen Markt-Segment auf Kundenfang gehen sollen, und somit durchaus die Möglichkeit besteht, dass der Verbraucher durch die – vermutlich ironisch gemeinte – Namensanlehnung des WePad an das iPad irritiert wird. Ich bin kein Jurist, aber soweit ich informiert bin, gibt es eine ähnliche Rechtsauslegung auch bei Domains. Demnach besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf eine Co-Existenz zweier ähnlicher Domain-Namen, wenn sie für deutlich voneinander unterscheidbare Zwecke oder Marktsegmente genutzt werden.  (weiterlesen …)

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HP schluckt Palm: Was wird wohl Microsoft dazu sagen?29.04.10

Meinen aufrichtigen Glückwunsch, Mr. Rubinstein. Und auch Ihrem Kollegen, Mr. Bradley von HP, schüttele ich an diesem Morgen die Hand! Die Nachricht, dass Palm von Hewlett-Packard übernommen wird, ist nicht nur eine Überraschung: sie ist eine Freude! Im Vorfeld waren ja die Namen mehrerer Interessenten genannt worden, etwa HTC oder Lenovo. Dass HP nun am Ende den Zuschlag erhalten hat, ist eine schöne Wendung.

Palm wird also für 1,2 Milliarden US-Dollar den Besitzer wechseln, HP wird 5,70 Dollar pro Aktie zahlen – das sind 23 Prozent über dem eigentlichen Wert. Beide Verwaltungsräte haben den Deal bereits abgenickt, so dass einer schnellen Integration (es sei denn, der Kartellwächter hüstelt dazwischen) nichts mehr im Wege steht. Laut Angaben von HP soll bis Ende Juli alles über die Bühne gegangen sein.

Es ist das Beste, was dem Unternehmen aus Sunnyvale, Kalifornien, passieren konnte. Auf einen Schlag sind die Sorgen der Vergangenheit passé, dennoch können die wirklich guten Entwickler weiter ihre Ideen und Leistungen in neue Produkte einfließen lassen. Dass HP das Potenzial des Palm-Personals ausreichend würdigt, schlägt sich auch in den kommentierenden O-Tönen zur Übernahme wieder, in denen von einem “hochqualifizierten Team” die Rede ist. Doch natürlich geht HPs Interesse wesentlich weiter: “Die Kombination von HPs globalen Ausmaßen und der finanziellen Stärke, gepaart mit Palms einmaliger webOS-Plattform wird HPs Möglichkeiten verbessern, noch aggressiver im schnell wachsenden und hochprofitablen Markt mit Smartphones und mobilen Geräten vorzustoßen.” Der Computerbauer hat es also in erster Linie auf das Betriebssystem abgesehen – Palm Pre und Pixi sind offenbar eher von sekundärem Interesse. (weiterlesen …)

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Facebook und der Datenschutz: ‘Wir sind besorgt’28.04.10

Es ist nun tatsächlich erst eine Woche her, dass Mark Zuckerberg uns allen versprochen hat, eine neue Ära einzuläuten. Man kann die Änderungen begrüßen oder man kann sie verdammen – eines jedoch kann man nicht: ihre Relevanz leugnen! Auf jeden kritischen Kommentar oder Artikel kommt auch eine Seite oder ein Blog, welches die neuen Funktionen integriert. Mitunter findet beides gleichzeitig statt, weil man zwar

  • auf die Gefahren und die Ausmaße hinweisen muss, aber
  • sich auch nur sehr schwer dem Reiz entziehen kann, den die neuen Möglichkeiten für den eigenen Webauftritt verheißen.

Schon vor dem letzten Vorstoß des Netzwerk-Giganten probte die deutsche Politik – vertreten durch einen einsamen Vorstoß der Bundestagsabgeordneten Ilse Aigner – den Aufstand, mit bisher eher mäßigem Erfolg. Sie verlangte Privacy-Änderungen (sonst würde sie ihr Profil bei Facebook löschen – keine echte Bedrohung für ein 450 Millionen Menschen umfassendes Netzwerk), Facebook reagierte (erstaunlicherweise) auf den offenen Brief und bot ein Gespräch an. Aigner befindet sich natürlich nach wie vor bei Facebook, was ihr jederzeit hier überprüfen könnt. (weiterlesen …)

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‘Wi-Fi Sync’, die Zweite: Neues Video zeigt Synchronisierung von Aerosmith-Tracks28.04.10

Ich muss ehrlich gestehen: Mich würde es sehr freuen, wenn es das von Greg Hughes entwickelte Progrämmchen am Zerberus vorbei in den App Store schaffen würde. Am Sonntag hatte der iPhone-Crack ein Video auf YouTube vorgestellt, in dem ihm mittels seiner ”Wi-Fi Sync” genannten App gelang, sein Smartphone drahtlos mit iTunes zu synchronisieren. Am gestrigen  Dienstag hat er nachgelegt und ein zweites, längeres Video ins Netz gestellt (siehe unten), das zeigt, wie er mittels der App einige Aerosmith-Songs auf sein iPhone synct. Wer zu Hause eine AirPort Express-Station nutzt oder die App AirPhones auf seinem iPhone hat, der weiß, dass die kabellose Verwendung von iTunes über eine Anlage oder eben das Phone längst möglich und sehr bequem ist. Warum bisher das Synchronisieren nicht möglich ist, bleibt wohl nicht nur für mich ein Rätsel. Und ein Ärgernis.

Vorbei wäre dann nämlich die Zeit, in der ich mich über das viel zu kurz geratene USB-Kabel aufregen müsste, das Apple zum Akkuladen und Syncen mitschickt. Und außerdem: Wenn schon Speicherkarten ihre Daten drahtlos an den PC schicken können, sollte dann das Vorzeigeprodukt eines Herstellers, der sich für innovativ hält, diese “Feature” nicht auch schon längst anbieten? Aber dass solche Argumente bei Steve Jobs auf taube Ohren stoßen, mussten wir ja schon häufiger erleben. Wenn Hughes daher, wie angekündigt, noch diese Woche seine App zur Freigabe beim App Store einreichen wird, stehen die Chancen auf grünes Licht meines Erachtens eher schlecht. Nicht ganz so schlecht zwar, wie die von Adobe Flash oder David Wongs iDroid – aber trotzdem schlecht. (weiterlesen …)

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